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Lohnfortzahlung bei Quarantäne wegen Corona

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Zusammenfassung

Arbeitnehmer können sich im Falle einer Ansteckung mit Covid-19 in der Regel auf die Lohnfortzahlung bei Quarantäne verlassen. Eine Ausnahme besteht bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten. Arbeitgeber können sich Lohn und Sozialversicherungskosten für die Dauer des Arbeitsausfalls ihrer Mitarbeiter rückerstatten lassen.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Arbeitgeber müssen 6 Wochen lang Lohnfortzahlung bei Krankheit eines Arbeitnehmers leisten.
  • Auch bei einer Ansteckung mit Covid-19 oder vorsorglicher Isolation erhalten Arbeitnehmer weiterhin ihren Lohn.
  • Reiserückkehrern aus Risikogebieten darf die Entgeltfortzahlung bei Quarantäne verwehrt werden.
  • Erwerbstätige Eltern erhalten eine Verdienstausfallerstattung, wenn sie bei Quarantäne keine Betreuung für ihr Kind finden.
  • Arbeitgeber haben einen Anspruch auf Rückerstattung von der Gesundheitsbehörde.

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Ratgeber Mockup

Infografik: Finanzielle Absicherung bei Quarantäne - Lohnfortzahlung.

1. Erhalte ich mein Gehalt weiter, wenn ich an Covid-19 erkrankt bin?

Grundsätzlich erhalten Sie gemäß § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgeltFG) im Krankheitsfall 6 Wochen lang den vollen Nettolohn vom Arbeitgeber. Nach Ablauf dieser Zeit zahlt die Krankenkasse Krankengeld, wenn Sie gesetzlich versichert sind.

Haben Sie sich bewusst den vom Arbeitgeber gestellten Sicherheitsvorkehrungen widersetzt – z. B. weil Sie keinen Mund-und-Nasen-Schutz getragen haben –, kann dieser die Lohnfortzahlung bei Quarantäne verweigern.

Eine Missachtung der vom Gesetzgeber festgesetzten Bestimmungen kann sogar eine fristlose Kündigung nach sich ziehen, wenn Sie durch Ihr Verhalten andere Mitarbeiter oder Kunden in Gefahr bringen.

 

Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Falls Sie positiv getestet wurden, aber keine Symptome haben, müssen Sie sich nicht krankschreiben lassen, falls Sie auch im Home-Office arbeiten können. Ist Home-Office keine Option, zahlt Ihr Arbeitgeber den Lohn während der ersten 6 Wochen der Krankmeldung. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse das Krankengeld.

 

Was gilt für Lohnfortzahlung während angeordneter Quarantäne?

Hat das Gesundheitsamt oder eine andere Behörde die Quarantäne oder ein Tätigkeitsverbot angeordnet, besteht ein Anspruch auf Entschädigung für den Verdienstausfall.

Durch die besonderen Vorschriften ergeben sich allerdings auch höhere Sorgfaltspflichten für Arbeitnehmer. Gerechtfertigt ist der Wegfall der Gehaltszahlung dann, wenn Arbeitnehmer diesen Sorgfaltspflichten nicht nachkommen.

 

Was gilt für Lohnfortzahlung bei gleichzeitiger krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit?

Sind Sie aufgrund einer Coronainfektion arbeitsunfähig erkrankt, haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Sie bekommen die ersten 6 Wochen Ihrer Krankschreibung den gewohnten Nettolohn ausbezahlt.

Sollte die Berufsunfähigkeit länger als 6 Wochen andauern, erhalten Sie Krankengeld von der Krankenkasse:

  • In den meisten Fällen beträgt das Krankengeld 70 % vom Nettolohn.
  • Maximal ist ein Krankengeld in Höhe von 90 % Nettolohns möglich.

Wird während Ihrer Arbeitsunfähigkeit auch eine behördliche Quarantäne angeordnet, haben Sie zusätzlich Anspruch auf eine Entschädigung für den Verdienstausfall gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG).

 

Was gilt für Lohnfortzahlung während selbstverschuldeter bzw. selbst angeordneter Quarantäne?

Bei selbstverschuldeter bzw. selbstangeordneter Quarantäne, die nicht von einer Behörde festgelegt wurde, besteht kein Anspruch auf Gehaltsfortzahlung.

Dies gilt in folgenden Fällen:

  • Sie haben sich auf einer privaten Reise in einem Risikogebiet mit Covid-19 angesteckt.
  • Sie müssen aufgrund einer Reise als Rückkehrer in Quarantäne.
  • Sie haben die Ansteckung grob fahrlässig herbeigeführt, z. B. weil Sie sich nicht an die Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz gehalten haben.

 

Erscheinen Sie trotz geltender Quarantäne am Arbeitsplatz, verstoßen Sie gegen die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und machen sich strafbar. Sie dürfen nicht einfach am Arbeitsplatz erscheinen – auch wenn Sie keine Corona-Symptome verspüren.

 

Dürfen Arbeitnehmer aus Angst vor dem Coronavirus vorsorglich zuhause bleiben?

Sie können natürlich nicht einfach beschließen, zuhause zu bleiben. Allerdings haben Bund und Länder am 20. Januar 2021 eine „Home-Office-Pflicht light” beschlossen: Sprechen keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen, müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Home-Office anbieten.

Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, die Arbeitsleistung im Home-Office zu erbringen. Fehlt zuhause z. B. WLAN oder ein Laptop, greift die grundsätzliche Pflicht nicht – weil zwingende betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Die neuen Maßnahmen sind zunächst befristet und gelten bis zum 15. März 2021.

 

2. Wie viel Lohnfortzahlung bei Quarantäne?

Die meisten Arbeitnehmer erhalten im Falle einer Ansteckung oder vorsorglichen Quarantäneanordnung entweder eine Verdienstausfallentschädigung oder Entgeltfortzahlung. Davon abhängig ist die Höhe der Zahlung.

  • Entgeltfortzahlung: Vollen Nettolohn während der ersten 6 Wochen, anschließend Krankengeld in Höhe von 70 bis 90 % des Nettolohns.
  • Verdienstausfallentschädigung: 67 % des Nettolohns bzw. maximal 2.016 Euro.

 

Sie haben Fragen zur Lohnfortzahlung bei Quarantäne oder Ihr Arbeitgeber zahlt nicht? Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann Ihnen bei arbeitsrechtlichen Schwierigkeiten weiterhelfen. advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten.

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3. Was gilt für Kinder unter Quarantäne?

Kinder können nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Quarantäneanordnung vom Gesundheitsamt erhalten, wenn sie positiv getestet wurden oder nahe Kontaktpersonen eines positiv Getesteten sind.

 

Wer zahlt für ein Kind in Quarantäne?

Erwerbstätige Erziehungsberechtigte, deren Kinder im selben Haushalt leben, müssen auch in Isolation. Es gilt erneut:

  • Für die ersten 6 Wochen ist der Arbeitgeber zur Gehaltszahlung verpflichtet.
  • Danach ist die Krankenkasse für die Dienstausfallentschädigung zuständig.

 

Was gilt, wenn der Arbeitnehmer keine Betreuung für sein Kind findet?

Gibt es keine Notbetreuung oder andere Optionen für die Kinderbetreuung, dürfen Arbeitnehmer zuhause bleiben, wenn das Kind

  • das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • aufgrund einer Behinderung besonderer Hilfe bedarf.

In diesem Fall erhalten Arbeitnehmer eine Quarantäne-Entschädigung in Höhe von 67 % des Nettoeinkommens, wobei die Entschädigung maximal 2.016 Euro monatlich beträgt. Bei alleiniger Betreuung wird sie längstens 20 Wochen ausgezahlt. Der Arbeitgeber kann sie sich von der Gesundheitsbehörde rückerstatten lassen.

 

4. Was gilt für Urlaube?

Mit Flugstornierungen, Reisewarnungen und Quarantänebestimmungen hat die Covid-19-Pandemie auch die Urlaubsplanung zahlreicher Arbeitnehmer durcheinandergebracht.

 

Sonderfall Urlaub

Wer selbstverschuldet nach einer Reise ins Risikogebiet in Isolation muss, hat aktuell keinen Anspruch auf Gehaltsfortzahlung. Alternativ können Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten, Ihre Abwesenheit während der Isolation als Urlaub zu verbuchen:

  • Sie erhalten weiterhin Arbeitsentgelt während der Quarantäne.
  • Sie verlieren im Gegenzug die entsprechenden Urlaubstage.

Aber: Ihr Arbeitgeber muss der Bitte nicht nachkommen und kann Ihre Entgeltfortzahlung für die Dauer der Isolation aussetzen.

 

Was passiert nach Urlaub in einem Risikogebiet?

Reisewarnungen und -einschränkungen können sich auch auf Ihre Arbeit und damit auf die Gehaltsfortzahlung auswirken.

Werden Sie positiv getestet oder erhalten eine Quarantäneanordnung, gilt Folgendes:

  • Ihr Arbeitgeber kann eine Rechtfertigung von Ihnen fordern.
  • Sie müssen sich beim Gesundheitsamt zu möglichen Kontaktpersonen sowie zu Ihren letzten Reisen äußern.
  • Unabhängig davon, ob Sie sich während der Reise tatsächlich mit Corona angesteckt haben: Ihr Arbeitgeber muss Ihnen den Lohn für die Dauer der selbstverschuldeten Isolation nicht auszahlen.

Wenn Sie beruflich angeordnet auf einer Reise im Risikogebiet waren, ist die Aussetzung der Gehaltsfortzahlung nicht gerechtfertigt.

 

Sie können sich gegen den Entfall der Lohnfortzahlung während Quarantäne wehren, wenn Sie Ihrer Arbeit überwiegend auch im Home-Office erledigen könnten.

 

Was passiert, wenn der Urlaubsort plötzlich zum Risikogebiet wird?

Wenn Sie sich schon an einem Urlaubsort befinden, der erst während Ihres Aufenthalts zum Risikogebiet wird, müssen Sie sich nach Ihrer Rückkehr in Deutschland ebenfalls in Absonderung begeben. Allerdings ist der Entfall der Gehaltsfortzahlung in diesem Fall nicht gerechtfertigt.

 

5. Was ist für Arbeitgeber wichtig?

Die Covid-19-Pandemie und damit einhergehende Maßnahmen der Bundesregierung bringen auch für Arbeitgeber einige Herausforderungen mit sich.

 

Was gilt bei allgemeinen Betriebsschließungen?

Bei allgemeinen Betriebsschließungen wegen Corona können Sie aktuell vereinfacht Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld beantragen oder Arbeitnehmer kündigen.

Kurzarbeit und die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge können Sie unter folgenden Voraussetzungen beantragen:

  • mindestens 10 % Ihrer Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10 % haben.
  • Überstunden und positives Zeitguthaben abgebaut sind.

 

Wer zahlt den Lohn, wenn ein Mitarbeiter in Quarantäne muss?

Für die ersten 6 Wochen müssen Sie als Arbeitgeber gemäß § 56 Absatz 5 IfSG den Lohn weiterzahlen. Sie können ihn aber auf Antrag von der Gesundheitsbehörde zurückverlangen.

Falls Ihr Mitarbeiter aufgrund der Rückkehr aus einem Risikogebiet in Quarantäne muss, kann die Behörde die Erstattung jedoch ablehnen.

 

Wie bekomme ich als Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung für Mitarbeiter unter Quarantäne wieder?

Sie müssen die Lohnerstattung innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der Absonderung bei der zuständigen Behörde beantragen. Je nach Bundesland stellen Sie den Antrag entweder beim Gesundheitsamt direkt oder bei der Landessozialbehörde.

Für die Erstattung müssen Sie eine Kopie der Gehaltsabrechnung vorlegen. Außerdem sind folgende Informationen notwendig:

  • Beginn und Ende der Absonderung
  • Krankenkasse des Arbeitnehmers
  • Regelung zur Entgeltfortzahlung
  • Versicherungsanstalt des Mitarbeiters
  • Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen

 

Wer zahlt die Sozialversicherungsbeiträge für Mitarbeiter in Quarantäne?

Als Arbeitgeber müssen Sie die Sozialversicherungsbeiträge zunächst wie gewohnt abführen. Sie können sich diese aber ebenfalls beim Gesundheitsamt bzw. bei der Landessozialbehörde auf Antrag rückerstatten lassen.

 

Dürfen Arbeitnehmer zum Schutz anderer unbezahlt freigestellt werden?

Nein. Wenn die Gesundheitsbehörde keine Quarantäneanordnung ausgesprochen hat und Sie bei einem Arbeitnehmer eine Infektion mit dem Coronavirus befürchten, dürfen Sie diesen nicht eigenmächtig unbezahlt freistellen.

6. FAQ zur Lohnfortzahlung bei Quarantäne

Grundsätzlich erhalten Sie bei unverschuldeter Quarantäne eine Lohnfortzahlung. Bei Isolation nach einem Urlaub im Risikogebiet entfällt die Zahlung aber unter Umständen.

Während der ersten 6 Wochen zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitsausfall bei Absonderung. Er kann sich diesen von der Gesundheitsbehörde zurückerstatten lassen. Nach den 6 Wochen überweist die Krankenkasse des Arbeitnehmers das Krankengeld.

Derzeit müssen sich alle in Quarantäne begeben, die

  • positiv auf Covid-19 getestet wurden.
  • eine nahe Bezugsperson eines positiv Getesteten sind.
  • aus einem definierten Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren.

Auch Reisende, die einen negativen Test vorlegen können, müssen sich in der Regel für 10 Tage in Isolation begeben.

Wenn Sie aus einem Risikogebiet zurückkehren, müssen Sie aktuell für 5 bzw. 10 Tage in Absonderung. In diesem Zeitraum kann es zu einem Entfall der Lohnfortzahlung kommen.

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Sophie Suske
Sophie Suske
Beitrag von
Sophie Suske

Als Teil der juristischen Redaktion von advocado strebt Sophie Suske jeden Tag danach, komplexe Rechtsprobleme des Marken- und Versicherungsrechts für jeden Leser verständlich aufzubereiten. Grundlage ihrer lösungsorientierten Arbeit ist ihr Masterstudium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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