Behandlungsfehler? So erhalten Sie Schmerzensgeld & Schadensersatz

Behandlungsfehler? So erhalten Sie Schmerzensgeld & Schadensersatz
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  1. Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?
  2. Voraussetzungen für Vorgehen gegen Behandlungsfehler
  3. Was tun bei Verdacht auf Behandlungsfehler?
  4. Entschädigung von Patienten bei Behandlungsfehler
  5. Anspruch geltend machen
  6. Tipp: kostenfreie Chancenbewertung zur Entschädigung bei Behandlungsfehler

 

In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., was ein Behandlungsfehler ist, wie dagegen vorgegangen werden kann und wie Ihnen ein Anwalt dabei helfen kann.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

► Wollen Sie mit einem Anwalt gegen einen Behandlungsfehler vorgehen und Schmerzensgeld oder Schadensersatz erhalten, kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Medizinrecht.

► Im Rahmen des Erstgesprächs prüfen wir kurz die rechtliche Lage und Ihre Erfolgschancen für juristische Schritte gegen Ihren Arzt, da wir Sie in keinen unnötigen Rechtsstreit schicken möchten. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Rechts beauftragen.

► Schildern Sie dafür bitte hier kurz einige Details zu Ihrem Behandlungsfehler.

 

1. Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?

Ärzte müssen grundsätzlich nach bewährten Regeln und den allgemein anerkannten medizinischen Standards behandeln. Verstößt ein Arzt gegen diese Grundsätze und führt das zur Verschlechterung der Gesundheit des Patienten, liegt ein Behandlungsfehler vor – diesen muss der Patient nachweisen. Eine Behandlung, die nicht den erwünschten Erfolg bringt, wird hingegen nicht als Behandlungsfehler bewertet. Auch gewöhnliche Komplikationen gehören nicht dazu.

Dabei entstehen nicht nur während der eigentlichen Behandlung des Patienten Fehler, sondern z. B. auch während der Verwaltung von Patientenakten oder der Aufklärung über medizinische Risiken. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Arten von Behandlungsfehlern – nachfolgend sind diese aufgelistet:

  • falsche Behandlung oder Versorgung,
  • Aufklärungs-, Diagnose- und Dokumentationsfehler.

 

2. Voraussetzungen für Vorgehen gegen Behandlungsfehler

Da ein Behandlungsfehler ein Verstoß gegen grundsätzliche medizinische Richtlinien ist, können Geschädigte dagegen vorgehen und den Arzt verklagen. Im Folgenden wird erklärt, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

 

2.1 Allgemeine Voraussetzungen

Grundsätzlich gelten folgende Bedingungen, damit ein geschädigter Patient den behandelnden Arzt oder das Krankenhaus verklagen kann:

  • Ein Fehler des Arztes oder des Krankenhauses muss festgestellt worden sein.
  • Der Patient muss einen objektiven Schaden erlitten haben.
  • Der Behandlungsfehler muss die direkte Ursache des Schadens sein.
  • Die Verjährungsfrist muss eingehalten werden.

 

HINWEIS:

Der gesundheitliche Schaden des Patienten muss eindeutig durch einen Fehler des Arztes entstanden sein und nicht z. B. durch ein Fehlverhalten des Patienten. Verschlechtert sich also die Gesundheit des Betroffenen, weil dieser die ärztlichen Anweisungen wie z. B. Bettruhe nicht befolgt, kann er den Arzt nicht für einen Behandlungsfehler verantwortlich machen.

 

2.2 Beweislast

Allein die Aussage eines Patienten, dass ein Behandlungsfehler entstanden ist, reicht nicht aus. Für ein Vorgehen gegen den betreffenden Arzt ist es daher notwendig, dass der Patient diesen Fehler nachweisen kann. Nachfolgend ist aufgelistet, was Geschädigte beweisen müssen:

  • Es liegt ein Behandlungsfehler vor und
  • dieser Fehler hat zur Verschlechterung der Gesundheit des Patienten geführt – daraufhin ist diesem ein Schaden entstanden.

Die geforderten Nachweise können ohne medizinisches Fachwissen nicht erbracht werden, weshalb Sie einen Sachverständigen hinzuziehen müssen. Dieser erstellt ein Gutachten, welches den Behandlungsfehler eindeutig bestätigen soll. Ohne objektive Bestätigung des Fehlers hat ein Geschädigter keine Chance auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld.

In Ausnahmefällen kann die Beweislast auch beim Arzt liegen – dieser muss dann beweisen, dass ihm kein Fehler unterlaufen ist. Das ist allerdings nur bei einem groben Behandlungsfehler der Fall.

Erklärung: Ein grober Behandlungsfehler liegt vor, wenn der Arzt nicht nach dem allgemeinen medizinischen Wissens- und Ausbildungsstand handelt und übliche Behandlungsmethoden nicht anwendet. Das Verhalten des Arztes muss objektiv medizinisch unverständlich sein. Das wäre z. B. der Fall, wenn ein Arzt seinen Patienten mit eindeutigen Symptomen eines Herzinfarkts nicht in ein Krankenhaus überweisen würde.

 

2.3 Wichtig: Verjährung beachten

Besonders zu beachten ist die Verjährungsfrist von medizinrechtlichen Ansprüchen – diese beträgt 3 Jahre. Nach Ablauf der Frist kann der Geschädigte kein Schmerzensgeld und keinen Schadensersatz mehr geltend machen.

Die Frist beginnt erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Patient von dem Behandlungsfehler Kenntnis erlangt hat.

Beispiel: Weiß der Patient im Jahr 2018, dass einer seiner Ärzte ihn falsch behandelt hat und ihm dadurch ein Schaden entstanden ist, beginnt die Frist am 31. Dezember 2018. Folglich läuft diese dann bis Ende 2021.

 

Behandlungsfehler

Sie möchten mit anwaltlicher Unterstützung gegen einen Behandlungsfehler vorgehen? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihren Vorfall.

 

3. Was tun bei Verdacht auf Behandlungsfehler?

Besteht der Verdacht, dass der Arzt nicht korrekt gehandelt hat, kann sich der Patient prinzipiell direkt an das Krankenhaus wenden. Ein Gespräch mit dem Arzt bringt aber meistens nicht den gewünschten Erfolg und ist aussichtslos. Daher sollten Geschädigte direkt fachlichen Rat einholen. Dazu kann sich der Patient an folgende Stellen wenden:

  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland,
  • Deutscher Patienten Schutzbund,
  • Krankenversicherung,
  • Ärztekammer.

Jede dieser Stellen kann den Geschädigten bei einem Behandlungsfehler beraten, allerdings keinen juristischen Beistand leisten oder rechtliche Schritte einleiten. Hinzu kommt, dass die Bearbeitung der Angelegenheit hier bis zu 2 Jahre dauern kann und der Anspruch auf Entschädigung nicht durchgesetzt wird.

Aus diesem Grund empfehlen wir den Kontakt zu einem erfahrenen und auf das Thema spezialisierten Anwalt.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Wenn Sie den Verdacht auf einen Behandlungsfehler haben, kann Ihnen unser Anwalt helfen. Dieser kann Sie dabei unterstützen ein Gutachten anfertigen zu lassen und gegen Ihren Arzt vorzugehen. Vorab können Sie im Rahmen einer kostenfreien und unverbindlichen Ersteinschätzung mit einem unserer spezialisierten Anwälte besprechen, wie der Behandlungsfehler nachgewiesen werden kann, wie hoch die Erfolgschancen sind und wie viel Schmerzensgeld oder Schadensersatz Sie bekommen können.
► Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

4. Entschädigung von Patienten bei Behandlungsfehler

Können Patienten einen Behandlungsfehler nachweisen, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung. Im folgenden Kapitel wird erklärt, wie Patienten entschädigt werden und wie hoch die Zahlung sein kann.

 

4.1 Schmerzensgeld & Schadensersatz nach Behandlungsfehler

Der Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz besteht grundsätzlich dann, wenn der Behandlungsfehler nachgewiesen ist und rechtlich dagegen vorgegangen werden kann. Erklärungen dazu finden Sie in Kapitel 2 – Voraussetzungen für Vorgehen gegen Behandlungsfehler.

 

HINWEIS:

Ein medizinisches Gutachten ist für den Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz unerlässlich. Es bestätigt den Behandlungsfehler medizinisch einwandfrei und dient dem Patienten als eindeutiger Nachweis.

 

Schmerzensgeld und Schadensersatz sollen den Patienten für unterschiedliche finanzielle Belastungen, die aufgrund des Behandlungsfehlers entstanden sind, entschädigen. Welche das sind, ist nachfolgend aufgelistet.

 

Schmerzensgeld

Das Schmerzensgeld soll einen finanziellen Ausgleich für entstandene Schmerzen bieten.

 

Schadensersatz

Der Schadensersatz soll ausschließlich materielle Schäden ausgleichen, die eine Folge des Behandlungsfehlers sind. Dazu gehören:

  • Gesundheitsschäden: Kosten für Behandlung & Medikamente,
  • Mehrbedarfsschäden: Kosten für Pflege, Haushaltshilfe, ggf. behindertengerechter Umbau des Hauses,
  • Erwerbsschäden: fehlendes Einkommen durch geminderte Arbeitskraft,
  • Haushaltsführungsschäden: finanzieller Ausgleich für unbezahlte Hilfe von Angehörigen, wenn der Geschädigte seinen Haushalt nicht mehr alleine führen kann.

 

4.2 Höhe des Anspruchs bei Behandlungsfehler

Grundsätzlich ist die Höhe des Anspruchs auf Schmerzensgeld und Schadensersatz individuell vom Einzelfall abhängig – es gibt keine festgelegten Werte. Wie viel der geschädigte Patient letztendlich bekommt, liegt im Ermessen der Gerichte.

Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele, welche Summen geschädigte Patienten bisher erhalten haben. Die Werte dienen allerdings nur zur Orientierung, da die Gerichte in jedem Fall anders entscheiden.

 

Behandlungsfehler

Entschädigungssumme

Verschreibung eines falschen Medikaments (trotz Allergie des Patienten)

250 €

Nicht entfernter Faden nach einer Operation

5.000 €

Verspäteter Kaiserschnitt führte zu Kindstod

7.500 €

Berufsunfähigkeit nach fehlerhafter Arm-Operation

10.000 €

Armamputation wegen unnötiger Durchtrennung eines Nervs

40.000 €

Übersehen einer Krebserkrankung

100.000 €

 

ACHTUNG:

Beantragt der Patient eine zu hohe Summe vor Gericht, kann dieses schlimmstenfalls gegen den Geschädigten entscheiden, weil die Höhe der Entschädigung unangemessen ist. Sind Sie bezüglich der Entschädigung für Ihren Behandlungsfehler unsicher, kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch.

In diesem prüfen wir Ihren individuellen Fall und können die gemeinsamen Schritte zur Geltendmachung Ihrer Ansprüche besprechen. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns beauftragen.

► Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

5. Anspruch geltend machen

Wie bereits erwähnt, können sich Geschädigte an verschiedene Beratungsstellen wenden. Diese können allerdings keinen Anspruch auf Entschädigung durchsetzen.

Eine Durchsetzung auf eigene Faust – ohne anwaltliche Unterstützung – ist meist auch nicht der richtige Weg. Der Grund dafür: Der beschuldigte Arzt und/oder das Krankenhaus muss zu einer außergerichtlichen Einigung bereit sein. Da dies in der Regel nicht der Fall ist, sondern es oft zu einem Gerichtsprozess kommt, ist die Einforderung der Entschädigung ohne Rechtsbeistand nicht empfehlenswert.

 

Warum sollte ich einen Anwalt mit der Geltendmachung beauftragen?

Ohne juristischen Beistand riskieren Sie im schlimmsten Fall, dass Sie eine wesentlich geringere oder gar keine Entschädigung erhalten. Wir empfehlen Ihnen daher die Hinzuziehung eines Anwalts bei der Forderung von Entschädigungen nach einem Behandlungsfehler.

Dies hat verschiedene Gründe, einige möchten wir Ihnen kurz darlegen:

  • Das Krankenhaus/Ihr Arzt wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch einen erfahrenen Spezialisten mit hoher Expertise und Verhandlungsgeschick vertreten. Ohne eigenen Anwalt haben Sie gegen diesen meist das Nachsehen.
  • Das deutsche Medizin- und Arzthaftungsrecht ist sehr komplex, sodass ein juristischer Laie kaum Chancen hat, wenn er sich selbst vertritt. Dabei können Fehler entstehen oder man gerät in Fallstricke, die zu einer Ablehnung der Entschädigung führen.
  • Ein Anwalt kann die richtigen Beweise für einen Behandlungsfehler erkennen, sammeln und diese rechtssicher darlegen.
  • Schmerzensgeld und Schadensersatz fallen mit einem Anwalt meist höher aus.
  • Beantragt der Patient eine zu hohe Summe vor Gericht, kann dieses schlimmstenfalls gegen den Geschädigten entscheiden, weil die Höhe der Entschädigung unangemessen ist.
  • Ein auf Medizinrecht spezialisierter Anwalt kann Ihren Fall bewerten und einschätzen, wie gut die Chancen für eine Entschädigung sind – so beginnen Sie keinen aussichtslosen Rechtsstreit, der hohe Kosten verursacht.

Diese und weitere Punkte sprechen für einen Anwalt bei der Forderung von Entschädigungen nach Behandlungsfehlern – obwohl Sie es prinzipiell auf eigenes Risiko versuchen können.

 

6. Tipp: kostenfreie Chancenbewertung zur Entschädigung bei Behandlungsfehler

Keiner möchte einen aussichtslosen Rechtsstreit führen. Deswegen prüfen wir – im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs –,

  • ob ein Behandlungsfehler vorlag,
  • wie Ihre Erfolgsaussichten sind und
  • klären Sie über mögliche Risiken sowie
  • anfallende Kosten auf.

Des Weiteren wird geprüft, ob eventuell anfallende Kosten über Ihre Rechtsschutzversicherung, die Gegenseite, eine erfolgsabhängige Vergütung oder staatliche Unterstützung abgerechnet werden können.

Somit können wir sicherstellen, dass wir Ihnen eine wirtschaftlich richtige Empfehlung für das gemeinsame Vorgehen geben können. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihrer Entschädigung beauftragen.

Schildern Sie dafür bitte hier kurz einige Details zu Ihrem Behandlungsfehler.

 

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