German Pellets insolvent

 

 

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German Pellets insolvent
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German Pellets insolvent – was bedeutet das für Anleger?

Nun ist German Pellets insolvent: Der weltweit größte Produzent und Händler von Holzpellets – das Wismaer Öko-Unternehmen German Pellets – hat am 10.02.2016 Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, der vom Insolvenzgericht Schwerin allerdings abgelehnt worden ist. Nun droht ein klassisches Insolvenzverfahren. Erinnerungen werden wach an die Insolvenzen von Prokon und den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast im Sommer 2012. Erstere war mit dem Vorwurf der Ausgabe hochriskanter Genussscheine verbunden und Letztere mit zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen, welche u. a. in dem vermeintlich unzureichenden Sanierungskonzept der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG als Grund für die Insolvenz ihren Ursprung hatten.

 

Thema: German Pellets

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German Pellets insolvent – von der Weltmarktführung in die Pleite

Seitdem German Pellets insolvent ist, überschlagen sich die Nachrichten: Die Insolvenz des weltweit größten Produzenten und Händlers von Holzpellets war so nicht erwartet worden, schließlich hatte das 2005 gegründete Wismaer Öko-Unternehmen German Pellets keine negativen Nachrichten veröffentlicht. Vielmehr hat das Unternehmen seitdem expandiert und neue Standorte in Deutschland, Österreich, Belgien und den Vereinigten Staaten eröffnet. German Pellets produzierte und vertrieb so Holzpellets für Heizungen und Öfen von Haushalten und Kraftwerken.

In den letzten Jahren hat das Familienunternehmen allerdings drei Anleihen im Umfang von insgesamt 224,4 Millionen Euro aufgelegt, welche Anlegern 7,25 % Zinsen garantierten. Viele Experten – wie der Anlegerschützer Klaus Nieding – sind davon ausgegangen, dass die Ende März fällig erste Anleihe in Höhe von 52 Millionen Euro bedient werden kann. Informationen über Absatzeinbruch, Rückzahlungs- und Finanzierungsschwierigkeiten sowie über längeren Stillstand einzelner Produktionsstätten waren bisher nicht bekannt und nun ist German Pellets insolvent.

 

Die Folgen für die Anleger

Neben dem am 10.02.2016 beim Amtsgericht Schwerin gestellten Insolvenzantrag – seitdem ist German Pellets insolvent - wurde auch die Gläubigerversammlung in Wismar kurzfristig abgesagt. Auf dieser sollte über den Vorschlag von German Pellets verhandelt werden, die fällige Anleihe um zwei Jahre zu verlängern und den Zinssatz auf 5,25 % zu reduzieren – als Sicherheit sollten die Anleger 50 % der Gesellschaftsanteile an der GmbH erhalten. Anlegerschützer rieten zur Ablehnung des Vorschlages. Die Anleihen, die seit Anfang Januar schon mehr als 90 % eingebüßt haben, verloren noch weiter an Wert.

Doch schwerer wiegt wohl noch, dass 10.000 bis 12.000 Anlegern der Verlust ihres Geldes droht. Wichtig für die Betroffenen ist nun, Ruhe zu bewahren und auf Informationen über die tatsächliche Situation von German Pellets zu warten. Im Rahmen eines ordentlichen Insolvenzverfahrens werden ebenfalls die internen Entscheidungen und Vorgänge aufgeklärt und ggf. korrigiert. Ratsam ist auf jeden Fall eine rechtliche Beratung, um festzustellen, welche Möglichkeiten sich nun ergeben.

Neben der Geltendmachung von Forderungen kommen hier auch Kündigung und ggf. Schadensersatzansprüche infrage – auf der einen Seite gegenüber der Gesellschaft der German Pellets, weil sie unter Umständen fehlerhafte Kapitalmarktinformationen herausgegeben hat; auf der anderen Seite gegenüber Anlageberatern u. a., welche die Entscheidung zu Anlage durch eine Fehlberatung beeinflusst haben. Aber auch weitere Aspekte kommen in Betracht. Welche genau und wie man seine Rechte als Anleger bewahrt, wird man im Rahmen einer umfassenden Rechtsberatung klären können.

 

Ein fader Beigeschmack

Was auch infolge der Insolvenz passiert, ein fader Beigeschmack bezüglich der Branche der erneuerbaren Energien wird bleiben, schließlich kommt es nun nach Prokon und Solar Millennium erneut zu einer von zweifelhaften Umständen begleiteten Pleite. Um dem vorzubeugen, fordern Anlegeschützer und Rechtsanwälte das Verbot der Ablösung von Anleihen durch neue Schuldscheine. Außerdem müssten Anleger begreifen, dass Unternehmensanleihen „hochriskante Kapitalanlagen sind und sich diese nicht für Privatanleger eignen.“

 

 

 

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Bildquellen: ©   Tatyana Aleksieva-Sabeva - 123rf.com





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