Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? 15 Klauseln zum Erfolg

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? 15 Klauseln zum Erfolg

 von Senta Banner (jur. Redaktion)
Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? 15 Klauseln zum Erfolg
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  1. Wann ist ein Aufhebungsvertrag die richtige Alternative?
  2. Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? Inkl. Muster-Formulierungen
  3. Muster nutzen, selbst Aufhebungsvertrag schreiben oder anwaltliche Beratung?
  4. Tipp: juristische Unterstützung zum Aufhebungsvertrag

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? In diesem Beitrag erhalten Sie eine ausführliche Antwort auf diese Frage. So wird u. a. erläutert, welche Vorteile ein Aufhebungsvertrag bietet, welche 15 Klauseln bei der Erstellung berücksichtigt werden sollten und worauf Sie noch achten sollten.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Sofern Sie mit anwaltlicher Unterstützung einen Aufhebungsvertrag aufsetzen wollen, kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Arbeitsrecht.

Im Rahmen dieses Erstgesprächs prüfen wir Ihre spezifischen Unternehmensanforderungen an einen Aufhebungsvertrag und informieren Sie umfassend, welche Gestaltungsmöglichkeiten Sie haben bzw. welche Risiken damit verbunden sein könnten. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Erstellung eines individuellen und rechtssicheren Aufhebungsvertrags beauftragen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Wann ist ein Aufhebungsvertrag die richtige Alternative?

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag Vorteile

 

Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einvernehmlich ein bestehendes Arbeitsverhältnis beenden wollen, bietet sich ein Aufhebungsvertrag an. Im Gegensatz zur Kündigung bietet dieser den Vorteil, dass sich nicht an die gesetzlichen Kündigungsschutzregeln und -fristen gehalten werden muss. Außerdem können im Aufhebungsvertrag Regelungen über beispielweise den genauen Beendigungszeitpunkt des Arbeitsverhältnisses, die Note eines möglichen Arbeitszeugnisses oder eine etwaige Abfindung getroffen werden.

Mit einem Aufhebungsvertrag sind für Arbeitgeber zahlreiche Vorteile verbunden:

  • kein formelles Kündigungsverfahren mit Frist & Angabe von Gründen,
  • kein besonderer Kündigungsschutz von z. B. Behinderten oder Schwangeren,
  • keine drohende Kündigungsschutzklage,
  • Klauseln über Betriebsgeheimnis, Wettbewerbsverbot, Klageverzicht und der Rückgabe von Unternehmenseigentum möglich.

Auch ein Arbeitnehmer profitiert bei einem Aufhebungsvertrag:

  • die wegfallende Kündigungsfrist ermöglicht den sofortigen Antritt einer neuen Arbeitsstelle,
  • eine außerordentliche oder verhaltensbedingte Kündigung kann vermieden werden,
  • das Recht auf ein Arbeitszeugnis wird geregelt,
  • die Auszahlung des restlichen Urlaubs ist sichergestellt und
  • eine Abfindung kann verhandelt werden.

Durch einen Aufhebungsvertrag lassen sich also oftmals juristische Auseinandersetzungen umgehen – auch weil beide Vertragsparteien den Vertrag frei nach ihren Vorstellungen gestalten können. Was dennoch zu beachten ist und welche Klauseln sich bei der Ausgestaltung anbieten, lesen Sie im folgenden Kapitel.

LINK-TIPP: Ist eine einvernehmliche Einigung zwischen Arbeitgeber und -nehmer nicht möglich, lässt sich eine Kündigung nicht vermeiden. Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Kündigungsarten und den damit verbundenen Anforderungen finden Sie im Beitrag Kündigungsarten und Gründe im Arbeitsrecht.

 

2. Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag? Inkl. Muster-Formulierungen

Um ein Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden, sollten in einem Aufhebungsvertrag unbedingt alle dafür wesentlichen Details wie der genaue Beendigungszeitpunkt, eine mögliche Abfindung und die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses geregelt werden. Welche Klausel darüber hinaus noch empfehlenswert sind und was zudem noch beachtet werden sollte, erklären wir Ihnen jetzt.

 

2.1 Form- und Inhaltsvorschriften

Bei der Aufsetzung eines Aufhebungsvertrages sind verschiedene Form- und Inhaltsvorschriften zu beachten. Werden diese nicht eingehalten, könnte man den Aufhebungsvertrag anfechten. Die Folge daraus: Der Aufhebungsvertrag ist ungültig und das Arbeitsverhältnis besteht zu unveränderten Bedingungen fort.

Form

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag Form

 

Gemäß § 623 BGB müssen Aufhebungsverträge schriftlich geschlossen und durch beide Vertragsparteien unterzeichnet werden. Ein Aufhebungsvertrag ist unwirksam, wenn der Vertrag

  • mündlich,
  • per E-Mail,
  • per Fax,
  • per SMS oder
  • in sonstiger elektronischer Form
    abgeschlossen wurde.

Grundsätzlich muss ein Aufhebungsvertrag

  • die Parteien,
  • den Zeitpunkt der Aufhebung,
  • den Ort und das Datum
  • sowie die Unterschriften von Arbeitgeber und Arbeitnehmer
    enthalten.

 

HINWEIS:

Sollte der Zeitpunkt der Aufhebung nicht angegeben sein, ist das Arbeitsverhältnis zu dem Datum beendet, an dem beide Parteien den Vertrag unterschrieben haben.

 

Insgesamt sollte die äußere Form des Aufhebungsvertrags leserlich und übersichtlich sein. Am besten sortieren Sie die einzelnen Klauseln logisch und nummerieren diese.

Inhalt

Es bestehen keine gesetzlichen Inhaltsvorschriften für einen Aufhebungsvertrag. Allerdings sollten Arbeitgeber wie Arbeitnehmer darauf achten, dass alle enthaltenden Regelungen eindeutig und verständlich formuliert sind. Dadurch können böse Überraschungen durch missverständliche Formulierungen vermieden werden.

Zudem dürfen die getroffenen Regelungen weder gegen bestehende Gesetze verstoßen noch sittenwidrig sein. Sittenwidrig sind alle Bestimmungen, mit denen eine Vertragspartei unverhältnismäßig begünstigt wird und die gegen das Anstandsgefühl verstoßen. Darunter fallen z. B.

  • die Rückdatierung eines Vertrags,
  • ein ungerechtfertigt langes Wettbewerbsverbot oder
  • eine unverhältnismäßig hohe Ausgleichszahlung.

Mit der Frage „Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag?“ gehen immer wieder Unsicherheiten über die richtigen Formulierungen einher. Wir stellen Ihnen deshalb die 15 gebräuchlichsten Klauseln und konkrete Muster-Formulierungen vor.

 

2.2 5 grundlegende Klauseln eines Aufhebungsvertrags

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag Klauseln

 

Wenn Sie einen Aufhebungsvertrag schreiben, sollten die folgenden Klauseln unbedingt berücksichtigt werden. Diese sind nicht nur grundlegend für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sondern sichern die Vertragsparteien auch rechtlich ab. So werden z. B. durch die Ausgleichsklausel Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vor nachträglichen Forderungen des Vertragspartners geschützt.

Beendigungsklausel

Die Beendigungsklausel hält fest, zu welchem Zeitpunkt und ggf. aus welchem Grund das Arbeitsverhältnis beendet wird.

 

ACHTUNG!

Um zukünftigen Arbeitgebern keinen Raum zur Spekulation zu bieten, sollte als Beendigungszeitpunkt der 15. oder das Ende des Kalendermonats gewählt werden. Ansonsten könnte allein aus dem Datum auf unüberbrückbare Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossen werden. Im Zweifelsfall überbrückt der Arbeitnehmer die noch verbleibenden Tage mit unbezahltem Urlaub oder Resturlaub.

 

Eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses außerhalb der gesetzlichen Kündigungsfristen führt in der Regel zu einer Sperrzeit oder Kürzung des Arbeitslosengeldes. Dies kann aber vermieden werden, wenn der Aufhebungsvertrag entweder

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Die Parteien einigen sich darauf, dass das bestehende Arbeitsverhältnis vom (Datum) mit Wirkung zum (Datum) aufgehoben wird. Dies geschieht auf Veranlassung des Arbeitgebers/auf Wunsch des Arbeitnehmers/im beiderseitigen Einvernehmen aus betriebsbedingten Gründen/personenbedingten Gründen zur Vermeidung einer ordentlichen Kündigung/außerordentlichen Kündigung.“

 

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber-Beitrag Aufhebungsvertrag & Arbeitslosengeld.

Ausgleichsklausel

Mit der Ausgleichsklausel bestätigen die Parteien, dass mit der Erfüllung der im Aufhebungsvertrag genannten Verpflichtungen keine Ansprüche mehr aus dem Arbeitsverhältnis gegenüber der jeweils anderen Partei bestehen. Damit sind alle – bekannten und unbekannten – Ansprüche abgegolten und zukünftige Forderungen werden verhindert.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer erkennen mit der Erfüllung aller vertraglich genannten Bestimmungen an, dass alle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, dessen Beendigung und der Zeit danach gegen die andere Partei ausgeglichen sind.“

 

Klageverzichtsklausel

Mit der Klageverzichtsklausel erklären beide Vertragsparteien, dass sie auf mögliche Anfechtungs-, Widerrufs- und Klagerechte verzichten. Häufig wird diese Klausel durch den Zusatz ergänzt, dass der Aufhebungsvertrag ohne Zwang und im Bewusstsein über mögliche Auswirkungen unterschrieben wurde. Dies dient dem Schutz des Arbeitgebers vor einer Anfechtung des Aufhebungsvertrags.

Zwar muss der Arbeitnehmer sich selbst über die Folgen des Aufhebungsvertrags informieren, allerdings besteht für den Arbeitgeber eine gesetzliche Schutz- und Rücksichtnahmepflicht für die Vermögensinteressen des Arbeitnehmers. Droht z. B. eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld, muss der Arbeitgeber darauf hinweisen und aufklären.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitnehmer verzichtet auf mögliche Anfechtungs-, Widerrufs- und Klagerechte. Er unterschreibt nach reiflicher Überlegung und ohne Druck, nachdem er die Ausfertigungen des Vertrags gelesen und auf Übereinstimmung überprüft hat. Der Arbeitnehmer hat sich selbstverantwortlich über mögliche Folgen des Aufhebungsvertrags informiert.“

 

Salvatorische Klausel

Die Salvatorische Klausel ermöglicht, dass im Fall einer ganz oder teilweise unwirksamen Klausel die übrigen Bestimmungen des Aufhebungsvertrag wirksam bleiben. Für unwirksame Bestimmungen treten jeweils die gesetzlichen Regelungen in Kraft, welche dem Gewollten möglichst nahekommen.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Ist eine Bestimmung dieses Aufhebungsvertrags teilweise oder ganz unwirksam, so behalten alle weiteren Bestimmungen ihre Wirkung. Anstelle der unwirksamen Bestimmung soll die gesetzlich zulässige Bestimmung treten, welche der unwirksamen Bestimmung wirtschaftlich am nächsten kommt.“

 

Schlussbestimmungen

Zuletzt sollte ein Aufhebungsvertrag in den Schlussbestimmungen folgende Punkte regeln:

  • Anzahl der unterschriebenen Ausfertigungen des Aufhebungsvertrags,
  • Verbleib der jeweiligen Ausfertigungen,
  • Herausgabe der Arbeitspapiere, Zeugnisse, Steuer- und Lohnbescheide.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Den Parteien wurde jeweils eine unterschriebene Ausfertigung des Aufhebungsvertrags ausgehändigt. Für eine ordnungsgemäße Abwicklung des Arbeitsverhältnisses verpflichtet sich der Arbeitgeber, alle für den Arbeitnehmer hinterlegten (Arbeitspapiere/Zeugnisse/Steuer- und Lohnbescheide) an diesen unverzüglich herauszugeben.“

 

Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag?

Sie möchten durch einen Anwalt die Frage „Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag?“ beantwortet haben? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

2.3 5 Klauseln, die ausstehende Ansprüche regeln

Ob Arbeitszeugnis, Abfindung oder nicht beglichene Spesen – bevor ein Arbeitsverhältnis beendet wird, müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über offene Forderungen einigen. Die fünf Klauseln, die sich hier anbieten, und ihre Besonderheiten werden in diesem Kapitel vorgestellt.

Abfindungsklausel

Eine Abfindung soll den Schaden des Arbeitnehmers ausgleichen, den dieser durch den Wegfall des regelmäßigen Einkommens erleidet. Die Höhe der Abfindung liegt meist bei einem Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr und ist stark abhängig von den Umständen, die zum Aufhebungsvertrag führten.

Die Abfindung unterliegt einer ermäßigten Steuer, wenn die Abfindung

  • für den Verlust des Arbeitsplatzes und
  • innerhalb eines Kalenderjahres bezahlt wird.

Zusätzlich müssen für eine Abfindung u. a. keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitnehmer erhält vom Arbeitgeber eine Entlassungsentschädigung gemäß §§ 9, 10 KSchG i. V. m. §§ 24,34 EStG in Höhe von € (Betrag) brutto. Diese ist mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses am (Datum)/Kalenderjahres fällig.“

 

LINK-TIPP: Weitere nützliche Informationen zu Abfindungszahlungen bei Aufhebungsverträgen finden Sie im Beitrag Abfindung & Aufhebungsvertrag.

Ausstehende Leistungen

Unabhängig vom festen Monatsgehalt stehen den meisten Arbeitnehmern weitere Vergütungsbestandteile zu, die abgegolten werden müssen. Mitunter besteht ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen für u. a.

  • Feiertagsgelder,
  • Urlaubsgeld,
  • Reisekosten,
  • Spesen,
  • Prämien und
  • Tantieme.

 

FINANZ-TIPP:

Im besten Fall verständigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einen festen Betrag, der im Aufhebungsvertrag gesondert als Vergütung ausgewiesen ist. Diese Vergütung ist sozialversicherungspflichtig. Eine einfache Erhöhung der Abfindung ist nicht zulässig.

 

Die Bestimmung zur Vergütung muss dabei aber an den jeweiligen Einzelfall angepasst werden.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Die Parteien einigen sich darauf, dass alle weiteren Vergütungsbestandteile bestehend aus (Aufzählung der ausstehenden Leistungen) durch eine Zahlung in Höhe von € (Betrag) brutto abgegolten sind.“

 

Rückgabeklausel

Die Rückgabeklausel stellt für den Arbeitgeber sicher, dass der Arbeitnehmer das Firmeneigentum zurückgibt, welches dauerhaft von ihm genutzt wurde. Dazu zählen zum Beispiel

  • Schlüssel,
  • Firmenwagen,
  • die Werkwohnung,
  • Handy, Tablet, Laptop,
  • Unterlagen einschließlich Kopien und Notizen sowie
  • elektronische Daten wie Passwörter.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, sämtliche nachfolgend aufgeführte Gegenstände, die Eigentum der Firma sind, mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses unbeschädigt zurückzugeben: (Aufzählung).“

 

Darf der Arbeitnehmer den Firmenwagen auch privat nutzen, muss dieser erst mit Ende des Arbeitsverhältnisses herausgegeben werden. Eine anderweitige Regelung muss im Aufhebungsvertrag festgehalten sein. Ggf. muss eine Vereinbarung über die Nutzungsentschädigung erstellt werden.

 

ERKLÄRUNG:

Eine Nutzungsentschädigung muss gezahlt werden, wenn der Benutzer einen Gegenstand oder eine Immobilie nicht aufgibt, obwohl die vertragliche Nutzungsüberlassung (z.B. der Arbeitsvertrag) bereits endete.

 

Im Falle einer Werkswohnung muss der Arbeitgeber nachweisen, dass diese für einen anderen Arbeitnehmer benötigt wird. Erst dann muss der Arbeitnehmer die Wohnung schnellstmöglich räumen. Auch hierbei ist es ratsam, dass etwaige Bestimmungen im Aufhebungsvertrag aufgenommen werden.

Arbeitszeugnis

Arbeitnehmer haben immer das Recht, von ihrem Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis zu verlangen. Dennoch sollte im Aufhebungsvertrag geregelt werden, in welchem Umfang und mit welcher Note das Arbeitszeugnis erstellt wird. Außerdem sollte festgelegt werden, wer das Arbeitszeugnis zunächst verfasst: Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder ein fachkundiger Anwalt.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitnehmer wird dem Arbeitgeber ein (einfaches/qualifiziertes) Arbeitszeugnis mit der Note (sehr gut/gut/ausreichend/mangelhaft) ausstellen. (Der Arbeitnehmer soll dafür dem Arbeitgeber ein formuliertes Arbeitszeugnis vorlegen.)“

 

LINK-TIPP: Wenn Sie mehr über die Erstellung eines Arbeitszeugnisses und mögliche Fehlerquellen lesen möchten, informieren Sie sich ausführlich in unserem Beitrag Arbeitszeugnis prüfen lassen.

Verfall- und Ausschlussfristen

Schließlich sollten im Interesse von Arbeitgeber und Arbeitnehmer einige Verfalls- und Ausschlussfristen festgelegt werden. Diese Fristen bestimmen neben der Fälligkeit von Ausgleichszahlungen auch die Zeiträume, in denen alle weiteren Klauseln erfüllt werden müssen.

Da es keine gesetzlichen Vorschriften gibt, steht Ihnen die Festlegung dieser Fristen frei. Doch sollten Sie die Fristen so gestalten, dass diese für beide Vertragsparteien als gerecht empfunden werden.

 

2.4 5 Klauseln, die die Zeit nach Vertragsabschluss regeln

Ob der Arbeitnehmer für einen Wettbewerber arbeiten darf oder nicht, lässt sich ebenfalls über Klauseln regeln. In diesen können klare Aussagen darüber getroffen werden, wie sich Arbeitnehmer und -geber in der Zeit nach Vertragsabschluss zu verhalten haben.

Freistellungsklausel

Durch die Freistellungsklausel kann der Arbeitnehmer bereits vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses freigestellt werden und muss nicht mehr für das Unternehmen arbeiten. Dies findet Anwendung bei Arbeitnehmern, bei denen der Zeitraum zwischen Abschluss des Aufhebungsvertrags und dem tatsächlichen Ende des Arbeitsverhältnisses länger als einige Tage ist.

Während der Freistellung kann der Arbeitnehmer sich auf eine neue Arbeitsstelle vorbereiten. Je nach getroffener Regelung wird dabei die Vergütung weitergezahlt oder nicht. Ist die Freistellung unwiderruflich, darf der Arbeitnehmer sogar anderweitig Einnahmen erwirtschaften. Bei einer widerruflichen Freistellung kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer jederzeit wieder zur Arbeit verpflichten.

 

MUSTER-FORMLIERUNG:

„Der Arbeitnehmer wird bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (widerruflich/unwiderruflich) von seiner Beschäftigung freigestellt.“

 

Resturlaub

Sollte beim Abschluss des Aufhebungsvertrags dem Arbeitnehmer noch Urlaub zustehen, verfällt dieser nicht. Stattdessen kann zwischen drei Möglichkeiten gewählt werden:

  • Der Urlaub wird während der Freistellung genommen,
  • die restlichen Urlaubstage werden ausgezahlt oder
  • der Arbeitnehmer verzichtet auf den restlichen Urlaub.

Ein Verzicht auf Urlaubstage ist allerdings nur möglich, wenn diese über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen.

Meldepflicht & Arbeitslosengeld

Der Arbeitnehmer muss auf seine Meldepflicht bei der Agentur für Arbeit hingewiesen werden. Es sollte sich spätestens drei Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend gemeldet werden. Wurde das Arbeitsverhältnis kurzfristiger beendet, gelten als Meldefrist drei Tage nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes. Des Weiteren ist der Arbeitnehmer zur aktiven Suche nach einer neuen Beschäftigung angehalten.

LINK-TIPP: Dem Arbeitnehmer droht eine 12-wöchige Sperre für das Arbeitslosengeld, wenn er einen Aufhebungsvertrag ohne wichtigen Grund abschließt. Wie sich die Sperrzeit verkürzen und sogar vermeiden lässt, erfahren Sie in unserem Beitrag Aufhebungsvertrag & Arbeitslosengeld.

Betriebsgeheimnisklausel

Auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann der Arbeitnehmer dazu verpflichtet sein, alle betrieblichen Geheimnisse und interne Informationen für sich zu behalten. Diese Klausel darf in besonderen Fällen durch eine Vertragsstrafe ergänzt werden.

Diese soll die Erfüllung der festgelegten Betriebsgeheimnisklausel absichern und regelt, dass der Arbeitnehmer bei Nichteinhaltung eine Geldsumme zu leisten hat. Die Höhe dieser wird im Aufhebungsvertrag festgelegt und orientiert sich an einem Monatsgehalt. Jedoch unterliegen Vertragsstrafen strengen Kontrollen und sollten stets mithilfe eines Anwalts für Arbeitsrecht formuliert werden. Ansonsten riskieren Sie, dass die Vertragsstrafe unwirksam ist.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, auch nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Verschwiegenheit über alle Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu bewahren. (Im Falle eines Verstoßes muss eine Vertragssumme in Höhe von € (Betrag) brutto dem Arbeitgeber entrichtet werden.)“

 

Wettbewerbsverbot

Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot gemäß §§ 74 ff. HGB verpflichtet den Arbeitnehmer, nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei keinem Wettbewerber des ehemaligen Arbeitgebers zu arbeiten. Dieses Verbot sollte auf einen bestimmten Zeitraum und einen konkreten Markt bzw. Bereich beschränkt sein.

 

ACHTUNG:

Ein solches Wettbewerbsverbot muss allerdings um eine monatliche Entschädigung – die sogenannte Karenzentschädigung – ergänzt werden. Andernfalls ist das Wettbewerbsverbot nicht wirksam und somit nichtig. Für Rechtssicherheit sollten Sie aber in diesem Zusammenhang einen Anwalt hinzuziehen. Dieser kann ein individuelles & rechtssicheres Wettbewerbsverbot mit einer angemessenen Entschädigung für Sie erarbeiten.

 

3. Muster nutzen, selbst Aufhebungsvertrag schreiben oder anwaltliche Beratung?

Auf die Frage „Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag?“ findet das Internet viele Antworten. Zahlreiche davon sind entweder unvollständig, veraltet oder schlichtweg falsch. So kann eine Vorlage aus dem Internet im schlimmsten Fall bewirken, dass der Aufhebungsvertrag unwirksam ist. Außerdem berücksichtigen Mustervorlagen für Aufhebungsverträge die individuellen Rahmenbedingungen nicht.

Daher ist es unbedingt zu empfehlen, sich bei der Erstellung oder Aushandlung eines Aufhebungsvertrages von einem Anwalt beraten zu lassen. Dies bietet Ihnen zahlreiche Vorteile wie u. a.:

  • Bei der Erstellung des Aufhebungsvertrags durch einen Anwalt wird gewährleistet, dass dieser individuell und gleichzeitig rechtssicher an Ihre Situation angepasst wird.
  • Ein Anwalt kann Ihnen die einzelnen Klauseln und deren Folgen ausführlich erläutern, sodass Sie nach Vertragsabschluss keine bösen Überraschungen erleben.
  • Ein Anwalt kann durch einen rechtssicheren Aufhebungsvertrag verhindern, dass Ihr Arbeitnehmer im Nachhinein gegen den Aufhebungsvertrag vorgeht.
  • Wenn sich die Vertragspartner nicht über den konkreten Inhalt eines Aufhebungsvertrags einig werden, kann eine Mediation durch einen Rechtsbeistand weiterhelfen.
  • Auch in der Zeit nach Vertragsabschluss steht ein Anwalt beratend an Ihrer Seite und hilft bei der Einhaltung etwaiger Klauseln. Wurden solche verletzt, können Sie mit juristischer Unterstützung die festgelegte Vertragsstrafe einfordern.

 

4. Tipp: juristische Unterstützung zum Aufhebungsvertrag

Bei der Erstellung eines Aufhebungsvertrags sind verschiedene gesetzliche Regelungen zu beachten, deren Nichteinhaltung im schlimmsten Fall zu einem unwirksamen Aufhebungsvertrag, unvorteilhaften Klauseln oder einer unangemessenen Abfindung führen können. Einer unserer erfahrenen Anwälte unterstützt Sie deshalb bei Ihrem Aufhebungsvertrag und kann dessen Rechtsverbindlichkeit garantieren sowie nachträgliche juristische Auseinandersetzungen wie eine Kündigungsschutzklage ausschließen.

► Im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs prüfen wir individuell Ihre Unternehmensanforderungen an einen Aufhebungsvertrag und informieren Sie umfassend, welche Gestaltungsmöglichkeiten Sie haben und welche Risiken damit verbunden sein könnten. Anschließend erhalten Sie ein individuelles Festpreisangebot und entscheiden dann, ob Sie uns mit der Erstellung oder Prüfung Ihres Aufhebungsvertrags beauftragen.

► Schildern Sie dafür bitte kurz Ihre Angelegenheit zum Aufhebungsvertrag. Alle in diesem Zusammenhang relevanten Unterlagen können Sie in unserem verschlüsselten System hochladen.

Hier können Sie Ihr Anliegen schildern.

 

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Ein Artikel von Senta Banner aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Senta Banner stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Senta großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

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