Arbeitsvertrag Geschäftsführer – gesetzliche Vorgaben, wichtige Klauseln & Musterformulierungen

Arbeitsvertrag Geschäftsführer – gesetzliche Vorgaben, wichtige Klauseln & Musterformulierungen

 von Isabel Kockro (jur. Redaktion)
Arbeitsvertrag Geschäftsführer – gesetzliche Vorgaben, wichtige Klauseln & Musterformulierungen
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  1. Wissenswertes zum Arbeitsvertrag für Geschäftsführer
  2. Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erstellen: Was muss beachtet werden?
  3. Änderungen am Arbeitsvertrag für Geschäftsführer
  4. Tipp: rechtsicherer Arbeitsvertrag für Geschäftsführer durch juristische Expertise

In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., welche formale und inhaltliche Anforderungen ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erfüllen muss, welche Klausel unbedingt verwendet werden und weshalb deren Formulierung so exakt wie möglich erfolgen sollte.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

► Sie wollen einen Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erstellen und sichergehen, dass alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt und alle verwendeten Klauseln rechtsgültig sind? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Gesellschaftsrecht.

► Im Rahmen dieses Erstgesprächs prüfen wir Ihre spezifischen Unternehmensanforderungen an einen Arbeitsvertrag für Geschäftsführer und informieren sie umfassend zu den Gestaltungsmöglichkeiten sowie wichtigen Klauseln. Zudem erläutern wir Ihnen transparent etwaige Risiken und mögliche Kosten. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Erstellung eines individuellen und rechtssicheren Arbeitsvertrags für Geschäftsführer beauftragen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Wissenswertes zum Arbeitsvertrag für Geschäftsführer

Ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer regelt dessen Tätigkeit im Unternehmen und damit verbundene Ziele. So wird in diesem u. a. festgelegt, was die Aufgaben des Geschäftsführers sind, ob und wann er eigenständige Unternehmensentscheidungen treffen darf und wann er die Gesellschafter einbinden muss. Damit ein Geschäftsführer-Arbeitsvertrag rechtsgültig ist, sind inhaltliche Vorgaben zu erfüllen – andernfalls können kostenintensive Rechtsstreitigkeiten die Folge sein.

 

Vorsicht bei Musterverträgen:

Unternehmen schließen im Laufe ihrer Geschäftstätigkeit eine Vielzahl von Verträgen ab. Häufig werden für die Erstellung des Arbeitsvertrags eines Geschäftsführers Musterverträge aus dem Internet genutzt. Diese sollten allerdings nur als Orientierungshilfe dienen, da sie in der Regel veraltet, nicht auf Ihr Unternehmen abgestimmt sind und wichtige inhaltliche und formale Anforderungen nicht genügend berücksichtigen.

 

Im Rahmen eines Geschäftsführer-Arbeitsvertrags wird übrigens zwischen dem Gesellschafter-Geschäftsführer und dem Fremd-Geschäftsführer unterschieden. Ersterer ist gleichzeitig Gesellschafter der GmbH – also Anteilseigner –, der Fremd-Geschäftsführer hingegen ist als leitender Angestellte beim Unternehmen beschäftigt und kein Gesellschafter. So hat ein Gesellschafter-Geschäftsführer als Teil des Unternehmens von vornherein eine größere Entscheidungsfreiheit als ein Fremd-Geschäftsführer. Im Gegensatz dazu kann Ersterer sich nicht auf Arbeitnehmergesetze berufen – z. B. kann er weder Mindesturlaub verlangen noch an Tarifverhandlungen teilnehmen. In einem Arbeitsvertrag für Geschäftsführer haben daher je nach Art des Geschäftsführers die einzelnen Klauseln eine unterschiedliche Gewichtung.

Welche formalen Vorgaben bezüglich eines Arbeitsvertrags für Geschäftsführer zu beachten sind und welche Klauseln auf jeden Fall Berücksichtigung finden sollten, erläutern wir Ihnen im nächsten Kapitel.

 

2. Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erstellen: Was muss beachtet werden?

Nach § 105 Gewerbeordnung (GewO) ist der Arbeitsvertrag für Geschäftsführer formfrei – d. h. das Unternehmen und der Geschäftsführer können frei über die Inhalte des Vertrages entscheiden. So kann u. a. geregelt werden, wann der Geschäftsführer eine Genehmigung der Gesellschafter des Unternehmens braucht und wann er nach eigenem Ermessen handeln darf. Allerdings sind verschiedene formale Vorgaben zu beachten, damit der Geschäftsführer-Arbeitsvertrag und seine Regelungen rechtsgültig sind und der Geschäftsführer sowie das Unternehmen eine rechtskonforme Grundlage für ihre Zusammenarbeit haben.

 

2.1 Formale Vorgaben eines Arbeitsvertrags für Geschäftsführer

Ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer muss verschiedene formale Vorgaben erfüllen, die in § 2 Nachweisgesetz (NachwG) geregelt sind. Neben der schriftlichen Ausfertigung sollten im Vertrag deshalb folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:

  • Angaben zu den Vertragsparteien: Name und Anschrift von Unternehmen und Geschäftsführer müssen unbedingt vollständig benannt werden.
  • Bestellung des Geschäftsführers: Angabe des Datums der Bestellung des Geschäftsführers durch die Gesellschafterversammlung oder den Aufsichtsrat/Beirat.
  • Beginn der Tätigkeit: Angabe des Datums, zu dem der Geschäftsführer seine Tätigkeit antritt.
  • Sonderfall – bereits bestehendes Arbeitsverhältnis: Besteht vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrags für Geschäftsführer bereits ein Arbeitsverhältnis im selben Unternehmen, so wird der bestehende Anstellungsvertrag durch den neuen Arbeitsvertrag ersetzt.
  • Arbeitszeit und -ort: Geschäftsführer sind meist nicht an bestimmte Arbeitszeiten gebunden. Sollten allerdings bestimmte Arbeitszeiten durch die Gesellschafter gewünscht sein, müssen diese im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer festgehalten werden. Bei möglicherweise wechselnden Arbeitsorten sollte auch dies im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer vermerkt werden.
  • Unterschrift der Gesellschaft und des Geschäftsführers: Mit ihren Unterschriften stimmen Gesellschaft und Geschäftsführer den getroffenen Regelungen am Ende des Arbeitsvertrages für Geschäftsführer zu.

 

2.2 Empfehlenswerte Klauseln eines Arbeitsvertrags für Geschäftsführer

Neben diesen wichtigen Inhalten eines Arbeitsvertrages für Geschäftsführer können auch verschiedene Klauseln integriert werden. Diese sollen als standardisierte Textbestandteile alle vorab getroffenen Absprachen und Vorgaben bezüglich des Arbeitsverhältnisses verbindlich regeln. Solche Vertragsklauseln müssen stets vorteilhaft für beide Vertragsseiten ausfallen. Fehlerfrei und rechtskonform formulierte Klauseln helfen übrigens schon im Vorfeld, eine gegensätzliche Auslegung der im Arbeitsvertrag geregelten Rechte und Pflichten des Geschäftsführers sowie damit verbundene Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten mit den Gesellschaftern zu vermeiden.

 

Juristische Bedarfsanalyse für einen maßgeschneiderten Geschäftsführer-Arbeitsvertrag:

Jedes Unternehmen ist anders – und damit auch die Aufgaben und Anforderungen, die ein Geschäftsführer zu erfüllen hat. Um diese verbindlich und rechtssicher zu formulieren, bieten sich zahlreiche Klauseln an. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann prüfen, welche Klauseln sich für Ihr Unternehmen und dessen spezifischen Rahmenbedingungen am besten eignen und was bei ihrer Ausformulierung unbedingt beachten werden sollte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

Alle Klauseln, die im Rahmen eines Arbeitsvertrages für Geschäftsführer von Relevanz sein können, stellen wir Ihnen nun in der Reihenfolge ihres Auftretens in Arbeitsverträgen ausführlicher vor. Für jede dieser Klauseln stellen wir Ihnen zudem eine Muster-Formulierung zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass diese nur standardisierte Phrasen enthalten – da die Tätigkeit eines Geschäftsführers von den individuellen Unternehmenszielen und Rahmenbedingungen abhängig ist, sind diese Formulierungen nur als ein erster Orientierungsrahmen anzusehen.

 

Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis

Zunächst sind die Befugnisse des Geschäftsführers im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer zu regeln. So kann festgelegt werden, dass der Geschäftsführer die Geschäfte führt und das Unternehmen außergerichtlich und gerichtlich vertritt. Auch auf die Vorgaben des Gesellschaftsvertrages und der Geschäftsordnung kann in diesem Zusammenhang hingewiesen werden.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„1. Der Geschäftsführer vertritt die Gesellschaft gerichtlich und außergerichtlich.

2. Der Geschäftsführer führt die Geschäfte der Gesellschaft nach Maßgabe der Gesetze, des Gesellschaftsvertrags der GmbH, der jeweilig gültigen Geschäftsordnung und dieses Anstellungsvertrages. Weisungen der Gesellschafterversammlung hat er zu befolgen.

3. Der Geschäftsführer ist verpflichtet, sein Amt der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsführers und Kaufmannes zu führen und immer nach bestem Wissen und bester Erkenntnis zu handeln. Eine von der Gesellschafterversammlung beschlossene Geschäftsordnung ist für den Geschäftsführer bindend.

4. Er hat die ihm obliegenden Pflichten mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Kaufmanns unter Wahrung der Interessen der Gesellschaft zu erfüllen.

5. Die Gesellschaft kann weitere Geschäftsführer bestellen.“

 

Zustimmungspflichtige Geschäfte

Mithilfe dieser Klausel werden die Verantwortungsbereiche des Geschäftsführers im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer geregelt. In diesem Zusammenhang wird festgelegt, was der Geschäftsführer eigenverantwortlich entscheiden darf und was nicht – u. a. Sitzverlegung der Gesellschaft, Eröffnung von Zweigniederlassungen oder auch Entlassung von Angestellten oder Führungskräften.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„1. Die Befugnis des Geschäftsführers umfasst die Vornahme aller Maßnahmen, die der gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Gesellschaft mit sich bringt.

2. Für darüber hinaus gehende Maßnahmen bedarf der Geschäftsführer der vorherigen Zustimmung der Gesellschafterversammlung, insbesondere in den im Gesellschaftsvertrag geregelten Fällen.“

 

Selbstkontraktion (In-sich-Geschäft)

Nach § 181 BGB ist es dem Geschäftsführer einer Gesellschaft eigentlich nicht gestattet, sich bei einem Geschäft mit sich selbst (In-sich-Geschäft) oder mit einem Dritten (etwa einer anderen Gesellschaft, dessen Vertreter er ist) zu vertreten – es sei denn, das Rechtsgeschäft besteht ausschließlich in der Erfüllung einer Verbindlichkeit oder ist rechtlich vorteilhaft für die Gesellschaft. In der Regel werden Geschäftsführer durch eine Selbstkontraktionsklausel im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer von dieser Regelung befreit.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Geschäftsführer ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.“

 

Pflichten und Verantwortlichkeiten des Geschäftsführers

Die Tätigkeit eines Geschäftsführers für ein Unternehmen ist mit verschiedenen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Pflichten verbunden. Wird ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erstellt, sollte eine Klausel genannte Punkte auch näher bestimmen. Hierbei kann beispielsweise die Aufstellung des Jahresabschlusses innerhalb einer bestimmten Frist oder ob und wem der Geschäftsführer Auskunft über die jeweils aktuellen Gesellschaftsangelegenheiten zu geben hat, geregelt werden. Durch die Aufnahme dieser Klausel im Geschäftsführer-Arbeitsvertrag kann dem Geschäftsführer bei Pflichtverletzungen die Haftung für etwaige Schäden auferlegt werden (§ 43 II GmbHG).

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„1. Der Geschäftsführer hat die Geschäfte der Gesellschaft mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu führen und die ihm durch Gesetz, Gesellschaftsvertrag und diesen Vertrag obliegenden Pflichten genau und gewissenhaft zu erfüllen.

2. Der Geschäftsführer nimmt die Rechte und Pflichten eines Arbeitgebers im Sinne der arbeits- und sozialrechtlichen bzw. steuerrechtlichen Vorschriften wahr.

3. Der Geschäftsführer ist jedem Gesellschafter gegenüber zur unverzüglichen Auskunft über die Gesellschaftsangelegenheiten verpflichtet, er hat auf Verlangen Einsicht in die Schriften und Bücher zu gewähren.

4. Der Geschäftsführer hat innerhalb der Frist des § 264 Abs. 1 HGB den Jahresabschluss sowie einen Lagebericht (§ 289 HGB) für das abgelaufene Geschäftsjahr aufzustellen und jedem Gesellschafter unverzüglich nach Aufstellung zu übersenden.

5. Gleichzeitig mit Übersendung von Jahresabschluss und Geschäftsbericht hat der Geschäftsführer unter Beachtung der Beschlussfrist des § 42a Abs. 2 GmbHG eine Gesellschafterversammlung einzuberufen, in der über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Ergebnisverwendung Beschluss zu fassen ist.“

 

Haftung des Geschäftsführers

In einem Arbeitsvertrag für Geschäftsführer sollte stets eine Klausel zur Begrenzung der Haftung aufgenommen werden. Da der Geschäftsführer eines Unternehmens stets in der Pflicht ist, sich ein genaues Bild über alle relevanten und wirtschaftlichen Umstände des Unternehmens zu machen, muss dieser bei der Nichterfüllung seiner Aufgaben für etwaige Folgen haften. Mithilfe einer Klausel zur Haftung des Geschäftsführers wird deshalb festgelegt, inwiefern und unter welchen Voraussetzungen dieser dem Unternehmen selbst (Innenhaftung) und wann Dritten gegenüber (Außenhaftung) zum Schadensersatz verpflichtet ist.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„1. Die Gesellschaft ist verpflichtet, durch die Gesellschafterversammlung jährlich, spätestens zum Zeitpunkt der Feststellung des Jahresabschlusses, einen Beschluss über die Entlastung des Geschäftsführers für die vorangegangene Tätigkeit zu fassen.

2. Die Haftung des Geschäftsführers gegenüber der Gesellschaft ist auf vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten beschränkt.

3. Der Geschäftsführer haftet gegenüber der Gesellschaft für alle Schäden nur bis zu einem Höchstbetrag von … €.

4. Der Geschäftsführer haftet gegenüber der Gesellschaft nicht, sofern und soweit er auf ausdrückliche Weisung der Gesellschafter tätig geworden ist.

5. Zu Gunsten des Geschäftsführers ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von … € abzuschließen und während der Dauer dieses Anstellungsvertrages abgeschlossen zu halten, deren Prämien von der Gesellschaft getragen werden. Die Gesellschaft hat vor Inanspruchnahme des Geschäftsführers die Versicherung in Anspruch zu nehmen.“

 

Gestattung von Nebentätigkeiten

Nicht selten führen Geschäftsführer neben ihrer Haupt- auch eine Nebentätigkeit aus. Daher sollte in einen Arbeitsvertrag für Geschäftsführer auch eine entsprechende Klausel eingebunden werden. Dadurch soll der Geschäftsführer verpflichtet werden, etwaige Nebentätigkeiten bereits vor Aufnahme durch das Unternehmen genehmigen zu lassen. Solange diese Nebentätigkeit dem Interesse des Unternehmens nicht entgegensteht, gibt es in der Regel keinen Grund zur Ablehnung der Tätigkeit durch die Gesellschafter.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Eine entgeltliche Nebentätigkeit ist nur mit vorheriger Zustimmung der Gesellschaft gestattet. Die Zustimmung wird erteilt, sofern berechtigte Interessen der Gesellschaft nicht entgegenstehen. Die Übernahme von Ämtern in Aufsichtsgremien sowie die Übernahme bzw. Beteiligung in anderen Unternehmen und Organisation bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch die Gesellschafterversammlung. Die zur Übernahme eines Amtes erteile Zustimmung ist jederzeit widerruflich.

oder

„Dem Geschäftsführer sind Nebentätigkeiten und Nebengeschäfte, soweit sie nicht den Geschäftsgegenstand der Gesellschaft betreffen, gestattet.“

oder

„1. Dem Geschäftsführer ist während der Dauer dieses Vertrages jede entgeltliche oder unentgeltliche Nebentätigkeit für sich oder Dritte untersagt.

2. Veröffentlichungen und Vorträge, die den Tätigkeitsbereichen der Gesellschaft betreffen, bedürfen der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch die Gesellschafterversammlung, es sei denn, sie gehören zum normalen Geschäftsbetrieb bzw. sind notwendig, um die Gesellschaft angemessen zu vertreten.

3. Eine erteilte Zustimmung der Gesellschafterversammlung kann unter Beachtung etwaiger vom Geschäftsführer zu beachtenden Kündigungsfristen jederzeit widerrufen werden.

4. Die Übernahme von Ämtern in Aufsichtsgremien sowie die Übernahme bzw. Beteiligung in anderen Unternehmen und Organisationen bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung durch die Gesellschafterversammlung. Die zur Übernahme eines Amtes erteilte Zustimmung ist jederzeit widerruflich, wobei im Falle eines Widerrufs bestehende Fristvorschriften für die Beendigung des übernommenen Amtes berücksichtigt werden müssen.“

 

Wettbewerbsverbot

Durch die Aufnahme einer Wettbewerbsverbotsklausel nach § 241 Abs. 2 BGB in den Arbeitsvertrag für Geschäftsführer kann dem Geschäftsführer untersagt werden, bei einem Konkurrenz-Unternehmen tätig zu werden oder selbst eines zu gründen. Diese Regelung kann auch auf die Zeit nach einer etwaigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgedehnt werden – allerdings nur, wenn das Wettbewerbsverbot nicht länger als zwei Jahre befristet und mit einer Karrenzentschädigung verbunden ist.

Mit dieser Entschädigung verpflichtet sich das Unternehmen im Gegenzug zum Wettbewerbsverbot dazu, für jeden Monat, den das Wettbewerbsverbot dauert, eine monatliche Zahlung von mindestens der Hälfte des letzten Gehalts zu zahlen – auch Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Boni sind zu berücksichtigen. Erzielt der ehemalige Geschäftsführer zusätzlich ein anderes Einkommen, wird allerdings auch dieses angerechnet. Wird hingegen keine Karrenzentschädigung vereinbart, ist das Wettbewerbsverbot unverbindlich.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

Gesetzliches Wettbewerbsverbot

Während der Dauer dieses Vertrages ist es dem Geschäftsführer untersagt, in selbständiger, unselbständiger oder sonstiger Weise für ein Unternehmen tätig zu werden, welches mit der Gesellschaft in direktem oder indirektem Wettbewerb steht. Weiterhin ist es ihm untersagt, während der Dauer dieses Vertrages ein solches Unternehmen zu errichten, zu erwerben oder sich hieran unmittelbar oder mittelbar zu beteiligen.

Nachverträgliches Wettbewerbsverbot

„1. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von ... Jahren nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses weder in selbständiger, unselbständiger Stellung oder in sonstiger Weise für ein Unternehmen tätig zu werden, welches mit der Gesellschaft in direktem oder indirektem Wettbewerb steht. Weiterhin ist es ihm untersagt, für die Dauer von ... Jahren nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein solches Konkurrenzunternehmen zu errichten, zu erwerben oder sich hieran unmittelbar oder mittelbar zu beteiligen.

2. Für die Dauer dieses nachvertraglichen Wettbewerbsverbotes verpflichtet sich die Gesellschaft, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung in Höhe von ... % seiner innerhalb der letzten ... Monate vor seinem Ausscheiden durchschnittlich bezogenen monatlichen Vergütung zu zahlen. Diese Zahlung ist jeweils am ... eines Monats fällig.“

 

Urlaubsanspruch

Weder für den Gesellschafter- noch für den Fremdgeschäftsführer gilt hierbei das Bundesurlaubsgesetz. Da sie keine Arbeitnehmer darstellen, gibt es auch keinen Mindestanspruch auf Jahresurlaub. Vielmehr haben Geschäftsführer nur einen Anspruch auf angemessene Erholung. Da es hierbei allerdings schnell zu Unklarheiten kommen kann, sollte im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer folgendes geregelt werden:

  • Anzahl der Urlaubstage,
  • Verpflichtung zur Abstimmung mit betrieblichen Belangen,
  • eine Regelung zur Abgeltung für den Fall einer betriebsbedingten Verhinderung des Urlaubsantritts,
  • Anspruch auf Urlaubsgeld und
  • wann das Urlaubsgeld fällig wird.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

Bei Fremd-Geschäftsführern

„1. Der Geschäftsführer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub von … Diensttagen in jedem Kalenderjahr.

2. Der Geschäftsführer hat den Urlaubszeitpunkt und die Urlaubsdauer unter Berücksichtigung seiner Aufgabenstellung und der Belange und Interessen der Gesellschaft zu wählen und mit dem Mitgeschäftsführer bzw. dem Mehrheitsgesellschafter zu vereinbaren.

3. Kann der Geschäftsführer den Urlaub im Kalenderjahr nicht vollständig nehmen, weil Interessen der Gesellschaft entgegenstehen, wird der Urlaubsanspruch auf das Folgejahr übertragen. Eine weitere Übertragung findet nicht statt; etwaiger Resturlaub verfällt mit dem 31.03. des Folgejahres.

4. Eine Abgeltung des Urlaubsanspruchs in Geld ist ausgeschlossen.“

Bei Gesellschafter-Geschäftsführern

„Der Geschäftsführer hat den Urlaubszeitpunkt und die Urlaubsdauer unter Berücksichtigung seiner Aufgabenstellung und der Belange und Interessen der Gesellschaft zu wählen und mit dem Mitgeschäftsführer bzw. dem Mehrheitsgesellschafter zu vereinbaren.“

 

LINK-TIPP: Oftmals besteht bei einer etwaigen Kündigung des Geschäftsführers Unklarheit über dessen konkreten Urlaubsanspruch – ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Beiträgen zu Urlaubsanspruch nach Kündigung und Resturlaub bei Kündigung.

 

Vergütungsregelungen und Tantiemen

Soll ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erstellt werden, so muss dieser auch Regelungen zu einer angemessenen Vergütung enthalten. Neben einem Festgehalt können hier auch variable Regelungen zu Tantiemen berücksichtigt werden. Ersteres muss mindestens 75 % der Vergütung ausmachen, während Letzteres maximal 25 % betragen darf. Auch sonstige Leistungen wie etwa Alters- und Krankheitsvorsorgen, privat genutzte Dienstwagen, Mobiltelefone, Laptops usw. können hier aufgeführt werden.

Entsteht der Verdacht, dass die Vergütung des Geschäftsführers aufgrund zu hoher Tantiemen eine Beteiligung an den Gewinnen der GmbH ist, bewertet das Finanzamt die Zahlungen als eine verdeckte Gewinnausschüttung gemäß Körperschaftsteuergesetz § 8 Abs. 3 S. 2 KStG. Bei einer Tantieme von mehr als 25 % sind stichhaltige Argumente für die Abweichung zu liefern – u. a. Gründungsphase, risikobehaftete Geschäftstätigkeit oder finanzielle schwierige Situation des Unternehmens. Gesamtausschüttung darf aber 50 % des handelsrechtlichen Gewinns nicht überschreiten.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

Bei Festgehalt

„Der Geschäftsführer erhält für seine Tätigkeit eine monatliche Bruttovergütung von … Euro zum Ende eines Kalendermonats in zwölf gleichen Raten.

Mit der Bruttovergütung ist auch eine eventuelle dienstliche Tätigkeit außerhalb der üblichen Dienstzeiten, insbesondere auch am Wochenende und an Feiertagen, abgegolten.“

Mit Tantiemen und Gratifikationen

„Darüber hinaus erhält der Geschäftsführer für seine Tätigkeit eine jährliche Tantieme. Diese wird von der Gesellschaftsversammlung unter Zugrundelegung des wirtschaftlichen Ergebnisses des letzten Geschäftsjahres berücksichtigt. Der Mindestbetrag der Tantieme wird auf … Euro festgesetzt.“

Optional

„Eine Weihnachtsgratifikation, zahlbar mit dem Gehalt für den Monat November in Höhe von brutto … Euro. Ein Urlaubsgeld, zahlbar mit dem Gehalt für den Monat Juni in Höhe von brutto … Euro. Weihnachtsgratifikation und Urlaubsgeld werden zeitanteilig für jeden Kalendermonat gewährt.“

 

Vergütung bei Krankheit oder Unfall

In den Arbeitsvertrag für Geschäftsführer sollte neben der allgemeinen Vergütung auch eine Klausel aufgenommen werden, die die Lohnfortzahlung bei einem krankheits- oder unfallbedingten Ausfall des Geschäftsführers regelt. In der Regel wird vereinbart, dass der Lohn für sechs Monate fortbezahlt wird – die Dauer kann aber auch individuell verhandelt werden. Findet eine solche Klausel keine Berücksichtigung, so kann sich dieser auch auf keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall berufen.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Bei einer vorübergehenden Dienstunfähigkeit wegen Unfall oder Krankheit hat der Geschäftsführer für die Dauer von … Wochen/Monaten Anspruch auf die Fortzahlung seiner vertragsmäßigen Bezüge, längstens aber bis zur Beendigung des Anstellungsverhältnisses.

Der Geschäftsführer muss sich auf die Gehaltsfortzahlung die Leistungen anrechnen lassen, die er von Kassen oder Versicherungen als Krankengeld, Krankentagegeld oder Rente erhält, soweit diese Leistungen nicht ausschließlich auf seinen Beiträgen beruhen. Der Geschäftsführer tritt bereits hiermit etwaige Ansprüche an die Gesellschaft ab, die ihm gegenüber Dritten wegen der Dienstunfähigkeit zustehen. Die Höhe ist begrenzt auf die Höhe der vertragsmäßigen Bezüge. Dauert die Dienstunfähigkeit länger als 6 Wochen, so wird die Tantieme dieses Geschäftsführervertrages entsprechend der 6 Wochen übersteigenden Zeit anteilig gekürzt.“

 

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu gesetzlichen Regelungen bezüglich der Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern finden Sie in unserem Beitrag zur Arbeitsunfähigkeit.

 

Geheimhaltung

Da Geschäftsführer viel Verantwortung für das Unternehmen tragen und ein großes Wissen über interne Vorgänge und Geschäftsgeheimnisse besitzen, sollte eine Geheimhaltungsklausel in den Geschäftsführer-Arbeitsvertrag aufgenommen werden. Damit könnte zudem ausgeschlossen werden, dass Geschäftsführer nach einer etwaigen Auflösung des Vertragsverhältnisses Firmengeheimnisse an Dritte weitergeben. Die Gültigkeit einer solchen Klausel über das Ende der Tätigkeit des Geschäftsführers hinaus muss dann aber explizit im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer aufgenommen werden.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Der Geschäftsführer ist verpflichtet, über alle betrieblichen und geschäftlichen Angelegenheiten der Gesellschaft gegenüber unbefugten Dritten absolutes Stillschweigen zu bewahren. Diese Verpflichtung gilt auch nach Beendigung dieses Vertrages.“

 

Vertragsdauer und Kündigungsfristen

Ein Arbeitsvertrag für Geschäftsführer ist zudem um Klauseln zu Vertragsdauer und Kündigungsfristen zu ergänzen. So ist zum einen zu entscheiden, ob das Arbeitsverhältnis befristet oder unbefristet sein soll. Da der gesetzliche Kündigungsschutz nicht bei Gesellschafter-Geschäftsführern greift, kann zum anderen vereinbart werden, dass das Kündigungsschutzgesetz dennoch Anwendung findet und die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen beachtet werden. Bei Fremd-Geschäftsführern ist im Gegensatz dazu zu regeln, welche Kündigungsfrist verbindlich ist und wie eine Kündigung zu erfolgen hat.

Bei der Festlegung der Kündigungsfrist im Rahmen eines Arbeitsvertrages für Geschäftsführer sollte eine längere Frist präferiert werden, da diese zu größerer Planungssicherheit führt und eine vorzeitige Kündigung des Geschäftsführers erschwert.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

Vertragsdauer auf unbestimmte Zeit

Dieser Vertrag tritt mit Wirkung vom … in Kraft. Er ist auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Vertrag kann von beiden Seiten mit einer Frist von … Wochen gekündigt werden.

Das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung des Vertrages aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für die Gesellschaft insbesondere vor, wenn

1. der Geschäftsführer als Gesellschafter aus der Gesellschaft ausscheidet oder als Geschäftsführer wegen Vorliegens eines wichtigen Grundes abberufen wird;

2. der Geschäftsführer gegen die Bestimmungen über die Nebentätigkeit und gegen das Wettbewerbsverbot verstößt;

3. der Geschäftsführer Maßnahmen gem. § 2 Abs. 2 vornimmt ohne die vorherige Zustimmung der Gesellschafterversammlung und der Gesellschaft dadurch ein Schaden entsteht oder der Geschäftsführer trotz Abmahnung wiederholt solche Verstöße begeht;

4. der Geschäftsführer schwere Verstöße gegen Weisungen der Gesellschafterversammlung begeht, es sei denn, dass diese ein gesetzwidriges Verhalten des Geschäftsführers fordern;

5. das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet oder die Gesellschaft liquidiert wird.

Jede Kündigung hat schriftlich zu erfolgen.

Eine Kündigung des Geschäftsführers ist an jeden weiteren Geschäftsführer der Gesellschaft oder für den Fall, dass kein weiterer Geschäftsführer vorhanden ist, an denjenigen Gesellschafter zu richten, der über die höchste Kapitalbeteiligung an der Gesellschaft verfügt.

Das Vertragsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, mit Ablauf des Monats, in dem der Geschäftsführer das … Lebensjahr vollendet oder eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird.

 

Vertragsdauer auf bestimmte Zeit

1. Das Dienst­ver­hält­nis be­ginnt zum … und en­det am … Es ver­län­gert sich au­to­ma­tisch um … Jahre, wenn das Aus­lau­fen des Ver­trags nicht spä­tes­tens sechs Mo­na­te vor Ver­trags­be­en­di­gung schrift­lich von ei­ner der Ver­trags­par­tei­en be­stä­tigt wird.

2. Das Dienst­ver­hält­nis ist or­dent­lich nicht künd­bar. Das Recht zur au­ßer­or­dent­li­chen Kün­di­gung bleibt un­be­rührt.

3. Das Dienst­ver­hält­nis en­det, oh­ne dass es ei­ner Kün­di­gung be­darf, spä­tes­tens mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Ge­schäfts­füh­rer die Re­gel­al­ters­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung er­reicht.

4. Ist der Ge­schäfts­füh­rer ent­spre­chend ei­ner ärzt­li­chen Be­schei­ni­gung dau­er­haft nicht mehr in der La­ge, sei­ne Dienst­pflich­ten aus die­sem Ver­trag zu er­fül­len, en­det das Dienst­ver­hält­nis mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem ein Arzt die­se Fest­stel­lung ge­trof­fen hat. Die dau­ern­de Dienst­un­fä­hig­keit wird un­wi­der­leg­lich ver­mu­tet, wenn ei­ne krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit oh­ne Un­ter­bre­chung neun Mo­na­te oder län­ger an­dau­ert. Im Fal­le ei­ner Be­en­di­gung des Dienst­ver­hält­nis­ses we­gen dau­ern­der Ar­beits­un­fä­hig­keit hat der Ge­schäfts­füh­rer An­spruch auf ei­ne Ab­fin­dung in Hö­he ei­nes hal­ben Jah­res­grund­ge­hal­tes im Sin­ne von § 5 Abs.1.

5. En­det das Dienst­ver­hält­nis durch den Tod des Ge­schäfts­füh­rers, hat sei­ne Wit­we An­spruch auf Zah­lung der Ver­gü­tung ge­mäß § 5 Abs.1 und Abs.3 für den Ster­be­mo­nat so­wie die fol­gen­de drei Mo­na­te. Ist ei­ne Wit­we nicht vor­han­den, sind die Er­ben des Ge­schäfts­füh­rers an­spruchs­be­rech­tigt.

 

LINK-TIPP: Ausführliche Informationen zu den von Arbeitgeber und -nehmer im Rahmen einer Kündigung zu beachtenden Fristen finden Sie in unserem Beitrag zu den Kündigungsfristen. Wenn Sie sich über die unterschiedlichen Arten von Kündigungen, deren Voraussetzungen und relevante gesetzliche Regelungen in diesem Zusammenhang informieren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag zum Thema Kündigungsarten. Nähere Informationen zu den Anforderungen an eine einvernehmliche Auflösung eines Arbeitsverhältnisses und welche vertragliche Regelungen sich im Rahmen eines Aufhebungsvertrages anbieten, finden Sie in unserem Beitrag Wie schreibe ich einen Aufhebungsvertrag?

 

Abfindung

Wurde ein Abfindung im Arbeitsvertrag für den Geschäftsführer vereinbart, hat dieser mit der Auflösung des Dienstverhältnisses Anspruch auf eine solche. Fehlt eine solche Klausel im Arbeitsvertrag für Geschäftsführer, so hat dieser nach Beendigung des Vertragsverhältnisses keinen Anspruch. Diese kann dann aber auf freiwilliger Basis vom Unternehmen gezahlt werden – muss jedoch nicht.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„1. Im Falle einer durch die Gesellschaft erfolgten ordentlichen Kündigung bzw. Nichtverlängerung des Anstellungsvertrages erhält der Geschäftsführer eine Abfindung in Höhe eines Monatsgrundgehaltes pro Beschäftigungsjahr. Für die Berechnung der Abfindung werden die bei Beendigung des Vertrages abgeleisteten vollen Dienstjahre und das während des letzten Dienstjahres im Monatsdurchschnitt bezogene Bruttomonatsgehalt zugrunde gelegt.

2. Die Abfindung ist zum Ablauf des Dienstvertrages fällig und wird unter Beachtung der hierfür geltenden steuerlichen Bestimmungen gezahlt.

3. Ist die Abfindungsregelung aufgrund eines groben Missverhältnisses zwischen Abfindungs- und Verkehrswert von Anfang an oder aus sonstigen Gründen unwirksam oder ist dieses grobe Missverhältnis als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft nachträglich entstanden und besteht es im Zeitpunkt des Ausscheidens fort, ist dem ausscheidenden Geschäftsführer die nach Gesetz und Rechtsprechung niedrigste noch zulässige Abfindung zu gewähren.

 

LINK-TIPP: Alle wichtigen Informationen zur Höhe und Voraussetzung einer Abfindung finden Sie in unserem Beitrag zu Abfindung nach Kündigung.

 

Ausschlussfrist

Durch die Aufnahme einer Klausel zur Ausschlussfrist kann in einem Arbeitsvertrag für Geschäftsführer vermieden werden, dass dieser nach Vertragsauflösung noch arbeitsvertragliche Ansprüche auf unbestimmte Zeit durchsetzen kann. Dazu zählen Urlaubsabgeltung, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder auch Überstundenabgeltung. So kann beispielsweise geregelt werden, dass alle Ansprüche, die aus dem Arbeitsvertrag erwachsen, nach Ablauf einer bestimmten Frist verfallen. Eine solche Ausschlussfrist ist dann allerdings für beide Seiten bindend.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Die Vertragsparteien müssen Ansprüche aus dem Geschäftsführervertrag und dem organschaftlichen Geschäftsführerverhältnis innerhalb von drei Monaten nach ihrer Fälligkeit schriftlich geltend machen und im Falle der Ablehnung durch die Gegenseite innerhalb von weiteren drei Monaten einklagen. Andernfalls erlöschen sie.

Dies gilt nicht für Ansprüche wegen vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verhaltens, für Ansprüche wegen der Verletzung von Leben, Körper, Gesundheit oder Freiheit und auch nicht für Ansprüche wegen eines Verstoßes des Geschäftsführers gegen § 43 Abs.3 GmbHG.

 

Salvatorische Klausel

Soll bezüglich eines Arbeitsvertrags für Geschäftsführer sichergestellt werden, dass dieser durch fehlerhafte oder nicht rechtskonforme Klauseln nicht ungültig wird, so kann durch eine salvatorische Klausel vereinbart werden, welche Rechtsfolgen eintreten sollen, wenn sich verschiedene Klauseln als unwirksam oder undurchführbar erweisen.

 

MUSTER-FORMULIERUNG:

„Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages rechtsunwirksam sein oder werden, so berührt dies nicht die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen. In einem solchen Fall sind die Parteien verpflichtet, die rechtsunwirksame Bestimmung durch eine rechtlich zulässige und mit den übrigen Bestimmungen dieses Vertrages vereinbare Regelung zu ersetzen, die dem wirtschaftlichen Gehalt der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.“

 

Arbeitsvertrag Geschäftsführer

Sie möchten einen rechtssicheren und individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Arbeitsvertrag für einen Geschäftsführer erstellen? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

2.3 Unwirksame Klauseln

Um einen rechtskonformen Arbeitsvertrag für Geschäftsführer zu gewährleisten, sollten alle Regelungen mit Rücksicht auf gesetzliche oder andere inhaltliche Vorgaben getroffen und unwirksame Klauseln vermieden werden. Eine Klausel gilt als unwirksam, wenn durch diese eine der Vertragsparteien unangemessen benachteiligt werden würde, sie fehlerhaft formuliert oder sittenwidrig ist. Auch dürfen Klauseln in einem Geschäftsführer-Arbeitsvertrag keine versteckten Regelungen enthalten.

 

Rechtssicherer Arbeitsvertrag für Geschäftsführer durch juristische Expertise:

Fehlerhafte Klauseln oder arbeitsvertragliche Regelungen, die nicht rechtskonform sind oder einen Geschäftsführer unangemessen benachteiligen, können im schlimmsten Fall die Ungültigkeit des Arbeitsvertrages des Geschäftsführers und negative Folgen für das Unternehmen und seine Gesellschafter nach sich ziehen. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann hier Abhilfe schaffen und sicherstellen, dass alle gesetzlichen Vorgaben bezüglich Geschäftsführer-Arbeitsverträgen und arbeitsvertraglicher Regelungen berücksichtigt und ungültige Klauseln ausgeschlossen werden. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

Wir haben Ihnen nachfolgend drei unwirksame Klauseln exemplarisch zusammengestellt. Solche und ähnliche Klauseln sollten Sie also für einen rechtssicheren Arbeitsvertrag für Geschäftsführer unbedingt vermeiden.

„Die Geschäftsführerin verpflichtet sich dazu, ab Beschäftigungsbeginn vier Jahre auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Wird diese Pflicht nicht eingehalten, muss sie mit einer sofortigen Kündigung rechnen.“

Vor allem bei Arbeitsverträgen für Fremd-Geschäftsführer wird diese sittenwidrige Klausel häufig genutzt. Laut § 138 BGB sowie § 9 MuSchG haben Unternehmen allerdings nicht das Recht, sich so massiv ins Privatleben ihres Geschäftsführers einzumischen. Ganz abgesehen davon, dass nach § 17 Abs. 1 MuSchG sowieso während der Schwangerschaft ein absolutes Kündigungsverbot besteht.

„Das Vertragsverhältnis des Geschäftsführers endet mit dessen Abberufungsbeschlusses durch die Gesellschafterversammlung. Es bedarf keines zusätzlichen Kündigungsschreibens.“

Das OLG Karlsruhe hat 2016 eine solche Kopplungsklausel in Geschäftsführer-Arbeitsverträgen als unwirksam beurteilt. Auch für Geschäftsführer gilt laut § 622 BGB die Mindestkündigungsfrist, die in diesem Fall nicht berücksichtig wurde. Handelt es sich bei der Klausel um eine von der GmbH gestellte Allgemeine Geschäftsbedingung, kann diese nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die Beendigung nicht bereits mit der Bekanntgabe der Abberufung, sondern erst nach Ablauf der gesetzlichen Mindestkündigungsfrist eintritt. Dagegen wurde schlussendlich eine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (BGH-Az. II ZR 347/16), die positiv beschieden wurde – auch Geschäftsführern ist ordnungsgemäß zu kündigen.

„Nach Auflösung des Vertragsverhältnisses ist der ehemalige Geschäftsführer verpflichtet, den genutzten Dienstwagen zu übernehmen und etwaige Leasingraten abzubezahlen.“

Solch eine Klausel bezüglich der Dienstwagenregelung ist nicht wirksam (§ 307 Abs. 1 Satz 1 BGB). Kündigt der Geschäftsführer selbst oder wird er gekündigt, so muss er keinesfalls einen noch laufenden Leasingvertrag übernehmen. Auch den Dienstwagen, den er zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen hat, muss er nicht übernehmen (ArbG Chemnitz, Urteil vom 02.02.2006).

 

3. Änderungen am Arbeitsvertrag für Geschäftsführer

Ist der Arbeitsvertrag für Geschäftsführer erst einmal abgeschlossen, kann dieser nicht so einfach wieder geändert werden, denn für etwaige Änderungen ist die Gesellschafterversammlung verantwortlich. Diese muss also entsprechend einberufen werden, um der jeweiligen Anpassung im Geschäftsführervertrag zuzustimmen. Auf deren Einberufung kann allerdings dann verzichtet werden, wenn sich alle Gesellschafter schriftlich mit der Änderung im Arbeitsvertrag des Geschäftsführers einverstanden erklären.

 

ACHTUNG:

Wird der Arbeitsvertrag für Geschäftsführer in Bezug auf das Gehalt abgeändert, so muss auch das Nachzahlungs- und Rückwirkungsverbot für Gehaltsvereinbarungen beachtet werden. Wirkt sich diese Änderung nämlich auf die Vergangenheit aus, kann dies gegen das steuerliche Nachzahlungs- und Rückwirkungsverbot verstoßen und eine steuerliche Nichtanerkennung der Vereinbarung zur Folge haben.

 

Sollen Änderungen an einem Arbeitsvertrag für Geschäftsführer vorgenommen werden, ist zudem auch eine Änderungskündigung möglich. Diese unterscheidet sich von einer regulären Kündigung in dem Punkt, dass die Beschäftigung zwar zunächst beendet wird, allerdings perspektivisch weitergeführt werden soll – jedoch nicht mehr unter den gleichen Bedingungen. Somit kann ein neuer Arbeitsvertrag zwischen Geschäftsführer und Unternehmen geschlossen werden. Das Arbeitsverhältnis wird also unter geänderten Bedingungen fortgesetzt.

 

4. Tipp: rechtsicherer Arbeitsvertrag für Geschäftsführer durch juristische Expertise

Der Arbeitsvertrag für Geschäftsführer bestimmt maßgeblich das Verhältnis zwischen Geschäftsführer und Gesellschaftern und soll durch seine schriftliche Form die getroffenen Absprachen schriftlich und verbindlich fixieren. Sind dabei wesentliche Klauseln fehlerhaft oder unvollständig, kann dies die Ungültigkeit des Arbeitsvertrags des Geschäftsführers oder einzelner Regelungen bedeuten. Dann können vom Geschäftsführer getroffene Entscheidungen nichtig werden, Streitigkeiten zwischen Geschäftsführer und Gesellschaftern entstehen oder Schadensersatzforderungen durch die Gesellschaft ausgelöst werden. Auch Mustervorlagen aus dem Internet sind kein Garant für einen rechtskonformen und gültigen Arbeitsvertrag für Geschäftsführer, fehlen hier doch häufig branchenspezifische Punkte des jeweiligen Unternehmens.

Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann hier Abhilfe schaffen und sicherstellen, dass im Rahmen der Erstellung eines Arbeitsvertrages für Geschäftsführer alle gesetzlichen Regelungen, Unternehmensziele und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Bei Vertragsverhandlungen oder rechtlichen Problemen kann Ihnen ein Anwalt außerdem beratend und unterstützend zur Seite stehen. Auch kann er einen bereits bestehenden Arbeitsvertrag für Geschäftsführer prüfen und auf Wunsch auf gesetzliche oder unternehmerische Rahmenbedingungen anpassen.

► Im Rahmen eines unverbindlichen und kostenfreien Erstgesprächs prüfen wir schon vor Beauftragung eines Anwaltes Ihre individuellen Unternehmensanforderungen an einen Arbeitsvertrag für einen Geschäftsführer. Zudem informieren wir Sie transparent über alle gesetzlichen Anforderungen an Arbeitsverträge, mögliche Klauseln und damit verbundene Risiken. Auf Wunsch erhalten Sie anschließend ein individuelles Angebot für die Erstellung eines Arbeitsvertrags für Geschäftsführer mit ausführlicher Leistungsbeschreibung zum Festpreis. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Erstellung Ihres Geschäftsführer-Arbeitsvertrages beauftragen.

► Schildern Sie dafür bitte kurz Ihre Fragen zum Arbeitsvertrag für Geschäftsführer und welche Wünsche und Ziele damit verbunden sind. Alle in diesem Zusammenhang relevanten Unterlagen können Sie in unserem verschlüsselten System hochladen.

Hier können Sie Ihr Anliegen schildern.

 

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Isabel Kockro
Ein Artikel von Isabel Kockro aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Isabel Kockro stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Isabel großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

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