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Warum eine Betreuungsverfügung so wichtig ist

 

Warum eine Betreuungsverfügung so wichtig ist

 

 

Die Deutschen werden immer älter – betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei Frauen im Jahr 2000 bereits 80 Jahre, so rechnen Experten bis zum Jahre 2050 mit einem Anstieg um mehr als acht Jahre. Themen wie Vorsorge und Nachlass werden deswegen für viele Menschen immer wichtiger. Für die Vorsorge im Alter spielt neben der Vorsorgevollmacht auch die Betreuungsverfügung eine immer bedeutendere Rolle. 

Warum eine Betreuungsverfügung so wichtig ist

 

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie u. a. worin der Unterschied zwischen einer Betreuungsverfügung und einer Vorsorgevollmacht besteht , wann eine Betreuungsverfügung Anwendung findet und wie lange eine Betreuungsverfügung gültig ist. 

Dazu haben Sie die Möglichkeit, die Erstellung einer Betreuungsverfügung mit unserem Anwalt für Erbrecht  zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Sonderfall Betreuungsvollmacht
2. Der Unterschied zur Vorsorgevollmacht
3. Wann findet eine Betreuungsverfügung Anwendung?
4. Welche Voraussetzungen sollte der Betreuer erfüllen?
5. Gültigkeit der Betreuungsverfügung
6. PRAXISTIPP: Kostenlose Ersteinschätzung von einem Rechtsanwalt

 

Deutschland entwickelt sich hin zu einer Gesellschaft der Alten. Bereits im Jahre 2050 wird jeder Dritte älter als 60 Jahre sein und die durchschnittliche Lebenserwartung 87,7 Jahre bei Frauen bzw. 83,5 Jahre bei Männern betragen.

Betreuungsverfügung Lebenserwartung Deutschland

1. Sonderfall Betreuungsvollmacht

Grundsätzlich kann jeder Mensch jederzeit entscheiden, ob und wie er später einmal versorgt werden will. Die geläufigste Form zur Vorsorgeregelung ist die Patientenverfügung zusammen mit der Vorsorgevollmacht. So hat bereits jeder vierte Deutsche eine Patientenverfügung abgeschlossen. Auch die Anzahl der Vorsorgevollmachten steigt kontinuierlich an. Im September 2016 verzeichnete das Zentrale Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer weit über 300.000 Neueintragungen von Vorsorgevollmachten. Davon lässt sich Betreuungsvollmacht unterscheiden, welche unbedingtes Vertrauen in die Person voraussetzt, der weitreichende Vollmachten eingeräumt werden. 

 

2. Der Unterschied zwischen einer Betreuungsverfügung und einer Vorsorgevollmacht

Sollte im zunehmenden Alter plötzlich die Situation eintreten, aufgrund eines Schlaganfalls nicht mehr selbstständig handlungsfähig zu sein, so stellt die Betreuungsverfügung sicher, dass man entsprechend seiner Vorstellung versorgt wird. Darüber hinaus kann dort die Person des Vertrauens benannt werden, welche bei Bedarf die Betreuung übernehmen soll. Hierbei handelt es sich jedoch um keine verbindliche Erklärung, sondern lediglich um den Vorschlag eines potentiellen Betreuers. Im Unterschied zur Vorsorgevollmacht gilt eine Willensäußerung nicht unverzüglich mit dem Eintritt eines Notfalls. Stattdessen entscheidet das Betreuungsgericht darüber, wer im jeweiligen Fall für die Betreuung infrage kommt. Doch dank einer gültigen Vollmacht lässt sich die Entscheidung des Gerichts oftmals beeinflussen.

Im Unterschied dazu wird bei Vorsorgevollmachten von einer zusätzlichen Überprüfung der Eignung eines Betreuers durch die Justiz abgesehen. Ein weiteres Wesensmerkmal der Vorsorgevollmacht ist ihre sofortige Wirksamkeit. Demzufolge ist der Bevollmächtigte sofort berechtigt, im Namen des Betroffenen zu handeln.

Dies und der Wegfall der gesetzlichen Kontrolle erhöhen jedoch die Gefahr der missbräuchlichen Verwendung einer Vorsorgevollmacht.

 

3. Wann findet eine Betreuungsverfügung Anwendung?

Ein Bevollmächtigter wird stets in Sonderfällen als Betreuer infrage kommen. Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten decken solche speziellen Einzelfälle jedoch kaum oder nur auf unbefriedigende Weise ab. Einer Betreuungsverfügung sollte beispielsweise der Vorrang gewährt werden bei einem Schlaganfall oder temporären Erkrankungen, wo der Betroffene lediglich für einen bestimmten und absehbaren Zeitraum auf die Pflege und Versorgung durch einen Betreuer angewiesen ist. Ein weiterer Fall, bei welchem eine solche Verfügung angebracht ist, sind Demenzerkrankungen oder Unfälle im Alter, die mit diesen zusammenhängen.

 

4. Welche Voraussetzungen sollte der Betreuer erfüllen?

Häufig sind Familienangehörige die erste Wahl, wenn es um die Benennung eines möglichen Betreuers geht. Doch um gewährleiten zu können, dass die betreuende Person stets im Interesse des Pflegebedürftigen handelt, sollte sich Letzterer gewissenhaft mit der Wahl eines geeigneten Kandidaten auseinandersetzten. Dabei ist es mitunter essentiell zu hinterfragen, ob die Person die eigenen Vorstellungen bezüglich einer späteren Betreuung respektiert. Gleichzeitig sollte sie auch die potentielle Ablehnung einer medizinischen Versorgung tolerieren können. Keine leichten Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass Kinder, welche die Pflege eines Elternteils übernommen haben, einem massiven psychischen, aber auch physischen Druck ausgesetzt sind. Die Versorgung der Eltern zu übernehmen, ist kräftezehrend und zermürbend – vor allem, wenn eine Besserung des Gesundheitszustandes der pflegebedürftigen Person ausbleibt. Daran sollte stets bei dem Vorschlag einer geeigneten Betreuungsperson gedacht werden.

Folgende Voraussetzungen sollte ein potentieller Betreuer erfüllen:

  • Volljährig
  • Geschäftsfähig
  • Keine Eintragung im Vorstrafenregister
  • Kein Eintrag im Schuldenregister
  • Entsprechende Sprachkenntnisse im Deutschen
  • Lebensmittelpunkt nahe des zu Betreuenden

5. Gültigkeit der Betreuungsverfügung

Ist die Betreuungsverfügung einmal abgefasst und beglaubigt, so besitzt sie Gültigkeit bis zum Tod des Vollmachtgebers – ein wesentlicher Unterschied zur Vorsorgevollmacht, die auch über den Tod hinaus nicht an Gültigkeit verliert. Sollte sich jedoch der Gesundheitszustand des zu Betreuenden in dem Maße verbessern, dass dieser wieder in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbstständig zu klären, so ist die Versorgung durch einen Dritten nicht mehr notwendig und die Betreuungsverfügung damit hinfällig.

 

6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung von einem Rechtsanwalt

Vergewissern Sie sich, dass Sie im Rahmen der Pflegevorsorge alle relevanten Aspekte bedacht haben und über eine rechtssichere Betreuungsvollmacht verfügen, die Ihren Wünschen und Vorstellungen bezüglich einer späteren Versorgung berücksichtigt. In unserer kostenlosen Ersteinschätzung beantwortet Ihnen ein erfahrener Rechtsanwalt alle Fragen zum Erbrecht und zeigt Ihnen Ihre Handlungsoptionen auf.

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