Pflichtteil einfordern Musterbrief, Muster & Vorlagen

Pflichtteil einfordern Musterbrief, Muster & Vorlagen
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Inhaltsverzeichnis

1. Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen
2. Wann können Sie diese Mustertexte verwenden?
  2.1 Berechtigungsgrundlage
  2.2 Verjährung
  2.3 Wichtiger Sonderfall: das Berliner Testament
  2.4 Steuerliche Aspekte bedenken
3. Pflichtteil einfordern Musterbrief
  3.1 Muster per Einschreiben versenden?
  3.2 Musterbrief Auskunftsbegehren bei unbekanntem Nachlassbestand
  3.3 Pflichtteil einfordern Musterbrief
  3.4 Pflichtteil einklagen Musterbrief
4. Kosten
  4.1 Welche Kosten fallen an?
  4.2 Wer trägt die Kosten?
5. Tipp: kostenfreie Ersteinschätzung im Erbrecht

 

1. Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen

Im Folgenden finden Sie Muster und Vorlagen zu den Themen:

  • Auskunftsbegehren bei unbekanntem Nachlassbestand,
  • Pflichtteil einfordern,
  • Pflichtteil einklagen.

 

2. Wann können Sie diese Mustertexte verwenden?

Die Nutzung vorgefertigter Muster oder Vorlagen für z. B. die Kündigung eines Abos ist sehr beliebt. Einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen ist grundsätzlich ebenfalls möglich. Dabei sind aber bestimmte Voraussetzungen zu beachten. Welche das im Einzelnen sind, können Sie hier nachlesen.

 

2.1 Berechtigungsgrundlage

Um den Pflichtteil mit Musterbrief einfordern zu können, müssen Sie zunächst pflichtteilsberechtigt sind. Das ist der Fall, wenn es sich bei Ihnen entweder um das Kind, den Ehegatten oder den eingetragenen Lebenspartner eines kürzlich Verstorbenen handelt. Sind Sie ein Elternteil des Verstorbenen, können Sie nur dann einen Pflichtteil einfordern, wenn von ihm keine Kinder existieren.

Neben Ihrer daraus resultierenden Stellung als Erbe erster Ordnung müssen Sie enterbt worden sein oder weniger als Ihren gesetzlichen Pflichtteil am Nachlass erhalten haben.

Zudem können Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, wenn der Nachlasswert nicht mehr als 1 Million Euro beträgt – der zu erwartende Pflichtteil darf also nicht höher sein als 500.000 Euro.

Schließlich sollten die Mustertexte nur bei Erbfällen innerhalb Deutschlands genutzt werden – gibt es einen Auslandsbezug, gelten in der Regel andere Gesetze und Rechte.

Ihren Pflichtteil einfordern können Sie also, wenn:

  • Sie Kind, Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner des Erblassers sind,
  • Sie enterbt wurden oder weniger als Ihren Pflichtteil erhalten haben,
  • einen Pflichtteil von unter 500.000 Euro erwarten,
  • der Erbfall in Deutschland stattfand.

 

2.2 Verjährung

Damit es möglich ist, dass Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, sollten Sie auch sicherstellen, dass Ihre Pflichtteilsansprüche noch nicht verjährt sind – ansonsten können Sie den Pflichtteil nicht mehr einfordern.

Pflichtteilsansprüche gelten als verjährt, wenn der Tod sowie der Zeitpunkt über die Kenntnisnahme der Enterbung bzw. des zu geringen Erbanteils länger als drei Jahre zurückliegen. Ist der Erblasser zum Beispiel im Januar 2011 verstorben und hat der Erbe bei der Testamentseröffnung im Februar 2011 von seiner Enterbung erfahren, verjähren seine Pflichtteilsansprüche am 31. Dezember 2014.

Ausführlichere Informationen erhalten Sie im Beitrag zur Pflichtteil-Verjährung.

 

2.3 Wichtiger Sonderfall: das Berliner Testament

Wenn Sie vorhaben, einen Pflichtteil einzufordern mit Musterbrief, müssen Sie unbedingt den Sonderfall des Berliner Testaments beachten. Eine Pflichtteilsforderung kann in diesem Fall besondere Konsequenzen haben.

Das Berliner Testament ist ein gemeinschaftliches Testament von Ehepartnern oder Lebenspartnern. Darin setzen sich diese gegenseitig als Alleinerben ein. Sie bestimmen außerdem, dass der Nachlass erst dann an einen Dritten gehen soll, wenn beide Partner verstorben sind. Näheres dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zum „Berliner Testament“.

Weil sich die Partner gegenseitig als Alleinerben einsetzen, werden ihre Kinder nach dem Ableben des ersten Elternteils zunächst enterbt. Da der Gesetzgeber nahe Angehörige vor einer vollständigen Enterbung schützen will, wird dadurch ein Pflichtteilsanspruch ausgelöst.

Ein Berliner Testament aber beinhaltet in aller Regel eine Pflichtteilsstrafklausel. Diese besagt, dass die Person, die ihren Pflichtteilsanspruch bereits nach dem ersten Todesfall geltend macht, enterbt wird. Dann steht ihr auch im zweiten Todesfall nicht mehr als der Pflichtteil zu. So soll verhindert werden, dass der Überlebende in finanzielle Not gebracht wird. Liegt ein Berliner Testament vor, ist die rechtliche Beratung durch einen Anwalt ratsam.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Pflichtteilsstrafklauseln.

 

2.4 Steuerliche Aspekte bedenken

Wenn Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen, erwerben Sie etwas aus einem Erbfall. Gemäß §§ 1 und 3 Erbschaftssteuer- und Schenkungsgesetz entsteht dadurch die Pflicht zur Zahlung einer Erbschaftssteuer. Es gilt die Faustregel: je größer die Erbmasse, desto geringer der zu zahlende Steuerbetrag.

Die Erbschaftssteuer wird erst dann fällig, wenn der Pflichtteilsanspruch geltend gemacht wurde – dabei ist es egal, ob durch Erklärung gegenüber dem Erben oder vor Gericht.

Weitere Informationen zur Erbschaftssteuer und Hinweise, wie sie diese umgehen können, finden Sie in unseren Beiträgen zum Thema „Erbschaftssteuer berechnen“ und „Erbschaftssteuer umgehen“.

 

3. Pflichtteil einfordern Musterbrief

Welche Schritte Sie gehen müssen, wenn Sie Ihren Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, erfahren Sie im Folgenden. Außerdem stellen wir Ihnen Musterbriefe zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie zu Ihrem Recht gelangen.

 

3.1 Muster per Einschreiben versenden?

Zunächst stellt sich die Frage, auf welchem Wege Sie Ihren Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen. Grundsätzlich kann die Einforderung mündlich erfolgen. Jedoch ist aus Gründen der Dokumentation und Beweisführung davon abzuraten – greifen Sie besser auf die von uns zur Verfügung gestellten Muster und Vorlagen zurück. 

Damit sichergestellt ist, dass der Erbe die Schreiben auch erhält, ist eine Versendung als Einschreiben der einfachste Weg. Dabei muss der Empfänger den Erhalt der Schreiben quittieren und Sie erhalten einen rechtssicheren Nachweis über ihre Zustellung.   

 

3.2 Musterbrief Auskunftsbegehren bei unbekanntem Nachlassbestand

Wenn Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, benötigen Sie im ersten Schritt einen Überblick über den Umfang des Nachlasses – nur so wissen Sie später, wie viel Geld Sie vom Erben fordern können. Auf solche Auskünfte haben Sie gemäß § 2314 BGB einen gesetzlichen Anspruch. Weigert der Erbe sich, Ihnen Auskünfte zu erteilen, können diese auf gerichtlichem Wege geltend gemacht werden.

Um Auskunft über den Umfang des Nachlasses zu erhalten, wählen Sie idealerweise die Schriftform – Mündlichkeit ist ebenfalls möglich. Auf diesem Wege verlangen Sie dann vom Erben die Offenlegung sämtlicher Aktiva, Passiva, Verträge und Schenkungen des Erblassers in einem Nachlassverzeichnis. Dabei sind Aktiva jegliches Eigentum des Erblassers und Passiva zum Todeszeitpunkt vorliegende Schulden.

In einer solchen Auskunftsaufforderung müssen folgende Angaben enthalten sein:

  • Name des Adressaten (Erbe),
  • Name des Erblassers,
  • Todeszeitpunkt des Erblassers, Zeitpunkt der Testamentseröffnung und Kenntnis des Pflichtteilsanspruchs,
  • Hinweis auf die Verpflichtung des Erben zur Auskunft aus § 2314 BGB,
  • Inhalt des gewünschten Nachlassverzeichnisses,
  • Hinweis auf rechtliche Schritte bei Nichtbeachtung des Schreibens,
  • Ort, Datum, Unterschrift.

Wenn Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen und Sie sind ein uneheliches Kind – welches den Erben unbekannt ist –, sollten Sie eine Geburts- oder Abstammungsurkunde beilegen. So wird Zweifeln an der Pflichtteilsberechtigung bereits im Vorfeld vorgebeugt und der Vorgang beschleunigt.

Ein Musterbrief zur Auskunftsaufforderung wird Ihnen hier kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Überlegen Sie, ob Sie den Adressaten dieses Auskunftsschreibens mit „du“ oder „Sie“ ansprechen wollen – wir stellen Ihnen für beide Möglichkeiten Vorlagen zur Verfügung.

 

3.3 Pflichtteil einfordern Musterbrief

Ist der Erbe der Auskunftsaufforderung nachgekommen, können Sie berechnen, welche Summe genau Ihnen aus Ihrem Pflichtteilsanspruch zusteht. Wie hoch der Pflichtteil ist, hängt vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Pflichtteilsberechtigtem ab. Der Pflichtteil beträgt dann immer die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Ausführlichere Informationen zur Höhe des Pflichtteils finden Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil berechnen“.

Nun kann der Erbe zur Auszahlung des Pflichtteils aufgefordert werden. Darum bitten können Sie ihn entweder bereits im Rahmen der Auskunftsaufforderung oder erst nach Erhalt seiner Antwort. Sie können ihm dann eine Frist setzen, bis zu welcher der Betrag auf dem im Schreiben hinterlegten Konto eingegangen sein muss. Auch können Sie Ihn darauf hinweisen, dass bei Verzug Zinsen in Höhe von 5 % über dem Basiszinssatz fällig werden.

Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil einfordern“.

Ein Musterbrief zur Einforderung des Pflichtteils wird Ihnen hier kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Überlegen Sie auch hier, ob Sie den Adressaten dieses Schreibens mit „du“ oder „Sie“ ansprechen wollen – wir stellen Ihnen für beide Möglichkeiten Vorlagen zur Verfügung.

 

3.4 Pflichtteil einklagen Musterbrief

Haben Sie die gewünschten Auskünfte über den Umfang des Nachlasses erhalten und hat der Erbe Ihnen den Pflichtteil trotz Aufforderung nicht ausgezahlt, können Sie ihn einklagen. Dafür müssen Sie zunächst eine Klage beim für Sie zuständigen Gericht einreichen. Wie Sie dabei vorgehen und was Sie beachten müssen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil einklagen“. 

Da jeder Fall unterschiedlich ist, kann kein allgemeingültiges Muster für eine solche Klageschrift zur Verfügung gestellt werden. Ihre Fragen zum Einklagen des Pflichtteils beantwortet Ihnen unser Anwalt für Erbrecht gern in einer kostenfreien Ersteinschätzung. 

 

4. Kosten

Fallen Kosten an, wenn Sie einen Pflichtteil einfordern mit Musterbrief, Muster & Vorlagen? Wenn ja, von wem sind diese zu tragen? Näheres dazu erfahren Sie im Folgenden.

 

4.1 Welche Kosten fallen an?

Ob Kosten für die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen anfallen, ist abhängig vom konkreten Fall und dem Stadium der Einforderung.

 

Auskunftsaufforderung und Einforderung des Pflichtteils

Grundsätzlich entstehen für das Verfassen der Auskunftsaufforderung keine Kosten – ebenso wenig für die Einforderung des Pflichtteils. Für postalische Zustellung der Schreiben fallen Portokosten an.

 

Anwaltliche Beratung

Erst, wenn für Auskunftsaufforderung und Einforderung des Pflichtteils ein Anwalt hinzugezogen wird, hat dieser Gebührenansprüche gemäß des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes. Die Höhe der Gebühren ist abhängig von der Höhe des Pflichtteils.

 

Prozesskosten

Zeigt sich der Erbe uneinsichtig, was Auskunft oder Auszahlung des Pflichtteils angeht, steht dem Pflichtteilsberechtigten der Weg über ein Gerichtsverfahren offen. Ein solcher Prozess löst ebenfalls Kosten aus. Deren Höhe bemisst sich – wie die Gebührenansprüche des Rechtsanwalts – nach der Höhe des zu erwartenden Pflichtteils.

 

4.2 Wer trägt die Kosten?

Von wem eventuell anfallende Kosten getragen werden müssen, lesen Sie im Folgenden.

 

Anwaltliche Beratung

Wird ein Anwalt mit der Durchsetzung von Auskunfts- und Pflichtteilsansprüchen beauftragt, sind seine Gebühren zunächst vom Pflichtteilsberechtigten zu tragen. Auslagen wie diese können unter Umständen nachträglich zurückgefordert werden.

Dafür müssten die Voraussetzungen der §§ 280 und 286 BGB erfüllt sein. Das wäre der Fall, wenn der Erbe mit der Begleichung des Pflichtteils selbstverschuldet in Verzug geraten und dem Pflichtteilsberechtigten so ein Schaden entstanden ist.

In einem solchen Fall würden bereits die Anwaltsgebühren einen Schaden darstellen – hätte der Erbe sich von vornherein einsichtig gezeigt, hätte der Pflichtteilsberechtigte keinen Anwalt beauftragen müssen. In Verzug geraten wäre der Erbe aber nur dann, wenn er nach Fälligkeit der Zahlung und darauffolgender Mahnung noch immer nicht bereit gewesen wäre, den Pflichtteil auszuzahlen.

Gemäß § 2317 BGB kann der Erbe aber recht schnell in Verzug geraten. Der Pflichtteilsanspruch entsteht schon mit dem Eintritt des Erbfalls. Fordert der Pflichtteilsberechtigte seinen Pflichtteil nach dem Tod des Erblassers unverzüglich schriftlich ein, wird der Erbe mit sofortiger Wirkung in Verzug gesetzt. Dann kommt nicht nur die Erstattung der Anwaltskosten auf ihn zu – auch Verzugszinsen müssen gezahlt werden. Letztere entstehen dem Erben als Teil des Verzugsschadens, den der Erbe durch eigenes Verschulden verursacht hat.

 

Prozesskosten

Musste der Pflichtteilsberechtigte seine Ansprüche vor Gericht einklagen, gilt wie immer im Zivilprozess: Wer verliert, muss zahlen. Konnte der Berechtigte also erfolgreich seinen Pflichtteil einfordern, muss der Erbe nicht nur den Pflichtteil zahlen sondern auch alle angefallenen Prozesskosten wie:

  • Gerichts-,
  • Anwalts-,
  • Sachverständigen-,
  • und Zeugenkosten beider Parteien.

Ausführlichere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil einklagen – wer trägt die Kosten?“.

 

5. Tipp: kostenfreie Ersteinschätzung im Erbrecht

Wurden Sie vom Erblasser aus dem Erbe ausgeschlossen oder haben weniger als Ihren Pflichtteil erhalten, können Sie Ihren Pflichtteilsanspruch mit oder ohne anwaltliche Hilfe durchsetzen. Dabei sind die richtige Vorgehensweise und eventuell entstehende Kosten zu beachten. Damit Sie sichergehen können, dass Sie alle wichtigen Punkte beachtet haben, bieten wir Ihnen eine auf Ihren Fall zugeschnittene kostenfreie Ersteinschätzung durch unseren Anwalt für Erbrecht an.

 

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen oder Ihr Rechtsproblem kostenfrei mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

Einfach das Rechtsproblem kurz schildern, absenden und noch am selben Tag eine kostenfreie telefonische Ersteinschätzung von unserem Rechtsanwalt erhalten. Advocado übernimmt dabei die Garantie für ausgezeichnete Beratung.

 

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