Patentrecherche: So funktioniert die Patentsuche
Patentrecherche: So funktioniert die Patentsuche
Sophie Suske
Beitrag von Sophie Suske
Redakteurin für Rechtsthemen
Aktualisiert am

... Patentanmeldung Patentrecherche

Die Patentrecherche ist der erste Schritt für die Anmeldung eines neuen Patents. Mit dieser Patentsuche finden Sie heraus, welche Erfindungen bereits geschützt sind und ob Sie Ihre Idee patentieren lassen können.

Die Patentdatenbanken sind umfangreich – die Bewertung der verschiedenen Patente kann ohne die Hilfe eines Profis schwierig sein.

Sollten Sie bei Ihrer Patentrecherche Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Partner-Anwälte der deutschlandweit renommierten Anwaltsplattform advocado zur Seite – inklusive einer kostenlosen Ersteinschätzung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt.

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Inhalt
  1. Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist
  2. 1. Was ist eine Patentrecherche?
  3. 2. Wie funktioniert eine Patentrecherche? | 5 Schritte
  4. 3. Welche Datenbanken gibt es für die Patentrecherche?
  5. 4. Was muss ich bei einer Patentsuche beachten?
  6. 5. Was kostet eine Patentrecherche?
  7. 6. Diese 4 Fehler bei der Patentsuche können Sie vermeiden
  8. 7. Häufige Missverständnisse aufgeklärt
Patent prüfen lassen

Patentrecherche: So funktioniert die Patentsuche

Patentrecherche: So funktioniert die Patentsuche

Die Patentrecherche ist der erste Schritt für die Anmeldung eines neuen Patents. Mit dieser Patentsuche finden Sie heraus, welche Erfindungen bereits geschützt sind und ob Sie Ihre Idee patentieren lassen können.

Die Patentdatenbanken sind umfangreich – die Bewertung der verschiedenen Patente kann ohne die Hilfe eines Profis schwierig sein.

Sollten Sie bei Ihrer Patentrecherche Unterstützung benötigen, stehen Ihnen die Partner-Anwälte der deutschlandweit renommierten Anwaltsplattform advocado zur Seite – inklusive einer kostenlosen Ersteinschätzung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt.

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Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist

So ordnen Sie Ihren Fall schnell ein

Patentrecherche ist die systematische Suche nach bereits veröffentlichten Patentdokumenten (und ggf. weiterer technischer Literatur), um den Stand der Technik zu Ihrer Erfindung zu finden und besser einzuordnen.

Gilt, wenn …

  • Sie eine Patentanmeldung vorbereiten und prüfen möchten, ob ähnliche Lösungen bereits veröffentlicht sind.
  • Sie wissen möchten, was Wettbewerber schützen (und wie sich Ihr Ansatz abgrenzen lässt).
  • Sie vor Entwicklung, Investition oder Markteintritt einschätzen wollen, ob Ihr Weg technisch „besetzt“ wirkt.

Sonderfall – hier reichen allgemeine Infos meist nicht:

  • Sie haben Ihre Lösung bereits öffentlich gezeigt (Pitch, Messe, Website, Paper, Social Media) → Neuheitsrisiko kann sofort relevant werden.
  • Sie planen einen Produktlaunch oder Vertrieb → neben Neuheit ist oft eine Freedom-to-operate (FTO)-/Verletzungsrisiko-Prüfung wichtig.
  • Es geht um mehrere Länder/Märkte → reine Deutschland-Recherche ist häufig zu kurz.

Wichtigste Frist, wenn internationale Optionen eine Rolle spielen:
Wenn Sie zuerst in Deutschland (oder einem anderen Land) anmelden und später in weiteren Ländern Schutz beanspruchen wollen, ist häufig das Prioritätsjahr von 12 Monaten ab Anmeldetag der ersten Anmeldung entscheidend.

Diese Informationen/Unterlagen helfen für eine gute Recherche:

  • kurze technische Beschreibung (Problem → Lösung → Vorteile), ggf. Skizzen/Zeichnungen
  • zentrale Merkmale/Varianten der Lösung (was ist „muss“, was ist „kann“?)
  • Stichwörter plus Synonyme/Umschreibungen (DE/EN/FR je nach Datenbank)
  • bekannte Wettbewerber/Produkte, evtl. schon gefundene Patentnummern
  • (falls möglich) passende IPC/CPC-Klassen als Suchanker

Häufigster Fehler: Nur nach Alltagsbegriffen zu suchen (ohne Synonyme/Klassifikation/Anspruchsmerkmale) – dadurch werden relevante Treffer leicht übersehen.

Fakt vs. Einzelfall: Was ist sicher – und wo kommt es wirklich darauf an?

Sicher ist:

  • Patentfähigkeit hängt im Kern von Neuheit, erfinderischer Tätigkeit und gewerblicher Anwendbarkeit ab.
  • Eine Recherche vor einer Anmeldung hilft, den Stand der Technik zu kennen und die eigene Lösung besser abzugrenzen.
  • Patentdatenbanken sind umfangreich – Treffer müssen inhaltlich eingeordnet werden (nicht nur Titel/Abstract lesen).

Kommt auf den Einzelfall an:

  • ob eine Eigenrecherche genügt oder ob eine vertiefte Recherche (z. B. mit FTO-Fokus) nötig ist
  • welche Länder/Märkte relevant sind (und damit, welche Datenquellen Sie zwingend brauchen)
  • wie eng die technische Abgrenzung erfolgen muss (z. B. bei „vollen“ Anspruchssätzen/Varianten)

1. Was ist eine Patentrecherche?

Wer seine Idee patentieren lassen möchte, muss seine Erfindung möglichst gut von anderen, bereits vorhandenen Patenten abgrenzen. Dies können Sie mit einer sorgfältigen Patentrecherche sicherstellen.

Durch eine strukturierte und systematische Suche in vorhandenen Patentdatenbanken können Sie sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik, bereits angemeldete Patente und die tatsächliche Neuheit Ihrer Erfindung verschaffen.

Warum ist eine Patentrecherche wichtig?

Um erfolgreich ein Patent anzumelden, muss die Erfindung neu sein und den sogenannten Stand der Technik überwinden. Mit der Patentrecherche können Sie ausschließen, dass es bereits ein Patent auf Ihre Erfindung gibt – denn dann wäre es nicht mehr neu und damit auch nicht schutzfähig.

Eine gründliche Recherche hat daher folgende Vorteile:

  • Sie erhalten einen Überblick zu ähnlichen Patenten von Mitbewerbern
  • Sie können die Kosten für die Anmeldung Ihres Patents senken, weil Sie das Risiko für eine Ablehnung des Patents minimieren.
  • Sie vermeiden, ältere Schutzrechte zu verletzen, die einen Unterlassungsanspruch und Schadensersatzforderungen bedeuten können.

2. Wie funktioniert eine Patentrecherche? | 5 Schritte

Der Ablauf einer Patentrecherche ist abhängig von der Erfindung und deren Entwicklungsstand. Typisch sind diese 5 Schritte:

Schritt 1: Suchziel festlegen

Klären Sie vorab, was Sie wirklich brauchen:

  • Neuheit/Abgrenzung (vor Anmeldung, vor Investitionen, zur Weiterentwicklung)
  • Wettbewerbs-/Technologieblick (Landscape, Monitoring)
  • FTO-Hinweise (erste Indizien – eine belastbare FTO ist meist deutlich aufwendiger)

Schritt 2: Suchbegriffe aufbauen (nicht nur „ein Wort“)

  • Kernbegriffe, Synonyme, Funktionsumschreibungen
  • englische Begriffe mitdenken (viele Datenbanken funktionieren damit am zuverlässigsten)
  • optional: Bauteile/Materialien/Anwendungsfelder ergänzen

Schritt 3: Mit Klassifikationen arbeiten (IPC/CPC)

Patentdokumente sind technischen Klassen zugeordnet. Wer die passende Klasse findet, kann sprachunabhängiger und oft treffsicherer recherchieren – besonders bei „Patent-typischer“ Sprache.

Schritt 4: Treffer bewerten: erst grob, dann tief

  • Grobcheck: Abstract, Zeichnungen, zentrale Begriffe
  • Tiefencheck: Ansprüche (Claims) und Beschreibung – dort steckt die eigentliche Abgrenzung

Schritt 5: Rechtsstand prüfen (wo verfügbar)

Ob ein Schutzrecht noch in Kraft ist, hängt u. a. von Verfahren und Gebühren ab. Für Entscheidungen (Launch/Investition) ist der Rechtsstand ein wichtiger Kontextfaktor.

Wann sollte man eine Patentrecherche durchführen?

Es kann sinnvoll sein, die Recherche spätestens vor der Anmeldung durchzuführen. In der Regel wird sie aber nicht nur einmal, sondern mehrmals durchgeführt:

  • Vor der Fertigstellung Ihrer Erfindung: Eine Patentrecherche in der Vorbereitungs- und Planungsphase Ihrer Erfindung kann sicherstellen, dass es Ihre Erfindung nicht schon gibt. Diese Rechercheform ist auch als „Neuheits-“ oder „Stand-der-Technik“-Recherche bekannt.
  • Unmittelbar vor der Anmeldung: Nach der Entwicklungsphase und unmittelbar vor der geplanten Patentierung können Sie eine erneute Patentrecherche durchführen. So können Sie ausschließen, dass in der Zwischenzeit schon jemand anderes Ihr Patent angemeldet hat.
  • Bei Nachbesserungen: Eine Patentrecherche nach Anmeldung des Patents wird meist durchgeführt, wenn nachträgliche Verbesserungen an der Erfindung geplant sind.

Wie kann ich mein Patent prüfen?

Eine erste Stand-der-Technik-Recherche in der Planungsphase Ihrer Erfindung verschafft Ihnen einen Überblick über die aktuelle Branchensituation und stellt sicher, dass Ihre Entwicklung nicht schon patentiert ist.

Diese Patentrecherche können Sie mithilfe einer Datenbank durchführen.

3. Welche Datenbanken gibt es für die Patentrecherche?

Espacenet (EPO)

Espacenet ist eine kostenlose Rechercheoberfläche des Europäischen Patentamts und enthält Daten zu über 150 Millionen Patentdokumenten weltweit.
Für die weltweite Suche müssen Keywords häufig englisch gewählt werden; in bestimmten Datenbanken (z. B. EP/WIPO) sind auch Deutsch/Französisch möglich.

Gut geeignet für: erste Neuheitsrecherche, internationale Orientierung, Zitierketten, schnelle Sichtung.

DPMAregister (Deutschland)

DPMAregister ist das Register für deutsche Schutzrechte/Verfahrensstände (je nach Eintrag und Datenlage besonders hilfreich für Status-Informationen und Dokumentenverwaltung).

Gut geeignet für: deutsche Akten/Verfahrensstände, gezielte Recherche nach Anmeldern/Nummern.

DEPATISnet (DPMA)

DEPATISnet ist eine kostenlose Recherchedatenbank des DPMA mit über 160 Millionen Patentveröffentlichungen und wird ausdrücklich auch für Stand-der-Technik- und FTO-Recherchen genannt.

Gut geeignet für: vertiefte Recherche, systematisches Arbeiten, FTO-Indizien (je nach Vorgehen).

Europäisches Patentregister (EPO)

Das europäische Register ist besonders wertvoll, wenn Sie den Verfahrens-/Rechtsstand europäischer Patente nachvollziehen möchten (Aktenlage, Verfahrensereignisse, Dokumente).

Kommerzielle Tools (Beispiel: Octimine)

Neben öffentlichen Datenbanken gibt es kommerzielle Recherche-Tools, die z. B. semantische Suche, Monitoring oder Analysefunktionen anbieten. Octimine wird als kommerzielle Plattform beschrieben, die sich testen lässt (mit sehr begrenzter kostenloser Version/Trial).

Gut geeignet für: schnellere Vorfilterung, Monitoring/Analysen – abhängig vom konkreten Tool und Budget.

4. Was muss ich bei einer Patentsuche beachten?

Die Herausforderung einer sorgfältigen Patentrecherche liegt insbesondere im Filtern der hohen Anzahl an Ergebnissen.

Um zu beurteilen, ob Sie Ihre Erfindung schützen lassen können, können Sie sich zu Ihren Ergebnissen folgende Fragen stellen:

  • Erfahre ich durch Stichworte und Einträge in der Patentliteratur, dass meine Erfindung neu ist und den Stand der Technik überwindet?
  • Welche Informationen habe ich über Schutzrechte meiner Wettbewerber erfahren und lassen diese sich womöglich anfechten?
  • Habe ich etwas über die Produkte meiner Konkurrenten erfahren und lohnt es sich überhaupt, mit meiner Erfindung in diesen Markt einzusteigen?
  • Habe ich Stichwörter verwendet, die im direkten Zusammenhang mit meiner Erfindung stehen, und zusätzlich nach Synonymen und Umschreibungen gesucht?

Für die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse sind oft statistische Methoden notwendig, die meist nur kostenpflichtige Datenbanken oder professionelle Unterstützung bereitstellen können.

Wer kann mir helfen?

Wer die Patentsuche nicht selbstständig durchführen möchte oder dabei Unterstützung benötigt, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Rechercheantrag beim DPMA stellen: Das Patentamt prüft dann kostenpflichtig die Schutzfähigkeit Ihrer angemeldeten Erfindung und erstellt einen ausführlichen Recherchebericht – die Ergebnisse müssen Sie dennoch selbst interpretieren.
  • Anwalt mit der Suche beauftragen: Für eine professionelle Recherche können Sie einen Anwalt beauftragen. Ein Anwalt für Patentrecht ein Patentanwalt kann Ihnen z. B. dabei helfen, die Ergebnisse rechtssicher zu interpretieren und festzustellen, ob Ihre Erfindung als Patent schutzfähig ist.
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5. Was kostet eine Patentrecherche?

Die genauen Kosten der Patentrecherche hängen vom Vorgehen und der genutzten Datenbank ab. Mögliche sind folgende Kosten:

  • Eigenrecherche: meist keine Datenbankkosten (öffentliche Datenbanken), dafür Zeitaufwand.
  • Rechercheantrag beim DPMA: Für ein deutsches Patentverfahren können Sie einen Rechercheantrag stellen. Der Rechercheantrag beim DPMA kostet 300 Euro.
  • Professionelle Unterstützung: Kosten hängen stark vom Umfang (Technikgebiet, Tiefe, Länder, FTO-Fokus, Zeitdruck) und der Honorarvereinbarung ab – pauschale Beträge sind ohne Einzelfall nicht seriös.

6. Diese 4 Fehler bei der Patentsuche können Sie vermeiden

Patentrecherchen können Zeit und Geld sparen. Damit sich der Arbeitsaufwand auch lohnt, können Sie die folgenden 4 Fehler vermeiden:

1. Patentrecherche zu oberflächlich durchführen

Wenn Ihre Patentrecherche zu oberflächlich ist, könnten Sie wichtige Details übersehen, was zu einer Ablehnung Ihres Patents führen kann. Im schlimmsten Fall kann das Unterlassungs- und Schadensersatzforderungen bedeuten, wenn Sie die Schutzrechte anderer Patentinhaber verletzen.

2. Patentrecherche zu spät durchführen

Eine ausführliche Patentrecherche kann bis zu 10 Monate dauern. Je länger die Recherche dauert, desto höher ist das Risiko, dass jemand anderes eine sehr ähnliche Erfindung anmeldet – dann ist Ihre Erfindung nicht mehr neu und lässt sich nicht patentieren.

3. Nur kostenlose Datenbanken nutzen

Öffentliche Datenbanken sind zwar kostenlos, aber ihre Quellen und ihr Funktionsumfang reichen unter Umständen nicht für eine detaillierte, professionelle Patentrecherche aus. Kostenpflichtige Datenbanken sind umfangreicher. Neben der Patentliteratur stellen sie auch Artikel in wissenschaftlichen Zeitungen und Kongressartikel zur Verfügung.

4. Patentrecherche ohne Hilfe durchführen

Vor allem wenn Sie noch keine Erfahrungen mit der Recherche haben, kann es riskant sein, die Patentrecherche selbstständig durchzuführen. Die richtige Einordnung der Ergebnisse kann ohne professionelle Hilfe schwierig sein.

Anwalt kontaktieren

So kann ein Anwalt Ihnen helfen:

  • Ihr Patent auf Schutzfähigkeit prüfen
  • Umfassende Patentsuche
  • Zugang für kostenpflichtige Recherchedatenbanken
  • Fehler bei der Recherche und damit eine Patentverletzung vermeiden
  • Patentanmeldung absichern
  • Alternativen zum Patent abwägen (z. B. Gebrauchsmuster anmelden)

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 550 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden Information für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

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Beispiel-Fälle zur Orientierung

Fall 1: Solo-Erfinderin vor erster Anmeldung

Ausgangslage: Mechanische Verbesserung an einem Alltagsprodukt, erste Skizzen und Prototyp vorhanden.
Vorgehen: Stichwort-/Synonymsuche (DE/EN), passende IPC-Klasse gesucht, 30 relevante Treffer in Espacenet vertieft (Ansprüche/Zeichnungen).
Ergebnis: Mehrere ähnliche Lösungen gefunden; Abgrenzungsmerkmale wurden klarer – Entscheidung: technische Variante nachschärfen, bevor Anmeldungsunterlagen finalisiert werden.
Learning: Die entscheidenden Unterschiede stehen oft erst in den Ansprüchen, nicht im Titel.

Fall 2: Startup vor Pitch

Ausgangslage: Software-nahe Erfindung mit Hardware-Anteil, Investorengespräch in 6 Wochen.
Vorgehen: Breite Recherche (Keywords + Funktionsumschreibungen), anschließend Klassifikations-gestützte Suche; zusätzlich erster Blick auf mögliche Blocker-Patente im Zielmarkt.
Ergebnis: „Neuheit“ wirkt nicht offensichtlich ausgeschlossen, aber mehrere Schutzrechte Dritter könnten den Launch beeinflussen → FTO-Fragen priorisiert.
Learning: Patentfähigkeit und Marktfreiheit sind zwei unterschiedliche Prüfpfade.

Fall 3: Mittelständler vor Produktlaunch

Ausgangslage: Serienprodukt soll in der EU eingeführt werden; Wettbewerber sind bekannt.
Vorgehen: DEPATISnet-Recherche zu Wettbewerbern/Technikfeld, Monitoring-Set-up; Status-Check im Register für Schlüsselrechte.
Ergebnis: Relevante Schutzrechtsfamilien identifiziert; für einzelne Länder wird vertieft geprüft, wie der Rechtsstand und Anspruchsumfang zu bewerten ist.
Learning: Länder- und Statusfragen sind bei Launch-Entscheidungen oft mindestens so wichtig wie die reine Trefferliste.

7. Häufige Missverständnisse aufgeklärt

Richtig ist: Suchlogik, Sprache, Synonyme und Klassifikationen beeinflussen Treffer massiv.
Was ist zu prüfen: Alternative Begriffe, IPC/CPC-Klassen, weitere Datenbanken, Zitationsnetzwerke.

Richtig ist: Für Marktfreiheit ist häufig eine FTO-Betrachtung nötig (anderes Suchziel).
Was ist zu prüfen: Zielmärkte, relevante Wettbewerber, Rechtsstand, Anspruchsumfang.

Richtig ist: Öffentliche Datenbanken sind stark – bei komplexen Fällen können Analyse/Monitoring-Tools oder fachliche Unterstützung Zeit sparen.
Was ist zu prüfen: Umfang der Treffer, Zeitbudget, Risiko Ihrer Entscheidung (Anmeldung/Launch/Investment).

Richtig ist: Ein Bericht ist ein wichtiges Indiz und Arbeitsinstrument – die rechtliche/strategische Bewertung folgt daraus nicht automatisch.
Was ist zu prüfen: Abgrenzungsmerkmale, Anspruchsstrategie, weitere Veröffentlichungen, formale Anforderungen.

Transparenz-Hinweis

Dieser Beitrag informiert über die Rechtslage in Deutschland (Stand: 27.05.2026). Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen

  • DPMA – Schutzvoraussetzungen (PatG § 1): Neuheit, erfinderische Tätigkeit, gewerbliche Anwendbarkeit
  • DPMA – Patentgebühren (u. a. Rechercheantragsgebühr 300 €)
  • DPMA – DEPATISnet (über 160 Mio. Patentveröffentlichungen; geeignet für Stand-der-Technik & FTO)
  • EPO – Espacenet (über 150 Mio. Patentdokumente)

Letzte Aktualisierung

27.05.2026

  • Am Anfang steht jetzt ein kurzer „Schnell-Check“, damit man sofort weiß, ob das Thema den eigenen Fall betrifft und was man als Nächstes braucht.
  • Es ist klarer getrennt, was eine Recherche sicher leisten kann – und wo man für eine verlässliche Entscheidung genauer hinschauen muss.
  • Die wichtigsten Datenbanken und Zahlen wurden aktualisiert und verständlicher eingeordnet.
  • Statt klassischer FAQ gibt es typische Irrtümer mit kurzer Klarstellung und „Was sollten Sie prüfen?“.
 
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Sophie Suske
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