Schmerzensgeld beantragen, einfordern & erfolgreich geltend machen

Schmerzensgeld beantragen, einfordern & erfolgreich geltend machen

 von Marie Nitschmann (jur. Redaktion)
Schmerzensgeld beantragen, einfordern & erfolgreich geltend machen
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  1. Was ist Schmerzensgeld?
  2. Wie viel Schmerzensgeld steht mir zu?
  3. Fristen bei der Einforderung von Schmerzensgeld
  4. Schmerzensgeld beantragen …
  5. Letzter Ausweg: Schmerzensgeld vor Gericht einfordern
  6. Fallen Kosten beim Antrag auf Schmerzensgeld an?
  7. Zusammenfassung: Das sollten Sie beachten
  8. Tipp: kostenfreie Chancenbewertung zur Schmerzensgeldforderung

In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., worauf Sie achten sollten, wenn Sie Schmerzensgeld beantragen wollen, und was es für Sie bedeutet, es mit oder ohne Anwalt einzufordern. Zudem geben wir Ihnen Hinweise, was Sie tun können, wenn die gegnerische Versicherung Ihnen kein Schmerzensgeld zahlen will.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Sofern Sie mit anwaltlicher Unterstützung Ihr Schmerzensgeld geltend machen wollen, kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Schmerzensgeld.

► Im Rahmen des Erstgesprächs prüfen wir die rechtliche Lage, die konkrete Höhe des Schmerzensgeldanspruchs und Ihre Erfolgsaussichten für eine Geltendmachung dessen. So gewährleisten wir, dass wir Sie in keinen unnötigen oder aussichtslosen Rechtsstreit schicken. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche beauftragen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Was ist Schmerzensgeld?

Unter Schmerzensgeld wird im Allgemeinen eine finanzielle Entschädigung für immaterielle Schäden verstanden – beispielsweise für körperliche Verletzungen oder psychische Beeinträchtigungen. Dem Schmerzensgeld kommen dabei grundsätzlich zwei Funktionen für den Geschädigten zu: Mittels der Ausgleichs- bzw. Schadensersatzfunktion sollen die entstandenen Schmerzen besser verkraftet und mit Geld aufgewogen werden. Durch die Genugtuungsfunktion soll der Schädiger zur Rechenschaft gezogen werden.


Wann steht Ihnen Schmerzensgeld zu?

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld kann zum Beispiel bestehen, wenn der Geschädigte Opfer eines Autounfalls, einer körperlichen oder sexuellen Misshandlung oder ärztlichen Fehlbehandlung geworden ist. Der Schaden muss also immateriell vorliegen. Wurde z. B. Ihr Auto beschädigt, handelt es sich um einen materiellen Schaden. Dafür können Sie zwar einen Schadensersatz fordern, jedoch kein Schmerzensgeld.

Damit Schmerzensgeld ausgezahlt wird, muss es vom Geschädigten eingefordert werden. Wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in den nächsten Kapiteln.

 

LINK-TIPP:

Weitere ausführliche Informationen zum Thema „Schmerzensgeld“, welche sonstigen Schäden ersetzt werden und viele weitere nützliche Informationen, lesen Sie in unserem allgemeinen Beitrag zu Schmerzensgeld.

Sind Sie Opfer eines Schleudertraumas geworden und möchten wissen, wie viel Schmerzensgeld Ihnen zusteht und was bei der Beantragung zu beachten ist? Antworten finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag zu Schmerzensgeld bei Schleudertrauma.

 

2. Wie viel Schmerzensgeld steht mir zu?

Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt grundsätzlich immer von den erlittenen Schäden und den daraus resultierenden Folgen für den Betroffenen ab. Bei der Berechnung einer konkreten Schmerzensgeldsumme werden sogenannte Schmerzensgeldtabellen zur Orientierung herangezogen. In diesen sind verschiedene Gerichtsurteile zu Schmerzensgeldern bei bestimmten immateriellen Schäden zusammengefasst. Allerdings sind diese nicht bindend – der individuelle Einzelfall muss in diesem Zusammenhang stets besondere Berücksichtigung finden.

 

ACHTUNG: Eine zu hohe Schmerzensgeldforderung gefährdet Ihren Anspruch!

Fordern Sie ein zu hohes Schmerzensgeld, kann Ihnen das u. a. vor Gericht als versuchte Bereicherung vorgeworfen werden. Im schlimmsten Fall haben Sie dann keinen Anspruch mehr auf Schmerzensgeld.

 

Nachfolgend haben wir Ihnen relevante Urteile zum Schmerzensgeld bei verschiedenen immateriellen Schäden zusammengestellt:

Verletzung

Schmerzens­geld

Urteil

Prellung der linken Schulter nach Motorradunfall

800 Euro

LG Detmold, 2016

Sehnenriss im Oberarm nach Sportunfall

1.000 Euro

LG Schwein­furt, 2010

Amputation Endglied linker Zeigefinger nach Hundebiss

5.000 Euro

OLG Hamm, 2011

Schulterverletzung, zweijährige Beeinträchti­gungen, tägliche Einnahme von Schmerzmitteln, regelmäßige Cortison-Spritzen aufgrund Fahrradunfalls

7.500 Euro

OLG Karls­ruhe, 2012

Systematische Persönlichkeits­verletzung vom Arbeitnehmer in 34 Fällen über ein Jahr hinweg aufgrund Mobbings

17.500 Euro

ArbG. Eise­nach, 2005

Um durch eine zu hohe Schmerzensgeld­forderung Ihren Anspruch nicht zu gefährden, sollte ein erfahrener und spezialisierter Anwalt Ihren individuellen Einzelfall prüfen, um ein angemessenes Schmerzensgeld zu bestimmen und durchzusetzen. Haben Sie übrigens einen rechtmäßigen Anspruch auf Schmerzens­geld und setzen diesen erfolgreich durch, übernimmt die Gegenseite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten. Hier Fall schildern & Anspruch prüfen lassen.

Auszubildender erleidet Hornhautverletz­ung und Oberlidrand­verletzung am linken Auge aufgrund Treffers mit von Kollegen geworfenen Wuchtgewichts durch Arbeitsunfall

25.000 Euro

LG Hessen, 2013

Krankenhauspatient infiziert sich aufgrund nicht beachteter Hygienevorschriften mit multiresistenten Staphylokokken

40.000 Euro

OLG Hamm, 2013

Mehrfache lebensbedrohliche sadistische Gewaltanwendung über 6 Monate

51.000 Euro

LG Frank­furt, 1998

Unterschenkelfraktu­ren, Schnittwunden, posttraumatische
Belastungsstörung, Angstzustände durch vorsätzliche Körperverletzung

75.000 Euro

LG Düssel­dorf, 2010

Verurteilung zu mehrjähriger Freiheitsstrafe aufgrund falschen Gutachtens

150.000 Euro

OLG Frankfurt a. M., 2007

 

3. Fristen bei der Einforderung von Schmerzensgeld

Grundsätzlich beträgt die Regelverjährung beim Schmerzensgeld drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Entstand Ihr Anspruch z. B. am 10.07.2018, beginnt die Frist erst am 31.12.2018 und läuft bis Ende 2021.
Das bedeutet dennoch, dass Sie nicht allzu viel Zeit vergehen lassen sollten, wenn Sie Schmerzensgeld beantragen wollen – nach Ablauf der Frist haben Sie keinerlei Ansprüche mehr.

Eine Ausnahme können die Spätfolgen eines Unfalls oder anderer Übergriffe darstellen. Wenn diese innerhalb von drei Jahren nach Bekanntwerden angezeigt werden und von einem Arzt nachweislich auf die damalige Schädigung zurückgeführt wurden, gibt es weiterhin eine Chance auf Schmerzensgeld. Dies wird allerdings je nach Einzelfall entschieden.

 

4. Schmerzensgeld beantragen …

Ihr Schmerzensgeld können Sie entweder mit oder ohne Anwalt beantragen. Auch bei einer außergerichtlichen Einigung lohnt sich in der Regel die Hinzuziehung rechtlicher Unterstützung zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Sofern Sie keinerlei Schuld tragen, sind Ihre Anwaltskosten eine grundsätzlich anerkannte Schadensposition und müssen somit von der gegnerischen Seite mitgetragen werden. Das heißt, dass Ihnen in der Regel keine Kosten für die anwaltliche Vertretung entstehen.

 

Außergerichtlich Schmerzensgeld beantragen einfordern geltend machen

 

Wenn Sie Schmerzensgeld mit einem Anwalt beantragen, sieht der außergerichtliche Ablauf im Allgemeinen folgendermaßen aus:

  • Anzeige bei der Polizei,
  • Arztbesuch und eventuell Krankschreibung sowie andere Nachweise über die Beeinträchtigungen,
  • Sammlung aller relevanten Dokumente,
  • Beratungsgespräch mit Ihrem Anwalt,
  • Kontakt mit der gegnerischen Versicherung und Mitteilung über die Höhe der Schmerzensgeld-Forderung,
  • ggf. Mahnung an die Versicherung bei Überschreitung einer festgelegten Frist,
  • Einigung mit der gegnerischen Versicherung oder
  • bei keiner Einigung: Einleitung eines Klageprozesses.

Was die Unterschiede zwischen einem Antrag mit oder ohne Anwalt sind und welche Vor- und Nachteile damit einhergehen, erfahren Sie im Folgenden.

 

4.1 … ohne Anwalt

Wollen Sie Schmerzensgeld einfordern, können Sie selbstständig einen Antrag bei der gegnerischen Versicherung einreichen. Ist diese kooperativ, dürften keine Probleme auftreten. In vielen Fällen gestalten sich die Verhandlungen jedoch schwierig.

 

ACHTUNG

Der selbstständige Antrag ist schwierig, weil die Versicherungen es den Geschädigten nicht selten schwer machen, ein angemessenes Schmerzensgeld zu erhalten. Alle rechtlichen Angelegenheiten müssen selbstständig geregelt werden – Sie müssen beispielsweise auf Anfrage der gegnerischen Versicherung eine Schätzung vorlegen, wie hoch das Schmerzensgeld ausfallen soll und alle Verhandlungen selbst führen. Deshalb ist es in den meisten Fällen ratsam, die Hilfe eines Anwalts in Anspruch zu nehmen.

 

Was Sie bei einem Antrag auf Schmerzensgeld ohne Anwalt beachten müssen und welche Inhalte besonders wichtig sind, erfahren Sie jetzt.

 

4.1.1 Wichtige Dokumente für den Antrag auf Schmerzensgeld

Wenn Sie Schmerzensgeld beantragen möchten, sollten Sie möglichst detaillierte Beweisdokumente über den Unfall und Ihre daraus resultierende Verletzung sammeln und diese der gegnerischen Versicherung sowie eventuell später dem Gericht vorlegen. Zu diesen Dokumenten zählen:

  • die Krankschreibung,
  • Nachweise über ärztliche Behandlungen,
  • eventuell Angaben über ein Mitverschulden,
  • Angaben über den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit,
  • Nachweise zum Zeitraum und der Höhe der verminderten Erwerbsfähigkeit,
  • Angaben zum Verschulden des Schädigers/Unfallverursachers und
  • ggf. polizeiliche Angaben zum Unfall.

 

HINWEIS

Lassen Sie sich stets alle ärztlichen Behandlungen bescheinigen und sammeln Sie auch alle sonstigen Unterlagen, die mit dem Unfall/dem immateriellen Schaden in Verbindung stehen – diese können der Versicherung oder wenn nötig dem Zivilgericht als Nachweise für Ihren Schaden vorgelegt werden. Damit unterstützen Sie die Entscheidungsfindung des Gerichts und haben zudem höhere Erfolgschancen auf ein angemessenes Schmerzensgeld.

 

4.1.2 Muster  für die Beantragung von Schmerzensgeld

Entscheiden Sie sich dafür, das Schmerzensgeld selbstständig einzufordern, müssen folgende Angaben unbedingt Teil des Antrags sein:

    Ihre Anschrift (Geschädigter),
    die Anschrift der gegnerischen Versicherung,
    der Name des Schädigers,
    das Anliegen (Antrag auf Schmerzensgeld vom Schädiger an den Geschädigten),
    Mithaftungsquote des Geschädigten,
    Einschätzung über ein angemessenes Schmerzensgeld,
    Begründungen (die bereits genannten Dokumente und Nachweise).

Auch wenn Sie einen Anwalt beauftragen, müssen die eben genannten Nachweise erbracht werden. In diesem Fall wird Ihr Anwalt Sie aber dabei unterstützen und Ihnen mitteilen, welche Angaben in Ihrem individuellen Fall relevant sind.
Welche Nachweise die Erfolgschance auf ein angemessenes Schmerzensgeld erhöhen und wie hoch das Schmerzensgeld angesetzt werden sollte, kann ein spezialisierter Anwalt ebenfalls exakt ermitteln.

 

4.1.3 Erfolgschancen

Wurden Sie unverschuldet Opfer eines Unfalls, sind Ihre Chancen auf Schmerzensgeld grundsätzlich hoch. Doch kann es vorkommen, dass die gegnerischen Versicherungen versuchen, Fallstricke in die Verhandlungen einzubauen, um das Schmerzensgeld deutlich niedriger zu halten. Wollen Sie sich rechtlich absichern und ein angemessenes Schmerzensgeld erhalten, sollten Sie sich deshalb anwaltliche Unterstützung hinzuholen. Welche Vorteile ein Anwalt außerdem für Sie haben kann und wie sich Ihre Erfolgschancen dadurch verändern, erfahren Sie im Folgenden. 

 

4.2 ... mit Anwalt

4.2.1 Vorteile einer rechtlichen Hilfe

Wenn Sie Schmerzensgeld beantragen möchten, können Sie eine rechtliche Beratung in Anspruch nehmen und haben dadurch verschiedene Vorteile gegenüber der eigenständigen Beantragung. In den meisten Fällen bietet ein Anwalt Ihnen unter anderem diese Vorteile:

✓    Sie können sich voll und ganz auf Ihre Genesung konzentrieren und müssen sich nicht um rechtliche
      Angelegenheiten kümmern,
    Absicherung vor Fallstricken durch die gegnerische Versicherung,
    rechtliche Beratung bezüglich Ihrer Erfolgschancen,
    Einschätzung einer angemessenen Forderung von Schmerzensgeld,
    in den meisten Fällen ein höheres Schmerzensgeld als bei einer Einforderung ohne Anwalt,
    die Kosten für den Anwalt werden bei einem erfolgreich durchgeführten Verfahren von der gegnerischen Partei übernommen.

Der größte Vorteil anwaltlicher Betreuung liegt aber in den deutlich höheren Erfolgschancen für ein angemessenes Schmerzensgeld.

 

4.2.2 Erfolgschancen

Ein Anwalt ist in einigen Fällen zwar nicht unbedingt nötig – trotzdem werden durch einen Rechtsbeistand Ihre Erfolgschancen grundsätzlich erhöht und das Schmerzensgeld fällt in den meisten Fällen deutlich höher aus als bei einer eigenständigen Einforderung.

Selbst wenn Sie die Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung außergerichtlich führen, kann ein Anwalt helfen und Ihre Interessen gegenüber der Versicherung optimal vertreten. Dafür ist es ratsam, dass Sie Ihren Anwalt von Anfang an involvieren, damit er die Verhandlungen mit der gegnerischen Versicherung leiten und eine angemessene Schmerzensgeld-Forderung stellen kann. Denn setzen Sie z. B. das Schmerzensgeld eigenständig zu hoch oder zu niedrig an, kann sich die Verhandlung mit der Versicherung (auch mit einem Anwalt) im späteren Verlauf schwieriger gestalten.

Wollen Sie also eine angemessene Summe als Schmerzensgeld erhalten und Fallstricke durch die Versicherung umgehen, sollten Sie rechtlichen Beistand einholen.

 

Schmerzensgeld beantragen & erfolgreich geltend machen

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Sie möchten Ihr Schmerzensgeld mit einem Anwalt beantragen? Niemand möchte einen aussichtslosen Rechtsstreit führen. Deswegen prüfen wir – im Rahmen eines unverbindlichen Erstgesprächs – Ihre Erfolgsaussichten, um Ihnen eine wirtschaftlich richtige Empfehlung für das gemeinsame Vorgehen zu geben. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihrer Angelegenheit beauftragen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

5. Letzter Ausweg: Schmerzensgeld vor Gericht einfordern

Wenn die gegnerische Seite selbst nach einer gesetzten Frist kein oder ein zu geringes Schmerzensgeld zahlen will, sollten Sie sich von einem Anwalt vertreten lassen, der Schmerzensgeld vor Gericht einklagen kann.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen dazu, wie Sie Schmerzensgeld vor Gericht einfordern, finden Sie in unserem Beitrag Schmerzensgeld einklagen.

 

5.1 Welches Gericht ist zuständig?

Grundsätzlich sind alle Forderungen auf Schmerzensgeld bürgerliche Rechtsstreitigkeiten (bzw. Zivilangelegenheiten) und werden deshalb vor einem Zivilgericht eingeklagt – also z. B. bei einem Amts- oder Landesgericht.

 

5.2 Prozessablauf beim Schmerzensgeld-Antrag

Schmerzensgeld beantragen einfordern geltend machen

 

Grundsätzlich erwartet Sie bei einer Klage auf Schmerzensgeld vor dem Zivilgericht folgender Ablauf:

  • Beratungsgespräch mit Ihrem Anwalt,
  • Versuch einer außergerichtlichen Durchsetzung von Schmerzensgeld-Zahlungen,
  • ggf. Mahnung an die Versicherung bei Überschreitung einer festgelegten Frist,
  • Klage vor dem Zivilgericht,
  • Zahlung eines Gerichtskostenvorschusses*,
  • Beginn des Klageprozesses mit der Zustellung der Klage an die gegnerische Partei,
  • Verhandlungen über den Klage-Gegenstand,
  • Entscheidung des Gerichts.

Der Ablauf klingt zunächst komplex – Sie sollten jedoch beachten, dass Ihr Anwalt sich um die rechtlichen Angelegenheiten kümmert und Sie sich deshalb nach der Auftragserteilung nicht mehr selbst um die Durchsetzung Ihrer Forderungen kümmern müssen. Sie besprechen mit Ihrem Anwalt lediglich Ihre Erwartungen an den Prozess und die geforderte Höhe des Schmerzensgeldes und stellen ihm die Dokumente zur Verfügung, die als Beweise dienen.

* Gerichtskostenvorschuss = die gesetzliche Pflicht, bei festgelegten Verfahren die Gerichtskosten bereits mit der Einreichung der Klage zu entrichten. Ggf. (meist bei gewonnenem Prozess) werden die Kosten von der gegnerischen Klagepartei oder dem Gericht selbst nachträglich übernommen (§ 6 Gerichtskostengesetz). Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, übernimmt diese den Gerichtskostenvorschuss.

 

6. Fallen Kosten beim Antrag auf Schmerzensgeld an?

Wollen Sie Schmerzensgeld geltend machen, können die Kosten unterschiedlich ausfallen – je nachdem ob Sie außergerichtlich oder gerichtlich vorgehen.

 

Kosten bei einer außergerichtlichen Einigung

Wie bereits erwähnt, empfehlen wir, von Anfang an einen Anwalt zur Unterstützung hinzuzuziehen, wenn Sie Schmerzensgeld beantragen wollen. Dieser kann Ihnen auch außergerichtlich alle rechtlichen Angelegenheiten abnehmen. Ihr Vorteil: Die Kosten für Ihren Anwalt übernimmt bei einer außergerichtlichen Einigung grundsätzlich die gegnerische Versicherung – Sie brauchen i. d. R. also keine Kosten für eine rechtliche Beratung befürchten.

Wollen Sie sich eigenständig und ohne rechtliche Hilfe mit der gegnerischen Versicherung einigen und ein Schmerzensgeld festlegen, kommen zwar keine Kosten auf Sie zu – allerdings müssen Sie in diesem Fall damit rechnen, dass es schwer ist, ein angemessenes Schmerzensgeld zu vereinbaren.  

 

Kosten bei einem Klageprozess

Reagiert die gegnerische Versicherung nicht auf Ihr Anliegen oder möchte Ihnen nur ein geringes Schmerzensgeld auszahlen, lohnt sich eine Klage mithilfe eines Anwalts. Damit diese bearbeitet wird, muss wie oben erklärt ein Gerichtskostenvorschuss geleistet werden.

Bei den Anwaltskosten und dem Gerichtskostenvorschuss handelt es sich grundsätzlich um anerkannte Schadenspositionen, die von der gegnerischen Seite mitgetragen werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Schuld Ihres Gegners festgestellt wird.

 

7. Zusammenfassung: Das sollten Sie beachten

Wenn Sie Schmerzensgeld beantragen, sollten Sie einige Dinge beachten. Sie können das Schmerzensgeld zwar eigenständig einfordern, grundsätzlich fällt es aber höher aus, wenn Sie einen Anwalt beauftragen. Dieser kann Sie außerdem in allen rechtlichen Angelegenheiten beraten und auch Ihre Erfolgschancen vor Gericht einschätzen.

Sie sollten nach einem Unfall alle Dokumente, die mit diesem in Verbindung stehen, aufbewahren und der gegnerischen Versicherung bzw. dem Gericht vorlegen. Außerdem muss der Antrag auf Schmerzensgeld fristgerecht innerhalb von drei Jahren nach dem Unfall gestellt werden und alle oben genannten wichtigen Daten und Dokumente beinhalten.

Wie wir Sie anwaltlich beim Schmerzensgeld-Antrag unterstützen können und warum Sie mit uns zusammenarbeiten sollten, erfahren Sie im abschließenden Kapitel.

 

8. Tipp: kostenfreie Chancenbewertung zur Schmerzensgeldforderung

Sind Sie beispielsweise Opfer eines Unfalls geworden und haben Beeinträchtigungen aus diesem erlitten, steht Ihnen je nach Ausmaß der Folgen ein Schmerzensgeld zu. Dieses muss allerdings aktiv eingefordert werden. Einer unserer Anwälte erklärt Ihnen gern, wie hoch Ihr Anspruch ausfallen sollte, und hilft Ihnen dabei, Ihr Schmerzensgeld bei der gegnerischen Seite zu beantragen.

► Im Rahmen des Erstgesprächs prüfen wir die rechtliche Lage und Ihre Erfolgsaussichten, da wir Sie in keinen unnötigen Rechtsstreit schicken möchten. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Anspruchs beauftragen.

► Für eine kostenfreie Chancenbewertung machen Sie bitte kurz Angaben zum Vorfall, für den Sie Schmerzensgeld beantragen wollen. Falls Sie bereits ärztliche Befunde haben, können Sie diese ebenfalls in unserem verschlüsselten System hochladen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

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Marie Nitschmann
Ein Artikel von Marie Nitschmann aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Marie Nitschmann stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Marie großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

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