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Abfindung bei Kündigung: So profitieren Arbeitnehmer von der Entschädigung

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Zusammenfassung

Arbeitnehmer, die nach vielen Jahren der Betriebszugehörigkeit plötzlich die Kündigung erhalten, können unter Umständen von einer Abfindung profitieren. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht zwar nur bei betriebsbedingter Entlassung – Arbeitnehmer haben aber auch in anderen Fällen die Chance auf eine Zahlung des Arbeitgebers.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Anspruch auf eine Abfindung bei Kündigung besteht nur in bestimmten Fällen.
  • Durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Sozialplan kann sich ein Anspruch ergeben.
  • Die Höhe der Abfindung ist meist Verhandlungssache.
  • Die Beratung durch einen Anwalt kann sinnvoll sein, um die eigenen Möglichkeiten auszuloten.

 

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Mit unserem Abfindungsrechner können Sie die Höhe einer möglichen Abfindung nach einer Kündigung schnell und einfach berechnen.

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Ratgeber Mockup

1. Wann bekommt man eine Abfindung bei Kündigung?

Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung bei einer ordentlichen Kündigung oder im Zusammenhang mit einem Aufhebungsvertrag. In bestimmten Fällen steht gekündigten Arbeitnehmer aber trotzdem eine Abfindung zu:

  • Der Arbeits- oder Tarifvertrag sieht eine Abfindung vor
  • Es ist eine Sozialplan-Abfindung vorgesehen
  • Es wurde eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen
  • Der Arbeitnehmer kündigt wegen vertragswidrigen Verhaltens des Arbeitgebers

Eine Abfindung bei Kündigung ist ebenfalls möglich, wenn der Arbeitgeber diese freiwillig anbietet.

 

2. Abfindung bei Kündigung durch den Arbeitgeber

Aus dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) ergibt sich kein grundsätzlicher Anspruch auf eine Abfindung bei Kündigung durch den Arbeitgeber – die betriebsbedingte Entlassung ausgenommen.

 

Abfindung bei fristloser Kündigung

Kündigt der Arbeitgeber fristlos aufgrund einer groben Pflichtverletzung, ist eine Abfindung sehr unwahrscheinlich. Für eine fristlose Entlassung müssen allerdings nachweisbare, triftige Gründe vorliegen. Kann der Arbeitgeber keine ausreichenden Gründe nennen, können sich Arbeitnehmer mit einer Kündigungsschutzklage wehren.

Gibt das Arbeitsgericht dem Arbeitnehmer Recht, muss der Arbeitgeber die Kündigung zurücknehmen – und eine angemessene Abfindung anbieten.

Deswegen kann es hilfreich sein, wenn Sie eine fristlose Kündigung vom Anwalt überprüfen lassen. Er deckt Formfehler und Lücken in der Begründung Ihrer fristlosen Entlassung auf und unterstützt Sie bei etwaigen Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber.

 

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten. Jetzt Anspruch auf Abfindung prüfen lassen.

 

Abfindung bei Kündigung wegen Krankheit

Sind Sie krank, schützt das nicht automatisch vor einer Entlassung. Wenn Sie langfristig arbeitsunfähig sind und eine negative Gesundheitsprognose den Interessen Ihres Arbeitgebers entgegensteht, kann eine Kündigung wegen Krankheit verhältnismäßig sein. Sie haben dann keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung.

 

Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung

Ist Ihr Arbeitgeber zu einer betriebsbedingten Kündigung gezwungen, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung bei Kündigung. Das setzt aber voraus, dass die Entlassung auf einer notwendigen unternehmerischen Entscheidung beruht.

Einzige Bedingung: Sie dürfen nicht gegen Ihre Entlassung klagen. Leiten Sie gerichtliche Schritte gegen Ihren Arbeitgeber ein, verspielen Sie Ihr Recht auf Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung.

 

Abfindung bei besonderem Kündigungsschutz

Einige Arbeitnehmer genießen aufgrund ihrer Schutzwürdigkeit einen besonderen Kündigungsschutz. Das sind insbesondere Auszubildende, Betriebsratsmitglieder, Schwangere und Schwerbehinderte. Aus ihrem Status kann sich unter bestimmten Bedingungen eine höhere Chance auf eine Abfindung ergeben.

 

3. Abfindung bei Kündigung durch den Arbeitnehmer

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihr Arbeitsverhältnis selbst fristgerecht kündigen, ist eine Abfindung wohl schwer durchsetzbar. Denn ergibt sich aus Arbeits- oder Tarifvertrag kein Anspruch auf Abfindung, hat Ihr Arbeitgeber keinen Grund, Ihnen eine Entschädigung zu zahlen.

Verletzt der Arbeitgeber seine arbeitsvertraglichen Pflichten hingegen in erheblichem Maße und kommt es deshalb zu einer fristlosen Kündigung durch den Arbeitnehmer, kann dieser eine Entschädigung verlangen. Der Arbeitgeber ist schließlich selbst für die fristlose Kündigung verantwortlich.

 

4. Wie hoch ist die Abfindung?

Infografik: Durchschnittliche Abfindungshöhe bei Kündigung.

Grundsätzlich ist die Höhe der Abfindung Verhandlungssache. Es gibt dafür keine gesetzlichen Vorgaben. Üblich ist die Zahlung eines halben bis ganzen Brutto-Monatsgehalts pro Beschäftigungsjahr. Wie viel Sie letztendlich erhalten, ist vom Einzelfall abhängig und Verhandlungssache.

Die Basis der Berechnung ist Ihr Verdienst im letzten Arbeitsmonat. Regelmäßige Zulagen wie Boni, Urlaubsgeld oder der Dienstwagen fließen in die Berechnung ein. Relevant sind außerdem Ihre Aussichten auf eine neue Anstellung und Ihre persönliche Situation.

 

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Stellt ein Gericht fest, dass die Kündigung nicht zulässig und eine Weiterbeschäftigung unzumutbar ist, muss das Gericht laut § 9 KSchG auf Antrag des Arbeitnehmers das Arbeitsverhältnis auflösen und den Arbeitgeber zur Zahlung einer angemessenen Abfindung verurteilen.

Für die Höhe der Abfindung ist laut § 10 KSchG das Alter des Arbeitnehmers und die Dauer dessen Betriebszugehörigkeit ausschlaggebend:

  • Ab 50 Jahren & mindestens 15 Jahre Betriebszugehörigkeit: bis zu 15 Monatsgehälter
  • Ab 55 Jahren & mindestens 20 Jahre Betriebszugehörigkeit: bis zu 18 Monatsgehälter

 

5. Wie viel ist bei der Abfindung steuerfrei?

Die Abfindung müssen Arbeitnehmer voll versteuern. Für die Berechnung der Steuerlast gilt die sogenannte Fünftelregelung.

So berechnen Sie die Steuer mit der Fünftelregelung:

  1. Ein Fünftel der Abfindung zum Jahreseinkommen addieren und die Steuer berechnen.
  2. Die Steuer für das Jahreseinkommen ohne Abfindung berechnen.
  3. Die Differenz aus beiden Steuerbeiträgen bilden und das Ergebnis verfünffachen – das ist die fällige Abfindungssteuer.

Für die Berechnung der Einkommenssteuer können Sie unseren kostenlosen Steuerrechner nutzen.

 

 

6. Wie kann ich mich mit einer Abfindung kündigen lassen?

Für Arbeitnehmer ist die Abfindung nach einer Kündigung oft eine Möglichkeit, um bis zum Antritt einer neuen Arbeitsstelle finanziell über die Runden zu kommen. Das gilt gerade auch bei einer unrechtmäßigen Entlassung.

Arbeitnehmer können dann versuchen, eine Entschädigung für die Entlassung durchzusetzen. Dafür gibt es 3 Optionen:

  • Einigung auf einen Aufhebungsvertrag
  • Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht
  • Vergleich mit dem Arbeitgeber

Anstelle einer Kündigung könnten Sie in Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber darauf hinwirken, einen Aufhebungsvertrag mit Abfindung zu erreichen.

Aber Achtung: Erhalten Sie eine Abfindung im Rahmen eines Aufhebungsvertrags, kann das Einfluss auf Ihr Arbeitslosengeld haben. Durch die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses droht eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld I von bis zu 3 Monaten.

Lässt sich Ihr Arbeitgeber nicht von einem Aufhebungsvertrag überzeugen, können Sie gegen eine unrechtmäßige Kündigung Klage einreichen.

 

7. Abfindung einklagen: So geht’s

Ist die Kündigung unrechtmäßig, können Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage einreichen, um eine Abfindung zu erreichen.

So können Sie vorgehen:

  1. Wichtige Dokumente (Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag) und Beweise für die unberechtigte Kündigung sammeln
  2. Klageschrift mit Begründung verfassen
  3. Klage und alle wichtigen Dokumente beim Arbeitsgericht einreichen

Lässt das zuständige Arbeitsgericht Ihre Klage zu, folgt ein Gütetermin. Hier können Sie einen Vergleich mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren.  Einigen Sie sich, können Sie Prozesskosten sparen. Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen eine angemessene Abfindung und Sie ziehen Ihre Klage zurück. Der Prozess ist beendet.

Ist keine Einigung möglich, folgt das Klageverfahren, um Ihren Anspruch auf Entschädigung gerichtlich zu sichern. Können Sie beweisen, dass Ihre Kündigung fehlerhaft und unberechtigt ist, kann das Gericht Ihren Arbeitgeber zur Rücknahme der Kündigung und einer Abfindung von bis zu 18 Monatsgehältern verpflichten.

Ob eine Entlassung rechtmäßig ist oder nicht, kann für den Arbeitnehmer schwer zu erkennen sein. Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann zweifelsfrei nachweisen, dass die Entlassung unzulässig ist und durch Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber oder vor Gericht eine angemessene Abfindung nach einer Kündigung durchsetzen. kann er für Sie eine angemessene Abfindung durchsetzen.

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Ratgeber Mockup

8. FAQ zur Abfindung bei Kündigung

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung haben Sie nur bei betriebsbedingter Kündigung. Aber: Ein Anspruch auf Entschädigung kann sich auch aus dem Arbeits- bzw. Tarifvertrag oder Sozialplan ergeben. Auch wenn der Arbeitgeber zu Unrecht kündigt, kann ein Anspruch auf Abfindung entstehen.

Die Abfindungshöhe orientiert sich am Bruttomonatseinkommen und an der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Üblich ist die Zahlung eines halben bis ganzen Brutto-Monatsgehalts pro Beschäftigungsjahr.

Ja. Seit 2006 werden Abfindungen von Finanzämtern als übliche Lohnzahlung behandelt und dementsprechend versteuert. Weil sie allerdings unter außerordentliche Einkünfte fällt, können Arbeitnehmer die Fünftelregelung nutzen und dadurch die Steuerlast minimieren

Erhalten Arbeitnehmer eine Abfindung bei einer Kündigung, beeinträchtigt diese den Bezug von Arbeitslosengeld nicht. Es droht also weder eine Sperre durch die Arbeitsagentur noch eine Minimierung der Bezüge.

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Julia Pillokat
Julia Pillokat
Beitrag von
Julia Pillokat

Komplexe Rechtsthemen für Rechtsuchende verständlich aufzubereiten, braucht sprachliches Feingefühl. Als Teil der juristischen Redaktion von advocado gelingt es Julia Pillokat dank Germanistikstudium und ihrer Arbeit als Lektorin, für jedes Anliegen klare Lösungen zu formulieren, die dem Leser weiterhelfen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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