Aufenthaltsrecht beantragen
 ![Aufenthaltsrecht beantragen](assets/images/m/unbefristete-aufenthaltserlaubnis-anwalt-buch-dokument-wj99c7jm641m33t.jpg) Beitrag von Kerstin Brouwer
 **Redakteurin für Rechtsthemen**
 Aktualisiert am 14.05.2018
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 [...](ratgeber/auslaender-und-asylrecht.html "Ratgeber Ausländer- und Asylrecht") [Aufenthaltsrecht](ratgeber/auslaender-und-asylrecht/aufenthaltsrecht.html "Ratgeber Aufenthaltsrecht") Aufenthaltsrecht beantragen
Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit benötigen für einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland in der Regel einen Aufenthaltstitel. Dazu zählen je nach Situation zum Beispiel ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU oder – bei dauerhaftem Bleiberecht – eine Niederlassungserlaubnis. Welcher Titel in Betracht kommt, hängt vor allem vom Aufenthaltszweck ab, etwa Studium oder Ausbildung, Erwerbstätigkeit, Familiennachzug oder humanitäre Gründe. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie einen Aufenthaltstitel beantragen, welche Unterlagen typischerweise erforderlich sind und an welchen Stellen es besonders auf den Einzelfall und die Vorgaben der zuständigen Ausländerbehörde ankommt.
Inhalt
1. Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist
2. 1. Aufenthaltsrecht beantragen: Welche Aufenthaltstitel gibt es?
3. 2. Voraussetzungen für das Aufenthaltsrecht
4. 3. Wo und wie Sie das Aufenthaltsrecht beantragen
5. 4. Aufenthaltsrecht beantragen: Diese Unterlagen brauchen Sie
6. 5. Aufenthaltsrecht beantragen: Was muss ich beachten?
7. 6. Aufenthaltsrecht beantragen: So hilft ein Anwalt
8. 7. Häufige Irrtümer aufgeklärt
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# Aufenthaltsrecht beantragen
 Beitrag von Kerstin Brouwer
 **Redakteurin für Rechtsthemen**
 Aktualisiert am 14.05.2018
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Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit benötigen für einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland in der Regel einen Aufenthaltstitel. Dazu zählen je nach Situation zum Beispiel ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU oder – bei dauerhaftem Bleiberecht – eine Niederlassungserlaubnis. Welcher Titel in Betracht kommt, hängt vor allem vom Aufenthaltszweck ab, etwa Studium oder Ausbildung, Erwerbstätigkeit, Familiennachzug oder humanitäre Gründe. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie einen Aufenthaltstitel beantragen, welche Unterlagen typischerweise erforderlich sind und an welchen Stellen es besonders auf den Einzelfall und die Vorgaben der zuständigen Ausländerbehörde ankommt.

## Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist

### So ordnen Sie Ihren Fall schnell ein
Ein Aufenthaltstitel ist die behördliche Erlaubnis, sich **für einen bestimmten Zweck und Zeitraum** in Deutschland aufzuhalten (z. B. Aufenthaltserlaubnis, Blaue Karte EU, Niederlassungserlaubnis).
**Gilt, wenn …**
- Sie **länger als 90 Tage** in Deutschland bleiben möchten oder der Aufenthalt über Ihr Visum hinausgehen soll.
- Sie eine **Aufenthaltserlaubnis verlängern** müssen (z. B. Studium, Arbeit, Familiennachzug).
- sich Ihr **Aufenthaltszweck ändert** (z. B. von Studium zu Arbeit) und der Titel angepasst werden muss.
**Sonderfall:**
- Ihr **Visum/Aufenthaltstitel läuft sehr bald ab** oder ist bereits abgelaufen.
- Sie sind **ohne gültigen Aufenthaltsstatus** in Deutschland.
- Es gab bereits **Ablehnungen**, eine **Ausreiseaufforderung** oder andere aufenthaltsrechtliche Probleme (z. B. Identität ungeklärt, Vorstrafen).
    In diesen Fällen sollten Sie **zeitnah individuell prüfen lassen**, was möglich ist – weil Fristen, Sperren und Verfahrenswege stark vom Einzelfall abhängen.
**Wichtigste Frist:** Den Antrag auf **Verlängerung** sollten Sie **vor Ablauf** Ihres aktuellen Visums/Aufenthaltstitels stellen – entscheidend ist, dass der Antrag **rechtzeitig bei der Ausländerbehörde eingeht**.
**Welche Infos Sie typischerweise brauchen:**
- gültiger Pass/Passersatz, aktuelle Adresse, biometrisches Foto
- Nachweise zum **Aufenthaltszweck** (z. B. Arbeitsvertrag, Immatrikulation, Familienstand)
- Nachweise zu **Lebensunterhalt** und **Krankenversicherung**, ggf. Wohnraum
**Häufigster Fehler:** Viele Anträge scheitern nicht am Inhalt, sondern daran, dass sie **zu spät** gestellt werden (Termin zu spät, Unterlagen unvollständig, Fristablauf übersehen).

### Fakt vs. Einzelfall: Was ist sicher – und wo kommt es wirklich darauf an?
**Was sicher gilt:**
- Ein Aufenthaltstitel wird grundsätzlich **nur auf Antrag** erteilt.
- Es werden regelmäßig **allgemeine Voraussetzungen** geprüft (u. a. Passpflicht, gesicherter Lebensunterhalt, keine Ausweisungsinteressen).
- Zuständig ist typischerweise die **Ausländerbehörde** (bei Einreise oft vorher die deutsche Auslandsvertretung für das Visum).
**Wo es auf Details ankommt:**
- ob Sie **mit Visum einreisen müssen** oder in Ausnahmefällen in Deutschland beantragen dürfen
- welche **Nachweise** konkret verlangt werden (Behördenpraxis, Aufenthaltszweck, Voraufenthalte)
- welche **Rechte** während der Bearbeitung gelten (z. B. Erwerbstätigkeit, Reisen) – das hängt u. a. von der sogenannten **Fiktionswirkung** ab.
Wenn bei Ihnen Fristen laufen, Unterlagen fehlen oder der Aufenthaltszweck unklar ist, kann eine anwaltliche Einschätzung helfen, die passende Strategie und die nötigen Nachweise einzuordnen. (advocado ist eine Plattform, die den Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten ermöglicht – keine Kanzlei.)

## 1. Aufenthaltsrecht beantragen: Welche Aufenthaltstitel gibt es?
Ein Aufenthaltstitel ist nicht „das Aufenthaltsrecht“ allgemein, sondern eine **konkrete Erlaubnis** für einen bestimmten Zweck. Häufige Beispiele:
- **Aufenthaltserlaubnis** (befristet, z. B. Studium, Arbeit, Familie, humanitäre Gründe)
- **Blaue Karte EU** (bestimmte qualifizierte Beschäftigungen)
- **Niederlassungserlaubnis** (unbefristet, unter Voraussetzungen)

## 2. Voraussetzungen für das Aufenthaltsrecht
Die Behörde prüft neben den speziellen Regeln des jeweiligen Titels regelmäßig allgemeine Punkte, z. B.:
- **Passpflicht / Identität geklärt**
- **Lebensunterhalt gesichert** (Einkommen, Verpflichtungserklärung, Förderung – je nach Titel)
- **kein Ausweisungsinteresse / keine schwerwiegenden Gründe dagegen**
- ggf. **Einreise mit erforderlichem Visum** und Angaben bereits im Visumantrag (Ausnahmen möglich)
Wichtig: Viele Titel haben **zusätzliche Voraussetzungen** (z. B. Qualifikation und Arbeitsplatzangebot bei Arbeitstiteln oder Nachweise bei Familiennachzug).

## 3. Wo und wie Sie das Aufenthaltsrecht beantragen

### Vor der Einreise: Visum als erster Schritt
Für viele Drittstaatsangehörige beginnt der Weg mit einem **nationalen Visum** bei der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft/Konsulat). Nach der Einreise wird dann – wenn der Aufenthalt länger dauern soll – rechtzeitig die Aufenthaltserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt.

### In Deutschland: Antrag bei der Ausländerbehörde
Die Ausländerbehörde am Wohnort ist in der Regel erste Ansprechstelle für Aufenthaltstitel (Termine, Formulare, Nachweise, Erteilung/Verlängerung).

### Persönliche Vorsprache und eAT
Aufenthaltstitel werden oft als **elektronischer Aufenthaltstitel (eAT)** im Kartenformat ausgestellt. Dabei werden regelmäßig **biometrische Merkmale** (Lichtbild, Fingerabdrücke) erfasst und im Chip gespeichert; außerdem sind Nebenbestimmungen (z. B. Erwerbstätigkeit erlaubt/erlaubnispflichtig) hinterlegt.

## 4. Aufenthaltsrecht beantragen: Diese Unterlagen brauchen Sie

### Standard-Unterlagen
- gültiger Pass/Passersatz, ggf. aktueller Aufenthaltstitel/Visum
- biometrisches Foto
- Meldeanschrift / Wohnsitznachweis (je nach Behörde)
- Krankenversicherung
- Nachweise zum Lebensunterhalt

### Zweckabhängige Unterlagen
- **Arbeit:** Arbeitsvertrag/Angebot, Qualifikationsnachweise
- **Studium/Ausbildung:** Immatrikulation, Ausbildungs-/Studiennachweise
- **Familie:** Nachweise zur familiären Beziehung, ggf. Sprach- und Sicherungsnachweise (je nach Titel)
- **Humanitäre Gründe:** Bescheide/Unterlagen aus dem jeweiligen Verfahren (je nach Konstellation)
Praxis-Tipp: Behörden unterscheiden oft zwischen **„immer“** erforderlichen Unterlagen und **titel-spezifischen** Nachweisen. Klären Sie vorab, was Ihre zuständige Behörde konkret verlangt.

## 5. Aufenthaltsrecht beantragen: Was muss ich beachten?

### Verlängerung: rechtzeitig vor Ablauf beantragen
Wenn Sie bereits einen Aufenthaltstitel haben, ist der wichtigste Punkt: **vor Ablauf** verlängern/ändern lassen. Wer rechtzeitig beantragt, kann – je nach Konstellation – von der **Fiktionswirkung** profitieren (der bisherige Status wirkt vorläufig fort bzw. der Aufenthalt gilt vorläufig als erlaubt, bis entschieden ist).

### Visumsfreier Aufenthalt (z. B. Schengen): Vorsicht bei „90 Tagen“
Ein visumsfreier Aufenthalt ist nicht automatisch ein „Freifahrtschein“ für jede Antragstellung in Deutschland. Ob und welcher Aufenthaltstitel **im Inland** beantragt werden darf, hängt u. a. von Staatsangehörigkeit, Aufenthaltszweck und Einreisegrund ab. Wenn Sie visumsfrei eingereist sind und länger bleiben möchten, sollten Sie früh klären, **ob** der Inlandsantrag zulässig ist.

### Fiktionsbescheinigung: Was das ist – und was sie nicht ist
Eine **Fiktionsbescheinigung** ist **kein Aufenthaltstitel**. Sie ist ein **Nachweis**, dass Sie einen Antrag auf Erteilung/Verlängerung eines Aufenthaltstitels gestellt haben und die Behörde **noch nicht entscheiden konnte**. In dieser Zeit wirkt Ihr Aufenthalt je nach Fall **„fiktiv“** als erlaubt bzw. Ihr bisheriger Titel gilt vorläufig weiter. Rechtsgrundlage ist **§ 81 AufenthG**.
Die Ausländerbehörde stellt sie typischerweise aus, wenn z. B. Unterlagen fehlen, die Akte nicht vorliegt oder der elektronische Aufenthaltstitel (eAT) noch nicht fertig ist.
Wichtig: Eine Fiktionsbescheinigung gibt es nur, wenn Ihr Aufenthalt **zum Zeitpunkt der Antragstellung noch rechtmäßig** ist.

### Welche Art von Fiktionsbescheinigung Sie haben, erkennen Sie am angekreuzten Feld
Auf der Bescheinigung ist in der Regel angekreuzt, **welche Fiktionswirkung** gilt. Das macht im Alltag einen großen Unterschied:

#### 1) **Fortgeltungsfiktion – § 81 Abs. 4 AufenthG**
Typisch bei **Verlängerung** oder **Wechsel** des Aufenthaltstitels, wenn Sie **vor Ablauf** Ihres aktuellen Titels beantragt haben.
Das bedeutet:
- Ihr **bisheriger Aufenthaltstitel gilt weiter** – **inklusive** der bisherigen Nebenbestimmungen (z. B. zur Erwerbstätigkeit).
- **Reisen und Wiedereinreise** sind mit einer gültigen Bescheinigung nach § 81 Abs. 4 grundsätzlich möglich (je nach Zielland-Regeln zusätzlich).

#### 2) **Erlaubnisfiktion – § 81 Abs. 3 Satz 1 AufenthG**
Typisch, wenn Sie **(noch) keinen Aufenthaltstitel** haben, aber sich **rechtmäßig** in Deutschland aufhalten (z. B. visumsfrei) und erstmals einen Titel beantragen.
Das bedeutet:
- Ihr Aufenthalt ist bis zur Entscheidung **vorläufig erlaubt**.
- **Wiedereinreise nach Ausreise ist damit nicht möglich** (wenn Sie ausreisen, kommen Sie in der Regel nicht „einfach so“ wieder rein).
- **Erwerbstätigkeit ist damit grundsätzlich nicht erlaubt**, außer die Behörde erlaubt sie ausdrücklich schriftlich.

#### 3) **Duldungsfiktion – § 81 Abs. 3 Satz 2 AufenthG**
Das ist der „Notfall-Fall“, wenn der Antrag **verspätet** gestellt wurde. Dann gilt die Abschiebung ab Antragstellung vorläufig als ausgesetzt (ähnlich einer Duldung).
Das ist **nicht** dasselbe wie „alles ist geregelt“ – hier ist eine individuelle Prüfung besonders wichtig.

### Was viele unterschätzen: Schengen-Visum, Reisen, Arbeiten
- Für Inhaber eines **Schengen-Visums (Kategorie C, Kurzaufenthalt)** wird nach Behördenpraxis **keine Fiktionsbescheinigung** ausgestellt.
- Ob Sie **arbeiten dürfen**, hängt davon ab, **welches Feld** angekreuzt ist und welche **Nebenbestimmungen** gelten (bei § 81 Abs. 4 gilt die bisherige Arbeitserlaubnis typischerweise fort; bei § 81 Abs. 3 meist nicht).
- Ob Sie **reisen dürfen**, hängt vor allem daran, ob es eine Bescheinigung nach **§ 81 Abs. 4** ist – und ob sie **noch gültig** ist.

## 6. Aufenthaltsrecht beantragen: So hilft ein Anwalt
Ein Anwalt kann helfen, den **passenden Aufenthaltstitel** für Ihre Situation zu bestimmen, typische Fehler zu vermeiden und das Verfahren so vorzubereiten, dass die Behörde schnell und nachvollziehbar prüfen kann. Das ist besonders wichtig, wenn Fristen laufen oder der Fall nicht „Standard“ ist.

### Wann anwaltliche Unterstützung besonders sinnvoll ist
**Anwaltliche Hilfe ist sinnvoll, wenn …**
- Ihr **Visum/Aufenthaltstitel bald abläuft** oder bereits abgelaufen ist.
- unklar ist, **ob Sie in Deutschland beantragen dürfen** oder ein Visumverfahren nötig ist.
- Sie den **Aufenthaltszweck wechseln** möchten (z. B. Studium → Arbeit) und die Voraussetzungen komplex sind.
- es bereits **Probleme im Verfahren** gab (Rückfragen, fehlende Unterlagen, Terminprobleme, lange Verzögerung).
- eine **Ablehnung** droht oder schon ein Ablehnungsbescheid vorliegt.
- besondere Faktoren eine Rolle spielen (z. B. **ungeklärte Identität**, Vorstrafen, frühere Aufenthalte/Verstöße, getrennte Familienkonstellationen).

### Was ein Anwalt konkret für Sie tun kann
Ein Anwalt kann – je nach Fall – insbesondere:
- **Titel-Check:** Prüfen, welcher Aufenthaltstitel realistisch ist und welche Voraussetzungen wirklich entscheidend sind.
- **Strategie & Reihenfolge:** Klären, ob erst ein bestimmter Schritt nötig ist (z. B. Nachweise, Behördenzuständigkeit, ggf. anderes Verfahren), bevor ein Antrag sinnvoll ist.
- **Unterlagen- und Begründungscheck:** Dokumente strukturieren, fehlende Nachweise identifizieren und die Begründung so aufbereiten, dass sie zur Behörde und zum Aufenthaltszweck passt.
- **Kommunikation mit der Behörde:** Schreiben aufsetzen, Fristen im Blick behalten, Rückfragen rechtssicher beantworten und um sachgerechte Bearbeitung bitten.
- **Begleitung bei schwierigen Punkten:** Beispielsweise, wenn Nebenbestimmungen (Arbeit/Erwerbstätigkeit), Reisepläne oder Fragen zur Fiktionswirkung relevant werden.
Wichtig: Ein Anwalt kann **keine Entscheidung garantieren** – er kann aber die **rechtliche Ausgangslage** sauber einordnen und dafür sorgen, dass Ihr Antrag vollständig, plausibel und fristgerecht gestellt wird.

### Wenn die Behörde ablehnt oder nicht entscheidet
Kommt es zu einer **Ablehnung**, prüft ein Anwalt typischerweise:
- **Begründung und Aktenlage:** Was hat die Behörde wirklich zugrunde gelegt (und was fehlt ggf.)?
- **Rechtsbehelf und Frist:** Welche Schritte sind möglich (z. B. Widerspruch oder Klage – je nach Bundesland/Verfahrensart) und welche Fristen gelten? Häufig sind es kurze Fristen; maßgeblich ist die **Rechtsbehelfsbelehrung im Bescheid**.
- **Eilrechtsschutz:** Wenn durch die Entscheidung oder Verzögerung akute Nachteile drohen (z. B. Statusverlust, Beschäftigung, Ausreiseaufforderung), kann geprüft werden, ob ein **Eilantrag** in Betracht kommt.
Auch bei **lange ausbleibender Entscheidung** kann anwaltliche Unterstützung helfen, den Stand belastbar zu klären und das Verfahren zu strukturieren, ohne unnötig zu eskalieren.

### Kosten: Was Sie grob wissen sollten
Die Kosten anwaltlicher Unterstützung hängen stark davon ab, **was genau** gemacht werden soll (kurze Prüfung vs. vollständige Begleitung bis zur Entscheidung bzw. gerichtliches Verfahren). Üblich sind:
- **Erstberatung / Einschätzung** (zur Einordnung von Chancen, Risiken, Fristen und Unterlagen)
- Abrechnung nach **gesetzlichen Gebühren** oder nach **Honorarvereinbarung** (je nach Umfang)
- mögliche Kostendeckung durch **Rechtsschutzversicherung** (wenn der Vertrag das abdeckt)
- in bestimmten Fällen Unterstützung über **Beratungshilfe** bzw. **Prozesskostenhilfe** (abhängig von Voraussetzungen)
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### Beispiel-Fälle zur Orientierung
**Fall 1: Verlängerung zur Beschäftigung (Frist läuft)**
- **Ausgangslage:** Aufenthaltserlaubnis läuft in 6 Wochen ab, Arbeitgeberwechsel steht an.
- **Vorgehen:** Frühzeitig Termin/Online-Antrag bei der Ausländerbehörde, Arbeitsvertrag + Qualifikationsnachweise einreichen, rechtzeitig vor Ablauf beantragen.
- **Ergebnis:** Bei rechtzeitigem Antrag kommt eine Fiktionswirkung bis zur Entscheidung in Betracht; Details (z. B. Erwerbstätigkeit) hängen von Nebenbestimmungen ab.
**Fall 2: Studium – Verlängerung, Entscheidung dauert**
- **Ausgangslage:** Titel läuft ab, Uni-Nachweise sind vollständig, Behörde hat lange Bearbeitungszeiten.
- **Vorgehen:** Antrag vor Ablauf stellen, Immatrikulation/Leistungsnachweise und Krankenversicherung beifügen, ggf. Fiktionsbescheinigung als Nachweis anfordern.
- **Ergebnis:** Aufenthalt kann bis zur Entscheidung vorläufig abgesichert sein; Reisepläne sollten nur mit Blick auf die konkrete Fiktionskonstellation gemacht werden.
**Fall 3: Visumsfreie Einreise – länger bleiben geplant**
- **Ausgangslage:** Visumsfrei eingereist, will in Deutschland arbeiten und bleiben.
- **Vorgehen:** Früh prüfen, ob Inlandsantrag zulässig ist oder ob ein Visumverfahren erforderlich ist; erst dann Antrag/Strategie festlegen.
- **Ergebnis:** Je nach Staatsangehörigkeit und Titel kann der Weg stark variieren – hier entscheidet oft der Einzelfall.
 

## 7. Häufige Irrtümer aufgeklärt

### Irrtum 1: „Ich kann immer einfach bei der Stadtverwaltung beantragen.“
**Richtig ist:** Zuständig ist in der Regel die **Ausländerbehörde** (vor Einreise häufig zusätzlich die Auslandsvertretung fürs Visum).
**Was ist zu prüfen:** Welche Behörde ist für Ihren Wohnort zuständig – und ob der Antrag online, per Termin oder schriftlich gestellt werden muss

### Irrtuum 2: „Wenn ich beantragt habe, darf ich automatisch alles weiter wie bisher.“
**Richtig ist:** Ob und welche **Fiktionswirkung** eintritt, hängt von der Konstellation ab (z. B. Verlängerung rechtzeitig, erstmalige Antragstellung aus rechtmäßigem Aufenthalt).
**Was ist zu prüfen:** Welche Fiktionswirkung ist angekreuzt/bescheinigt und welche Nebenbestimmungen gelten (Arbeit, Reisen).

### Irrtum 3: „Mit jeder Fiktionsbescheinigung kann ich reisen.“
**Richtig ist:** Das kann je nach Rechtsgrund (u. a. § 81 Abs. 4) möglich sein – aber nicht in jeder Fiktionskonstellation.
**Was ist zu prüfen:** Was konkret bescheinigt wurde und ob die Wiedereinreise gesichert ist.

### Irrtum 4: „Die Gebühren sind überall gleich – ich kann fest damit rechnen.“
**Richtig ist:** Es gibt Gebührenrahmen/Regelsätze, aber die konkrete Gebühr hängt vom Titel und Verfahren ab; Behörden veröffentlichen teils eigene Übersichten.
**Was ist zu prüfen:** Titelart, Erteilung/Verlängerung/Zweckwechsel, eventuelle Ermäßigungen/Befreiungen.
**Transparenz-Hinweis**
Dieser Beitrag informiert über die Rechtslage in Deutschland (Stand: 10.06.2026). Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
**Quellen**
- Aufenthaltsgesetz (AufenthG), insbesondere § 5 (Allgemeine Erteilungsvoraussetzungen) und § 81 (Beantragung/Fiktionswirkung).
- Aufenthaltsverordnung (AufenthV), insbesondere § 45 (Gebühren).

### Letzte Aktualisierung
**10.06.2026**
- Die Begriffe wurden so vereinheitlicht, dass klar ist, worum es geht: um den **Aufenthaltstitel** und seine Varianten.
- Fristen und Ablauf wurden so umgebaut, dass der wichtigste Punkt sofort klar ist: **rechtzeitig vor Ablauf beantragen**.
- Die Erklärung zur **Fiktionsbescheinigung** wurde alltagstauglicher gemacht – inklusive Hinweis, dass **Reisen** nicht immer automatisch möglich sind.
- Kosten wurden als **realistische Orientierung** dargestellt und mit Rechtsgrundlagen/Behördeninfos abgesichert – ohne starre Versprechen.
- Typische Fallkonstellationen und häufige Irrtümer wurden ergänzt, damit man schneller erkennt, ob der eigene Fall eher „Standard“ oder „kritisch“ ist.
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