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GmbH auflösen: in 15 Schritten zur unkomplizierten GmbH-Auflösung

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In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie in 15 Schritten eine GmbH auflösen können.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

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1. Gründe & Alternativen einer GmbH-Auflösung abwägen

Wenn man eine GmbH auflösen möchte, muss gemäß §§ 60 ff. GmbHG die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens durch Liquidatoren beendet und etwaige Gläubiger befriedigt werden. Anschließend wird das restliche Kapital an die Gesellschafter gemäß ihrer Beteiligung ausgeschüttet, woraufhin die GmbH endgültig aus dem Handelsregister gelöscht wird. Durch die vorgeschriebene Einhaltung eines Sperrjahres dauert eine GmbH-Auflösung mindestens 13 Monate.

 

Auflösung einer GmbH & Co. KG:

Die Auflösung einer GmbH & Co. KG ist vergleichbar mit einer GmbH-Auflösung. Auf Grundlage von §§ 145 ff. HGB ist diese zwar ordnungsgemäß abzuwickeln und eine umfassende Bilanzierung sicherzustellen, allerdings ist weder ein Liquidator noch ein Gläubigeraufruf oder Sperrjahr notwendig.

 

Gründe für eine GmbH-Auflösung

Zahlreiche Umstände können zur Auflösung einer GmbH führen. Während jedoch beim Vorliegen von zwingenden Gründen eine GmbH-Auflösung unumgänglich ist, können insbesondere bei der freiwilligen Auflösung auch mögliche Alternativen bedacht werden.

 

  • Zeitablauf: Durch den Gesellschaftsvertrag kann eine automatische Auflösung zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B. Datum, feststehendes Ereignis, Tod eines Gesellschafters) vereinbart sein.
  • Gerichtsurteil: Entscheidungen von Gerichten und Verwaltungsbehörden können gemäß §§ 61 ff. GmbHG eine GmbH-Auflösung erzwingen.
  • Gesellschaftsvertrag: Das Registergericht kann gemäß § 144a per Verfügung eine GmbH auflösen, wenn ein unwirksamer Gesellschaftsvertrag vorliegt.
  • Rechtsform: Bevor durch Neugründung eine GmbH eine neue Rechtsform annehmen kann, um z. B. Steuervorteile zu genießen, erfolgt eine GmbH-Auflösung.
  • Gesellschaftszweck: Wenn eine GmbH ihren Zweck erfüllt hat und sich kein neuer Gesellschaftszweck ergibt (z. B. bei Verlust des zu verwaltenden Vermögens) sollte man die GmbH auflösen.
  • Geschäftsgrundlage: Sobald ein grundlegender Produktionsfaktor durch z. B. gesetzliche Verbote entfällt, ist einer GmbH häufig die Geschäftsgrundlage entzogen. Oftmals ist man dann zu einer GmbH-Auflösung gezwungen.
  • Unwirtschaftlichkeit: Wenn eine gewinnorientierte GmbH hohe Verluste einfährt, sollte eine GmbH-Auflösung erfolgen.
  • Persönliche Gründe: Auch persönliche Gründe können eine GmbH-Auflösung begründen – z. B. eine berufliche Neuorientierung oder der Tod eines Gesellschafters, der durch seine Kompetenzen entscheidend für den Erfolg der GmbH war.

 

Sonderfall Insolvenz:

Im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer GmbH hat diese unverzüglich ein Insolvenzverfahrens zu beantragen. Wird dieses eröffnet, wird die GmbH nicht aufgelöst, sondern nach den Bestimmungen des Insolvenzrechts abgewickelt.

 

Alternativen

Infografik: GmbH auflösen: Welche Alternativen bieten sich für Unternehmen an?

 

Für den Erhalt eines Unternehmens und den damit verbundenen Arbeitsplätzen bieten sich zahlreiche Maßnahmen zur Finanzierung und Neustrukturierung an. Führen also keine zwingenden Umstände zur GmbH-Auflösung, können folgende Optionen bedacht werden, bevor die GmbH-Auflösung entschieden wird:

  • Kredit & Finanzierung: Eine Investition in eine Unternehmenssanierung kann sich langfristig rentieren und den Fortbestand einer kriselnden GmbH sichern. Sollte jedoch eine Investition aus eigenen Mitteln nicht möglich sein, kommen auch externe Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht. Abgesehen von Bankkrediten sind Investitionsmodelle wie z. B. Crowdfunding, Business Angels, Private Equity oder Venture Capital denkbar.
  • Förderung & Zuschüsse: Sollte ein besonderes Interesse am Erhalt einer GmbH für den Staat bestehen, sind auch öffentliche Gelder eine mögliche Finanzierungsmöglichkeit. So gibt es u. a. Subventionen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, Fördergelder für einzelne Produktionen, zinsvergünstigte Kredite mithilfe einer staatlichen Bürgschaft und öffentliche Beteiligungsgesellschaften.
  • Bestimmung eines neuen Geschäftsführers: Ein angestellter Geschäftsführer bietet den Gesellschaftern einer gewinnbringenden GmbH die Möglichkeit, sich aus dem Tagesgeschäft einer GmbH zurückzuziehen und dennoch von ihrem Gewinn zu profitieren.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen über die Anstellung eines Geschäftsführers und wie dessen Tätigkeit vertraglich geregelt werden kann, finden Sie in unserem Beitrag zum Geschäftsführervertrag.

  • Suche nach einem Nachfolger: Ähnlich gestaltet sich die Weitergabe der GmbH an einen geeigneten Nachfolger. So können Familienmitglieder oder langjährige Mitarbeiter die Unternehmensführung übernehmen, während die Gesellschafter weiterhin Einkünfte aus der GmbH erzielen.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen über die Ausgestaltung einer Unternehmensnachfolge finden Sie in unserem Beitrag mit dem Schwerpunkt Familienunternehmen Nachfolge.

  • GmbH-Verkauf: Der Verkauf einer GmbH als Ganzes oder in Anteilen ist besonders bei wirtschaftlich starken Unternehmen eine vielversprechende Option. Zwar ist die Käufersuche und Verkaufsabwicklung aufwendig, doch kann damit ein attraktiver Verkaufsgewinn erzielt werden. Ein Unternehmen darf sogar trotz Gesellschafterbeschluss, die GmbH auflösen zu wollen, verkauft werden.

 

2. Durch Beschluss GmbH auflösen

Zunächst hat ein formeller Beschluss der Gesellschafter über die Änderung des Gesellschaftszweck gemäß § 60 GmbHG zu erfolgen: Anstatt eine wirtschaftliche Tätigkeit anzustreben, soll sich die GmbH auflösen. Zudem sollte der Beschluss

  • den konkreten Zeitpunkt der Auflösung,
  • die Abberufung des Geschäftsführers,
  • die Berufung eines Liquidators und dessen Vergütung

enthalten. Wenn im Gesellschaftsvertrag keine anderweitige Regelung getroffen ist, braucht dieser Beschluss eine ¾-Mehrheit. Im Anschluss wird ein Antrag auf Anmeldung der GmbH-Auflösung notariell beglaubigt und beim zuständigen Registergericht des Handelsregisters gebührenfrei eingereicht.

 

3. Liquidatoren bestellen

Für eine GmbH-Auflösung werden mit dem Auflösungsbeschluss sogenannte Liquidatoren benannt, die für eine ordnungsgemäße Abwicklung des Unternehmens zuständig sind. Üblicherweise übernimmt diese Aufgabe die ehemalige Geschäftsführung, aber auch Gesellschafter oder externe Personen können die Auflösung durchführen. Dafür werden die bestellten Liquidatoren dem Handelsregister gemeldet und müssen versichern, dass gegen ihre Bestellung keine

  • straf-,
  • gewerbe- oder
  • berufsrechtlichen

Gründe sprechen. Können sich die Gesellschafter dagegen auf keine Liquidatoren einigen, kann mit einer 1/10-Mehrheit eine gerichtliche Bestellung der Liquidatoren erfolgen. Die Anzahl der Liquidatoren wird dabei grundsätzlich abhängig von der Größe der GmbH bestimmt.

 

4. Gläubigeraufruf veröffentlichen

Sobald die Anmeldung der Auflösung im Handelsregister eingetragen wurde, befindet sich die GmbH in Auflösung und trägt ergänzend zum Unternehmensnamen den Zusatz „i. L.“ („in Liquidation“). Durch einen einmaligen Gläubigeraufruf im Bundesanzeiger werden sodann alle Gläubiger dazu aufgerufen, eventuelle Ansprüche geltend zu machen.

 

Muster-Formulierung Gläubigeraufruf:

„Liquidation der … GmbH

Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich bei ihr zu melden.

Liquidator …, Datum“

 

Außerdem beginnt mit dem Gläubigeraufruf das sogenannte Sperrjahr, in dem alle Gläubiger einer GmbH etwaige Ansprüche geltend machen können. Eine Gewinnausschüttung an die Gesellschafter ist während des Sperrjahres gesetzlich untersagt.

 

5. GmbH durch Liquidatoren abwickeln

Mit Veröffentlichung des Gläubigeraufrufs beginnen die Liquidatoren mit der GmbH-Auflösung. Dabei erfüllen sie im Wesentlichen folgende Pflichten:

  • Beendigung aller laufenden Geschäfte,
  • Begleichung der Verbindlichkeiten,
  • Einzug offener Forderungen,
  • Umsetzung der Vermögenswerte in Geld („Liquidation“).

So sollten die Liquidatoren zunächst alle Geschäftsunterlagen auf offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen, um anschließend alle bekannten Gläubiger zu befriedigen. Wenn bekannte Gläubiger nicht kontaktiert werden können, wird der geschuldete Betrag entweder hinterlegt oder eine Sicherheit für diesen geleistet. Für unbekannte Gläubiger, die sich während der Liquidation nicht melden, ist dies nicht notwendig. Sie verlieren ihren Anspruch mit erfolgreicher GmbH-Auflösung.

 

Haftung der Liquidatoren (Bundesgerichtshof (2018), Urteil Az. II ZR 158/16):

Die bestellten Liquidatoren haften mit ihrem Privateigentum für Verstöße während der GmbH-Auflösung – auch wenn die bereits GmbH aufgelöst wurde.

 

Stellt sich erst im Rahmen der Liquidation heraus, dass nicht alle Verbindlichkeiten beglichen werden können, müssen die Liquidatoren unverzüglich einen Insolvenzantrag stellen. Daraufhin erfolgt eine Abwicklung der GmbH gemäß des Insolvenzrechts mittels Insolvenzverwalter.

 

6. Bilanzierung & Rechnungslegung sicherstellen

Zwar wird während der Liquidation für eine GmbH eine neue Besteuerungsgrundlage durch das Finanzamt bestimmt, doch die Pflicht zur Rechnungslegung und Buchführung bleibt erhalten. Somit sind die Liquidatoren auch zur Erstellung von Jahresabschlüssen einschließlich Lagebericht und Abschlussprüfung verpflichtet. Des Weiteren sind im Zuge der GmbH-Auflösung weitere Bilanzen zu erstellen:

  • Gewinnermittlungsschlussbilanz: Fällt der Beginn der GmbH-Auflösung nicht auf den Stichtag des Jahresabschlusses, muss man eine Gewinnermittlungsschlussbilanz erstellen.
  • Liquidationseröffnungsbilanz: Innerhalb von drei Monaten auf den Tag der Auflösung müssen die Liquidatoren nach den Vorschriften eines Jahresabschlusses eine Liquidationseröffnungsbilanz erstellen. Ein ergänzender Bericht über die Lage der Gesellschaft wird zudem beim Bundesanzeiger und Handelsregister eingereicht.
  • Liquidationsschlussbilanz: Mit dem Ende der Abwicklung wird eine Liquidationsschlussbilanz erstellt, die durch einen erläuternden Bericht sowie einer Gewinn- und Verlustrechnung ergänzt wird. Auf deren Grundlage erfolgt die Verteilung des übrigen Gesellschaftsvermögens.
  • Liquidationsschlussrechnung: Die Liquidationsschlussrechnung stellt eine interne Rechnungslegung dar und besteht aus einem formlosen Bericht und einer vereinfachten Abrechnung. Erheben die Gesellschafter keine Einwände, wird die Entlastung der Liquidatoren beschlossen.

 

7. Mitarbeiter kündigen

Der Beschluss, die GmbH auflösen zu wollen, lässt bestehende Arbeitsverträge unberührt, weswegen eine Kündigung der Mitarbeiter durch die Liquidatoren erfolgen muss. Eine GmbH-Auflösung begründet allerdings keine fristlose Kündigung oder eine Verkürzung der Kündigungsfristen. Folgende gesetzliche Bestimmungen finden weiterhin Anwendung:

  • GmbH mit bis zu 10 Arbeitnehmern: Ohne Angabe von Gründen darf unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsvorschriften (ein bis sieben Monate) und von Arbeits- bzw. Tarifverträgen gekündigt werden.
  • GmbH ab 10 Arbeitnehmern: Die Arbeitnehmer genießen Kündigungsschutz und dürfen nur aus erheblichen Gründen (z. B. betriebsbedingt aufgrund von GmbH-Auflösung) gekündigt werden.
  • GmbH ab 20 Arbeitnehmern: Sollten mehr als 20 Arbeitnehmer entlassen werden, muss zudem eine Massenentlassungsanzeige realisiert werden.
  • Sonderkündigungsschutz: Bei Behinderung, Schwangerschaft oder Betriebsratstätigkeit besteht ein Sonderkündigungsschutz, welcher ausschließlich durch eine Zustimmung der zuständigen Behörde (u. a. Integrationsamt, Agentur für Arbeit) oder des Betriebsrates selbst umgangen werden darf. Wird keine Zustimmung erteilt, sollte sich mit den Arbeitnehmern über einen Aufhebungsvertrag oder vor Gericht geeinigt werden.

 

LINK-TIPP:

Ausführlichere Informationen zur Kündigung und allen relevanten Fristen finden Sie in unseren Beiträgen zu den Themen Kündigungsarten und Kündigungsfristen im Arbeitsrecht. Detaillierte Informationen über die Erstellung eines Aufhebungsvertrags und damit verbundenen Risiken finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Aufhebungsvertrag schreiben.

 

8. Gewährleistungsansprüche absichern

Für Gläubiger, die gegenüber einer GmbH Gewährleistungsansprüche über das Sperrjahr hinaus besitzen, muss prinzipiell keine Sicherheit geleistet werden. Ihr Anspruch verfällt mit dem Ende der GmbH-Auflösung. Muss aufgrund von

  • Erfahrungswerten oder
  • sonstigen haltbaren Erkenntnissen

mit Gewährleistungsforderungen gerechnet werden, haben die Liquidatoren entsprechende Sicherheiten zu leisten oder einen angemessenen Geldbetrag zu hinterlegen.

 

Juristische Prüfung der Gewährleistungsansprüche:

Sollte eine Abwägung der potentiellen Gewährleistungsforderungen zu einer falschen Entscheidung über die Rücklagenhöhe führen, kann dies im Nachhinein schwerwiegende Folgen für die Gesellschafter und Liquidatoren haben. So müssen diese im Ernstfall mit ihrem Privatvermögen haften.

 

9. Sperrjahr umgehen

Während der Auflösung, die mindestens 13 Monate umfasst, bleiben die laufenden Haftungs- und Betriebskosten unverändert. Auch müssen weiterhin Pflichten wie die Buchhaltung, Steuererklärung, Jahresabschlüsse oder IHK-Beitragszahlungen erfüllt werden. Sollten allerdings gewisse Anforderungen erfüllt sein, kann man auch ohne Sperrjahr die GmbH auflösen. Diese wären:

  • Alle Geschäfte sind bereits abgewickelt.
  • Es besteht weder Vermögen noch Verbindlichkeiten.
  • Es gibt keine laufenden Gerichtsprozesse.
  • Das Stammkapital wurde zur Gläubigerbefriedigung verbraucht.

Insofern kann der Liquidator direkt nach dem Gesellschafterbeschluss zur Auflösung die Löschung der GmbH aus dem Handelsregister beantragen.

 

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10. GmbH-Vermögen ausschütten

Sollte am Ende der GmbH-Auflösung noch Vermögenswerte oder Stammkapital vorhanden sein, darf dieses mit Ablauf des Sperrjahres an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Die Ausschüttung erfolgt entsprechend der Gesellschaftsanteile der einzelnen Gesellschafter und ist für die GmbH steuerneutral.

Für die Gesellschafter ergeben sich zwei Varianten, nach denen das erhaltene Vermögen als Kapitaleinkunft versteuert werden kann:

  • Unternehmensbeteiligung von min. 1 %: Es fällt eine einmalige Abgeltungssteuer i. H. v. 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an.
  • Unternehmensbeteiligung von min. 1 % bei beruflicher Tätigkeit für die GmbH und min. 25 % ohne berufliche Tätigkeit: Das Teileinkünfteverfahren ermöglicht, dass 40 % der Ausschüttung steuerfrei sind. Die restlichen 60 % werden nach dem persönlichen Steuersatz besteuert.

Kapital, welches die Gesellschafter in die GmbH als beispielweise Einlage einzahlten, erhält der entsprechende Gesellschafter dagegen steuerfrei zurück.

 

11. Kosten einer GmbH-Auflösung einplanen

Wenn man eine GmbH auflösen möchte, können zudem die Kosten einer GmbH-Auflösung eingeplant werden. Folgende Aufwendungen fallen an:

  • Bundesanzeiger: Je nach Umfang des Gläubigeraufrufs und der Bilanzen fallen Kosten von ca. 50 Euro je Veröffentlichung an.
  • Liquidatoren: Die Vergütung von Liquidatoren wird entweder durch die Gesellschafter oder die Vergütungsbestimmungen für Insolvenzverwalter bestimmt.
  • Steuerberater: Die Kosten für die Tätigkeit eines Steuerberaters werden auf Grundlage der Vergütungsordnung für Steuerberater ermittelt. Alternativ dazu kann auch eine Pauschalgebühr vereinbart werden.
  • Notar: Ein Notar beglaubigt den Gesellschafterbeschluss sowie den Antrag auf Löschung und reicht diese zur Eintragung ins Handelsregister ein.

Dessen konkrete Kosten sind davon abhängig, ob der Notar Beschluss oder Antrag verfasst (mit Entwurf) oder nur für die Beglaubigung der Dokumente (ohne Entwurf) in Anspruch genommen wird. Folgende Kosten könnten so entstehen:

Gebührensatz gemäß GNotKG

Notarielle Beglaubigung ohne Entwurf*

Notarielle Beglaubigung mit Entwurf*

0,2 Gebühr Nr. 25100 KV

25,00 €

-

0,5 Gebühr Nr. 24102 KV

-

62,50 €

0,3 Gebühr Nr. 22114 KV

37,50 €

37,50 €

Dokumentenpauschale Nr. 32001 KV (4 Seiten)

0,60 €

0,60 €

Dokumentenpauschale Nr. 32002 KV (1 Datei)

1,50 €

1,50 €

Auslagen Nr. 32005 KV

12,92 €

20,00 €

Zwischensumme

77,52 €

122,10 €

19 % Umsatzsteuer

14,73 €

23,20 €

Summe

92,25 €

145,30 €

* Bei dieser Muster-Kostenrechnung wird von einem Geschäftswert i. H. v. 30.000 € ausgegangen. Der Geschäftswert ergibt sich aus § 105 ff. GNotKG.

 

12. GmbH aus dem Handelsregister löschen

Die Ausschüttung von GmbH-Vermögen an die Gesellschafter stellt die letzte Abwicklungsmaßnahme dar. Somit bleibt von der GmbH nur noch eine leere Mantelgesellschaft übrig, die weder geschäftstätig ist noch Vermögen besitzt. Als letzten Schritt, um endgültig die GmbH auflösen zu können, folgt ein Antrag auf Löschung der GmbH aus dem Handelsregister. Dieser wird notariell beurkundet und kostenlos beim zuständigen Registergericht eingereicht. Wird der Antrag nicht durch das Registergericht oder etwaige Parteien beanstandet, kann man erfolgreich die GmbH auflösen.

 

13. Verwahrungspflicht beachten

Nachdem man erfolgreich die GmbH auflösen konnte, sind die Bücher und Schriften der aufgelösten GmbH für zehn Jahre durch einen Gesellschafter oder einen Dritten aufzubewahren. Die Verwahrungspflicht erstreckt sich auf alle elektronisch gesicherten sowie schriftlichen

  • Unterlagen über die Liquidation,
  • Handelsbücher und -briefe,
  • Inventare und Bilanzen,
  • Protokolle,
  • behördliche Bescheide und Urteile sowie
  • allgemeine Korrespondenzen.

Unterlagen, deren gesetzliche Aufbewahrungsfrist zum Zeitpunkt der Hinterlegung bereits verstrichen ist, müssen nicht weiter aufbewahrt werden.

 

14. Nachtragsliquidation beantragen

Stellt sich nach der Löschung heraus, dass aufgrund einer unzureichenden Liquidation weiterhin Vermögenswerte wie Forderungen, Grundpfandrechte oder Grundeigentum bestehen, kann eine Nachtragsliquidation erfolgen. Dazu wird ein Antrag vor dem zuständigen Amtsgericht entweder durch

  • die Gesellschafter selbst,
  • deren Erben oder
  • etwaige Gläubiger

gestellt. Inhalt des Antrags ist eine Begründung für die Erforderlichkeit der Nachtragsliquidation, außerdem können Nachtragsliquidatoren vorgeschlagen werden. Das Registergericht bestellt daraufhin die Nachtragsliquidatoren zur Durchführung der fehlenden Abwicklungsmaßnahmen. Können die Kosten für die Nachtragsliquidatoren nicht durch das restliche Gesellschaftsvermögen gedeckt werden, wird der Antragsteller damit belastet.

 

15. Mit rechtlicher Expertise eine GmbH unkompliziert auflösen

 

Will man eine GmbH auflösen, regeln verschiedenste gesetzliche Vorgaben und Regelungen alle notwendigen Maßnahmen. So ist nach einem Gesellschafterbeschluss über die GmbH-Auflösung ein Liquidator (oder mehrere) zu benennen, der die laufenden Geschäfte abwickelt. In diesem Zusammenhang sind alle Verbindlichkeiten der GmbH zu begleichen, offene Forderungen einzutreiben und das überschüssige Vermögen an die Gesellschafter auszuzahlen. Erst dann kann die GmbH aus dem Handelsregister gelöscht und die GmbH-Auflösung erfolgreich abgeschlossen werden. Hier kann ein Anwalt mit seiner juristischen Expertise wertvolle Unterstützung leisten. So kann er nicht nur die rechtskonforme Kündigung von Mitarbeitern sicherstellen, sondern auch wirtschaftliche Risiken minimieren.

Meine Mandanten sollen immer wissen, wie die nächsten Schritte aussehen und welche Gründe für die von mir empfohlene Vorgehensweise sprechen. Die wenigsten Unternehmer sind juristisch geschult. Daher sind klare und verständliche Handlungsempfehlungen wichtig.
Simon Bürgler
Simon Bürgler
Anwalt für Wirtschaftsrecht

Folgende Aufgaben kann ein Anwalt übernehmen, wenn eine GmbH aufzulösen ist:

  • juristische Bewertung von Alternativen & Risiken,
  • Erarbeitung notwendiger Voraussetzungen & Maßnahmen für unkomplizierte GmbH-Auflösung,
  • Analyse möglicher wirtschaftlicher, steuer- und haftungsrechtlicher Risiken & juristischer Optionen für deren Vermeidung,
  • rechtssichere Auflösung von Arbeitsverhältnissen,
  • Auswahl & Vergütungsentscheidung bezüglich des Liquidators,
  • Überwachung einer ordnungsgemäßen Abwicklung unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Regelungen & Anforderungen,
  • Sicherstellung gesetzlich vorgeschriebener & steuerrechtlich einwandfreier Bilanzierungen,
  • Überwachung der Finanzlage & ggf. Einleitung eines Insolvenzverfahrens,
  • juristische Unterstützung auch im Falle einer Nachtragsliquidation oder nachträglicher Rechtsstreitigkeiten.

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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.

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