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Unternehmensgründung
Einzelunternehmen gründen: in 10 Schritten zur Selbstständigkeit

 

Einzelunternehmen gründen: in 10 Schritten zur Selbstständigkeit

 

 

Haben Sie selber schon einmal über die Gründung eines eigenen Unternehmens nachgedacht? Für den einfachen Einstieg in die Selbstständigkeit eignet sich besonders das Einzelunternehmen, das mit minimalen Gründungsformalitäten und geringen -kosten verbunden ist. Die Rechtsform des Einzelunternehmens zählt neben der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) zu den beliebtesten Rechtsformen in Deutschland. Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel, was es so besonders macht und was Sie bei der Gründung beachten sollten.

Einzelunternehmen gründen: in 10 Schritten zur Selbstständigkeit

Lesezeit: ca. 5 Min.

Hier bieten wir ihnen ausführliche Informationen zum Thema Gründung von Einzelunternehmen. Sie erfahren in diesem Artikel unter anderem was bei der Gründung eines Einzelunternehmens alles zu beachten ist, sowie welche Vorteile und Risiken die Gründung eines Einzelunternehmens mit sich bringt. 

Dazu haben Sie die Möglichkeit, die Gründung kostenlos mit unserem Anwalt für Gesellschaftsrecht zu besprechen.

Einfach die geplante Gründung kurz beschreiben, absenden und noch am selben Tag eine kostenlose telefonische Ersteinschätzung von unserem Rechtsanwalt erhalten. advocado übernimmt dabei die Garantie für ausgezeichnete Beratung.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Die wichtigsten Personengruppen eines Einzelunternehmens
    1.1. Gründung als gewerbetreibender Kaufmann
    1.2. Gründung als Kleingewerbetreibender
    1.3. Gründung als Freiberufler
2. Die Gründung eines Einzelunternehmens im Überblick
3. Buchführung bei Einzelunternehmen
     3.1. Doppelte Buchführung
     3.2. Einfache Buchführung
     3.3. Verletzung der Buchführungspflicht
4. Das ist bei der Gründung eines Einzelunternehmens zu beachten
     4.1. Name des Einzelunternehmens
     4.2. Eröffnung des Geschäftskontos
     4.3. Eintragung ins Handelsregister
     4.4. Gewerbeamt
     4.5. Steuern / Finanzamt
     4.6. Berufsgenossenschaft
     4.7. Industrie- und Handelskamme (IHK)
     4.8. Handwerkskammer (HWK)
     4.9. Berufskammer
     4.1.1. Bundesagentur für Arbeit
     4.1.2. Sozialversicherung
     4.1.3. Künstlersozialkasse
     4.1.4. Betriebliche Versicherungen
     4.1.5. Genehmigungen
5. Checkliste: In 10 Schritten ein Einzelunternehmen gründen
6. Vorteile der Gründung eines Einzelunternehmens
7. Risiken der Gründung eines Einzelunternehmens
8. PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung zur Gründung eines Einzelunternehmens

 

1. Die drei wichtigsten Personengruppen eines Einzelunternehmens

Das Einzelunternehmen ist neben den Personen- und Kapitalgesellschaften die dritte Möglichkeit der Unternehmensrechtsformen in Deutschland. Der sogenannte Inhaber des Einzelunternehmens braucht zur Gründung kein gesetzlich vorgeschriebenes Startkapital, haftet aber unbeschränkt mit Geschäfts- und Privatvermögen.

Varianten der Gründung: Eine alleinige Gründung eines Unternehmens hat immer ein Einzelunternehmen zur Folge. Drei verschiedene Personengruppen lassen sich hierbei unterscheiden:  

  • Gründung als gewerbetreibender Kaufmann: Kaufmann im Sinne dieses Gesetzbuchs ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt (§ 1 HGB). Als gewerbetreibender Kaufmann steht Ihnen lediglich die Anmeldung Ihrer Tätigkeit beim Gewerbeamt sowie die Eintragung im Handelsregister bevor.
  • Gründung als Kleingewerbetreibender: Ein Kleingewerbe ist ein Handelsgewerbe, das nach Art oder Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert – z. B. entfällt hier die doppelte Buchführung. So steht Ihnen die Eintragung im Handelsregister frei. Bei der Anmeldung gilt automatisch die Rechtslage des oben genannten gewerbetreibenden Kaufmanns.
  • Gründung als Freiberufler: Freiberufliche Tätigkeiten werden u. a. von sogenannten Katalogberufen wie Architekten oder Ärzten ausgeübt und basieren besonders auf wissenschaftlichen, erzieherischen, künstlerischen oder schriftstellerischen Aktivitäten. Diese Berufsgruppe unterliegt anderen Formalitäten als der Kaufmann. In diesem Fall muss die Selbstständigkeit beim Finanzamt angemeldet werden und so entscheidet das Finanzamt über den Status Ihrer angemeldeten freiberuflichen Tätigkeit und erteilt Ihnen ggf. eine Steuernummer. In Abhängigkeit davon entfallen für Freiberufler die Anmeldung beim Gewerbeamt sowie die Zahlung der Gewerbesteuer. Es gilt darüber hinaus, sich über sonstige Anforderungen Ihrer Berufsgruppe zu informieren.

2. Übersicht zur Gründung von Einzelunternehmen:

 

Gewerbetreibende / Kaufmann

Kleingewerbe-

treibende

Freiberufler

Anzahl Gründer 

Ein Einzelunternehmer

Ein Einzelunternehmer

Ein Einzelunternehmer

Geschäftsführung

Geschäftsführung durch Einzelunternehmer

Geschäftsführung durch Einzelunternehmer

Geschäftsführung durch Einzelunternehmer

Startkapital

Keine Vorgaben, finanzielle Rücklagen empfehlenswert

Keine Vorgaben, finanzielle Rücklagen empfehlenswert

Keine Vorgaben, finanzielle Rücklagen empfehlenswert

Haftung

Alleinige Haftung des Einzelunternehmers mit Geschäfts- und Privatvermögen

Alleinige Haftung des Einzelunternehmers mit Geschäfts- und Privatvermögen

Alleinige Haftung des Einzelunternehmers mit Geschäfts- und Privatvermögen

Gründungsformali-täten

Anmeldung beim Finanzamt & Einholung der Steuernummer, Anmeldung beim Gewerbeamt & Einholung des Gewerbescheins, Eintragung im Handelsregister

Anmeldung beim Finanzamt & Einholung der Steuernummer, Anmeldung beim Gewerbeamt & Einholung des Gewerbescheins

Anmeldung beim Finanzamt & Einholung der Steuernummer

Firmenname

Vor- und Nachname des Einzelunternehmers mit Branchennamen oder Fantasiename mit Kürzel des eingetragenen Kaufmanns im Anhang

MUSS: Vor- und Nachname des Einzelunternehmers,

mögliche Ergänzung: Branchenname

MUSS: Vor- und Nachname des Einzelunternehmers,

mögliche Ergänzung: Branchenname

Gewinnverteilung 

Gewinn obliegt dem alleinigen Einzelunternehmer

Gewinn obliegt dem alleinigen Einzelunternehmer

Gewinn obliegt dem alleinigen Einzelunternehmer

 

3. Buchführung bei Einzelunternehmen

Die Buchführungspflicht bei Einzelunternehmen ist bei gewerbetreibenden Kaufmännern, Kleingewerbetreibenden sowie Freiberuflern verschieden. Als Ersterer sind Sie zur doppelten Buchführung verpflichtet:

  • Doppelte Buchführung: Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss dabei so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen (§ 238 (1) HGB). Die doppelte Buchführung basiert auf komplexen Geschäftsprozessen und ist für einen gewerblichen Kaufmann verpflichtend. Werden jedoch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht mehr als 600.000 € Umsatzerlöse und 60.000 € Jahresüberschuss erwirtschaftet, entsteht eine Befreiung von der doppelten Buchführungspflicht. Diese Art der Buchführung zeichnet sich durch das doppelte Buchen eines Geschäftsvorfalls auf den zwei betreffenden Buchführungskonten aus. Wird z. B. eine Verbindlichkeit an einen Lieferanten bar beglichen, wird sowohl das Konto „Wareneinkäufe“ als auch das Konto „Kasse“ angesprochen.
  • Einfache Buchführung: Die einfache Buchführung ist verpflichtend für Freiberufler und Kleingewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Die einfache Buchführung beruht auf leicht überschaubaren Geschäftsprozessen und gestaltet sich durch das einmalige Festhalten eines Geschäftsvorfalls auf einem Buchführungskonto wie z. B. Mietzahlungen. Einnahmen und Ausgaben werden auf diesem Konto in zeitlicher Reihenfolge erfasst.
  • Verletzung der Buchführungspflicht: Jeder, der seiner Buchführungspflicht durch z. B. versäumte oder verspätete Buchungen nicht nachkommt, muss mit Strafen wie Steuernachzahlungen inklusive Zinsen, hohen Steuereinschätzungen durch das Finanzamt sowie mit Geldstrafen rechnen. So belangte z. B. das Landgericht Dresden 2012 einen Rechtsanwalt aufgrund der Verletzung der Buchführungspflicht in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten und verbot ihm zwei Jahre lang die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt. (Az. 5 StR 122/11)

 

Einzelunternehmen gründen

 

4. Das ist bei der Gründung von Einzelunternehmen zu beachten

Beim Weg in die Selbstständigkeit durch ein Einzelunternehmen gilt es, viele wichtige Schritte zu berücksichtigen, damit Ihr Unternehmen einen erfolgreichen Start auf dem Markt erlebt. Unabhängig von der Wahl der Rechtsform sind rechtliche und wirtschaftliche Beratungen enorm wichtig, da sie beim Verständnis rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Anforderungen helfen und vor Misserfolg schützen. Auch die angemessene Planung der Gründung stellt ein wichtiges Standbein Ihrer zukünftigen Unternehmung dar. Deshalb muss ein Zeitplan für das Gründungsgeschehen erstellt sowie ein Businessplan konzipiert werden, der den Gegenstand und die Kalkulation des Geschäfts aufzeigt. Das Kapital muss ebenfalls mithilfe eines Kapitalbedarfsplans berechnet werden. Weiterhin sollten folgende Schritte berücksichtigt werden:

Name des Einzelunternehmens: Mit dem Firmenname tritt Ihr Einzelunternehmen im Geschäftsverkehr auf – deswegen ist dieser vorab gut zu überlegen. Laut obiger Tabelle ist für Kleingewerbetreibende und Freiberufler der Vor- und Nachname im Firmenname verpflichtend und kann um eine branchenspezifische Bezeichnung ergänzt werden. Für den gewerbetreibenden Kaufmann gelten andere Vorschriften. So kann dieser zwischen Kombination aus Vor- und Nachname, einer Ergänzung und einem Fantasienamen mit einem Zusatz als Einzelunternehmer wie e. K. (eingetragener Kaufmann; geschlechtsneutral) e. Kfm. (eingetragener Kaufmann) oder e. Kfr. (eingetragene Kauffrau) wählen. Für ihn ist es auch möglich, lediglich einen Fantasienamen mit Zusatz anzugeben, jedoch wird der Seriosität halber ein Firmenname, der Vor- und Nachname enthält, empfohlen.

Eröffnung des Geschäftskontos: Für den Gründungsprozess eines Einzelunternehmens ist auch die Eröffnung eines eigenen Geschäftskontos essenziell, damit zukünftige Geschäftsprozesse stattfinden können. Für die Wahl des richtigen Geschäftskontos sind Beratungen bei der Bank wichtig, um die passende Bankdienstleistung für Ihren Geschäftsbetrieb zu finden. Neben Filial-Banken gibt es mittlerweile viele Online-Banken, deren Leistungen sich oft von denen der Filialen unterscheiden. Hier ist es wichtig, das richtige Preis-/Leistungsverhältnis zu wählen und sich für einen vertrauensvollen Partner an Ihrer Seite zu entscheiden.

Eintragung ins Handelsregister: Für den gewerbetreibenden Kaufmann als Einzelunternehmen ist es verpflichtend, sich ins Handelsregister eintragen zu lassen. Ihr Unternehmen wird geprüft und nach erfolgreichem Bestehen wird die Bekanntmachung ihres Unternehmens vollzogen. Für Kleingewerbetreibende und Freiberufler entfällt dieser Schritt.

Gewerbeamt: Sobald die Selbstständigkeit ansteht, muss das zukünftige Gewerbe des gewerbetreibenden Kaufmanns oder des Kleingewerbetreibenden im zuständigen Gewerbeamt der Stadt- oder Gemeindeverwaltung angemeldet werden. Das Amt prüft, ob die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Gewerbes erfüllt sind. Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Gewerbeschein, mit dem Sie zur Führung eines Gewerbes befähigt werden.

Steuern/Finanzamt: Für die steuerliche Erfassung spielt das Finanzamt die entscheidende Rolle. So ist es für alle drei Formen des Einzelunternehmens wichtig, diesen Schritt zu berücksichtigen. Nach der Anmeldung Ihres Gewerbes als Kaufmann beim Gewerbeamt müssen Sie beim Finanzamt einen Fragebogen ausfüllen und erhalten anschließend Ihre Steuernummer, unter der Ihre steuerlichen Prozesse erfasst werden. Als gewerbetreibender Kaufmann oder Kleingewerbetreibende sind die Gewerbesteuer, Einkommenssteuer, Lohnsteuer, Umsatzsteuer und der Solidaritätszuschlag fällig. Aufgrund des fehlenden Gewerbes entfällt für freie Berufe die Zahlung der Gewerbesteuer.

Berufsgenossenschaft: Berufsgenossenschaften sind als Unfallversicherungsträger bei der formalen Anmeldung Ihres Unternehmens nicht zu vergessen. Sie haben zur Aufgabe, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren und Unfallrisiken zu vermeiden. Im Fall eines Arbeitsunfalls versichern sie Schutz und Prävention für den Versicherten. Berufsgenossenschaften dienen dem Wohl des Unternehmens und eine branchenspezifische Anmeldung ist essenziell.

Industrie- und Handelskammer (IHK): Als gewerbetreibender Kaufmann und als Kleingewerbetreibender ist die Anmeldung in der zuständigen IHK Pflicht. Die Ausnahme stellen hier handwerkliche Betriebe dar – diese unterliegen einer Mitgliedschaft in der zuständigen Handwerkskammer. Auch Freiberufler und landwirtschaftliche Betriebe werden von der Angehörigkeit befreit. Die Mitgliedschaft des Kaufmanns erfolgt auf Basis des Firmensitzes und wird in den meisten Fällen durch das Gewerbeamt initiiert. Die IHK stellt die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft und des Gewerbes dar und dient Ihrem Einzelunternehmen als Unterstützung und Förderung. Um ihre Aufgaben vollständig wahrnehmen zu können, bedarf es nötige Mittel zur Finanzierung. Grundsätzlich setzt sich der IHK-Beitrag aus den zwei Komponenten Grundbeitrag und Umlage zusammen. Den Grundbeitrag, der nach Art, Umfang und Leistungsstärke des Unternehmers gestaffelt ist, muss jeder zahlen. Der Betrag ist jedoch von Region zu Region unterschiedlich. Die Umlage dagegen orientiert sich an dem Ertrag des jeweiligen Unternehmers, dem ein jährlicher Betrag von 15.340 € frei steht und erst der darüber hinaus erworbene Gewerbeertrag als Berechnungsgrundlage gilt.

Handwerkskammer (HWK): Für handwerkliche Betriebe ist die Mitgliedschaft in der zuständigen HWK verpflichtend, egal welcher Rechtsform Sie angehören. Sie widmet sich der Unterstützung, Beratung und Interessenvertretung Ihrer betrieblichen Belange. Mitglieder der HWK müssen einen fixen Grund- sowie einen variablen Zusatzbetrag – der sich am vergänglichen Gewerbeertrag bemisst – entrichten.

Berufskammer: Wenn Sie als Freiberufler ein Einzelunternehmen gründen, ist die Registrierung in der zuständigen Kammer für kammerpflichtige freie Berufe nicht zu vergessen. Hierzu zählen z. B. Ärzte und Apotheker, Notare und Anwälte oder Ingenieure und Architekten.

Bundesagentur für Arbeit: Sieht das zukünftige Konzept Ihres Einzelunternehmens die Anstellung von Mitarbeitern vor, ist der Gang zur Bundesagentur für Arbeit für den Erhalt der Betriebsnummer unumgänglich. Vergeben wird diese vom Betriebsnummern-Service und wird zusätzlich für die Anmeldung bei den Sozialversicherungen und der Krankenkasse benötigt.

Sozialversicherungen: Arbeitslosen-, Renten-, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung bilden das soziale Versicherungsnetz in Deutschland. Bei geplanter Anstellung von Mitarbeitern ist die Anmeldung derer zwingend notwendig, damit eine Absicherung in allen Bereichen sichergestellt werden kann. Für die Anmeldung bedarf es der Betriebsnummer, die Sie vorab bei der Bundesagentur für Arbeit einholen müssen. Die Sozialversicherungsbeiträge – deren Höhe sich anhand gesetzlich festgelegter Beitragssätze bemisst – werden von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam getragen. Die Anmeldung der Beschäftigten erfolgt über die jeweilige gesetzliche Krankenkasse, bei der Sie den Mitarbeiter mithilfe eines Beitragsnachweises anmelden. Der Kontakt zur jeweiligen Berufsgenossenschaft ist ebenfalls unumgänglich, da hier die Anmeldung zur Aufnahme bei der Unfallversicherung getätigt werden muss.

Künstlersozialkasse: Die Künstlersozialkasse bildet die Alternative zu Sozialversicherungen für selbstständige Künstler und Publizisten. So haben auch diese Berufsgruppen die Möglichkeit, sich sozial abzusichern. Der Beitrag für die Versicherung setzt sich zur Hälfte durch Abgaben des Freiberuflers und zur anderen Hälfte durch Zuschüsse des Bundes und Abgaben von künstlerisch oder publizistisch tätigen Unternehmen wie z. B. Verlagen zusammen. Da die Künstlersozialkasse das Gegenstück der Sozialversicherungen bildet, entfällt die Mitgliedschaft für Künstler in den typischen Versicherungen.

Betriebliche Versicherungen: Neben den Sozialversicherungen gibt es in Deutschland betriebliche Versicherungen, welche die Hauptrisiken eines Einzelunternehmens absichern sollen. Abgeschlossen werden können diese für alle Bereiche des Geschäftsablaufes. Zu den meist genutzten Versicherungen zählen u. a. die Betriebs-Haftpflicht-, Einbruchdiebstahl- und Kfz-Haftpflichtversicherung.

Genehmigungen: In einigen Betriebsbereichen und Branchen in Deutschland ist es notwendig, sich Erlaubnispflichten für die Gründung einzuholen. Tätigkeiten in Gastronomiebetrieben unterliegen z. B. Einwilligungen vom Gesundheitsamt und Arbeit im Baugewerbe setzt die Abnahme vom Bauamt voraus. In einigen Fällen sorgt auch die Gewerbeaufsicht für ein ordnungsgemäßes Geschäft.

 

5. Checkliste: In 10 Schritten ein Einzelunternehmen gründen!

Checkliste für Einzelunternehmen

 

6. Vorteile der Gründung eines Einzelunternehmens

Die Gründung eines Einzelunternehmens ist der einfache Weg in die Selbstständigkeit. So erfreut sich diese Rechtsform weiterhin großer Beliebtheit. Dies liegt vor allem an:

  • keine Vorgaben zur Höhe des Startkapitals,
  • uneingeschränkte Gewinnbeteiligung des Einzelunternehmers,
  • geringe Gründungskosten, da die notarielle Beurkundung wie z. B. bei einer GmbH entfällt,
  • geringe Gründungsformalitäten besonders beim Kleingewerbetreibenden,
  • das alleinige Führen des Unternehmens befähigt zu großem Gestaltungsspielraum,
  • Entfall der Gewerbesteuer bei freien Berufen,
  • einfache Buchführung bei Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden,
  • hohe Reputation bei Banken aufgrund der uneingeschränkten Haftung,
  • durch alleinige Entscheidungsgewalt schnelle Anpassung an sich wandelnde Marktveränderungen.

7. Risiken der Gründung eines Einzelunternehmens

  • Unbeschränkte Haftung mit dem Privatvermögen,
  • kaum Möglichkeiten zur Trennung von Privat- und Arbeitsleben,
  • durch alleinige Führung entsteht eine hohe Arbeitsbelastung und Verantwortung,
  • für den eingetragenen gewerbetreibenden Kaufmann ist die doppelte Buchführung verpflichtend,
  • Erweiterung des Kapitalbedarfs richtet sich nach Höhe des Eigenkapitals.

Besonders den Nachteil der privaten Haftung sehen viele Neugründer kritisch. Um dieses und die weiteren Risiken so weit wie möglich einzugrenzen, sind regelmäßige Beratungen bei einem Fachanwalt und Steuerberater unverzichtbar!

 

8. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung zur Gründung eines Einzelunternehmens

Das Einzelunternehmen bildet ein Sprungbrett für Gründer und gilt als gefragte Anlaufstelle für gewerbetreibende Kaufmänner, Kleingewerbetreibende oder Freiberufler, die ihre Ideen schnell in die Tat umsetzen wollen.

Spielen Sie mit dem Gedanken, ein Einzelunternehmen zu gründen oder stecken bereits in der Gründungsphase? Unsere qualifizierten Fachanwälte stehen Ihnen beratend für Fragen zur Gründung eines Einzelunternehmens zur Verfügung!

Hier haben Sie die Möglichkeit, die Gründung kostenlos mit unserem Anwalt für Gesellschaftsrecht zu besprechen.

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