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GmbH-Insolvenz: alle wichtigen Fragen auf einen Blick

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Zusammenfassung

Bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung müssen Geschäftsführer einer GmbH innerhalb von 3 Wochen Insolvenz anmelden. Eine GmbH-Insolvenz soll Schulden tilgen und Sanierungsmaßnahmen umsetzen, damit das Unternehmen wieder profitabel wird. Wer Risiken und Alternativen prüfen lässt, kann den Erhalt des Betriebs sichern.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine GmbH ist insolvent, wenn sie zahlungsunfähig oder überschuldet ist.
  • Dann ist innerhalb von 3 Wochen die GmbH-Insolvenz anzumelden.
  • Im Insolvenzverfahren gibt der Betrieb die Kontrolle an einen Insolvenzverwalter ab.
  • Unter seiner Aufsicht soll sich der Betrieb sanieren & Schulden abbauen.
  • Nach der Insolvenz ist die GmbH im Idealfall schuldenfrei.
  • Während der Corona-Krise können betroffene Betriebe die Insolvenz mit staatlicher Hilfe verhindern.

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Ratgeber Mockup

1. Wann ist eine GmbH insolvent?

Eine GmbH ist laut Insolvenzordnung (InsO) insolvent, wenn einer der folgenden Insolvenzgründe vorliegt:

  • Zahlungsunfähigkeit: Das Unternehmen kann die fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen und muss sämtliche Zahlungen einstellen (§ 17 InsO).
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit: Die GmbH kann voraussichtlich bestehende Zahlungspflichten nicht erfüllen (§ 18 InsO).
  • Überschuldung: Fortlaufende Kosten können nicht mehr durch das Unternehmensvermögen gedeckt werden (§ 19 InsO).

Ist die GmbH zahlungsunfähig oder überschuldet, muss die Geschäftsführung innerhalb von 3 Wochen einen Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht stellen. Reagiert sie zu spät, kann ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung drohen und der Geschäftsführer gegenüber Gläubigern mit seinem Privatvermögen haften.  

 

Geschäftsführerhaftung bei GmbH-Insolvenz

Ist eine GmbH insolvent, haften Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen gegenüber Gläubigern nur, wenn sie ihre Sorgfaltspflicht verletzen und daraus Schäden für das Unternehmen entstehen.

Die Haftung eines Geschäftsführers bei Insolvenz der GmbH tritt ein, wenn der Insolvenzantrag für die GmbH nicht innerhalb von 3 Wochen nach Eintreten der Zahlungsunfähigkeit gestellt wurde.

 

Sonderregelungen für Insolvenzen während der Corona-Pandemie

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu beschränken, hat die Bundesregierung die Insolvenzantragspflicht bis zum 31.04.2021 ausgesetzt.

In Anspruch nehmen können diese Regelung Unternehmen unter folgenden Voraussetzungen:

  • Die wirtschaftliche Krise der GmbH ist pandemiebedingt.
  • Die GmbH hat Anspruch auf finanzielle Hilfen aus dem Corona-Hilfsprogramm.
  • Die staatlichen Hilfen ermöglichen das Überleben des Unternehmens.
  • Die Hilfe wird bis zum 28.02.2021 beantragt.
  • Die Auszahlung steht noch aus.

2. Was bedeutet die Insolvenz für die GmbH?

Meldet eine GmbH Insolvenz an, muss die Geschäftsführung die Kontrolle über den Betrieb an einen vom Gericht gewählten Insolvenzverwalter abgeben. Der Verwalter entscheidet über die Finanzen, Vertragsabschlüsse und darf Arbeitnehmer kündigen.

Die Arbeitnehmer der GmbH haben trotz Insolvenz einen Anspruch auf Gehaltszahlung. Ist die GmbH insolvent, können Mitarbeiter ihren Zahlungsanspruch beim Insolvenzverwalter geltend machen. Über die Agentur für Arbeit können sie Insolvenzausfallgeld als Lohnausgleich erhalten.

Der vorübergehende Eingriff eines Dritten in den Geschäftsbetrieb ermöglicht die Chance auf einen wirtschaftlichen Neustart. Die GmbH kann sich selbstständig sanieren, alte Strukturen abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen.

3. Welche Alternativen gibt es?

Die Insolvenz ist die letzte Option bei Zahlungsunfähigkeit einer GmbH. Mit einer Unternehmenssanierung kann sich unter Umständen eine GmbH-Insolvenz vermeiden lassen.

  • Offene Forderungen eintreiben oder Geld eintreiben lassen
  • Staatliche Soforthilfen in der Corona-Krise beantragen
  • Krediten, Kreditlinien, Garantien und Bürgschaften optimieren
  • Kapitel über Gesellschafterdarlehen beschaffen
  • Die Forderungen der Gläubiger mit Unternehmensanteilen begleichen
  • Neue Investoren finden
  • Mit Schutzschirmverfahren 3 Monate vor Vollstreckungen geschützt sein und Zeit gewinnen, um Insolvenzplan aufzustellen
  • Die GmbH liquidieren

4. Wie beantragt eine GmbH die Insolvenz?

Die GmbH-Insolvenz ist beim zuständigen Amtsgericht am Hauptsitz des Unternehmens zu beantragen.

Das Antragsformular ist online zu finden. Notwendig sind folgende Informationen:

  • Unternehmensinformationen (Sitz, Vorstand, Tätigkeitsbereich, Mitarbeiterzahl)
  • Insolvenzgrund
  • Auflistung von Vermögen und Forderungen
  • Vollständiges Gläubigerverzeichnis
  • Optionen zur Sanierung

Alle Unterlagen sind fristgerecht innerhalb von 3 Wochen ab der Zahlungsunfähigkeit beim Gericht einzureichen.

5. Wie läuft ein Insolvenzverfahren ab?

Nach Eingang der Unterlagen prüft das Gericht, ob eine Insolvenz für die GmbH möglich ist. Für den Zeitraum der Prüfung ordnet das Gericht eine vorläufige Insolvenzverwaltung an und benennt einen vorläufigen Insolvenzverwalter. Dieser stellt sicher, dass das Unternehmen sich nicht weiter verschuldet.

Zeichnet sich während der Betriebsprüfung ab, dass die GmbH die Kosten des Insolvenzverfahrens nicht mit dem vorhandenen Vermögen bezahlen kann, lehnt das Gericht den Insolvenzantrag ab. Das Unternehmen wird dann zwangsweise aufgelöst.

Ist der Insolvenzantrag zulässig, leitet das Gericht das Insolvenzverfahren ein. Der Ablauf der Firmeninsolvenz verläuft dann nach einer festgelegten Schrittfolge. Die GmbH-Geschäftsführung wird über alle wichtigen Fristen durch das zuständige Amtsgericht oder den Insolvenzverwalter informiert.

  1. Berichtstermin: Der Insolvenzverwalter informiert die Gläubiger auf einer Gläubigerversammlung über die wirtschaftliche Lage der Firma. Sie entscheiden über Sanierung oder Auflösung der GmbH.
  2. Prüfungstermin: Alle offenen Forderungen werden in einer Insolvenztabelle dokumentiert.
  3. Abwicklungsphase: Umsetzung der beschlossenen Sanierungsmaßnahmen und Tilgung der Schulden.
  4. Schlusstermin: Sobald der Betrieb wieder zahlungsfähig ist, stellt der Insolvenzverwalter den Richtern seinen Schlussbericht vor.
  5. Aufhebung: Das Gericht beendet das Verfahren und veröffentlicht das Ende der Insolvenz auf der Seite für Insolvenzbekanntmachungen. Die GmbH erhält die komplette Verfügungsgewalt zurück.

Ist das Verfahren abgeschlossen, muss die GmbH die Gerichtskosten sowie den Insolvenzverwalter und die übrigen Insolvenzforderungen begleichen. Die Kosten einer GmbH-Insolvenz sind von der Dauer der GmbH-Insolvenz, der Gläubigeranzahl und dem Umfang der Insolvenzmasse abhängig – eine genaue Angabe ist daher nur schwer möglich.

6. Wie lässt sich die GmbH-Insolvenz rechtlich absichern?

Ist die GmbH insolvent, kann schnelles Handeln hilfreich sein. Damit Geschäftsführer im Insolvenzfall alle rechtlich relevanten Schritte berücksichtigen, Risiken vermeiden und eine überlegte Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens treffen können, kann die Unterstützung von einem Anwalt für Insolvenzrecht sinnvoll sein.

Der Anwalt kann Geschäftsführern als kompetenter, diskreter Ansprechpartner vor und während der Insolvenz zur Seite stehen.

So kann ein Anwalt der GmbH helfen:

  • Handlungsoptionen im Insolvenzfall abwägen.
  • Haftungsrisiken für Geschäftsführer vermeiden.
  • Rechtskonformen Insolvenzantrag stellen.
  • Interessen der GmbH gegenüber Gläubigern und Gericht vertreten.

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihrem Anliegen. Er informiert Sie über Ihre Handlungsoptionen bei Zahlungsunfähigkeit und über das mögliche Vorgehen bei einer drohenden GmbH-Insolvenz.

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Ratgeber Mockup

7. FAQ zur GmbH-Insolvenz

Sobald eine GmbH zahlungsunfähig oder überschuldet ist, muss die Geschäftsführung innerhalb von 3 Wochen Insolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht anmelden.

Folgende Personen können einen Insolvenzantrag stellen:

  • Unternehmensinhaber
  • Geschäftsführer nach Zustimmung der Gesellschafter
  • Gläubiger mit offenen Forderungen

Ist der Insolvenzantrag zulässig, beginnt das Verfahren mit der Entscheidung über die Sanierung oder Auflösung des Unternehmens. Es folgen die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen und Tilgung der Schulden oder die Betriebsschließung.

Für die Dauer einer GmbH-Insolvenz gibt es keine verbindlichen Vorgaben. Sie ist vielmehr von verschiedenen Faktoren wie Unternehmensschulden, Anzahl der Gläubiger, der tatsächlichen Unternehmensgröße und die Sanierungspotentialen abhängig.

Laut Statista dauern Regelinsolvenzverfahren rund 4 Jahre. Bei Kapitalgesellschaften, Stiftungen und Genossenschaften kann eine Insolvenz auch 7 bis 10 Jahre dauern.

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Beitrag von
Erik Münnich
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Erik Münnich stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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