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Wie kann man eine Insolvenz abwenden?

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Zusammenfassung

Kann ein Unternehmen fällige Rechnungen nicht mehr begleichen, muss es innerhalb von 3 Wochen Insolvenz anmelden. Das bedeutet aber auch: Die Geschäftsführung hat 3 Wochen Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, das Unternehmen zu sanieren und die Insolvenz abzuwenden.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Zahlungsunfähige Unternehmen müssen binnen 3 Wochen einen Insolvenzantrag stellen.
  • Verschiedene Maßnahmen können dabei helfen, eine drohende Insolvenz abzuwenden.
  • Forderungsverkauf, Kreditoptimierungen & Anteilsverkäufe verbessern die Liquidität.
  • Um geeignete Maßnahmen zu identifizieren, ist eine Unternehmensprüfung notwendig.
  • Ein Anwalt kann zielführende Maßnahmen erarbeiten und deren Umsetzung überwachen.

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Ratgeber Mockup

1. Insolvenz vermeiden: So kann’s gehen

Kann ein Schuldner bzw. Unternehmen fällige Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen oder fortlaufende Kosten nicht mehr decken, ist es laut Insolvenzordnung (InsO) insolvent.

Die Geschäftsführung muss dann innerhalb von 3 Wochen einen Antrag auf Firmeninsolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht stellen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann ein Strafverfahren wegen Insolvenzverschleppung drohen und sich die Geschäftsführung haftbar machen.

 

Insolvenzen während der Corona-Pandemie

Die Bundesregierung hat die Insolvenzantragspflicht bis zum 31.04.2021 außer Kraft gesetzt.

Dafür sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Die finanziellen Schwierigkeiten des Betriebs sind pandemiebedingt
  • Das Unternehmen hat Anspruch auf finanzielle Hilfen aus dem Corona-Hilfsprogramm
  • Mit diesen Hilfen kann das Unternehmen sein Überleben sichern
  • Die Hilfe wird bis zum 28.02.2021 beantragt
  • Die Auszahlung ist noch nicht erfolgt

 

Das bedeutet aber auch: Die Geschäftsführung hat 3 Wochen Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, das Unternehmen zu sanieren und die Insolvenz abzuwenden. Hier bieten sich u. a. diese Lösungen an:

  • Forderungs- & Mahnwesen optimieren
  • Forderungen verkaufen
  • Kredite, Kreditlinien, Garantien und Bürgschaften aufnehmen bzw. optimieren
  • Gesellschafterdarlehen aufnehmen
  • Unternehmensanteile verkaufen
  • Mit Gläubigern einigen
  • Schutzschirmverfahren anmelden
  • Während eines regulären Insolvenzverfahrens eine Insolvenz vermeiden

Offene & transparente Kommunikation

Eine offene und transparente Kommunikation vor Mitarbeitern und Geschäftspartnern kann dabei helfen, eine Insolvenz abzuwenden. Damit kann die Geschäftsführung gegenüber Gläubigern und Partnern ein ernsthaftes Interesse an einer Lösung der wirtschaftlichen Probleme zeigen – und unter Umständen eine Stundung fälliger Forderungen erreichen.

Innerhalb des Unternehmens kann sich so Unruhe unter den Mitarbeitern verhindern lassen. Außerdem kann dies die Bereitschaft der Angestellten erhöhen, notwendige Einschnitte zu akzeptieren oder zu unterstützen, damit das Unternehmen die drohende Insolvenz vermeiden kann.

2. Forderungs- & Mahnwesen optimieren

Um eine Insolvenz zu vermeiden, kann es hilfreich sein, offene Forderungen einzutreiben. So können säumige Kunden nach Ablauf der in der Rechnung genannten Zahlungsfrist oder der gesetzlichen Zahlungsfrist von 30 Tagen in Verzug gesetzt und an die Begleichung einer Rechnung erinnert werden.

Reagieren säumige Kunden  innerhalb einer gesetzten Frist nicht, können Geschäftsführer eine Mahnung an den Kunden verschicken oder die offene Rechnungen eintreiben lassen. Zudem können sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten oder Schadensersatz für nicht bezahlte Rechnungen vom Kunden fordern.

3. Insolvenz abwenden durch Forderungsverkauf

Es kann sich auch lohnen, ein Inkasso-Unternehmen zu beauftragen, wenn ein Kunde nicht zahlt. In der Regel wird die offene Forderung an diesen Dienstleister verkauft, der das Geld dann beim säumigen Kunden eintreibt.

Zwar behält ein Inkassobüro einen Teil der geschuldeten Summe als Provision ein, allerdings steht der verbleibende Anteil durch den Verkauf sofort zur Verfügung – und kann dazu verwendet werden, die Insolvenz abzuwenden.

Außerdem sind durch den Forderungsverkauf interner Aufwand und Kosten für das Debitorenmanagement geringer, was zusätzliche finanzielle Mittel freimachen könnte.

4. Kredite, Kreditlinien, Garantien & Bürgschaften

Weiteren finanziellen Spielraum können Schuldner bzw. Unternehmen durch finanzielle Optimierungen erreichen. Die Optionen bieten sich u. a., um die Insolvenz zu vermeiden:

  • Kredite zu günstigeren Konditionen umschulden.
  • Kredite oder Kreditlinien aufstocken – ggf. zu günstigeren Konditionen.
  • Kredite widerrufen & von günstigeren Zinsen profitieren.
  • Zusätzliche Kredite oder Kreditlinien aufnehmen.
  • Bürgschaften oder Garantien von Geschäftspartnern, Banken oder ähnlichen Institutionen einholen.

5. Mit Gesellschafterdarlehen Insolvenz abwenden

Um die Insolvenz durch kurzfristige liquide Mittel zu verhindern, kann auch ein Gesellschafterdarlehen helfen. Bei diesem besonderen Kredit stellt ein Teilhaber dem Unternehmen frisches Kapital zur Verfügung. Der Gesellschafter kann dafür Zinsen und eine Gewinnbeteiligung verlangen.

Ein solches Darlehen kann verschiedene Formen haben:

  • Klassisches Gelddarlehen
  • Sachdarlehen
  • Zeitweiser Verzicht auf die Auszahlung von Gewinnbeteiligungen
  • Stundung eines Vergütungsanspruchs

Der Nachteil: Ein Darlehen eines Gesellschafters wird bei einer Insolvenz immer nachrangig behandelt – also als letztes befriedigt.

 

Sonderregelungen beim Gesellschafterdarlehen während der Corona-Pandemie:

Das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG) hat die Nachrangigkeit von Gesellschafter aufgehoben, die zwischen dem 01.03. und dem 30.09.2020 gewährt wurden. Dafür muss allerdings eine Darlehensrückzahlung bis zum 30.09.2023 vereinbart worden sein. Außerdem darf das Unternehmen vor der Corona-Pandemie keine Zahlungsschwierigkeiten gehabt haben.

 

6. Unternehmensanteile verkaufen

Eine Insolvenz ist mitunter vermeidbar, wenn Gesellschafter ihre Anteile ganz oder teilweise verkaufen. Bei Personengesellschaften müssen die Gesellschafter zustimmen, wenn beispielsweise GmbH-Anteile verkauft werden sollen.

Unternehmensanteile können auch Investoren oder Geschäftspartnern angeboten werden. Über folgende Beteiligungsformen lässt sich so frisches Geld besorgen, um die Insolvenz zu verhindern:

  • Beteiligung oder Beteiligungsdarlehen
  • Atypische stille oder stille Beteiligung
  • Mitunternehmerschaft

Neben einzelnen Anteilen können die Gesellschafter ebenso die GmbH verkaufen und nach der Übernahme durch einen Investor als Geschäftsführer weiter dort arbeiten.

7. Durch Einigung mit Gläubigern Insolvenz vermeiden

Ein Insolvenzverfahren kann auch für die Gläubiger mit Unsicherheiten verbunden sein. Sie wissen im Vorfeld nie, ob der Betrieb fortgeführt oder liquidiert wird – und ob sie ihre offene Forderung durchsetzen können.

Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass Gläubiger daran interessiert sind, die Risiken einer Insolvenz zu vermeiden, um ihr Geld nicht zu verlieren. Deshalb kann es hilfreich sein, wenn das Unternehmen an seine Gläubiger herantritt und versucht, sie von einem Zahlungsverzicht, einem Teilerlass der Schulden oder einer Stundung der Forderungen zu überzeugen.

Wenn Unternehmen zudem offen vor Gläubigern mit ihren Zahlungsschwierigkeiten umgehen und Lösungsvorschläge machen, die die Interessen der Gläubiger berücksichtigen, können sie unter Umständen einem Insolvenzantrag durch Gläubiger vorbeugen.

8. Insolvenz mit Schutz­schirmverfahren verhindern

Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) hat der Gesetzgeber die Insolvenzordnung um das Schutzschirmverfahren ergänzt.

Mit dem Schutzschirmverfahren soll durch einen frühzeitig aufgestellten Sanierungsplan eine drohende Insolvenz abgewendet werden. Zahlungsunfähige Betriebe haben so 3 Monate Zeit, um sich zu sanieren und die Insolvenz zu vermeiden.

Der Schuldner bzw. Unternehmen steht bei diesem gerichtlichen Sanierungsverfahren zwar unter Aufsicht durch das Insolvenzgericht und einen Sachverwalter – die Geschäftsführung behält aber die volle Kontrolle über das Unternehmen.

9. Insolvenzverfahren läuft schon: Lässt sich die Insolvenz trotzdem abwenden?

Wurde das Insolvenzverfahren auf eigenen Antrag oder durch einen Gläubigerantrag bereits eröffnet, lässt sich eine Insolvenz unter Umständen immer noch vermeiden.

Hat der Geschäftsführer einen eigenen Insolvenzantrag gestellt, kann er diesen bis zum Eröffnungsbeschluss durch das Gericht auf Antrag zurücknehmen. Damit das Gericht dem Antrag auf Rücknahme zustimmt, müssen die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen die finanzielle Situation verbessert haben.

Es genügt nicht, wenn Unternehmen einfach ihre Schulden begleichen – zumal Zahlungen nach einem Insolvenzantrag nicht mehr ohne Weiteres getätigt werden dürfen und eine Geschäftsführerhaftung eintreten könnte.

Haben z. B. Gläubiger einen Fremdantrag gestellt, können Unternehmen einen Antrag auf Zurückweisung des Insolvenzantrags unter folgenden Voraussetzungen stellen:

  • Es bestehen keine gravierenden Zahlungsschwierigkeiten
  • Die Forderungen können beglichen werden
  • Das Insolvenzgericht, bei dem der Antrag eingereicht wurde, ist nicht zuständig
  • Die Forderung besteht nicht oder wurde bereits beglichen

Lehnt das zuständige Insolvenzgericht die Zurückweisung des Antrags ab, haben Unternehmen mit der Planinsolvenz die Möglichkeit, die Entschuldung in 4 bis 12 Monaten zu erreichen. Dafür ist ein Insolvenzplan auszuarbeiten, der verschiedene Maßnahmen und eine Einmalzahlung an die Gläubiger vorsieht. Diese verzichten im Gegenzug auf ihre Forderungen.

10. Schnelle Hilfe noch vor Beantragung der Insolvenz

Welche der verschiedenen Maßnahmen geeignet sind, um eine Insolvenz abzuwenden, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Hierfür ist eine tiefgründige Analyse des Unternehmens und seiner wirtschaftlichen Situation notwendig.

Ein Anwalt für Insolvenzrecht kann hier wertvolle Unterstützung leisten und auf Grundlage einer umfassenden Unternehmensprüfung geeignete Maßnahmen identifizieren, mit denen sich eine Insolvenz vermeiden lässt.

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihrem Anliegen. Er informiert Sie über Ihre Handlungsoptionen und das mögliche Vorgehen, um eine Insolvenz abzuwenden.

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Ratgeber Mockup

11. FAQ: das Wichtigste im Überblick

Wer Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen oder fortlaufende Kosten nicht mehr tragen kann, ist es insolvent. Geschäftsführer eines Unternehmens müssen dann innerhalb von 3 Wochen Insolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht anmelden.

Bevor Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen müssen, haben sie 3 Wochen Zeit für Sanierungsmaßnahmen. So können z. B. kurzfristig liquide Mittel über einen Forderungsverkauf, die Optimierung von Kreditlinien, der Verkauf von Unternehmensanteilen oder das Schutzschirmverfahren dabei helfen, eine Insolvenz zu verhindern.

Ja. Hat sich die finanzielle Situation verbessert, lässt sich ein Insolvenzantrag bis zum Eröffnungsbeschluss des Amtsgerichts auf Antrag zurücknehmen. Einen Fremdantrag können Schuldner zurückweisen, wenn die offenen Forderungen bereits beglichen wurden oder beglichen werden können.

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Beitrag von
Erik Münnich
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Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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