Kostenlose Anfrage

EU-Marke anmelden: Europaweiter Markenschutz per Unionsmarke

EU-Marke anmelden: Europaweiter Markenschutz per Unionsmarke
Focus Money - Höchste Weiterempfehlung - Online-Rechtsberatung

Sie suchen
einen Anwalt?

So funktioniert advocado

Keine aufwendige Suche oder langes Warten auf Kanzleitermine. Sie schildern Ihr Anliegen einfach online und der passende advocado Partner-Anwalt meldet sich innerhalb von zwei Stunden bei Ihnen (Mo.-Fr. 9-18 Uhr).

In einer kostenlosen Ersteinschätzung bespricht der Anwalt Ihr Anliegen mit Ihnen und erläutert Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

Sie können jederzeit und von überall auf Ihren Online-Kundenbereich zugreifen. Hier verwalten Sie mit wenigen Mausklicks alle Dokumente, kommunizieren per Nachricht oder Videochat mit Ihrem Anwalt und sehen den Status Ihres Falls.

  1. Einfach Rechtsfrage eingeben
  2. Rechtsanwalt finden lassen
  3. Ersteinschätzung per Telefon – kostenlos!
EU-Marke anmelden

Jetzt Marke EU-weit schützen lassen

Sie möchten innerhalb Europas expandieren? Der Markenschutz vom DPMA gilt für die EU nicht. Damit niemand Ihre Marke für eigene Zwecke missbraucht, müssen Sie extra eine EU-Marke anmelden. advocado hilft Ihnen dabei:

Focus Money Testsiegel Höchste Weiterempfehlung advocado Online-Rechtsberatung
  • Erfahrene Partner-Anwälte für Markenrecht
  • Kostenlose Ersteinschätzung
  • Transparenter Festpreis
  • Schneller Kontakt
  • Digitale Abwicklung – ohne Kanzleitermin

Ratgeberartikel: Europaweit Markenschutz sichern per EU-Marke

Zusammenfassung

Wer europaweit mit seinem Business Geld verdienen möchte, muss auch an den Schutz seiner Marke denken – denn die deutsche Marke ist im Ausland nicht vor Kopie durch die Konkurrenz geschützt. Die Lösung: EU-Marke anmelden und die Markenrechte auch für Europa sichern.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einer europäischen Markenanmeldung können Sie Ihre Marke in allen Mitgliedsstaaten der EU vor Missbrauch und Nachahmung schützen.
  • Die EU-Marke melden Sie beim europäischen Marken- und Patentamt (EUIPO) an.
  • Die Unionsmarke kann eingetragen werden, wenn kein Schutzhindernis (z. B. Verwechslungsgefahr mit anderen Marken) besteht.
  • Nach erfolgreicher EU-Markenanmeldung können Sie Unterlassung und Schadensersatz durchsetzen, wenn Konkurrenten Ihre Markenrechte verletzen.
  • Ein Anwalt kann per Markenrecherche sicherstellen, dass Ihre Marke schutzfähig ist und die Eintragung der EU-Marke für Sie übernehmen.
Nur die Anmeldung einer Marke mit einer vorhergehenden Markenrecherche bietet den notwendigen Schutz, bei Missbrauch der Marke einzugreifen und die Gegenseite wegen einer Markenrechtsverletzung abzumahnen.
Dr. Michael Metzner
Dr. Michael Metzner
Anwalt für Markenrecht

1. Allgemeines zur EU-Markenanmeldung

Eine europäische Marke (Unionsmarke) – wird als Zeichen im Handelsverkehr der Europäischen Union genutzt, um Produkte und Dienstleistungen zu kennzeichnen. Sie verleiht Produkten nicht nur einen Wiedererkennungswert, sondern gewährt dem Inhaber durch die Registrierung auch das alleinige Nutzungsrecht und umfassenden Markenschutz.

 

Brauche ich eine EU-Marke oder reicht eine deutsche Marke?

Möchten Sie mit Ihrem Unternehmen europaweit expandieren, lohnt sich die EU-Markenanmeldung – wenn sie Aussicht auf Erfolg hat. Es gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip: Die europäische Marke darf in keinem EU-Land aufgrund älterer Markenrechte scheitern oder schutzunfähig sein.

Lässt sich Ihr Slogan oder Logo z. B. in einem EU-Land in die dortige Landessprache in ein beschreibendes Adjektiv übersetzen, verstößt die Marke gegen absolute Schutzhindernisse. Das EUIPO kann die Eintragung der EU-Marke daraufhin mit entsprechender Wirkung für die gesamte EU verweigern.

Eine deutsche Marke ist – wie der Name bereits sagt – nur in Deutschland durch eine Anmeldung beim DPMA geschützt. Konzentrieren Sie sich zurzeit auf den deutschen Markt, können Sie vorerst eine nationale Marke anmelden.

Diese ist kostengünstiger und bietet Ihnen dennoch umfangreiche Schutzrechte. Eine europäische Marke können Sie später immer noch anmelden, auch auf Basis Ihrer deutschen Marke. Irrelevant ist dabei, ob es sich um Bildmarke oder Wortmarke handelt – der Anspruch auf Markenschutz erstreckt sich sowohl auf Bildmarken als auch auf Wortmarken und auf Formmarken.

 

Haben Sie eine nationale Marke (Bildmarke, Wortmarke oder Formmarke) beim Deutschen Patent- und Markenamt vor weniger als 6 Monaten angemeldet, können Sie die Prioritätsfrist nutzen.

Priorität bedeutet hier: Sie können eine Unionsmarke mit dem Anmeldedatum der deutschen Marke registrieren und Nachahmern in einem EU-Land, die nach Ihnen eine ähnliche Marke angemeldet haben, widersprechen.

 

Welche Rechte habe ich mit einer Unionsmarke?

Durch eine eingetragene EU-Marke haben Sie das ausschließliche Nutzungsrecht. Verwendet jemand Ihre europäische Marke ohne Genehmigung für gewerbliche Zwecke, stehen Ihnen bei einer solchen Markenrechtsverletzung folgende Optionen zur Verfügung:

  • Widerspruch gegen erneute Anmeldung: Meldet jemand Ihre oder eine ähnliche EU-Marke an, können Sie gegen die Registrierung beim EUIPO widersprechen.
  • Abmahnung: Nutzt ein Dritter unerlaubt Ihre Marke, können Sie diesen wegen einer Markenrechtsverletzung oder ggf. auch wegen einer Urheberrechtsverletzung abmahnen und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auffordern.
  • Gerichtliche Schritte: Kommt es trotz Abmahnung weiterhin zur Markenverletzung, können Sie Klage einreichen, ein Verbot beantragen und Schadensersatz geltend machen. Das Gericht kann anordnen, dass bereits produzierte Kopien beschlagnahmt werden.
  • Strafanzeige: Bei einer Markenrechtsverletzung kommt auch eine Strafanzeige wegen strafbarer Kennzeichenverletzung in Betracht – eine Geld- oder Haftstrafe sind für den Verletzenden möglich.

 

Zivil- und strafrechtliche Schritte sind bei Verletzungen von EU-Marken auf nationaler Ebene in den zuständigen Gerichten der EU-Mitgliedstaaten einzuleiten – d. h. in den Ländern, in denen die Verletzung stattgefunden hat, also z. B. Kopien Ihrer Markenware aufgetaucht sind.

 

Was kann ich als EU-Marke anmelden?

Die europäische Marke, die Sie anmelden möchten, muss einzigartig und unverwechselbar sein. Sie können z. B. Namen, Slogans oder Logos als EU-Marke eintragen lassen.

Mögliche Bestandteile der Marke:

  • Buchstaben oder Wörter
  • Zahlen
  • Personennamen
  • Formen und Abbildungen
  • Farben
  • Melodien

Auch eine Kombination der genannten Elemente ist als Unionsmarke möglich.

 

Was kann ich nicht als EU-Marke anmelden?

Das europäische Marken- und Patentamt lehnt eine Eintragung der Unionsmarke ab, wenn Ihre EU-Marke gegen eines der folgenden Schutzhindernisse verstößt:

  • Die Marke besteht aus beschreibenden Begriffen, die der allgemeinen Verwendung vorbehalten sind.
  • Der Marke fehlt es an Unterscheidungskraft.
  • Die Marke enthält täuschende Merkmale, wodurch die Gefahr der Irreführung entsteht.
  • Die Marke verwendet Hoheitszeichen wie Flaggen oder Wappen.
  • Die Marke besteht aus Zeichen, die gegen die guten Sitten und die öffentliche Ordnung verstoßen.
  • Die Marke läuft Gefahr, dass Verbraucher sie mit etablierten bzw. bereits angemeldeten Marken verwechseln.

 

Wer kann eine EU-Marke anmelden?

Grundsätzlich kann jede Person eine EU-Marke beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) eintragen lassen, die einen Geschäfts- bzw. Wohnsitz in einem Mitgliedsland der EU hat. Wer nicht in einem Mitgliedsland der EU lebt, muss zusätzlich einen rechtlichen Vertreter in der EU benennen.

 

2. EU-Marke anmelden: Individual-, Kollektiv- oder Gewährleistungsmarke?

Entscheiden Sie sich für eine europäische Markenanmeldung, können Sie bei der Registrierung zwischen den folgenden Arten von Unionsmarken wählen:

  • Individualmarke: Das ist die Marke, so wie Sie sie üblicherweise kennen. Die Individualmarke unterscheidet Waren und Dienstleistungen eines Anbieters von denen anderer Unternehmen. Privatpersonen, aber auch juristische Personen wie Vereine, GmbH oder Aktiengesellschaften können diese anmelden.
  • Kollektivmarke: Sie kennzeichnet Produkte verschiedener Unternehmen, die alle gemeinsame Merkmale aufweisen, und grenzt sie von Mitbewerbern ab (z. B. Gütesiegel oder Produkte mit geschützter geographischer Bezeichnung wie „Thüringer Rostbratwurst“). Nur Hersteller, Erzeuger, Dienstleister, Händler oder Personen des öffentlichen Rechts wie Gemeinden oder Rundfunkanstalten können eine Kollektivmarke anmelden.
  • Gewährleistungsmarke: Sie gibt Anhaltspunkte für eine angemessene Qualitätsüberwachung. Beispiele für die Gewährleistungsmarke sind das Fairtrade- oder das TÜV-Siegel.

 

3. Unionsmarke anmelden in 3 Schritten

In 3 Schritten zur erfolgreichen europäischen Markenanmeldung:

 

I. Internationale Markenrecherche

Um eine EU-Marke anmelden zu können, sollten Sie vor der Markenregistrierung eine umfassende internationale Markenrecherche durchführen. Denn das EUIPO prüft nicht, ob die Marke bereits so oder so ähnlich angemeldet ist. Mit einer Markenrecherche können Sie vor der Anmeldung sicherstellen, dass Ihre Unionsmarke schutzfähig ist – und so verhindern, dass Konkurrenten Schadensersatz wegen Verletzung von Markenrechten von Ihnen verlangen.

Eine Markenrecherche in allen relevanten Datenbanken stellt sicher, dass sich der Name oder das Logo eindeutig von etablierten EU-Marken abgrenzt bzw. nicht bereits als EU-Marke angemeldet ist und somit Eintragungshindernisse vorliegen.

Die internationale Markenrecherche ist zwar zeitaufwendig und komplex, aber das Fundament jeder europäischen Markenanmeldung. Die Suche nach ähnlichen Marken sollte sowohl in allen relevanten nationalen und internationalen Markendatenbanken (z. B. eSearchplus und TMview) als auch in Handelsregistern, Produktverzeichnissen und entsprechender Fachliteratur erfolgen, um Eintragungshindernisse auszuschließen.

Hier kann sich die Unterstützung eines Anwalts lohnen. Ein Rechtsanwalt hat Zugang zu allen relevanten Datenbanken und führt eine umfassende Recherche durch. Indem der Rechtsanwalt alle Ergebnisse und Schutzhindernisse rechtssicher prüft, gewährleistet er eine sichere Anmeldung der EU-Marke.

 

Sie sind sich unsicher, ob Sie für Ihre EU-Markenrecherche einen Rechtsanwalt benötigen? Mit der kostenlosen Ersteinschätzung von einem advocado Partner-Anwalt erhalten Sie alle wichtigen Informationen über den Ablauf und mögliche Kosten. Anschließend erhalten ein transparentes Festpreisangebot. Jetzt Ersteinschätzung erhalten.

 

II. Verfahren vor dem EUIPO

Konnten Sie ausschließen, dass die gewünschte EU-Marke bereits so oder ähnlich existiert, können Sie diese – sofern keine anderen Eintragungshindernisse vorliegen – nun beim EUIPO anmelden. Dafür gehen Sie wie folgt vor:

  • Antrag stellen: Den Antrag auf Anmeldung können Sie online und in allen Amtssprachen der EU einreichen. Er muss neben den Angaben zur Einzelperson bzw. zum Unternehmen die Beschreibung oder bildliche Darstellung der EU-Marke sowie alle Waren und Dienstleistungen enthalten.
  • Prüfphase: Das EUIPO fordert Sie auf, die Anmeldegebühren zu zahlen. Erst nach Zahlung der Amtsgebühren kontrolliert das Amt die Waren und Dienstleistungen sowie mögliche Schutzhindernisse. Stößt das EUIPO auf Eintragungshindernisse rund um die Markeneintragung, erhalten Sie eine amtliche Mitteilung und haben 2 Monate Zeit, Fehler zu berichtigen.
  • Veröffentlichung: Verlief die Prüfphase zur Markeneintragung positiv, wird die EU-Marke in allen 23 Amtssprachen veröffentlicht.
  • Widerspruchsfrist: Ab der Veröffentlichung haben Dritte 3 Monate Zeit, die Eintragung zu beanstanden – etwa dann, wenn die Markeneintragung mit bestehenden EU-Marken kollidiert oder anderweitige Schutzhindernisse bestehen. Stimmt das EUIPO dem Widerspruch zu, stoppt es umgehend das Anmeldeverfahren.
  • Eintragung: Ging kein Widerspruch gegen die Markenregistrierung ein oder hat das EUIPO einen solchen zurückgewiesen, wird die EU-Marke endgültig eingetragen. Sie erhalten eine digitale Eintragungsurkunde als Nachweis für die Markenregistrierung. Nun können Sie die EU-Marke mit dem ®-Symbol („eingetragene Handelsmarke“) versehen und benutzen – Dritte sehen so auf den ersten Blick, dass EU-weiter Schutz besteht.

 

Verwenden Sie das ®-Symbol keinesfalls vor vollständig abgeschlossener Anmeldung Ihrer EU-Marke. In einigen EU-Ländern ist die unbefugte Nutzung eine Straftat und kann sanktioniert werden. Speziell in Deutschland ist die Verwendung eine Wettbewerbswidrigkeit und kann zu Abmahnungen und Geldstrafen führen.

 

Sie sollten mit ca. 6 Monaten rechnen, wenn Sie eine EU-Marke eintragen lassen möchten. Wenn es schneller gehen soll, können Sie auf das fast-track-Verfahren des EUIPO zurückgreifen, um eine entsprechende Priorität in Anspruch nehmen zu können.

 

III. Nach der EU-Markenanmeldung

Um Markenverwässerung und Wertverlust der EU-Marke zu verhindern, empfiehlt sich nach einer erfolgreichen Anmeldung die Marke regelmäßig zu überwachen. So stellen Sie fest, ob jemand Ihre Marke im EU-Binnenmarkt für eigene Zwecke missbraucht, und können geeignete juristische Schritte einleiten.

Dazu können Sie in allen relevanten Marken-Datenbanken nach kritischen Neuanmeldungen recherchieren oder einen Anwalt mit der regelmäßigen Markenüberwachung betrauen – die Marken- und Patentämter überwachen die EU-Marken hingegen nicht.

 

4. EU-Marke absichern: So geht’s

Sie können Ihre EU-Marke selbst eintragen lassen. Die Anforderungen für den Markenschutz sind allerdings hoch: Sie müssen nicht nur vorab eine Markenrecherche in den relevanten – zum Teil kostenpflichtigen – Datenbanken durchführen, sondern die Ergebnisse auch rechtssicher interpretieren.

Kleinste Fehler bei der Recherche oder der Antragstellung bei der Markenanmeldung in der EU können dazu führen, dass das EUIPO die Anmeldung zurückweist. Haben Sie bereits Geld in Form von Amtsgebühren in die Anmeldung oder ins Branding investiert, wären diese Amtsgebühren verloren. Noch schwerer kann der strategische Zeitverlust wiegen. Zudem können kostspielige Abmahnungen durch Dritte folgen, die sich auf einen daraus erwachsenen Anspruch berufen.

Für eine erfolgreiche EU-Markenanmeldung kann es daher sinnvoll sein, einen Anwalt zu kontaktieren. Der Anwalt hat Zugang zu allen relevanten Datenbanken und weiß, auf welche Feinheiten es bei der europäischen Markenrecherche und der sicheren Anmeldung ankommt.

Stellt er Eintragungshindernisse fest, kann er Sie zum weiteren Vorgehen und Abwandlungsmöglichkeiten beraten, damit Sie Ihre Marke doch noch anmelden können.

Der Anwalt kann Sie auch dabei unterstützen, Ihre Marke im Anschluss zu überwachen und gegen Markenrechtsverletzungen schnell und effizient vorzugehen, um einen möglichen Anspruch gegen Konkurrenten durchzusetzen. Er kann fristgerecht Widerspruch beim EUIPO einreichen, sodass Sie vor finanziellen Verlusten während der Schutzdauer geschützt sind.

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 550 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden* für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

Jetzt EU-Marke anmelden!

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen in einer kostenlosen Ersteinschätzung das mögliche Vorgehen.

Ratgeber Mockup

5. Wie lange gilt der Markenschutz in der EU?

Konnten Sie Ihre EU-Marke eintragen lassen, ist sie für die nächsten 10 Jahre auf dem europäischen Binnenmarkt umfangreich gegen Nachahmung, Kopie, Missbrauch und Markenfälschung geschützt.

Nach Ablauf der Schutzdauer von 10 Jahren können Sie den Schutz beliebig oft gegen eine Verlängerungsgebühr auf weitere 10 Jahre erstrecken. Alle Gebühren haben wir Ihnen in Kapitel 6: Kosten einer EU-Markenanmeldung zusammengestellt.

Sie müssen Ihre EU-Marke allerdings innerhalb von 5 Jahren benutzen und beispielsweise Waren oder Dienstleistungen unter dem Markennamen anbieten – ansonsten kann das Amt die Marke aus dem Register löschen. Es reicht, das Produkt nur in einem Land des europäischen Binnenmarktes anzubieten.

 

In welchen Ländern besteht Schutz?

Mit einer Anmeldung beim EUIPO ist die europäische Marke in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union geschützt. Auch zukünftige Mitgliedstaaten sind inbegriffen. Mit mehr als 500 Millionen Verbrauchern umfasst die EU einen riesigen Markt, auf dem Sie Ihre Marke gewinnbringend in jedem Mitgliedsland vermarkten können.

 

Was passiert mit der EU-Marke nach dem Brexit?

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU haben alle EU-Marken mit Ablauf der Übergangszeit am 31. Dezember 2020 dort ihre Gültigkeit verloren. Aber: Alle EU-Markeninhaber erhalten automatisch und kostenlos die entsprechenden britischen Rechte einer UK-Marke.

Der Anmeldetag, das Schutzende sowie der Vorrang (Seniorität) der ursprünglichen EU-Marke bleiben erhalten.

Angemeldete EU-Marken, die bis zum 31. Dezember 2020 noch nicht im europäischen Markenregister eingetragen wurden, müssen Sie allerdings gegen eine Gebühr als nationale UK-Marke beim britischen Markenamt IPO (Intellectual Property Office) erneut anmelden.

 

6. Kosten einer EU-Markenanmeldung

Wenn Sie eine EU-Marke anmelden, fallen Kosten an:

 

Individualmarke

Grundgebühr (inkl. 1 Waren- & Dienstleistungsklasse):

1.000 € (per Post)

850 € (online)

Anmeldung einer 2. Waren- & Dienstleistungsklasse: 50 €

Jede weitere Waren- & Dienstleistungsklasse: 150 €

Kollektivmarke

Grundgebühr (inkl. 1 Waren- & Dienstleistungsklasse):

1.800 € (per Post)

1.500 € (online)

Anmeldung einer 2. Waren- & Dienstleistungsklasse: 50 €

Jede weitere Waren- & Dienstleistungsklasse: 150 €

Gewährleistungsmarke

Grundgebühr (inkl. 1 Waren- & Dienstleistungsklasse):

1.800 € (per Post)

1.500 € (online)

Anmeldung einer 2. Waren- & Dienstleistungsklasse: 50 €

Jede weitere Waren- & Dienstleistungsklasse: 150 €

Weitere mögliche Kosten

Fast-track-Verfahren für Priorität/beschleunigte Anmeldung: kostenlos

Widerspruch gegen eine Markenanmeldung beim EUIPO: 320 €

Löschungsantrag einer alten EU-Marke: 630 €

 

7. Alternativen zur EU-Markenanmeldung

Bevor Sie eine EU-Marke anmelden, müssen Sie prüfen, ob Ihre Gemeinschaftsmarke in einem anderen europäischen Land gegen Schutzhindernisse oder ältere Rechte verstoßen könnte – das würde eine europäische Markenanmeldung verhindern.

Ist dem so und können Sie deswegen keine EU-Marke anmelden, bieten sich folgende Alternativen zu einer Gemeinschaftsmarke an:

  • Nationale/regionale Marke anmelden: Steht die Marke in einem EU-Mitgliedsstaat der Anmeldung einer EU-Marke entgegen, kommt eine nationale bzw. regionale Markenanmeldung für einzelne Länder der EU in Betracht. Dafür müssen Sie beim Markenamt des jeweiligen Landes einen Anmeldeantrag stellen. In Deutschland ist dafür das DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) zuständig. Das DPMA kann eine gute Alternative sein, wenn eine Gemeinschaftsmarke nicht in Betracht kommt.
  • Internationale Markenanmeldung: Es besteht die Möglichkeit einer internationalen Markenanmeldung bei der Weltorganisation für das geistige Eigentum (WIPO). Hier können Sie Ihren Markenschutz auf spezifische Länder erstrecken lassen. Dazu müssen Sie bereits eine registrierte – nationale oder europäische – Basismarke besitzen.
  • Löschungsantrag stellen: Können Sie Ihre Marke aufgrund älterer Rechte nicht EU-weit anmelden, – aber die ältere Marke wurde länger als 5 Jahre nicht genutzt –, ist ein Löschungsantrag gegen die ältere Marke beim EUIPO möglich. Streicht es die alte EU-Marke aus dem Markenregister, ist der Weg für Ihre Eintragung frei.
  • Lizenzvertrag mit dem Inhaber der älteren Marke: Ist keine Löschung der älteren Marke möglich, können Sie mit dem Markeninhaber einen Lizenzvertrag aushandeln. Gegen Lizenzgebühren können Sie dann Ihre Produkte mit dieser bereits geschützten EU-Marke kennzeichnen und vertreiben, ohne selbst Markeninhaber zu sein.
8. FAQ: Europamarke anmelden

Jeder, der in der EU wirtschaftlich tätig ist, kann eine Unionsmarke schützen lassen. Wer nicht in der EU ansässig ist, kann einen rechtlichen Vertreter für die Anmeldung benennen.

In der Regel dauert es von der Anmeldung beim EUIPO bis zur Eintragung der Unionsmarke ca. 8 Monate.

Die Kosten für den europäischen Markenschutz hängen davon ab, wie umfassend Sie Ihre EU-Marke schützen lassen möchten – ob als Individualmarke für ab 1.000 Euro oder als Kollektiv- bzw. Gewährleistungsmarke für ab 1.800 Euro.

Hat Ihnen der Beitrag
weitergeholfen?
1.978 Leser finden diesen Beitrag hilfreich.
Beitrag von
Susanne Khammar
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Susanne Khammar stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
Vielen Dank für Ihr Feeback!
Jetzt Newsletter abonnieren und keine Rechtstipps mehr verpassen!
Das tut uns leid!
Bitte teilen Sie uns mit, warum Ihnen der Beitrag nicht geholfen hat.
Bitte addieren Sie 3 und 7.
 
Nein, danke.
Redaktionsrichtlinien
Die juristische Redaktion von advocado verfasst jeden Ratgeber-Beitrag nach strengen Qualitätsrichtlinien. In engem Austausch mit unseren Partner-Anwälten sorgen wir für die Richtigkeit der Inhalte. Der Ratgeber soll Ihnen erste Informationen zu Rechtsthemen bieten, kann jedoch keine anwaltliche Beratung leisten. Schildern Sie uns Ihr Anliegen für die kostenlose Ersteinschätzung von einem spezialisierten Anwalt.