Urheberrecht: Rechte, Pflichten & Problemfelder

Urheberrecht: Rechte, Pflichten & Problemfelder

 von Patricia Bauer (jur. Redaktion)
Urheberrecht: Rechte, Pflichten & Problemfelder
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  1. Was ist das Urheberrecht?
  2. Diese Rechte hat der Urheber
  3. Was ist erlaubt & was nicht?
  4. Urheberrecht 2.0 – neue Herausforderungen im Internet
  5. Urheberrechtsprobleme lösen: So gehen Sie vor

Zusammenfassung

2017 haben etwa 40 % der europäischen Internetnutzer selbst geschaffene Inhalte geteilt – sie haben damit Urheberrechte an den geteilten Bildern, Videos und Texten. Wie beim klassischen Urheberrecht gilt auch im Internet: Fremde Inhalte dürfen nicht ohne Einwilligung des Urhebers kopiert und geteilt werden. Dieser alleine darf über die weitere Verwertung entscheiden und kann sich gegen Verstöße wehren.

 

Auf einen Blick

  • Das Urheberrechtsgesetz schützt kreative Werke wie Texte, Bilder, Musikstücke oder Filme.
  • Der Schutz entsteht automatisch, greift ein Leben lang und setzt sich nach dem Tod um weitere 70 Jahre fort.
  • Der Urheber kann eine Fremdnutzung erlauben – z. B. mithilfe von Lizenz- und Nutzungsverträgen.
  • Für private Kopien und Zitierungen braucht es keine Erlaubnis.
  • Bei Verstößen gegen das Urheberrecht können Abmahnungen und Schadensersatzforderungen folgen.
  • Das Internet ist kein rechtsfreier Raum: Auch hier können Urheberrechte verletzt werden.
  • Ein spezialisierter Anwalt kann einschätzen, ob ein Urheberrecht besteht und unter welchen Voraussetzungen das Werk genutzt werden kann – so können teure Urheberrechtsstreitigkeiten vermieden werden.

 

Sie haben Fragen oder ein konkretes Problem zum Urheberrecht? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies Erstgespräch mit unserem Anwalt für Urheberrecht und Medienrecht.

► In diesem Gespräch erläutert Ihnen der Anwalt, ob und wann Urheberrechte greifen, welche Rechte Urheber haben und worauf Sie bei der Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material unbedingt achten müssen. Anschließend erhalten Sie ein unverbindliches Festpreis-Angebot. Bis dahin besteht somit für Sie kein Kostenrisiko. Schildern Sie bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Was ist das Urheberrecht?

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) schützt die Ergebnisse kreativer menschlicher Arbeit – Voraussetzung dafür ist ein geistiger Schöpfungsprozess. Künstler können selbst über die Veröffentlichung und Verwertung eines Werks entscheiden und sich für Fremdnutzungen angemessen vergüten lassen.

 

Welche Werke sind erfasst?

Dem Urheberrecht unterliegen z. B.:

  • Bücher
  • Fotos
  • Illustrationen
  • Kunstwerke
  • Liedkompositionen
  • Bühnenstücke
  • Filme
  • Software
  • Choreographien
  • Designs von Alltagsgegenständen
  • Architekturen
  • Wissenschaftliche Abhandlungen

 

Nicht unter das Urheberrecht fallen hingegen:

  • Zufallsprodukte
  • Tierisch oder mechanisch entstandene Werke
  • Bloße Ideen – wie Sie diese schützen können, lesen Sie in unserem Beitrag zum Thema Die eigene Idee schützen lassen
  • Konkrete Fakten (z. B. in Tageszeitungen)

 

Wenn Ihr Werk nicht vom Urheberrecht erfasst ist, Sie es aber trotzdem schützen möchten, können Sie auf den gewerblichen Rechtsschutz zurückgreifen. Dieser umfasst z. B. Marken, Patente oder Geschmacksmuster. Für ausführlichere Informationen zu Ihren Alternativen lesen Sie unseren Beitrag zum Thema Geistiges Eigentum schützen lassen.

 

Wie entsteht das Urheberrecht?

Das Urheberrecht entsteht unmittelbar mit Entstehung des Werks automatisch – einer gesonderten Anmeldung bedarf es nicht.

 

Wie lange gilt es?

Eine Verjährung gibt es im Urheberrecht nicht: Es gilt ab Entstehung lebenslang. Nach dem Tod des Urhebers wird es auf seine Erben übertragen und setzt sich um weitere 70 Jahre fort.

Erst mit Ablauf des Schutzzeitraums wird das Werk „gemeinfrei“ – es kann nun auch ohne Erlaubnis des Schöpfers oder seiner Erben genutzt, verbreitet und verändert werden.

 

Urheberrecht vs. Copyright

Im Gegensatz zum deutschen Urheberrecht entsteht das britische bzw. US-amerikanische nicht automatisch – hier ist gesondert Copyright zu beantragen. Dieses schützt nicht – wie das Urheberrecht – vorrangig geistige Interessen des Urhebers, sondern zielt auf wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeiten ab.

Relevant ist dieses Modell nur, wenn Sie Ihr Werk auch im britischen bzw. US-amerikanischen Ausland schützen wollen – dort gilt das deutsche Urheberrecht nämlich nicht. Damit Dritte den Schutz leicht feststellen, können Sie das Kennzeichen „©“ nutzen.

Dieses brauchen Sie in Deutschland nicht gesondert zu beantragen. Erhöhte Sicherheit entsteht durch eine Registrierung im britischen bzw. US-amerikanischen Copyright-Register.

Dank des Welturheberabkommens wird das „©“-Kennzeichen auch in vielen anderen Staaten anerkannt. Damit ist Ihr Werk auch in Staaten, in denen kein Pendant zum deutschen Urheberrecht existiert, geschützt.

 

Das Europäische Parlament hat am 15. April 2019 die viel umstrittene Urheberrechtsreform endgültig beschlossen. Ziel ist die Anpassung des Urheberrechts an die neuen Herausforderungen der digitalen Gesellschaft.

Die Reform ist höchst umstritten: Kritiker aus Netzpolitik sowie der Informations- und Telekommunikationsbranche sehen in den vorgesehenen Upload-Filtern eine Zensur von Online-Inhalten. Besonders in der Kritik stehen Artikel 11 und 13. Ersterer sieht vor, dass Verlage Geld für die Nutzung ihrer Inhalte durch Dritte erhalten. Nach Artikel 13 haften Plattformen wie YouTube, wenn Nutzer urheberrechtlich geschützte Werke veröffentlichen.

Wie stark sich die Urheberrechtsreform auf die Internetlandschaft und bestehende Inhalte auswirken wird, ist noch fraglich.

 

2. Diese Rechte hat der Urheber

Wer ein Urheberrecht besitzt, hat zahlreiche Rechte.

 

Alleinige Nutzung

Grundsätzlich darf niemand außer dem Urheber das Werk nutzen. Das kann sowohl die private als auch die öffentliche und gewerbliche Nutzung betreffen.

 

Abschluss von Lizenz- und Nutzungsverträgen

Will der Urheber sein Werk anderen Personen zugänglich und nutzbar machen, kann er Lizenz- und Nutzungsverträge mit Dritten abschließen. Ein Vertrag schafft Sicherheit für beide Seiten und ist deshalb sinnvoll.

Ein solcher Vertrag sollte folgende Punkte beinhalten:

  • Vertragsparteien: Lizenznehmer und -geber sind namentlich zu nennen.

  • Vertragsgegenstand: Der Titel des urheberrechtlich geschützten Werks ist vollständig anzugeben und das Werk – wenn nötig – zu beschreiben.

  • Rechte: Hier ist festzulegen, in welcher Weise Dritte das Werk nutzen dürfen – ohne Festlegung kann das Werk mit Vertragsschluss uneingeschränkt genutzt werden. Es gibt z. B. Vervielfältigungs-, Ausstellungs- und Vorführungsrechte.

  • Exklusives oder einfaches Nutzungsrecht: Fällt die Wahl auf ein exklusives Nutzungsrecht, darf der Lizenznehmer das Werk als Einziger nutzen. Der Urheber kann dann keine weiteren Lizenzen für dasselbe Werk ausgeben.

  • Örtliche Beschränkungen: Das Nutzungsrecht lässt sich auf bestimmte Städte, Bundesländer, Deutschland oder andere Länder beschränken.

  • Zeitliche Beschränkungen: Das Nutzungsrecht lässt sich zudem zeitlich beschränken. Nach Ablauf der Lizenzdauer kann der Lizenznehmer das Werk nicht länger nutzen – oder einen neuen Vertrag aushandeln.

  • Vergütung: Der Urheber kann eine angemessene Vergütung für die Nutzung seines Werks verlangen. Ob eine Vergütung angemessen ist, bemisst sich z. B. nach dem Umfang der eingeräumten Nutzungsrechte, der Nutzungsdauer oder der Exklusivität.

 

Wird ein sogenannter „besonderer Verkaufserfolg” erzielt, ist der Urheber gemäß § 32a Urheberrechtsgesetz daran zu beteiligen. Ein „besonderer Verkaufserfolg” liegt vor, wenn die Gewinne des Lizenznehmers in einem auffälligen Missverhältnis zur ursprünglich vereinbarten Vergütung stehen.

Das wäre z. B. der Fall, wenn ein T-Shirt-Design für 250,00 € nutzbar gemacht wurde und unerwarteterweise zum weltweiten Verkaufsschlager wird. Der Urheber kann nun die Beteiligung an den Verkaufserlösen verlangen – der Nutzungsvertrag ist entsprechend anzupassen.

 

Wenn Sie die Nutzung Ihres Werks erlauben und keinen entsprechenden Vertrag abschließen, können Sie die konkrete Verwendung und Reichweite nicht länger kontrollieren.

Der Nutzer könnte uneingeschränkt Gewinne erzielen und Ihrem Werk durch einen negativen Kontext schaden – z. B. wenn eines Ihrer Porträtbilder plötzlich auf einer Erotikseite auftaucht. Diese Gefahren bestehen auch bei zu ungenauen Verträgen. Ein spezialisierter Anwalt kann Ihnen hier helfen und den Vertrag nach Ihren Vorstellungen rechtssicher formulieren. Schildern Sie dafür hier Ihren Fall.

 

Zugang zu Werkstücken

Hat der Urheber ein Original weitergegeben oder die Vervielfältigung erlaubt, kann er gemäß § 25 Urheberrechtsgesetz verlangen, dass der Besitzer ihm Original oder Kopie zugänglich macht. Voraussetzung ist, dass der Urheber sein Werk ohne die Besichtigung nicht vervielfältigen oder bearbeiten kann.

Beispiel: Ein Maler hat das Original eines Gemäldes an einen Privatsammler verkauft. Beim Brand seines Ateliers gingen sämtliche Fotos und Kopien des Gemäldes verloren. Der Privatsammler ist deshalb verpflichtet, ihm Zugang zum Gemälde zu gewähren. Nun kann der Maler sein Werk besichtigen, fotografieren und abmalen.

Zur vollständigen Herausgabe des Gemäldes ist der neue Besitzer jedoch nicht verpflichtet (§ 25 Absatz 2 Urheberrechtsgesetz).

 

Verletzung von Urheberrechten verfolgen

Wurde das Werk ohne Erlaubnis des Urhebers genutzt, verbreitet oder entstellt, kann er dagegen vorgehen und Unterlassung sowie Schadensersatz verlangen.

 

Wann genau eine Rechtsverletzung vorliegt, wie Sie vorgehen sollten und welche Fristen es zu beachten gibt, lesen Sie in folgenden Beiträgen:

 

Urheberrecht & Urheberrechtsgesetz

Sie haben Fragen zum Urheberrecht? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

3. Was ist erlaubt & was nicht?

Urheberrechtlich geschützte Werke werden rechtlich genauso behandelt wie körperliche Gegenstände (z. B. Schmuck, Fahrzeuge oder elektronische Geräte).

Das heißt: Wenn man eine fremde Sache nutzen möchte, kann man sie sich nicht einfach nehmen. Man muss zuerst den Eigentümer fragen.

Deshalb gelten auch hier folgende Grundsätze:

  • Nicht kopieren: Ohne ausdrückliche Zustimmung des Urhebers dürfen Sie seine Werke weder fotokopieren noch scannen oder abschreiben. Digitale Texte dürfen nicht auf anderen Computern oder mobilen Datenträgern gespeichert werden.
  • Nicht bearbeiten: Sie dürfen nichts am Werk verändern. Verboten sind z. B. Fotobearbeitung, die Kürzung von Texten und Werbeunterbrechung von Filmen.
  • Nicht öffentlich wiedergeben: Ebenfalls verboten ist die öffentliche Wiedergabe – z. B. dürfen Fotos nur mit Einwilligung auf Internetseiten geteilt oder Musikstücke auf YouTube hochgeladen werden.

 

Das Urheberrechtsgesetz gilt jedoch nicht ausnahmslos und kann eingeschränkt sein. Für folgende Nutzungen wird keine Einwilligung des Urhebers benötigt:

  • Privatkopie: Die Kopie darf ausschließlich für private Zwecke bestimmt sein. Das wäre z. B. der Fall, wenn ein Schüler eine Seite aus einem Schulbuch kopiert, um damit für eine Klassenarbeit zu lernen.
  • Zitierung: Wer fremde Inhalte in einem eigenen Werk verwendet und als Zitat kennzeichnet, muss den Urheber nicht fragen. Voraussetzung ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem fremden Werk. Das heißt: Kritiken, Analysen und Belege sind erlaubt, die unkommentierte Aneinanderreihung von Zitaten nicht.
  • Panoramafreiheit: Durch die Panoramafreiheit dürfen Werke, die sich dauerhaft an einem öffentlichen Ort befinden, ohne Einschränkung fotografiert und gefilmt werden. Das betrifft z. B. frei zugängliche Statuen oder besondere Häuserdesigns von Architekten.

 

Die Grenzen zwischen erlaubt und verboten sind oft fließend. Damit Sie nicht falsch urteilen und gegen Urheberrechte verstoßen, kann ein Anwalt die Rechtslage überprüfen. Schildern Sie dafür bitte hier Ihren Fall.

 

4. Urheberrecht 2.0 – neue Herausforderungen im Internet

Seit der letzten Urheberrechtsreform von 1965 wurde das Urheberrecht vor neue Herausforderungen gestellt: In Zeiten von Internet und digitaler Kommunikation können Texte, Bilder, Filme und Musik in Sekunden geteilt und verbreitet werden.

Umso wichtiger ist eine umfassende Auseinandersetzung mit den genutzten Internetdiensten:

 

Eigene Internetseite

Teilt man eigene Texte, Bilder oder Videos auf seiner Internetseite, ist dies ohne Einschränkungen möglich – schließlich stammen die Inhalte von einem selbst.

Stellt man hingegen fremde Inhalte online, begeht man einen schweren Urheberrechtsverstoß. Die Erlaubnis des Urhebers und ggf. der Abschluss eines Lizenz- und Nutzungsvertrags sind unumgänglich.

 

Facebook, Instagram & andere soziale Netzwerke

Laut seinen Nutzungsbedingungen stellt das soziale Netzwerk Facebook zweierlei Anforderungen an seine Nutzer:

  • Der Nutzer muss zum Hochladen von Bildern, Videos und Texten berechtigt sein – entweder durch eigenes Urheberrecht oder die Einwilligung des Urhebers.
  • Die Rechte an den Inhalten werden mit dem Hochladevorgang an Facebook übertragen – Facebook erhält eine unbeschränkte und weltweit gültige Lizenz.

 

Ein Anwalt kann schnell und sicher feststellen, ob im Lizenzvertrag für bereits erworbene Stockfotos die Übertragbarkeit geregelt ist. Ist dies nicht der Fall und laden Sie das Bild trotzdem hoch – z. B. zu Werbezwecken –, müssen Sie mit hohen Vertragsstrafen rechnen. Gegebenenfalls kann der Anwalt die Übertragbarkeit aber nachträglich aushandeln und Ihnen die Nutzung für Facebook so ermöglichen. Schildern Sie dafür hier Ihren Fall.

 

Wenn Sie Gruppenbilder hochladen wollen, gilt neben dem Urheberrechtsgesetz das Recht am eigenen Bild. Das heißt, dass Sie Gruppenbilder nur mit Einwilligung aller abgebildeten Personen hochladen dürfen.

Gleiches gilt auch für soziale Netzwerke wie Instagram oder Twitter.

 

WhatsApp

Auch Nutzer des Messengers WhatsApp müssen sich dem Urheberrechtsgesetz und dem Recht am eigenen Bild beugen. Schon wenn man urheberrechtlich geschützte Bilder an Freunde und Bekannte versendet, könnte man fremde Rechte verletzen.

Inwieweit das Teilen fremder Inhalte auf WhatsApp verfolgt werden kann, ist jedoch umstritten: Die Versendung im privaten Chat fällt nach herrschender Ansicht noch nicht unter die vom Urheberrechtsgesetz verbotene Veröffentlichung.

Wohl aber, wenn das Werk in eine große Gruppe mit unüberschaubarer Teilnehmerzahl versendet wird. Ebenso kann die Verwendung fremder Bilder als WhatsApp-Profilbild problematisch werden.

Weil die Folgen einer Fremdnutzung bei WhatsApp unabsehbar sind, sollten Sie sich an folgende Faustregel halten: Im Zweifel versenden Sie nur Bilder, die Sie selbst gemacht haben und die keine fremden Personen zeigen.

 

YouTube

Die Videoplattform YouTube erlaubt es ihren Nutzern, Videos zu veröffentlichen. Welche Ansprüche hier an das Urheberrecht gestellt werden, hängt vom jeweiligen Video ab.

Postet man z. B. ein Video seiner spielenden Katze, gibt es keinerlei Probleme. Das ist auch so, wenn eine Musikband einen ihrer Songs veröffentlicht, im Video aber durchgängig nur ein selbst aufgenommenes Standbild zu sehen ist.

Komplizierter wird es z. B. bei aufwendigeren Musikvideos: Wenn ein Dritter die Dreharbeiten durchgeführt und sich die Szenen und Choreografien ausgedacht hat, hat er einen kreativen Prozess durchlaufen und ist damit zum Urheber geworden. Die Musikband benötigt für die Veröffentlichung nun seine Erlaubnis.

Ähnlich wäre es, wenn die Band das Video zwar selbst erdacht und gedreht hat, aber das Lied eines fremden Komponisten spielt – auch dieser müsste vor Veröffentlichung seine Erlaubnis erteilen.

Hat man ein selbst erstelltes Katzenvideo also mit fremder Musik unterlegt, benötigt man vor der Veröffentlichung die Erlaubnis des Komponisten.

 

eBay, Amazon Marketplace & andere Verkaufsplattformen

Wer privat verkaufen will und die Ware dafür z. B. bei eBay anbietet, darf nur eigene Produktbilder einstellen. Auch wenn es verlockend einfach ist, die gut ausgeleuchteten Katalogbilder der Hersteller zu kopieren: Die unbefugte Nutzung für Privatverkäufe verstößt ebenfalls gegen das Urheberrecht und kann hohe Geldstrafen zur Folge haben.

 

Internettauschbörsen & Streaming-Anbieter

Wer sich an einer Internettauschbörse beteiligt und urheberrechtlich geschützte Filme, Serienepisoden oder Musikstücke anbietet bzw. herunterlädt, macht sich strafbar. Dem Nutzer droht eine Filesharing-Abmahnung und eine Schadensersatzforderung.

Ebenso kann sich strafbar machen, wer zwar keine Inhalte herunterlädt, diese aber streamt. Hier sollte nur auf seriöse Anbieter wie Netflix, Amazon Prime Video oder Maxdome zurückgegriffen werden – andernfalls droht eine Streaming-Abmahnung.

 

Sharehoster

Sogenannte Sharehoster bieten unbegrenzten, anonymen und kostenlosen Online-Speicherplatz für Dateien aller Art. Lädt man etwas hoch, kann man einen Downloadlink zur Datei teilen. Auf diesen kann jeder zugreifen.

Sharehoster setzen auf attraktive Vergütung: Wenn eine Datei sehr beliebt ist und häufig heruntergeladen wird, erhält der Uploader Geld. Umso verlockender ist es, urheberrechtlich geschütztes Material wie Filme oder Musik hochzuladen.

Wie gefährlich die Nutzung von Sharehostern ist, zeigt der Fall von Kino.to: Die ehemals bekannteste Linkplattform zum illegalen Angebot von Filmen und Serienepisoden ist mittlerweile geschlossen. Die Betreiber wurden festgenommen und ehemalige Nutzer werden bis heute ermittelt und bestraft.

 

5. Urheberrechts­probleme lösen: So gehen Sie vor

Egal ob freischaffender Künstler, promovierender Wissenschaftler, werbetreibender Unternehmer, Student bei der Recherche für die Abschlussarbeit oder täglicher Internetnutzer: Urheberrechte kommen in allen Alltagssituationen vor und betreffen jeden.

Schon wenn Sie z. B. eine einfache Melodie komponieren, Bilder auf Ihrer Internetseite hochladen oder fremde Formulierungen in Ihrem Text verwenden, können sich Fragen zum Urheberrecht ergeben.

 

Ein spezialisierter Anwalt verfügt über die nötige Erfahrung, um Urheberrechtsprobleme zuverlässig zu identifizieren und Strategien zur rechtssicheren Handhabe zu entwickeln.

Urheber klärt er über sämtliche Rechte auf und sorgt mithilfe von günstigen Lizenzverträgen für eine angemessene Vergütung. Wer urheberrechtlich geschützte Werke verwenden möchte, kann im Dialog mit dem Rechteinhaber unterstützt und so vor Urheberrechtsverstößen bewahrt werden.

So werden die Rechte und Interessen des Urhebers vollständig geschützt und Nutzern von urheberrechtlich geschützten Werken wird eine legale Verwendung ermöglicht.

Schildern Sie hier Ihr Anliegen und erfahren Sie in einem unverbindlichen Erstgespräch mit einem Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, wie sich Urheberrechte auf Ihren Alltag auswirken, welche Pflichten Sie haben und was Sie bei Verstößen tun können.

 

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Patricia Bauer
Ein Artikel von Patricia Bauer aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Patricia Bauer stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Patricia großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

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