Schmerzensgeld nach Auffahrunfall – so erhalten Sie Ihr Geld

Schmerzensgeld nach Auffahrunfall – so erhalten Sie Ihr Geld

 von Senta Banner (jur. Redaktion)
Schmerzensgeld nach Auffahrunfall – so erhalten Sie Ihr Geld

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Schmerzensgeld nach Auffahrunfall – Wissen vorab
  2. Nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld geltend machen
  3. Mögliche Kosten & Kostenübernahme
  4. Tipp: juristische Hilfe zur Durchsetzung von Schmerzensgeld nach Auffahrunfall

In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., ob Ihnen nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld zusteht, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie Sie Ihren Anspruch erfolgreich durchsetzen.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

► Sofern Sie nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld mit anwaltlicher Unterstützung durchsetzen wollen, kontaktieren Sie uns gerne für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Schmerzensgeld.

► Im Rahmen dieses Erstgesprächs prüfen wir, ob und in welcher Höhe Ihnen ein Schmerzensgeld zusteht und welche juristischen Optionen zu dessen Durchsetzung es gibt. Über damit verbundene Chancen, Risiken und Kosten klären wir Sie ebenfalls transparent auf. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Schmerzensgeldes nach Auffahrunfall beauftragen wollen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Schmerzensgeld nach Auffahrunfall – Wissen vorab

Auffahrunfälle sind deutschlandweit die zweithäufigste Unfallart mit Personenschaden und bedeuten für die Betroffenen häufig schwere Verletzungen von Kopf, Brust oder Wirbelsäule. Um diesen immateriellen Schaden auszugleichen, kann der Geschädigte gemäß § 253 BGB nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld einfordern. Dafür müssen physische und psychische Schäden genau dokumentiert und dabei nachgewiesen werden, dass der Auffahrunfall ursächlich für diese ist.

 

WICHTIGER HINWEIS:

Haben Sie nach einem Auffahrunfall einen rechtmäßigen Anspruch auf Schmerzensgeld und setzen diesen erfolgreich durch, übernimmt die Gegenseite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.

 

Um diesen Nachweis zu erbringen, sollten etwaige Verletzungen der Polizei vor Ort zu Protokoll gegeben und ein Arzt aufgesucht werden. So ist die Dokumentation von Schäden – auch der von noch nicht absehbaren Schäden oder Folgeschäden – sichergestellt. Zeugen, die das Unfallgeschehen beobachtet haben, sollten ebenfalls notiert werden. Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen können außerdem Auskunft darüber geben, welchen Einfluss z. B. die Verletzungen auf Alltag und Beruf des Geschädigten haben.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu Schmerzensgeld, dessen Voraussetzungen und den juristischen Möglichkeiten seiner Einforderung erläutern wir Ihnen in unserem umfassenden Beitrag zum Schmerzensgeld. Sofern Sie Opfer eines Verkehrsunfalls geworden sind und sich in diesem Zusammenhang über Schmerzensgeld informieren wollen, empfehlen wir Ihnen zudem folgende Beiträge:

Schmerzensgeld nach Unfall

Schmerzensgeld nach Autounfall

Schmerzensgeld nach Fahrradunfall

 

1.1 Wann steht mir Schmerzensgeld zu?

Um Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall zu erhalten, muss an erheblichen und langfristigen Verletzungen von

  • Körper,
  • Geist,
  • Leben,
  • Gesundheit,
  • Freiheit oder
  • sonstigen Rechten (beispielsweise Persönlichkeitsrechte)

nachgewiesen werden, dass diese Folge des Schadensereignisses sind. Zudem müssen sie die Lebensqualität des Betroffenen beeinträchtigen oder mit einem hohen Therapieaufwand verbunden sein. Schürfwunden oder blaue Flecken hingegen, welche innerhalb kürzester Zeit mit geringem Therapieaufwand heilen, begründen keinen Anspruch auf Schmerzensgeld nach Auffahrunfall.

Um nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld erhalten zu können, müssen zudem diese immateriellen Schäden unverschuldet entstanden sowie durch den Verursacher

  • fahrlässig oder
  • vorsätzlich

verursacht worden sein. Fahrlässigkeit liegt z. B. vor, wenn der Auffahrunfall auf leichtsinniges oder unbedachtes Verhalten zurückzuführen ist. Von Vorsatz wird zumeist bei Auffahrunfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ausgegangen.

 

Schmerzensgeld nach Auffahrunfall - Vorsatz und Fahrlässigkeit

 

VORSICHT:

Es gibt kriminelle „Autobumser“, welche vorsätzlich Verkehrsunfälle provozieren, um bei z. B. einem Auffahrunfall Schmerzensgeld und Schadensersatz zu erschleichen. Bleibt der Betrug unentdeckt, bedeutet dies für Sie unter Umständen einen gesenkten Schadenfreiheitsrabatt und steigende Beiträge bei Ihrer Versicherung. Sobald Ihnen der Unfallhergang ungewöhnlich erscheint, sollten Sie deshalb unbedingt mit Ihrer Versicherung Kontakt aufnehmen und ggf. einen Anwalt einschalten. Schildern Sie dafür hier Ihr Anliegen.

 

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zum Anspruch auf Schmerzensgeld und wie sich dieser konkret bestimmen lässt, finden Sie in unserem Beitrag zum Schmerzensgeldanspruch.

 

1.2 Wie viel Schmerzensgeld erhalte ich?

Im Gegensatz zum Schadensersatz, bei dem materielle Schäden sich leicht in Geldwerte übertragen lassen, ist die Berechnung von Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall weitaus komplexer. Immaterielle Schäden werden durch jeden Betroffenen anders verarbeitet und müssen dementsprechend individuell für jeden Schadensfall betrachtet werden. Die Folge sind Schmerzensgeldsummen, die zwischen wenigen Hundert bis zu Hunderttausenden Euro liegen können.

Bei der Berechnung von Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall werden daher verschiedene Faktoren berücksichtigt:

  • Ausmaß der physischen & psychischen Folgen,
  • Notwendigkeit, Anzahl & Umfang von Operationen,
  • Dauer der Behandlung & Krankenhausaufenthalte,
  • Auswirkungen auf Alltag & berufliche Situation,
  • Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit,
  • chronische Schäden,
  • Folgeschäden & dauerhafte Entstellungen von Körperteilen,
  • willentliche Verzögerung der Schadensregulierung durch die gegnerische Versicherung.

Auffahrunfälle sind zudem häufig eine Kombination aus Fehlverhalten der beteiligten Fahrzeugführer. Somit kann beispielsweise ein fehlender Sicherheitsgurt eine Teilschuld am Schaden begründen – dies muss allerdings umfassend durch einen Gutachter geprüft werden. Erst wenn eine Teilschuld sorgfältig bestimmt wurde, wird diese als Mithaftungsquote anteilig von der Gesamtsumme des Schmerzensgeldes abgezogen.

 

Beispielurteile

Da die konkrete Höhe von Schmerzensgeld nach Auffahrunfall sich nicht einfach pauschal festlegen lässt, können verschiedene Urteile zu Auffahrunfall-Schmerzensgeldern eine erste Orientierung bieten. Wir haben Ihnen hier drei Beispiele exemplarisch zusammengestellt:

 

Schädiger haftet nicht für Folgeschäden durch Behandlungsfehler

Bei einer Kindergärtnerin, die als Beifahrerin in einen Auffahrunfall verwickelt ist, treten erst nach einigen Wochen Beschwerden eines Schleudertraumas auf. Der behandelnde Arzt renkt die Halswirbelsäule wieder ein, woraufhin sich die Beschwerden über Monate hinweg verschlimmern und weitergreifende Behandlungsmethoden notwendig werden. Das Gutachten eines Sachverständigen bestätigt, dass die Betroffene durch den Auffahrunfall ein Schleudertrauma erlitt. Der behandelnde Arzt wählte jedoch grob fährlässige Behandlungsmethoden, für deren Schaden der Unfallverursacher nicht haften muss. Der Kindergärtnerin steht nach diesem Auffahrunfall Schmerzensgeld in Höhe von 300 € zu (Oberlandesgericht München (2015), Urteil Az. 10 U 824/14).

 

Fehlender Sicherheitsabstand führt zu 40-prozentiger Teilschuld

Durch ein riskantes Überholmanöver zwang eine Autofahrerin einen entgegenkommenden LKW-Führer dazu, eine Vollbremsung einzuleiten. Daraufhin fuhr ein Motorradfahrer dem LKW von hinten auf – er hatte den Sicherheitsabstand nicht eingehalten. Folge für den Motorradfahrer ist ein 21-tägiger Krankenhausaufenthalt wegen umfangreicher Knochenbrüche und eine Erwerbsminderung von 30 % durch bleibende Schäden im linken Bein. In naher Zukunft wird eine tiefgreifende Operation des Knies notwendig sein. Allerdings trägt der Motorradfahrer aufgrund seines grob fährlässigen Verhaltens eine Teilschuld von 40 %. Unter Beachtung aller Umstände steht dem Motorradfahrer nach diesem Auffahrunfall Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 € zu (Oberlandesgericht Naumburg (2015), Urteil Az. 12 U 58/15).

 

Langzeitschäden können Schmerzensgeldrente begründen

Ein Beifahrer begutachtet nach einem leichten Auffahrunfall auf der mittleren Autobahnspur den Schaden der betroffenen Fahrzeuge, als ein weiterer Fahrer mit hoher Geschwindigkeit in die Unfallstelle fährt. Der Beifahrer wird zwischen den ursprünglich beteiligten Fahrzeugen eingequetscht, über 17 Meter weggeschleudert, erleidet multiple lebensbedrohliche Verletzungen und ist fortan zu 100 % erwerbsunfähig und schwerbehindert. Zwar begründet das unerlaubte Betreten der Autobahn ein Mitverschulden in Höhe von 20 %, jedoch steht dem Geschädigte nach diesem Auffahrunfall Schmerzensgeld in Höhe von 250.000 € zu. Zudem hielt das Gericht eine Schmerzensgeldrente von 250 € monatlich als angemessen (Oberlandesgericht Karlsruhe (2013), Urteil Az. 1 U 136/12).

 

ACHTUNG:

Sollten Sie nach dem Auffahrunfall ein zu hohes Schmerzensgeld fordern, kann Ihnen vor Gericht eine versuchte Bereicherung vorgeworfen werden. Dadurch hätten Sie im Zweifelsfall keinerlei Anspruch mehr auf eine Schmerzensgeldzahlung. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann den Auffahrunfall und dabei entstandene Schäden prüfen und dadurch eine angemessene Höhe Ihrer Schmerzensgeld-Forderung sicherstellen. Schildern Sie dafür hier Ihr Anliegen.

 

LINK-TIPP: Weitere Beispielfälle sind in sogenannten Schmerzensgeldtabellen zusammengefasst, die ein Verzeichnis mehrerer Schmerzensgeldurteile darstellen. Sie dienen Anwälten und Gerichten als Orientierungshilfe bei der Schmerzensgeldberechnung. Viele weitere Beispiele und ausführlichere Informationen finden Sie in unserem Beitrag zur Schmerzensgeldtabelle. Ausführlichere Informationen zur Höhe des Schmerzensgeldes bei bestimmten Schäden bzw. Verletzungen finden Sie in folgenden Beiträgen:

Schmerzensgeld bei Schleudertrauma

Schmerzensgeld bei HWS-Distorsion

Schmerzensgeld bei Hundebiss

 

1.3 Wann verjährt mein Anspruch auf Schmerzensgeld?

Wenn Sie nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld geltend machen wollen, gilt gemäß § 195 BGB eine Verjährungsfrist von 3 Jahren. Die Frist setzt am Ende des Jahres ein, in dem es zum Unfall kam und Kenntnis über etwaige Schäden sowie über den Schädiger erlangt wurde. Liegen Unfall und Kenntnisnahme nicht in einem Jahr, so setzt die Verjährungsfrist zum Ende des Jahres ein, in dem Kenntnis erlangt wurde.

Beispiel: Autofahrer A wird im Mai 2017 das Opfer eines Auffahrunfalls, welcher durch einen plötzlichen Spurwechsel von Autofahrer B verursacht wurde. Allerdings begeht Autofahrer B im unübersichtlichen Stadtverkehr Fahrerflucht und wird erst im Februar 2018 polizeilich als Schädiger ausfindig gemacht. Demnach beginnt die Verjährungsfrist am 31.12.2018 und endet Ende 2021.

Sobald nach einem Auffahrunfall Folgeschäden nicht auszuschließen sind, kann bei Gericht auch ein sogenannter Feststellungsantrag eingereicht werden. Dieser sichert den Anspruch aus nicht absehbaren Schäden über die dreijährige Frist hinaus. Doch Achtung: Unabhängig von einer möglichen Verzögerung des Beginns der Verjährung erlischt jeglicher Anspruch auf Schmerzensgeld nach 30 Jahren!

 

1.4 Wer zahlt das Schmerzensgeld?

 

In der Regel wird das Schmerzensgeld durch die Kfz-Haftpflichtversicherung desjenigen gezahlt, der den Auffahrunfall verschuldet hat. So liegt frei nach der Redensart „Wenn’s hinten knallt, gibt’s vorne Geld!“ grundsätzlich die Schuld beim Auffahrenden, der somit in der Beweispflicht für seine Unschuld ist. Denn die Gerichte (vgl. Kammergericht Berlin, Az. 22 U 72/13) gehen davon aus, dass der auffahrende Fahrzeugführer vor dem Auffahrunfall

  • unaufmerksam oder abgelenkt war,
  • den notwendigen Sicherheitsabstand missachtete oder
  • die ordnungsgemäße Geschwindigkeit nicht eingehalten hat.

 

Schmerzensgeld nach Auffahrunfall - die Schuldfrage

 

Erst bei einem Nachweis, dass das Verhalten des Vorausfahrenden den Unfall verursachte, kann der auffahrende Fahrzeugführer Schmerzensgeld nach Auffahrunfall verlangen. Das sind beispielsweise vorsätzliche oder fahrlässige Verstöße gegen die Verkehrsregeln wie

  • das Nichteinschalten der Warnblinkanlage bei Stauende,
  • plötzliche Fahrspurwechsel,
  • eine unbegründete Vollbremsung oder
  • die absichtliche Provokation einer Gefahrensituation.

Wie Sie nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld durchsetzen, was dabei zu beachten ist und welche Hürden auftreten können, erfahren Sie im nächsten Kapitel.

 

Auffahrunfall Schmerzensgeld

► Sie möchten mit anwaltlicher Unterstützung nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld einfordern? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

2. Nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld geltend machen

Um nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld vom Verursacher einzufordern, sollte sich zunächst auf außergerichtlichem Wege an die gegnerische Versicherung gewendet werden. Sollte es hier zu keiner Einigung kommen, muss das Schmerzensgeld nach Auffahrunfall gerichtlich eingeklagt werden.

 

2.1 Außergerichtliche Einigung

Für eine außergerichtliche Einigung mit der gegnerischen Versicherung ist zunächst ein Schmerzensgeldantrag an diese zu stellen. Das formlose Anschreiben sollte folgenden Inhalt haben:

    Anschrift (Unfallopfer),
    Anschrift der gegnerischen Versicherung,
    Name des Schädigers,
    Anliegen (Antrag auf Schmerzensgeld vom Schädiger an den Geschädigten),
    Mithaftungsquote des Geschädigten,
    Einschätzung über ein angemessenes Schmerzensgeld,
    Fristsetzung für dessen Auszahlung.

Um Schäden und deren Ursache nachzuweisen, bieten sich folgende Dokumente an:

    ärztliche Behandlungsakten,
    Krankschreibungen,
    Arzt- und Krankenhausrechnungen,
    detaillierte Aufzeichnungen zum Heilungsverlauf mit Fotos,
    Gutachten zum Umfang der verminderten Erwerbsfähigkeit,
    Nachweise über die Ursachen der Schäden.

Die gegnerische Haftpflichtversicherung wird i. d. R. allerdings nicht ohne Vorbehalte auf Ihre Forderung eingehen. So wird z. B. bei Auffahrunfällen, welche bei einer Geschwindigkeit von unter 10 km/h stattfanden, eine sogenannte „Bagatellgrenze“ geltend gemacht. Diese bezeichnet einen Schwellenwert, unter diesem vermeintlich keine wesentlichen Verletzungen entstehen können.

 

ACHTUNG:

Sollte die gegnerische Versicherung diese Bagatellgrenze geltend machen, sollten Sie sich dagegen unbedingt zu Wehr setzen und auf das Urteil VI ZR 139/02 vom Bundesgerichtshof 2003 verweisen, nach dem jeder Schadensfall einzeln betrachtet werden muss!

 

Zudem ist mit einer Abfindungserklärung zu rechnen, die die Versicherung noch vor der Auszahlung eines Schmerzensgeldes vorlegen wird. Ein Schmerzensgeld für nicht absehbare Folge- sowie Langzeitschäden soll damit ausgeschlossen werden.

 

2.2 Schmerzensgeld vor Gericht einklagen

Kommt es zu keiner außergerichtlichen Einigung mit der gegnerischen Versicherung, sollte nach Auffahrunfall Schmerzensgeld gerichtlich eingeklagt werden. Dabei ist folgende Schrittfolge zu beachten:

 

Schmerzensgeld nach Auffahrunfall einklagen - Ablauf

 

  • Einreichung der Klageschrift: Die Klageschrift, in der die Schuld des Verursachers und Ihr Anspruch auf Schmerzensgeld nach dem Auffahrunfall begründet wird, wird beim zuständigen Zivilgericht eingereicht. Bei einem Streitwert unter 5.000 € ist das Amtsgericht, ab 5.000 € das Landgericht zuständig – hier besteht Anwaltszwang.

 

INHALTE DER KLAGESCHRIFT:

    Datum der Klageerhebung,
    persönliche Daten wie Name, Anschrift und Telefonnummer des Klägers,
    Bezeichnung des Gerichts und dessen Anschrift,
    persönliche Daten des Beklagten,
    Sachverhalt des Klagegrundes,
    konkrete Forderung an die Gegenseite und
    Unterschrift des Klägers.

 

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu den Inhalten einer Klageschrift, wo diese einzureichen und mit welchen Kosten zu rechnen ist, erläutern wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema Klage einreichen.

  • Zahlung des Gerichtskostenvorschusses: Mit der Einreichung der Klageschrift wird ein Gerichtskostenvorschuss fällig, der sich nach der Höhe des geforderten Schmerzensgeldes berechnet. Welche Kosten genau entstehen können, erläutern wir Ihnen in Kapitel 5 – Mögliche Kosten & Kostenübernahme.
  • Beginn des Gerichtsprozesses: Sobald die Schmerzensgeldklage der gegnerischen Partei zugestellt wurde, beginnt der Gerichtsprozess über das Schmerzensgeld nach dem Auffahrunfall.
  • Verhandlung der Schmerzensgeldklage: Im Rahmen der Verhandlungen werden alle Aussagen und Beweise zum Auffahrunfall zusammengetragen. Ziel ist es, neben einer möglichen Teilschuld auch den genauen Umfang des Schadens festzustellen.
  • Urteilsverkündung: Nachdem der zuständige Richter beide Parteien angehört hat, bestimmt dieser die konkrete Höhe des Schmerzensgelds nach Auffahrunfall. Anschließend wird dieses Urteil schriftlich verkündet.
  • Auszahlung des Schmerzensgelds: Das Schmerzensgeld muss innerhalb einer vom Gericht festgelegten Frist ausbezahlt werden.

LINK-TIPP: Ausführliche Informationen zu Ablauf, Kosten und Dauer einer Schmerzensgeldklage finden Sie in unserem Beitrag Schmerzensgeld einklagen.

 

2.3 Sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Ob nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld außergerichtlich oder gerichtlich durchgesetzt wird – die Gegenseite geht oftmals nicht auf die Forderung ein. Oftmals wird dann die Schmerzensgeldsumme als zu hoch zurückgewiesen, die Dokumentation von Schäden und Unfallhergang in Zweifel gezogen oder die Schuldfrage gänzlich anders interpretiert. Für das Opfer eines Auffahrunfalls bedeutet dies dann zumeist zusätzliche Belastungen. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann hier Abhilfe schaffen und die schnelle Einforderung von Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall sicherstellen.

So kann der Anwalt gewährleisten, dass alle Schäden und Schadensursachen einwandfrei dokumentiert, die Schuldfrage rechtssicher geklärt und eine angemessen hohe Schmerzensgeldsumme gefordert wird.

Folgende Aufgaben kann er in diesem Zusammenhang übernehmen:

  • Prüfung des Anspruchs auf Schmerzensgeld nach Auffahrunfall und ggf. weiterer Ansprüche wie beispielsweise Schadensersatz,
  • Beweissicherung und Dokumentation der Schäden sowie Prüfung aller Dokumente,
  • Ermittlung einer angemessenen Schmerzensgeldhöhe – ohne dabei den Anspruch zu gefährden –,
  • Vermittlung der Ernsthaftigkeit der Forderung von Schmerzensgeld nach Auffahrunfall durch anwaltlich verfassten Schmerzensgeldantrag,
  • Einreichung der Klageschrift unter Beachtung aller formeller und inhaltlicher Anforderungen sowie zeitlicher Fristen,
  • Erarbeitung einer juristischen Strategie, mit der nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld schnell und konsequent durchgesetzt werden kann.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Im Rahmen eines unverbindlichen und kostenfreien Erstgesprächs können Sie bereits vor der Beauftragung eines Anwalts prüfen, ob Sie nach dem Auffahrunfall Schmerzensgeld verlangen können, wie hoch die Schmerzensgeldsumme ausfallen kann und welche juristischen Optionen für dessen Durchsetzung es gibt. Alle damit verbundenen Chancen, Risiken und Kosten werden dabei transparent dargestellt. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Anspruchs beauftragen. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

3. Mögliche Kosten & Kostenübernahme

Bei der außergerichtlichen und gerichtlichen Durchsetzung von Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall können Anwalts- oder Gerichtskosten entstehen. Wird das Schmerzensgeld erfolgreich durchgesetzt, so übernimmt die Gegenseite sämtliche Kosten. Sollte beiden Parteien Schuld am Auffahrunfall nachgewiesen werden, werden die Kosten anteilig erstattet – jede Partei bzw. deren Versicherung erstattet der anderen prozentual den Anteil der Kosten, für welchen sie laut Haftungsquote verantwortlich ist.

 

Anwaltskosten

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz regelt die Kosten für einen Anwalt, welche sich nach dem Streitwert richten. So kann ein Anwalt folgende Gebühren erheben:

  • 1,3-fache Verfahrensgebühr für die Erhebung der Klage,
  • 1,2-fache Termingebühr für die Wahrnehmung der Güteverhandlung und des Kammertermins,
  • 1,0-fache Einigungsgebühr für den Abschluss eines Vergleichs.

Allerdings ist auch die Vereinbarung einer individuellen Vergütung möglich. In diesem Zusammenhang könnte ggf. eine Abrechnung auf Stundenbasis vereinbart werden.

 

Gerichtskosten

Die Gerichtskosten setzen sich aus den gerichtlichen Gebühren und Auslagen zusammen. Auch diese richten sich nach der Höhe des Streitwerts. In der folgenden Tabelle sind verschiedene Anwalts- und Gerichtskosten beispielhaft zusammengefasst:

 

Streitwert bis …

Anwalts- & Gerichtskosten

500 €

192,50 €

 

2.000 €

 

614,00 €

 

4.000 €

1.009,00 €

 

Erklärung: Anwaltskosten richten sich stets nach dem Einzelfall und werden individuell berechnet. Die Angaben in der Tabelle sind daher nur als grobe Orientierung zu verstehen.

 

Kostenübernahme

Die Kosten für die Durchsetzung von Schmerzensgeld nach einem Auffahrunfall lassen sich mithilfe verschiedener Möglichkeiten finanzieren bzw. reduzieren:

  • Gegenseite trägt Kosten: Wird nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld erfolgreich durchgesetzt, übernimmt die Gegenseite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.
  • Prozesskostenhilfe: Bedürftigen Unfallopfern, die nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld einfordern wollen, kann Prozesskostenhilfe als finanzielle Unterstützung bei Gerichtsverfahren gewährt werden. Voraussetzung ist, dass Gerichts- und Anwaltskosten für den Prozess nicht aufgebracht werden können. Ein formloser Antrag auf Prozesskostenhilfe ist schriftlich oder zu Protokoll bei der Geschäftsstelle bzw. beim Gerichtstermin zu stellen.
  • Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung: Die Kosten für ein Schmerzensgeldverfahren werden unter Umständen von Rechtsschutzversicherungen übernommen. Was genau übernommen wird, hängt von der individuellen Police ab.

 

KOSTENFREIE DECKUNGSANFRAGE:

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Rechtsschutzversicherung Anwalts- und Gerichtskosten übernimmt, stellen wir gerne eine kostenfreie Deckungsanfrage für Sie. Schildern Sie dazu hier Ihr Anliegen und geben die relevanten Daten ein.

 

4. Tipp: juristische Hilfe zur Durchsetzung von Schmerzensgeld nach Auffahrunfall

Sofern Sie unverschuldet Verletzungen erlitten haben, steht Ihnen i. d. R. nach einem Auffahrunfall Schmerzensgeld zu. Die Auseinandersetzung mit der gegnerischen Versicherung erweist sich jedoch oft als langwieriger und belastender Prozess – vor allem wenn die Schmerzensgeldforderung zurückgewiesen, die Dokumentation von Schäden und Unfallhergang in Zweifel gezogen oder die Schuldfrage gänzlich anders interpretiert wird. Ein erfahrener und spezialisierter Rechtsanwalt kann Sie bei der schnellen und unkomplizierten Durchsetzung Ihres Schmerzensgeldes nach Auffahrunfall unterstützen. So übernimmt dieser u. a. die korrekte Berechnung Ihrer Schmerzensgeldhöhe, eine rechtsgültige Beweissicherung und entlastet Sie durch die Verhandlung mit der Gegenseite.

► Im Rahmen eines unverbindlichen und kostenfreien Erstgesprächs prüfen wir schon vor Beauftragung eines Anwalts Ihren Anspruch auf Schmerzensgeld nach Auffahrunfall, wie hoch dieser ausfallen kann und welche juristischen Optionen sich für die Durchsetzung anbieten. Auch alle damit verbundenen Chancen, Risiken und Kosten werden transparent dargestellt. So gewährleisten wir, dass wir Sie ausschließlich in einen vielversprechenden Rechtsstreit führen. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche beauftragen.

► Für eine kostenfreie Chancenbewertung machen Sie bitte kurz Angaben zum Auffahrunfall, für den Sie Schmerzensgeld fordern wollen. Falls Sie bereits ärztliche Befunde oder andere relevante Dokumente haben, können Sie diese direkt in unserem verschlüsselten System hochladen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

Das könnte Sie auch interessieren ...

 

Senta Banner
Ein Artikel von Senta Banner aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Senta Banner stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Senta großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

Aktuelle Beiträge im advocado-Ratgeber