Schmerzensgeld nach Unfalltod? Voraussetzungen, Durchsetzung & Fallstricke

Schmerzensgeld nach Unfalltod? Voraussetzungen, Durchsetzung & Fallstricke

 von Sophie Suske (jur. Redaktion)
Schmerzensgeld nach Unfalltod? Voraussetzungen, Durchsetzung & Fallstricke
  • Lesezeit: ca. 9 Min.
  • PDF herunterladen

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Das Wichtigste über Schmerzensgeld nach Unfalltod
  2. Schmerzensgeld nach Unfalltod: wichtige Voraussetzungen
  3. Wie viel Schmerzensgeld nach Unfalltod?
  4. Schmerzensgeld nach Unfalltod geltend machen
  5. Mögliche Kosten & Kostenübernahme
  6. Tipp: rechtssicherer Nachweis & erfolgreiche Durchsetzung von Schmerzensgeld nach Unfalltod

Schmerzensgeld Unfalltod – wann Hinterbliebene einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben, welche Voraussetzungen hierfür zu erfüllen sind und wie dieser durchgesetzt werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

► Wenn Sie Schmerzensgeld nach einem Unfalltod eines nahen Angehörigen mit anwaltlicher Unterstützung durchsetzen wollen, kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch mit unserem Anwalt für Schmerzensgeld.

► Im Rahmen dieses Erstgesprächs prüfen wir, ob ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfalltod besteht, welche Ansprüche auf Entschädigung darüber hinaus vorliegen können und wie diese geltend gemacht werden können. Alle damit verbundenen Chancen, Risiken und Kosten werden Ihnen zudem transparent dargestellt.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

1. Das Wichtigste über Schmerzensgeld nach Unfalltod

Kommen Menschen aufgrund eines Verkehrsunfalls zu Tode, der von einem Dritten verursacht wurde, können nahe Angehörige einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Unfalltod haben. Dies ist dann der Fall, wenn der Verstorbene zwischen Unfall und Eintritt des Todes Schmerzen aufgrund von Verletzungen erleiden musste oder wenn nahe Angehörige aufgrund des Todes des Unfallopfers einen Schockschaden davongetragen haben.

 

WICHTIGER HINWEIS:

Setzen nahe Angehörige einen rechtmäßigen Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfallfalltod erfolgreich durch, übernimmt die Gegenseite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.

 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt und lässt sich zweifelsfrei nachweisen, dass der Unfalltod Folge eines von einem Dritten verschuldeten Unfalls ist, können nahe Angehörige

  • selbst Schmerzensgeld aufgrund eines Schockschadens fordern,
  • Hinterbliebenengeld beantragen und
  • einen etwaigen Schmerzensgeldanspruch des Unfalltoten erben.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Arten von Unfällen, bei denen nahe Angehörige einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfalltod erben können, welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind und welche juristische Optionen zur Durchsetzung infrage kommen, finden Sie in unseren Beiträgen zu folgenden thematischen Schwerpunkten:

 

2. Schmerzensgeld nach Unfalltod: wichtige Voraussetzungen

Um ein Schmerzensgeld nach Unfalltod eines nahen Angehörigen geltend machen zu können, sind verschiedene Voraussetzungen, Beweispflichten und Verjährungsfristen zu beachten. Was das konkret bedeutet, erklären wir Ihnen in diesem Kapitel.

 

2.1 Wann besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfalltod?

Nahen Angehörigen können nach einem Unfalltod z. B. eines engen Familienmitglieds nicht nur einen Anspruch auf Schmerzensgeld aufgrund eines Schockschadens haben, sondern ggf. auch auf Hinterbliebenengeld. Außerdem können gesetzliche Erben den Schmerzensgeldanspruch des Unfalltoten erben. Welche Anforderungen in diesen Zusammenhängen zu erfüllen sind, erfahren Sie jetzt.

 

Schmerzensgeld aufgrund von Schockschaden

Angehörige können Schmerzensgeld nach einem Unfalltod eines engen Familienmitglieds aufgrund eines Schockschadens dann geltend machen, wenn sie selbst in diesem Zusammenhang psychische Beeinträchtigungen wie Psychosen, Neurosen, starke Depressionen oder gravierende Angstzustände erleiden. Dabei können diese Folgen u. a. durch das Erlebnis des Unfalls, die Nachricht vom Unfall oder die direkte Konfrontation mit den Unfallfolgen bedingt sein.

 

ACHTUNG:

Um wegen eines solchen Schockschadens Schmerzensgeld nach Unfalltod geltend machen zu können, ist zweifelsfrei nachzuweisen, dass etwaige psychische Beeinträchtigungen eine normale Trauerreaktion deutlich übersteigen und eindeutig negative Folgen für die Gesundheit haben.

 

Hinterbliebenengeld

Nahe Angehörige, die infolge des Unfalltodes keinen Schockschaden erlitten haben, haben laut § 844 BGB einen Anspruch auf Hinterbliebenengeld. Voraussetzung dafür ist, dass zwischen den Betroffenen ein besonderes Familienverhältnis bestand. Dies ist der Fall, wenn der Hinterbliebene

  • Ehepartner,
  • Lebenspartner,
  • Elternteil oder
  • Kind

des Verunglückten war. Daneben können aber auch Personen einen Anspruch haben, die eine enge soziale Beziehung zum Unfalltoten hatten. Dies können beispielsweise Verlobte, Partner einer ehe- oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft, Stief- und Pflegekinder sowie Geschwister des Opfers sein.

Anders als Schmerzensgeld nach einem Unfalltod soll Hinterbliebenengeld keine gesundheitlichen Schäden ausgleichen, sondern vielmehr dabei helfen, Trauer und seelisches Leid zu lindern. Da es für diesen Zusammenhang allerdings keine grundlegenden gesetzlichen Regelungen gibt, ist ein etwaiger Anspruch auf Hinterbliebenengeld für den individuellen Einzelfall gerichtlich einzuklagen. Ein solcher Anspruch besteht allerdings nur, wenn der Tod des Unfallopfers nach Einführung des Hinterbliebenengeldes (22.07.2017) eingetreten ist.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zur Einreichung einer solchen Klage, den Voraussetzungen hierfür und dazu, welche Inhalte eine Klageschrift haben sollte, finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Klage einreichen.

 

Schmerzensgeldanspruch des Unfalltoten erben

Zudem ist ein etwaiger Anspruch auf Schmerzensgeld nach Unfalltod vererbbar. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn zwischen Unfall und den daraus resultierenden Verletzungen sowie dem Eintritt des Todes eine gewisse Zeitspanne liegt, in der das Unfallopfer Schmerzen erleiden musste.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zum Anspruch des Unfalltoten auf Schmerzensgeld sowie dazu, wie dieser nachgewiesen und berechnet werden kann, finden Sie in unserem Beitrag zum Schmerzensgeld. Welche Angehörigen einen etwaigen Schmerzensgeldanspruch erben können, erläutern wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema gesetzliche Erbfolge.

 

2.2 Beweispflicht

Um einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Unfalltod geltend machen oder erben zu können, sind Hinterbliebene in der Beweispflicht. Sie müssen also zweifelsfrei nachweisen, dass

  • die Verletzungen und der Tod des Unfallopfers durch den Verkehrsunfall bedingt wurden,
  • das Verhalten des Schädigers bzw. Unfallverursachers ursächlich für diese Schäden war und
  • der Unfalltod negative gesundheitliche Folgen für sie als nahe Angehörige hat.

Um dies zweifelsfrei nachweisen zu können, ist auf eine ausführliche Dokumentation zurückzugreifen. Diese kann Polizeiprotokolle vom Unfallgeschehen, medizinische Behandlungsakten sowie Zeugenaussagen zu Unfallhergang, erlittenen Verletzungen und Folgeschäden beinhalten.

 

HINWEIS:

Dieser rechtssichere und einwandfreie Nachweis ist komplex und aufwendig – vor allem wenn zwischen Unfall und Tod des Verunglückten eine längere Zeitspanne liegt und sich die direkten Unfallfolgen nur schwer oder teilweise rekonstruieren lassen. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann in diesem Zusammenhang sicherstellen, dass alle relevanten Dokumente zusammengetragen werden und die Beweisführung zweifelsfrei und rechtssicher gelingt. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

2.3 Verjährungsfristen

Für die Einforderung von Schmerzensgeld nach einem Unfalltod ist laut § 195 BGB eine Verjährungsfrist von drei Jahren zu berücksichtigen. Bezüglich des Beginns dieser Frist sind Schmerzensgeld aufgrund eines Schockschadens und der vererbbare Schmerzensgeldanspruch des Unfallopfers genauer zu unterscheiden.

 

Schmerzensgeld aufgrund eines Schockschadens

Die dreijährige Frist setzt bei Schmerzensgeld aufgrund eines Schockschadens zum Ende des Jahres ein,

  • in dem der Unfalltod eingetreten ist und
  • in dem nahe Angehörige Kenntnis über den Schädiger und ihre gesundheitlichen Schäden aufgrund des Unfalltodes erlangt haben.

Ist der Schädiger erst später bekannt – weil er z. B. Fahrerflucht begangen hat –, beginnt die Verjährungsfrist erst zum Ende des Jahres, in dem der Schädiger bekannt wurde.

 

Schmerzensgeldanspruch des Unfalltoten

Hier setzt die dreijährige Verjährungsfrist zum Ende des Jahres ein,

  • in dem sich der Unfall ereignete und der Verunglückte Kenntnis über den Schädiger und die Schäden erlangt hat.

Ist auch hier z. B. der Schädiger nicht bekannt, wird die Verjährung bis zum Ende des Jahres gehemmt, in dem diese Kenntnis erlangt wurde. Wenn Unfallfolgen – z. B. Koma – die Kenntnisnahme des Unfallopfers verhindern, beginnt die Frist zum Ende des Jahres,

  • in dem der Unfalltod eingetreten ist und
  • in dem etwaige Erben Kenntnis von Verkehrsunfall, Schädiger und Schäden erlangt haben bzw. der Erbfall eingetreten ist.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu den Verjährungsfristen von Schmerzensgeld finden Sie in unserem Beitrag zum Schmerzensgeldanspruch.

 

3. Wie viel Schmerzensgeld nach Unfalltod?

Wurden alle Voraussetzungen für das Schmerzensgeld nach Unfalltod erfüllt, kann es geltend gemacht werden. Dessen konkrete Höhe ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren:

  • Ausmaß der Verletzungen des Unfallopfers, Anzahl & Umfang möglicher Operationen,
  • Ausmaß der psychischen Folgen für die Angehörigen aufgrund des Unfalltodes,
  • bewusste Verzögerung der Schadensregulierung durch die Gegenseite.

Von daher ist das Schmerzensgeld bei Unfalltod stets für den individuellen Einzelfall zu bestimmen. Für eine erste Orientierung bezüglich der konkreten Höhe können sogenannte Schmerzensgeldtabellen herangezogen werden. In diesen sind alle von deutschen Gerichten zugesprochenen Schmerzensgelder bei Unfalltod gesammelt. Da sie allerdings kein verbindliches Regelwerk darstellen, lassen sich aus ihnen leider keine verbindlichen Schmerzensgeldsummen ableiten.

 

ACHTUNG:

Fordern Sie ein zu hohes Schmerzensgeld nach einem Unfalltod, kann Ihnen das vor Gericht als versuchte Bereicherung ausgelegt werden. Im schlimmsten Fall verwirken Sie damit Ihren Schmerzensgeldanspruch.

 

In den folgenden Tabellen haben wir Ihnen relevante Gerichtsurteile zum Schmerzensgeld nach Unfalltod zusammengestellt:

 

Schmerzensgeld nach Schockschaden

Sachverhalt

Schmerzens­geld

Urteil

Schockschaden in Form von Angstausbrüchen, Schlafstörung, Depression

Kein Anspruch

KG Cott­bus, 1996

Mann wird Zeuge, wie Ehefrau bei Motorradunfall stirbt, eine akute Belastungs­reaktion wird diagnostiziert

4.000 Euro

BGH, 2015

Jetski-Fahrer überfährt Badenden auf Luftmatratze (Mitverschul­den des Opfers), Mutter gerät in eine schwere depressive Krise

10.000

OLG Olden­burg, 2016

Durch Tod ihrer drei Kinder bei Verkehrsunfall werden die Eltern schwer depressiv. Der Mann wird arbeitsunfähig, die Ehefrau muss ihn betreuen.

10.225 bzw. 15.300 Euro

OLG Nürn­berg, 1995

Eltern klagen nach Unfalltod des Kindes durch Ertrinken in mangelhafter Wasserrutsch­anlage

73.000 Euro

OLG Köln, 2015

 

Um durch eine zu hohe Schmerzensgeldforderung Ihren Anspruch nicht zu gefährden, sollte ein erfahrener und spezialisierter Anwalt Ihren individuellen Einzelfall prüfen, um ein angemessenes Schmerzensgeld zu bestimmen und durchzusetzen. Haben Sie übrigens einen rechtmäßigen Anspruch auf Schmerzensgeld bei Unfalltod und setzen diesen erfolgreich durch, übernimmt die Gegenseite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten. Hier Fall schildern & Anspruch prüfen lassen.

 

Vererbter Anspruch auf Schmerzensgeld

Sachverhalt

Schmerzens­geld

Urteil

Tod des Unfallopfers nach drei Stunden ohne Wieder­erlangung des Bewusstseins

Kein Anspruch

OLG Düssel­dorf, 1996

Eintritt des Todes 51 Tage nach Unfall (Verletzungen nicht bekannt)

4.000 Euro

BGH, 1994

Tod 10 Tage nach Verkehrsunfall mit schweren Schädel-Hirn-Verletzungen, künstliches Koma

14.000 Euro

BGH, 1998

Tod 3,5 Monate nach Unfall ohne wiedererlangte Wahrnehmungs- und Empfindungs­fähigkeit

18.000 Euro

OLG Olden­burg, 1996

 

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zu Schmerzensgeldern bei den verschiedenen Arten von Verkehrsunfällen und deren gesundheitlichen Folgen finden Sie in unserem Beitrag zur Schmerzensgeldtabelle.

 

Schmerzensgeld Unfalltod

► Sie möchten Schmerzensgeld nach dem Unfalltod eines nahen Angehörigen einfordern? Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie uns dazu hier Ihr Anliegen.

 

4. Schmerzensgeld nach Unfalltod geltend machen

Um Schmerzensgeld nach einem Unfalltod geltend machen zu können, sollte zunächst eine außergerichtliche Einigung mit der Gegenseite – also dem Unfallverursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung – angestrebt werden. Ist diese nicht möglich, sollte der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden. Was dabei zu beachten ist, erläutern wir Ihnen in diesem Kapitel.

 

4.1 Außergerichtliche Durchsetzung

Um eine außergerichtliche Einigung über ein Schmerzensgeld nach Unfalltod zu erzielen, sollten Sie zunächst eine schriftliche Schmerzensgeldforderung an den Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung mit folgenden Inhalten richten:

    Beschreibung der erlittenen Verletzungen des Unfallopfers bzw. der psychischen Folgen des Unfalltodes für den nahen Angehörigen,
    zweifelsfreier Nachweis der Ursache der Schäden und des Unfallverursachers,
    angemessene Schmerzensgeldforderung sowie
    Fristsetzung zu deren Auszahlung.

Sofern Polizeiprotokolle, medizinische Behandlungsakten oder Gutachten vorliegen, sollten diese ebenfalls dem Schmerzensgeldantrag beigefügt werden.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zur Beantragung von Schmerzensgeld finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Schmerzensgeld beantragen.

 

4.2 Schmerzensgeld nach Unfalltod gerichtlich einklagen

Sollte sich zwischen dem Geschädigten und dem Schädiger bzw. dessen Versicherung keine außergerichtliche Einigung über ein Schmerzensgeld bei Unfalltod erzielen lassen, ist dieses gerichtlich einzuklagen. Folgende Schrittfolge ist dabei einzuhalten:

  • Klageeinreichung: Um Schmerzensgeld nach einem Unfalltod gerichtlich einzufordern, ist zunächst eine Klageschrift beim zuständigen Zivilgericht einzureichen. Bei einem Streitwert – das ist das geforderte Schmerzensgeld – unter 5.000 Euro ist das Amtsgericht vor Ort zuständig, über 5.000 Euro das jeweilige Landesgericht. Hier besteht dann Anwaltszwang.

 

INHALTE DER KLAGESCHRIFT:

 

    Datum der Klageerhebung,
    Kontaktdaten des Geschädigten,
    Daten des zuständigen Gerichts,
    Daten des Beklagten,
    konkrete Forderung an die Gegenseite,
    ausführliche Begründung & zweifelsfreier Nachweis der Forderung,
    Unterschrift des Klägers.

 

  • Zahlung des Gerichtskostenvorschusses: Mit Einreichung der Klage auf Schmerzensgeld nach Unfalltod wird ein Gerichtskostenvorschuss fällig, dessen Höhe sich nach der geforderten Schmerzensgeldsumme richtet.
  • Beginn des Klageprozesses: Die Klageschrift wird der Gegenseite zugestellt.
  • Klageverfahren: Im Laufe des Prozesses werden alle Beweise und Gutachten der Parteien zusammengetragen sowie etwaige Zeugen gehört. Außerdem wird die Schuldfrage geklärt und geprüft, ob ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei Unfalltod besteht.
  • Entscheidung des Gerichts: Das Gericht fällt ein Urteil darüber, ob und in welcher Höhe Schmerzensgeld nach einem Unfalltod zu zahlen ist.
  • Auszahlung der Entschädigung: Innerhalb einer durch das Gericht festgelegten Frist muss das Schmerzensgeld bei Unfalltod an den nahen Angehörigen ausgezahlt werden.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zur gerichtlichen Durchsetzung von Schmerzensgeld finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Schmerzensgeld einklagen.

 

4.3 Sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Nahe Angehörige stehen bei der Durchsetzung von Schmerzensgeld nach Unfalltod oftmals vor hohen Hürden. Dies liegt zum einen an den komplexen Anforderungen, die der Gesetzgeber mit einem solchen Anspruch verbindet. Zum anderen geht die Gegenseite häufig nicht ohne Weiteres auf die Forderung ein, weist diese als unangemessen zurück oder zweifelt gar die Beweisführung bezüglich der Unfallursache und den psychischen oder physischen Folgen für den Unfalltoten und dessen Angehörige an. Vor allem wenn Hinterbliebene nicht Zeugen des Unfallgeschehens waren und Schwierigkeiten haben, dieses genau zu rekonstruieren, hat die Gegenseite hier gute Argumente, um sich einer Zahlung zu entziehen.

Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann hier Abhilfe schaffen und sicherstellen, dass alle gesetzlichen Regelungen bezüglich des Anspruchs auf ein Schmerzensgeld nach Unfalltod erfüllt sowie Unfallhergang, Schäden und Schadensursache zweifelsfrei nachgewiesen werden. Daneben kann er eine angemessene Schmerzensgeldforderung gewährleisten und diese mithilfe der passenden juristischen Strategie in den Verhandlungen mit der Gegenseite oder vor Gericht schnell und unkompliziert durchsetzen. Im Rahmen eines Mandats kann er dann z. B. folgende Aufgaben übernehmen:

  • Prüfung des Anspruchs auf Schmerzensgeld und etwaiger anderer Ansprüche wie Hinterbliebenengeld,
  • Prüfung und Sicherstellung aller Beweise und Dokumente, um Unfallhergang, Schäden und deren Ursache zweifelsfrei und rechtssicher nachzuweisen,
  • gesetzeskonforme Ermittlung einer angemessenen Forderung nach Schmerzensgeld bei Unfalltod sowie ggf. nach Hinterbliebenengeld,
  • Vermittlung der Dringlichkeit der Forderung durch einen anwaltlich verfassten Antrag auf Schmerzensgeld bzw. Hinterbliebenengeld,
  • konsequente Interessensvertretung in den außergerichtlichen Verhandlungen mit der Gegenseite,
  • frist- und formgerechte Erstellung und Einreichung einer ggf. notwendigen Klageschrift,
  • passende juristische Strategie für die schnelle und unkomplizierte Durchsetzung aller Ansprüche vor Gericht.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Schon vor Beauftragung eines erfahrenen und spezialisierten Anwalts kann dieser im Rahmen eines unverbindlichen und kostenfreien Erstgesprächs klären, ob Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Unfalltod haben. Neben den juristischen Optionen zu dessen Durchsetzung stellt er Ihnen auch alle damit verbundenen Chancen, Risiken und Kosten transparent dar. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Anspruches beauftragen. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

5. Mögliche Kosten & Kostenübernahme

Die Durchsetzung von Schmerzensgeld nach dem Unfalltod eines nahen Angehörigen kann mit Anwalts- und Gerichtskosten verbunden sein. Diese sind abhängig vom Streitwert – also dem geforderten Schmerzensgeld – und bei Erfolg als anerkannte Schadensposition von der Gegenseite zu tragen. Welche Kosten bei außergerichtlicher und gerichtlicher Durchsetzung genau entstehen können, erläutern wir Ihnen jetzt.

 

Außergerichtliche Kosten

Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung über ein Schmerzensgeld bei Unfalltod können Kosten für u. a. Zeugenbefragung, Sachverständige und einen Anwalt entstehen – wenn dieser bei der außergerichtlichen Durchsetzung hinzugezogen wird. Diese Kosten sind abhängig vom Streitwert und werden auf Grundlage des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) berechnet. So kann ein Anwalt für seine Arbeit folgende Gebühren verlangen:

  • 1,3-fache Geschäftsgebühr für die anwaltliche Vertretung und eine
  • 1,5-fache Einigungsgebühr für den Abschluss eines Vergleichs.

Für verschiedene Streitwerte könnten so folgende exemplarischen Anwaltskosten ausgelöst werden:

Streitwert bis …

Anwaltskosten

   500 €

126,00 €

2.000 €

420,00 €

4.000 €

705,60 €

Hinweis: Die Höhe der Anwaltskosten richtet sich immer nach dem konkreten Einzelfall und wird abhängig davon individuell berechnet. Die Angaben der Tabelle sind daher nur als grobe Orientierung zu verstehen.

 

Als Alternative ist aber auch eine individuelle Vergütungsvereinbarung zum Festpreis denkbar. Hier rechnet der Anwalt seine Arbeit auf Grundlage der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ab.

 

Gerichtskosten

Führt eine außergerichtliche Einigung nicht zum Erfolg, ist es oftmals unumgänglich, seine Ansprüche vor Gericht einzuklagen. Dabei entstehen Gerichtskosten, die durch das Gerichtskostengesetz (GKG) geregelt werden. Sie setzen sich zusammen aus den Gebühren für die Tätigkeit und den Auslagen des Gerichts (u. a. Schreib-, Zeugenvernehmungs- oder Sachverständigenkosten). Auch diese Kosten werden auf der Basis des Streitwerts berechnet.

Wird zudem ein Anwalt hinzugezogen, kann er folgende Gebühren in Rechnung stellen:

  • 1,3-fache Verfahrensgebühr für die Erhebung der Klage,
  • 1,2-fache Terminsgebühr für die Wahrnehmung der Güteverhandlung und des Kammertermins,
  • 1,0-fache Einigungsgebühr für den Abschluss eines Vergleichs.

Nachfolgend finden Sie eine exemplarische Zusammenstellung etwaiger Anwalts- und Gerichtskosten für verschiedene Streitwerte:

Streitwert bis …

Anwalts- und Gerichtskosten

   500 €

   192,50 €

2.000 €

   614,00 €

4.000 €

1.009,00 €

Hinweis: Auch vor Gericht richten sich Anwalts- und Gerichtskosten nach dem konkreten Einzelfall, weshalb die Angaben der Tabelle nur als grobe Orientierung zu verstehen sind.

 

Kostenübernahme:

Die mit der Durchsetzung von Schmerzensgeld bei Unfalltod verbundenen Anwalts- und Gerichtskosten lassen sich über folgende Optionen finanzieren:

  • Übernahme der Kosten durch die Gegenseite: Bei erfolgreicher Durchsetzung des Anspruches sind die Anwalts- und Gerichtskosten als anerkannte Schadensposition von der Gegenseite zu tragen.
  • Prozesskostenhilfe: Bei nachgewiesener Bedürftigkeit kann Prozesskostenhilfe beim zuständigen Gericht beantragt werden, um den Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Unfalltod durchzusetzen.
  • Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung: Bei der Durchsetzung von Schmerzensgeld nach einem Unfalltod übernehmen Rechtsschutzversicherungen in der Regel die Kosten für Anwalt und Gericht. In welchem Umfang die Kostenübernahme erfolgt, hängt von der jeweiligen Police des Versicherungsnehmers ab.

 

KOSTENFREIE DECKUNGSANFRAGE:

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Anwalts- und Gerichtskosten bei der Einforderung von Schmerzensgeld bei Unfalltod übernimmt, stellen wir gerne eine kostenfreie Deckungsanfrage für Sie. Schildern Sie dazu hier Ihr Anliegen und geben die relevanten Daten ein.

 

6. Tipp: rechtssicherer Nachweis & erfolgreiche Durchsetzung von Schmerzensgeld nach Unfalltod

Kommen Menschen durch einen Verkehrsunfall zu Tode, haben Angehörige unter Umständen einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach dem Unfalltod – entweder aufgrund der seelischen Folgen des Todes oder weil der Schmerzensgeldanspruch des Unfallopfers an sie vererbt wird. Die Durchsetzung dieser Ansprüche ist dabei langwierig und mit zahlreichen Hürden verbunden. Ein erfahrener und spezialisierter Anwalt kann in diesem Zusammenhang sicherstellen, dass alle Voraussetzungen für das Schmerzensgeld erfüllt sind, der Anspruch zweifelsfrei nachgewiesen wird und eine angemessene Schmerzensgeldforderung diesen nicht gefährdet. Mithilfe der passenden juristischen Strategie für die Verhandlungen mit der Gegenseite oder vor Gericht kann er das Schmerzensgeld zudem schnell und unkompliziert durchsetzen.

► Im Rahmen eines kostenfreien und unverbindlichen Erstgesprächs prüfen wir schon vor der Beauftragung eines erfahrenen und spezialisierten Anwalts, ob alle Voraussetzungen für ein Schmerzensgeld nach Unfalltod erfüllt sind und wie dieses juristisch durchgesetzt werden kann. Alle damit verbundenen Chancen, Risiken und Kosten werden zudem transparent dargestellt. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns mit der Durchsetzung Ihres Anspruches beauftragen.

► Für ein kostenfreies Erstgespräch machen Sie bitte kurz Angaben zum Unfallgeschehen und den daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen, aufgrund derer Sie Schmerzensgeld beantragen wollen. Alle diesbezüglich relevanten Dokumente können Sie in unserem verschlüsselten System hochladen.

Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

Das könnte Sie auch interessieren ...

 

Sophie Suske
Ein Artikel von Sophie Suske aus der juristischen Redaktion bei advocado

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Sophie Suske stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei legt Sophie großen Wert auf eine verständliche Sprache, damit auch Nicht-Juristen im deutschen Paragraphendschungel den Durchblick behalten und ihre rechtlichen Angelegenheiten schnell, einfach und sorgenfrei erledigen können.

Aktuelle Beiträge im advocado-Ratgeber

Internationale Markenanmeldung: weltweiter Schutz vor unerlaubter Fremdnutzung & Kopie
Patent beantragen – umfassender Schutz vor Diebstahl & Kopie
Arbeitsvertrag prüfen lassen & unzulässige oder nachteilige Klauseln ausschließen

Sie haben noch offene Fragen?

Noch offene Fragen?

Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung

Wir helfen Ihnen gerne

icon-advocate
Beratung & Ersteinschätzung vom Anwalt Hier können Sie Ihr Anliegen schildern.
icon-handy
0800 400 18 80 (Mo.-Fr. 8-22 Uhr)
Für neue Anfragen nutzen Sie bitte unseren einfachen & schnellen Online-Prozess.