Identitätsdiebstahl: Was tun bei Online-Betrug?
Identitätsdiebstahl: Was tun bei Online-Betrug?
Julia Pillokat
Beitrag von Julia Pillokat
Redakteurin für Rechtsthemen
Aktualisiert am

... Betrug Identitätsdiebstahl: Was tun

Verdacht auf Identitätsdiebstahl? Was Betroffene tun können, ist z. B.: Konto sperren lassen, Login-Daten für Online-Accounts ändern und Anzeige wegen Betrugs erstatten. Außerdem können Opfer von Identitätsbetrug Schadensersatz für die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte verlangen. Wie ein Anwalt helfen kann, gegen den Missbrauch persönlicher Daten vorzugehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhalt
  1. Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist
  2. 1. Identitätsdiebstahl: Was tun Betrüger mit persönlichen Daten?
  3. 2. Was tun bei Identitätsdiebstahl: 8 Schritte für Betroffene
  4. 3. Identitätsdiebstahl: Wer haftet für den Betrug?
  5. 4. Identitätsdiebstahl: Beispiel-Fälle
  6. 5. Was tun gegen Identitätsdiebstahl? | Identitätsschutz
  7. 6. Identitätsdiebstahl? Wann anwaltliche Hilfe sinnvoll ist
  8. 7. Häufige Missverständnisse aufgeklärt
Ersteinschätzung erhalten

Identitätsdiebstahl: Was tun bei Online-Betrug?

Identitätsdiebstahl: Was tun bei Online-Betrug?

Verdacht auf Identitätsdiebstahl? Was Betroffene tun können, ist z. B.: Konto sperren lassen, Login-Daten für Online-Accounts ändern und Anzeige wegen Betrugs erstatten. Außerdem können Opfer von Identitätsbetrug Schadensersatz für die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte verlangen. Wie ein Anwalt helfen kann, gegen den Missbrauch persönlicher Daten vorzugehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist

So ordnen Sie Ihren Fall schnell ein

Von Identitätsdiebstahl spricht man, wenn Dritte sich Zugang zu personenbezogenen Daten verschaffen und damit unter Ihrem Namen handeln (z. B. Bestellungen, Vertragsabschlüsse, Zahlungsfreigaben).

Gilt, wenn …

  • Sie unerwartete Rechnungen/Mahnungen bekommen oder ein Inkasso schreibt.
  • Sie unautorisierte Abbuchungen/Überweisungen sehen oder Zahlungsdienste „neue Geräte“ melden.
  • Sie nicht mehr in E-Mail-, Social-Media- oder Shop-Konten kommen bzw. dort Änderungen auftauchen.

Sonderfall: Kommt ein gerichtlicher Mahnbescheid, ist nicht „erst mal klären“ die Priorität, sondern fristgerecht reagieren: Widerspruch ist innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung möglich – die Frist startet mit der Zustellung.

Diese Informationen sollten Sie jetzt sammeln:

  • Kontoauszüge/Kreditkartenabrechnungen, TAN-/Push-Freigabe-Historie (Zeitpunkte sind wichtig)
  • E-Mails/SMS/Push-Nachrichten (Phishing, Login-Warnungen), Screenshots (inkl. Datum/Uhrzeit)
  • Rechnungen, Mahnungen, Inkasso- und Vertragsunterlagen (alles in Kopie)
  • Versand-/Bestellbestätigungen, Chatverläufe, Support-Tickets
  • ggf. Ausweisdaten: welche Daten genau betroffen sind (nur Nummer, oder auch Kopie/Scan?)

Häufigster Fehler: Schreiben und Fristen zu ignorieren – dadurch entstehen vermeidbare Nachteile (z. B. Vollstreckungsschritte, negative Bonitätseinträge), obwohl der Vertrag oft bestritten werden kann.

Fakt vs. Einzelfall: Was ist sicher – und wo kommt es wirklich darauf an?

Sicher ist:

  • Sie sollten Zugänge sichern, Beweise dokumentieren und Betroffene Stellen informieren (Bank/Anbieter/Unternehmen).
  • Unberechtigte Forderungen sollten Sie nicht einfach laufen lassen, sondern schriftlich bestreiten.
  • Eine Strafanzeige kann helfen, den Sachverhalt zu dokumentieren und Ermittlungen anzustoßen.

Kommt auf den Einzelfall an:

  • Ob und in welchem Umfang Sie zahlen müssen (z. B. bei Verträgen/Bestellungen oder bei Zahlungen, die „technisch bestätigt“ wurden).
  • Ob ein Schadensersatzanspruch besteht und wie hoch er ausfallen kann (z. B. bei Datenschutzverstößen).
  • Welche rechtlichen Schritte sinnvoll sind (Unterlassung, Auskunft, gerichtliche Klärung) – abhängig davon, welche Daten wie genutzt wurden und welche Nachweise vorliegen.

1. Identitätsdiebstahl: Was tun Betrüger mit persönlichen Daten?

Identitätsdiebstahl bedeutet, dass Betrüger sich Zugang zu persönlichen Daten von Dritten verschaffen und diese Daten dann missbrauchen, um unter fremdem Namen z. B. Überweisungen freizugeben, Verträge abzuschließen oder Ware zu kaufen.

Wie man Identitätsdiebstahl erkennt, hängt davon ab, was Betrüger mit den persönlichen Daten machen. Mögliche Hinweise auf Identitätsbetrug sind:

  • Login bei Online-Accounts ist nicht möglich
  • Beleidigende Nachrichten, die mit Ihrem Social Media Account gepostet werden
  • Spam-E-Mails, die mit Ihrer E-Mail-Adresse versendet werden
  • Abbuchungen von Ihrem Konto, die Sie nicht freigegeben haben
  • Zahlungserinnerungen und Mahnungen von Unternehmen, obwohl Sie dort nichts gekauft haben.
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen das mögliche Vorgehen in Ihrem Fall.

Jetzt gegen Datenklau wehren

Was kann jemand mit meiner Adresse machen?

Generell gilt: Betrüger brauchen nicht mehr als Name, Geburtsdatum und die Postadresse, um sich als jemand anderes auszugeben.

Wer Ihre Postadresse hat, kann z. B.:

  • Verträge auf Ihren Namen abschließen
  • Bestellungen auf Ihre Rechnung tätigen

Haben Betrüger Ihre E-Mail-Adresse, könnten sie damit z. B. Folgendes machen:

  • Phishing-E-Mails senden, um an weitere sensible Daten zu kommen
  • Ihre Online-Konten hacken, die mit der E-Mail-Adresse verknüpft sind
  • Ware bestellen
  • Social Media Accounts in Ihrem Namen anlegen und darüber z. B. unwahre Tatsachen behaupten oder Dritte beleidigen

Wurde Ihre IP-Adresse gestohlen, könnten Betrüger Ihre Internetaktivitäten beeinflussen. Sie können z. B.:

  • Ihren Standort ermitteln
  • Ihren Internetzugriff einschränken
  • Online-Aktivität tracken
  • Weitere persönliche Daten abgreifen
  • DDos Angriff starten – also Ihr Netzwerk durch zu viele Verbindungen lahmlegen
  • Durch Identitätsdiebstahl illegale Aktivitäten verschleiern
  • Persönliche Daten verkaufen

Was kann jemand mit meiner Personalausweisnummer anfangen?

Mit dem Personalausweis können Betrüger z. B. Kredite oder andere Verträge abschließen. Kennen Betrüger Ihre Personalausweisnummer, können sie z. B. Dokumente fälschen und falsche Angaben bei Behörden machen.

Haben Betrüger Zugriff auf die Daten Ihres Online-Ausweises, könnten sie z. B. Folgendes tun:

  • Legitimierung gegenüber Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen
  • Altersbestätigung für Onlineshops
  • Anmeldung in Foren und Chatrooms
  • Zutritt zu (hoch-)sicheren Bereichen oder technischen Infrastrukturen

Was kann jemand mit meiner Bitcoin-Wallet-Adresse machen?

Die Wallet-Adresse ist vergleichbar mit der Kontonummer bei der Bank. Wer Ihre Wallet-Adresse hat, kann Ihnen Bitcoins und andere Kryptowährungen überweisen. Bei Identitätsdiebstahl können Betrüger mit Ihrer Wallet-Adresse aber auch sehen, wie viel Geld Sie in Ihrem Wallet haben und welche Transaktionen getätigt wurden.

Aber: Niemand kann mit der Wallet-Adresse allein Geld aus der Wallet stehlen. Wichtig ist nur, die privaten Schlüssel nicht mit Dritten zu teilen.

2. Was tun bei Identitätsdiebstahl: 8 Schritte für Betroffene

Wenn Sie vermuten, Opfer von Identitätsdiebstahl zu sein, sind einige Schritte wichtig, um die missbräuchliche Verwendung von Personalien zu verhindern.

Das können Sie bei Identitätsdiebstahl tun:

1. Identitätsdiebstahl prüfen & Beweise sichern

Haben Sie aufgrund verschiedener Warnzeichen den Verdacht, Opfer von Identitätsdiebstahl zu sein, prüfen Sie zuerst, wie weit die Betrüger mit dem Missbrauch Ihrer persönlichen Daten gegangen sind.

Prüfen Sie z. B. Folgendes:  

  • Zugriff auf Ihre Online-Konten: Wo können Sie sich einloggen? Können Sie das Passwort zurücksetzen? Das betrifft Online-Banking, Onlineshops, Marktplätze wie eBay aber auch den Login bei Ihrer Versicherung oder Ihrem Stromanbieter etc.
  • Ihre technischen Geräte: Scannen Sie Smartphone, Tablet und PC mit einem Anti-Viren-Programm, um herauszufinden, ob Schadsoftware installiert ist.
  • Bestellungen bei Onlineshops: Prüfen Sie, ob nach dem Identitätsdiebstahl Ware auf Ihre Rechnung bestellt wurde und informieren Sie die Shopbetreiber, damit Ihr Konto gesperrt wird. Wenn möglich, stornieren Sie ungewollte Bestellungen.

Es ist wichtig, all Ihre Online-Konten zu prüfen und herauszufinden, welche persönlichen Daten gestohlen wurden. Nur so erfahren Sie, was Betrüger mit Ihren Daten gemacht haben und können dagegen vorgehen.

Sammeln Sie alle Beweise für den Identitätsdiebstahl – z. B. Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge und andere Dokumente. Diese brauchen Sie, wenn Sie die Betrüger mit einer Anzeige zur Verantwortung ziehen und sich gegen unberechtigte Forderungen von Unternehmen wehren möchten.

2. Identitätsdiebstahl melden

Informieren Sie die Unternehmen, bei denen Ihre persönlichen Daten hinterlegt sind, über den Identitätsdiebstahl:

  • Bank informieren: Gab es verdächtige Überweisungen, die Sie nicht freigegeben haben, dann informieren Sie die Bank über den Identitätsbetrug und lassen Sie Ihre Karte und das Konto sperren.
  • Schufa informieren: Führt der Identitätsdiebstahl zu unberechtigten Mahnungen oder ist Ihr Konto leergeräumt, kann das viele unberechtigte Schufa-Einträge bedeuten. Um das zu verhindern, informieren Sie die Schufa über den Identitätsbetrug.
  • Andere Unternehmen informieren: Ob Stromanbieter, Versicherer oder andere Unternehmen – informieren Sie sie darüber, dass Ihre persönlichen Daten gestohlen wurden.
  • Behörden informieren: Haben Betrüger Ihre Personalausweisdaten, müssen Sie den Identitätsdiebstahl mit Personalausweis melden und den Personalausweis sperren lassen.

3. Passwörter ändern

Ändern Sie die Zugangsdaten für Ihr Online-Banking und alle weiteren Online-Accounts, um zu verhindern, dass Betrüger darauf zugreifen und weiteren (finanziellen) Schaden verursachen. Können Sie die Zugangsdaten nicht mehr ändern, informieren Sie die Unternehmen direkt und lassen die Online-Accounts sperren.

4. Anwalt kontaktieren

Identitätsdiebstahl kann weitreichende Folgen haben. Was zu tun ist, um dagegen vorzugehen, kann Ihnen ein erfahrener Anwalt für Strafrecht beantworten.

Das kann ein Anwalt für Sie tun:

  • Beweise für den Identitätsdiebstahl sammeln.
  • Bank, Schufa und Unternehmen über den Identitätsdiebstahl informieren.
  • Unberechtigte Forderungen abwehren.
  • Unberechtigte Schufa Einträge löschen
  • Strafanzeige stellen.
  • Anspruch auf Unterlassung durchsetzen.
  • Schadensersatz einfordern.
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen das mögliche Vorgehen in Ihrem Fall.

Jetzt gegen Datenklau wehren

5. Anzeige erstatten

Identitätsbetrug ist strafbar. Deshalb können Sie wegen des Identitätsdiebstahls bei der Polizei eine Anzeige wegen Betrugs erstatten. Dann leitet die Polizei Ermittlungen in Ihrem Fall ein, um die Betrüger zu identifizieren.

Die Anzeige können Sie bei jeder Polizeidienststelle oder online erstatten.

6. Mahnbescheiden widersprechen

Haben Betrüger in Ihrem Namen Ware gekauft oder Verträge abgeschlossen, kann das Mahnungen für Sie bedeuten. Erhalten Sie einen Mahnbescheid aufgrund des Identitätsdiebstahls, können Sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen und die unberechtigte Forderung zurückweisen.

Sobald Sie die unberechtigte Mahnung erhalten haben, haben Sie 2 Wochen Zeit für den Widerspruch.

7. Klage einreichen

Was Sie auch wegen des Identitätsdiebstahls tun können: Klage einreichen. So können Sie den weiteren Missbrauch Ihrer persönlichen Daten unterbinden.

8. Schadensersatz fordern

Der Identitätsdiebstahl bedeutet neben finanziellen Verlusten auch eine Verletzung Ihrer Persönlichkeitsrechte – und einen Datenschutzverstoß. Für den Datenklau und die missbräuchliche Verwendung Ihrer Personalien können Sie Schadensersatz einfordern.

3. Identitätsdiebstahl: Wer haftet für den Betrug?

Identitätsdiebstahl kann weitreichende finanzielle Folgen, Rufschädigung bis hin zu Strafverfahren bedeuten. Wer für den Betrug haftet, hängt von den Umständen im Einzelfall ab.

Es gilt: Für Schäden aufgrund von Identitätsbetrug haften die Opfer in der Regel nicht – es sei denn, sie waren fahrlässig mit ihren persönlichen Daten und haben den Betrug damit möglich gemacht.

Alles Wichtige zur Haftung bei Identitätsdiebstahl erfahren Sie in unserem Ratgeber Identitätsdiebstahl: Wer haftet?

Identitätsdiebstahl: Strafe

Identitätsdiebstahl ist strafbar, denn es ist Betrug mit persönlichen Daten. Relevant sind unterschiedliche Straftatbestände, z. B.:

  • Nachstellung (§ 238 StGB)
  • Ausspähen und Abfangen von Daten (§ 202 StGB)
  • Fälschung beweiserheblicher Daten (§ 269 StGB)
  • Computerbetrug (§ 263a StGB)
  • Urkundenfälschung (§ 276 StGB)

Die Strafe für Identitätsdiebstahl in Deutschland kann je nach Einzelfall eine Geldstrafe bis hin zu mehreren Jahren Freiheitsstrafe bedeuten. Je nachdem, was Betrüger mit Ihren persönlichen Daten gemacht haben, sind unterschiedliche Strafen möglich.

4. Identitätsdiebstahl: Beispiel-Fälle

Fall 1: Mobilfunkvertrag über fremde Person

  • Ausgangslage: Inkasso fordert Geld aus Mobilfunkvertrag, den die Betroffene nicht abgeschlossen hat.
  • Vorgehen: Vertragsschluss bestritten, Unterlagen angefordert, Sachverhalt dokumentiert.
  • Ergebnis: Gerichte stellten klar: Ohne eigenen Vertragsschluss keine Zahlungspflicht (BGH, Urteil vom 20.10.2021 – I ZR 17/21).

Fall 2: Bestellungen auf Rechnung – Mahnungen folgen

  • Ausgangslage: Rechnungen für Waren, die an andere Lieferadresse gingen; später Mahnungen/Inkasso.
  • Vorgehen: Bestellungen schriftlich bestritten, Nachweise gesammelt, Anzeige erstattet, Auskunftei im Blick.
  • Ergebnis: Klärung hängt stark von Dokumentation (Bestelldaten, Zustellung, Identifizierung) und konsequentem Bestreiten ab.

Fall 3: Datenleck – „Befürchtung“ von Missbrauch

  • Ausgangslage: Daten wurden abgegriffen/weitergegeben; Betroffene befürchten Missbrauch.
  • Vorgehen: Vorfall dokumentiert, betroffene Dienste abgesichert, weitere Indikatoren geprüft.
  • Ergebnis: Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch die nachvollziehbare Befürchtung eines Missbrauchs für DSGVO-Schadensersatz relevant sein; die Höhe richtet sich nach dem konkreten Schaden.
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen das mögliche Vorgehen in Ihrem Fall.

Jetzt gegen Datenklau wehren

5. Was tun gegen Identitätsdiebstahl? | Identitätsschutz

Um sich vor Identitätsdiebstahl zu schützen, gilt vor allem: Vorsichtig im Umgang mit persönlichen Daten wie Bankverbindung, Login-Daten, Personalausweisdaten etc. sein.

Zum Schutz vor Identitätsdiebstahl sind außerdem verschiedene Maßnahmen möglich:

  • Sichere Passwörter verwenden.
  • Kein öffentliches WLAN nutzen.
  • Spam-E-Mails ignorieren.
  • Kontobewegungen überwachen.
  • Persönliche Daten sicher aufbewahren.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen.

6. Identitätsdiebstahl? Wann anwaltliche Hilfe sinnvoll ist

Anwaltliche Unterstützung kann besonders helfen, wenn …

  • hohe Beträge im Raum stehen oder mehrere Verträge betroffen sind,
  • gerichtliche Schreiben/Fristen laufen,
  • sich Unternehmen/Inkasso nicht überzeugen lassen,
  • Bonitätseinträge drohen oder bereits gesetzt wurden,
  • Sie selbst als Beschuldigte/r geführt werden oder eine Vorladung erhalten.
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?
Sie sind Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden?

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen das mögliche Vorgehen in Ihrem Fall.

Jetzt gegen Datenklau wehren

7. Häufige Missverständnisse aufgeklärt

Richtig ist: Strafbarkeit hängt davon ab, was konkret passiert ist (z. B. Betrug/Computerbetrug, Datenausspähen, Daten-/Urkundenfälschung).

Was ist zu prüfen: Welche Handlung, welcher Schaden, welche Nachweise (Transaktionen, Login-Protokolle, Verträge)?

Richtig ist: Forderungen sollten Sie aktiv bestreiten und Fristen beachten – sonst entstehen unnötige Folgeprobleme.

Was ist zu prüfen: Handelt es sich um normales Inkasso/Mahnung oder um ein gerichtliches Schreiben?

Richtig ist: Eine Zahlung kann als Anerkenntnis wirken und spätere Rückabwicklung erschweren.

Was ist zu prüfen: Welche Art Forderung, welche Belege des Vertragspartners, welche Schritte zur Klärung sind dokumentiert?

Richtig ist: Es kommt auf Umstände an (Täuschung, Sicherheitsmechanismen, Sorgfalt, Ablauf, Beweise).

Was ist zu prüfen: Wie kam es zur Freigabe, welche Warnhinweise gab es, wie schnell wurde gemeldet, welche Transaktionsdaten liegen vor?

Richtig ist: Risiko steigt, je mehr Daten/Kopien im Umlauf sind; bei eID-Verdacht zählt schnelles Sperren.

Was ist zu prüfen: Liegt nur die Nummer vor oder auch eine Ausweiskopie/PIN-Brief/eID-Daten?

Transparenz-Hinweis

Dieser Beitrag informiert über die Rechtslage in Deutschland (Stand: 20.05.2026). Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen

  • § 692 ZPO (Mahnbescheid – Zwei-Wochen-Hinweis)
  • § 675u BGB (nicht autorisierte Zahlungsvorgänge)
  • Art. 82 DSGVO (Schadensersatz) – Einordnung u. a. über EuGH-Rechtsprechung

Letzte Aktualisierung

20.05.2026

  • Der Einstieg ist jetzt ein echter Notfall-Leitfaden: Was zuerst zu tun ist, welche Unterlagen helfen und welche Frist man nicht verpassen darf.
  • Es gibt klare Abzweigungen je nach Situation (Konto betroffen, Mahnung/Inkasso, Account gehackt, Ausweis/eID).
  • Unklare „Das ist immer so“-Sätze wurden entschärft: Wo es auf Details ankommt, steht das jetzt deutlich dabei.
  • Die häufigsten Irrtümer sind als kurze „Stimmt so nicht – richtig ist – prüfen Sie das“-Abschnitte aufbereitet.
Hat Ihnen der Beitrag weitergeholfen?
1.298 Leser finden diesen Beitrag hilfreich.

Julia Pillokat
Julia Pillokat
Redakteurin für Rechtsthemen
Aktualisiert am
4,89 Ø / 5
Kunden bewerten unsere Partneranwälte für Strafrecht mit 4,89 von 5 Sternen.
Achtung
So entsteht unsere Sternebewertung

Unsere Sternebewertung basiert auf den Erfahrungen von Nutzerinnen und Nutzern, die über advocado erfolgreich Kontakt zu einer Anwältin oder einem Anwalt für Strafrecht aufgenommen haben.

Nach Abschluss einer kostenlosen Ersteinschätzung haben diese Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, ihren jeweiligen Anwalt oder ihre Anwältin individuell zu bewerten. Aus allen abgegebenen Einzelbewertungen wird ein durchschnittlicher Bewertungswert berechnet, der hier als Sternebewertung dargestellt wird.

Fall in wenigen Worten schildern

Kostenlosen Rückruf vom Anwalt erhalten

Banner