Was kann jemand mit meiner Adresse machen?
Generell gilt: Betrüger brauchen nicht mehr als Name, Geburtsdatum und die Postadresse, um sich als jemand anderes auszugeben.
Wer Ihre Postadresse hat, kann z. B.:
- Verträge auf Ihren Namen abschließen
- Bestellungen auf Ihre Rechnung tätigen
Haben Betrüger Ihre E-Mail-Adresse, könnten sie damit z. B. Folgendes machen:
- Phishing-E-Mails senden, um an weitere sensible Daten zu kommen
- Ihre Online-Konten hacken, die mit der E-Mail-Adresse verknüpft sind
- Ware bestellen
- Social Media Accounts in Ihrem Namen anlegen und darüber z. B. unwahre Tatsachen behaupten oder Dritte beleidigen
Wurde Ihre IP-Adresse gestohlen, könnten Betrüger Ihre Internetaktivitäten beeinflussen. Sie können z. B.:
- Ihren Standort ermitteln
- Ihren Internetzugriff einschränken
- Online-Aktivität tracken
- Weitere persönliche Daten abgreifen
- DDos Angriff starten – also Ihr Netzwerk durch zu viele Verbindungen lahmlegen
- Durch Identitätsdiebstahl illegale Aktivitäten verschleiern
- Persönliche Daten verkaufen
Was kann jemand mit meiner Personalausweisnummer anfangen?
Mit dem Personalausweis können Betrüger z. B. Kredite oder andere Verträge abschließen. Kennen Betrüger Ihre Personalausweisnummer, können sie z. B. Dokumente fälschen und falsche Angaben bei Behörden machen.
Haben Betrüger Zugriff auf die Daten Ihres Online-Ausweises, könnten sie z. B. Folgendes tun:
- Legitimierung gegenüber Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen
- Altersbestätigung für Onlineshops
- Anmeldung in Foren und Chatrooms
- Zutritt zu (hoch-)sicheren Bereichen oder technischen Infrastrukturen
Was kann jemand mit meiner Bitcoin-Wallet-Adresse machen?
Die Wallet-Adresse ist vergleichbar mit der Kontonummer bei der Bank. Wer Ihre Wallet-Adresse hat, kann Ihnen Bitcoins und andere Kryptowährungen überweisen. Bei Identitätsdiebstahl können Betrüger mit Ihrer Wallet-Adresse aber auch sehen, wie viel Geld Sie in Ihrem Wallet haben und welche Transaktionen getätigt wurden.
Aber: Niemand kann mit der Wallet-Adresse allein Geld aus der Wallet stehlen. Wichtig ist nur, die privaten Schlüssel nicht mit Dritten zu teilen.
2. Was tun bei Identitätsdiebstahl: 8 Schritte für Betroffene
Wenn Sie vermuten, Opfer von Identitätsdiebstahl zu sein, sind einige Schritte wichtig, um die missbräuchliche Verwendung von Personalien zu verhindern.
Das können Sie bei Identitätsdiebstahl tun:
1. Identitätsdiebstahl prüfen & Beweise sichern
Haben Sie aufgrund verschiedener Warnzeichen den Verdacht, Opfer von Identitätsdiebstahl zu sein, prüfen Sie zuerst, wie weit die Betrüger mit dem Missbrauch Ihrer persönlichen Daten gegangen sind.
Prüfen Sie z. B. Folgendes:
- Zugriff auf Ihre Online-Konten: Wo können Sie sich einloggen? Können Sie das Passwort zurücksetzen? Das betrifft Online-Banking, Onlineshops, Marktplätze wie eBay aber auch den Login bei Ihrer Versicherung oder Ihrem Stromanbieter etc.
- Ihre technischen Geräte: Scannen Sie Smartphone, Tablet und PC mit einem Anti-Viren-Programm, um herauszufinden, ob Schadsoftware installiert ist.
- Bestellungen bei Onlineshops: Prüfen Sie, ob nach dem Identitätsdiebstahl Ware auf Ihre Rechnung bestellt wurde und informieren Sie die Shopbetreiber, damit Ihr Konto gesperrt wird. Wenn möglich, stornieren Sie ungewollte Bestellungen.
Es ist wichtig, all Ihre Online-Konten zu prüfen und herauszufinden, welche persönlichen Daten gestohlen wurden. Nur so erfahren Sie, was Betrüger mit Ihren Daten gemacht haben und können dagegen vorgehen.
Sammeln Sie alle Beweise für den Identitätsdiebstahl – z. B. Kontoauszüge, Rechnungen, Verträge und andere Dokumente. Diese brauchen Sie, wenn Sie die Betrüger mit einer Anzeige zur Verantwortung ziehen und sich gegen unberechtigte Forderungen von Unternehmen wehren möchten.
2. Identitätsdiebstahl melden
Informieren Sie die Unternehmen, bei denen Ihre persönlichen Daten hinterlegt sind, über den Identitätsdiebstahl:
- Bank informieren: Gab es verdächtige Überweisungen, die Sie nicht freigegeben haben, dann informieren Sie die Bank über den Identitätsbetrug und lassen Sie Ihre Karte und das Konto sperren.
- Schufa informieren: Führt der Identitätsdiebstahl zu unberechtigten Mahnungen oder ist Ihr Konto leergeräumt, kann das viele unberechtigte Schufa-Einträge bedeuten. Um das zu verhindern, informieren Sie die Schufa über den Identitätsbetrug.
- Andere Unternehmen informieren: Ob Stromanbieter, Versicherer oder andere Unternehmen – informieren Sie sie darüber, dass Ihre persönlichen Daten gestohlen wurden.
- Behörden informieren: Haben Betrüger Ihre Personalausweisdaten, müssen Sie den Identitätsdiebstahl mit Personalausweis melden und den Personalausweis sperren lassen.
3. Passwörter ändern
Ändern Sie die Zugangsdaten für Ihr Online-Banking und alle weiteren Online-Accounts, um zu verhindern, dass Betrüger darauf zugreifen und weiteren (finanziellen) Schaden verursachen. Können Sie die Zugangsdaten nicht mehr ändern, informieren Sie die Unternehmen direkt und lassen die Online-Accounts sperren.
4. Anwalt kontaktieren
Identitätsdiebstahl kann weitreichende Folgen haben. Was zu tun ist, um dagegen vorzugehen, kann Ihnen ein erfahrener Anwalt für Strafrecht beantworten.
Das kann ein Anwalt für Sie tun:
- Beweise für den Identitätsdiebstahl sammeln.
- Bank, Schufa und Unternehmen über den Identitätsdiebstahl informieren.
- Unberechtigte Forderungen abwehren.
- Unberechtigte Schufa Einträge löschen
- Strafanzeige stellen.
- Anspruch auf Unterlassung durchsetzen.
- Schadensersatz einfordern.