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Gerichtliches Mahnverfahren einleiten – so erhalten Sie Ihr Geld

 

Gerichtliches Mahnverfahren einleiten – so erhalten Sie Ihr Geld

 

 

Sie wollen einen säumigen Geldbetrag von einem Schuldner eintreiben, der trotz Mahnung seiner Zahlungspflicht nicht nachkommt? Doch der geschuldete Betrag ist so gering, dass Anwalts- und Gerichtsgebühren viel höher ausfallen? Dann kann es sinnvoll sein, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Wie Sie dies tun und welche Schritte Sie zu beachten haben, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Gerichtliches Mahnverfahren einleiten – so erhalten Sie Ihr Geld

 

Lesezeit: ca. 3 Min.

 

Dieser Beitrag informiert Sie umfassend über das gerichtliche Mahnverfahren. Unter anderem erfahren Sie, welche Vorteile ein gerichtliches Mahnverfahren hat, wie man es einleitet, welche Bescheide erteilt werden können und was ein solches Mahnverfahren kostet.

 

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein gerichtliches Mahnverfahren?
2. Die Vorteile eines gerichtlichen Mahnverfahrens
3. Ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten
4. Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen
5. Der Vollstreckungsbescheid im gerichtlichen Mahnverfahren
6. Die Zwangsvollstreckung im gerichtlichen Mahnverfahren
7. Die Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens
8. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Zivilprozessrecht

 

1. Was ist ein gerichtliches Mahnverfahren?

Bei einem gerichtlichen Mahnverfahren handelt es sich um zivilrechtliches Gerichtsverfahren. Geldforderungen in geringer Höhe lassen sich gemäß § 688 der Zivilprozessordnung (ZPO) vereinfacht durchsetzen. Das gerichtliche Mahnverfahren erlaubt es einem Gläubiger einfach, schnell und ganz ohne Gerichtsverhandlung, einen Vollstreckungstitel zu erhalten. Mit diesem Titel kann ein Gerichtsvollzieher beauftragt werden, der den geforderten Geldbetrag vom Schuldner eintreibt und dem Gläubiger übergibt. Neben dem gerichtlichen Mahnverfahren gibt es auch noch das außergerichtliche Mahnverfahren. Im Rahmen dessen wird der Gläubiger zunächst einen oder mehrere Mahnbescheide an den Schuldner versenden, um so den offenen Geldbetrag kostengünstiger und schneller zu erhalten.

 

2. Die Vorteile eines gerichtlichen Mahnverfahrens

Das gerichtliche Mahnverfahren ist in der Umsetzung relativ einfach und im Gegensatz zu einer Klage billiger. Darüber hinaus führt es rascher zur Begleichung der ausstehenden Schuldensumme. Da die Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens durch einen Vordruck erfolgt, sind beim Antragssteller keine vertiefenden juristischen Kenntnisse notwendig.

Bevor Sie jedoch ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten, sollten Sie sicher sein, dass Sie dem Schuldner Ihre Forderung in klarer und übersichtlicher Form in Rechnung gestellt haben. So lassen sich bereits vorab mögliche Widersprüche des Antraggegners vermeiden.

 

3. Ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten

Um ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten zu können, muss ein gerichtlicher Mahnbescheid bei dem Amtsgerichtbeantragt werden, welches sich am Wohn- bzw. Geschäftssitz des Gläubigers befindet. Einige Bundesländer wie beispielsweise Berlin und Brandenburg haben sich sogar für die Errichtung zentraler Mahngerichte entschieden.

Für die Verfahrensanträge wurden Vordrucke eingeführt, die zwingend vom Antragssteller zu verwenden sind. Dies kann sowohl per Papierantrag als auch durch einen Online-Antrag, einem elektronischem Datenaustausch oder durch einen Barcode-Mahnantrag erfolgen. Bei Letzterem handelt es sich um einen im Internet ausfüllbaren Antrag, der ausgedruckt und unterschrieben an das zuständige Mahngericht übermittelt wird. Mit Eingang des Mahnbescheids erhält der Gläubiger eine Zustellungsnachricht vom Amtsgericht. Gleichzeitig bekommt er einen Vordruck für den Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsscheins zugesandt.

 

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4. Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen

Gegen den Mahnbescheid kann der Schuldner innerhalb von 14 Tagen schriftlich Widerspruch einlegen. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Es reicht, wenn der Antragsgegner den Vordruck ausfüllt und an das Amtsgericht zurücksendet. Die Zustellung des Mahnbescheids markiert dabei den Fristbeginn. Geht ein Widerspruch nach Fristablauf ein, so kann dieser trotzdem wirksam sein, sofern noch kein Vollstreckungsbescheid erlassen wurde.

Hat der Antragsgegner Widerspruch eingelegt, so gibt das Mahngericht den Rechtstreit an das zuständige Prozessgericht weiter. Dort kann der Schuldner zu den Anschuldigungen des Antragsstellers Stellung nehmen und diese gegebenenfalls durch sachliche Argumentation entkräften.

 

5. Der Vollstreckungsbescheid im gerichtlichen Mahnverfahren

Macht der Schuldner keinen Gebrauch von seinem 14-tägigen Widerspruchsrecht, so kann der Antragsteller einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Der Antrag hat spätestens sechs Monate nach Zustellung des Mahnbescheids zu erfolgen. Gleichzeitig muss er eine Erklärung beinhalten, die Auskunft darüber gibt, ob und in welcher Höhe bereits Zahlungen vom Schuldner geleistet wurden.

Der erlassene Vollstreckungsbescheid wird dem Schuldner zugestellt und führt zu einem Zwangsvollstreckungsverfahren. Auch gegen den Vollstreckungsbescheid kann der Schuldner innerhalb von zwei Wochen ganz oder teilweise Widerspruch einlegen.

 

6. Die Zwangsvollstreckung im gerichtlichen Mahnverfahren

Begleicht der Antragsgegner auch nach Erlass und Zustellung des Vollstreckungsbescheids nicht seine Schulden, so kann der Gläubiger seine Forderung durch einen Gerichtsvollzieher eintreiben lassen. Die Forderungen können dabei in unterschiedlichen Formen gepfändet werden. Denkbar ist sowohl eine Pfändung von Geld als auch eine Pfändung von beweglichem Vermögen wie Autos oder die Zwangsvollstreckung von Immobilien.

 

7. Die Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens

Bei Klageverfahren entstehen regelmäßig Gerichtsgebühren in Höhe von drei Einheiten. Die Einheiten und Gebührenhöhe lässt sich dabei dem Anhang des Gerichtskostengesetzes entnehmen. Bei einem Mahnverfahren hingegen fällt lediglich eine Gebühr von 0,5 an. Wenn Sie zusätzlich einen Anwalt zu Rate ziehen, dann erhält dieser die gesamte Dauer des Verfahrens eine Gebühr von 1,5. Dies ist jedoch immer noch günstiger als in einem Klageverfahren. Dort steht einem Anwalt für das gesamte Verfahren eine Gebühr von 2,5 zu. Die Gebühren zu Mahnverfahren und Rechtsanwalt sind dem Gesetz über die Vergütung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zu entnehmen. Zur besseren Verdeutlichung können Sie dem nachfolgenden Rechenbeispiel den Kostenvorteil des gerichtlichen Mahnverfahrens entnehmen.

Rechenbeispiel: Der Unternehmer Z will seine Forderung gegenüber dem Kunden K in Höhe von 2.500 Euro beglichen wissen und überlegt, ob eine Klage sinnvoll ist oder ob er ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten soll. Diesbezüglich vergleicht er die Kosten beider Instrumente und zieht dafür die Tabellen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes und des Gerichtskostengesetzes heran, um die Gerichts- und Anwaltsgebühren berechnen zu können.

 

 

Mahnverfahren

Klageverfahren

Gerichtsgebühren

54 €

324 €

Anwaltsgebühren

301 €

502 €

Kosten insgesamt

355 €

824 €

Im Ergebnis spart Unternehmer Z mehr als die Hälfte, wenn er sich für die Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens entscheidet. Beachten Sie jedoch, dass ein Mahnverfahren vorschusspflichtig ist und Sie demzufolge in Vorkasse gehen müssen.

Sofern Sie mehr Informationen über die Zusammensetzung der Anwaltsgebühren benötigen, finden Sie diese hier am Beispiel für Arbeitsrecht.

 

8. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Zivilprozessrecht

Die Einleitung eines gerichtlichen Mahnverfahrens kann viel Geld sparen. Mit diesem sind allerdings verschiedene Anforderungen verknüpft. Damit Sie die für Sie beste Entscheidung treffen, beantwortet Ihnen einer unserer Anwälte in einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Zivilprozessrecht alle wichtigen Fragen.

 

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