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Bei Mahnbescheid Widerspruch erheben: So reagieren Sie richtig auf einen Mahnbescheid

Bei Mahnbescheid Widerspruch erheben: So reagieren Sie richtig auf einen Mahnbescheid

Zusammenfassung

Ein gelber Mahnbescheid im Briefkasten bedeutet für viele Menschen große Unsicherheit. Nicht jeder Mahnbescheid ist allerdings berechtigt. Deswegen gilt es, Ruhe zu bewahren – und dennoch schnell zu handeln.

Sie können einem Mahnbescheid widersprechen und eine mögliche Zwangspfändung abwenden. Dafür müssen Sie das beigelegte Formular form- und fristgerecht ausfüllen und den direkten Kontakt zum Gläubiger suchen.

 

Auf einen Blick

  • Gläubiger können durch das gerichtliche Mahnverfahren offene Forderungen eintreiben.
  • Das Mahngericht prüft nicht, ob tatsächlich eine offene Forderung besteht und inwiefern diese rechtens ist.
  • Widersprechen Sie dem Mahnbescheid nicht, erhält der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid und darf die Forderung zwangspfänden.
  • Mit Zustellung des Mahnbescheids beginnt eine zweiwöchige Frist für den Widerspruch.
  • Nutzen Sie den beigelegten Vordruck für den Widerspruch und streben Sie eine außergerichtliche Einigung mit dem Gläubiger an.
  • Scheitert Ihr Widerspruch oder der Gläubiger verweigert jegliche Kooperation, kann ein spezialisierter Anwalt Ihre Rechte und Interessen gerichtlich durchsetzen.

 

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1. Wann sollte ich gegen einen Mahnbescheid Widerspruch erheben?

 Infografik: So legen Sie Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein.

 

Grundsätzlich sollten Sie einem Mahnbescheid immer widersprechen – außer:

  • Es besteht eine anderweitige Vereinbarung mit dem Gläubiger: Sie haben sich mit dem Gläubiger z. B. auf eine Ratenzahlung geeinigt – dennoch möchte er sich gegen die Verjährung nach 3 Jahren mit einem gerichtlichen Mahnverfahren absichern.
  • Die Forderung ist berechtigt: Es besteht zwischen Ihnen und dem Gläubiger ein Vertrag, doch Sie haben die vereinbarte Zahlung nicht fristgerecht (meist innerhalb von 30 Tagen) geleistet.

Ein Mahnbescheid kann mehrere offene Forderungen desselben Gläubigers anmahnen. Sobald eine der Forderungen nicht berechtigt ist, sollten Sie ebenfalls Widerspruch erheben.

 

2. Wichtige Fristen

Mit Erhalt des Mahnbescheids beginnt eine zweiwöchige Frist, in der Sie entweder

  • die Forderung begleichen oder
  • dem Mahnbescheid widersprechen.

Entscheidend für den Fristbeginn ist das durch den Postboten vermerkte Datum auf dem Briefumschlag. Unerheblich für den Fristbeginn ist, wann Sie persönlich den Brief erhalten und öffnen.

 

Um einen schriftlichen Nachweis für Ihren frist- und formgerechten Widerspruch gegen den Mahnbescheid zu haben, sollte Ihr Antwortschreiben an das Mahngericht per Einschreiben mit Rückschein erfolgen.

 

Erreicht Ihr Widerspruch das Amtsgericht erst nach Ablauf der Frist, ist dieser dennoch wirksam – sofern der Gläubiger beim Mahngericht noch keinen Vollstreckungsbescheid  beantragt hat. Ist dies bereits geschehen, wird der Widerspruch als Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid behandelt und ist mit anderen Voraussetzungen verbunden.

 

3. So füllen Sie das Widerspruchsformular richtig aus

Möchten Sie gegen einen Mahnbescheid Widerspruch erheben, können Sie den beiliegenden amtlichen Vordruck verwenden. Es besteht kein Formularzwang für den Widerspruch, doch fördert die Verwendung des Vordrucks die zügige Bearbeitung durch das Mahngericht.

Der Vordruck enthält bereits folgende Angaben:

  • Datum und Geschäftszeichen des Amtsgerichts
  • Angaben zum Gläubiger
  • Angaben zu Ihrer Person („Antragsgegner“)

Bei Bedarf können Sie Ihre Adresse im dafür vorgesehenen Feld korrigieren. Möchten Sie sich im Mahnverfahren anwaltlich vertreten lassen, ergänzen Sie bitte die Kontaktdaten Ihres Rechtsanwalts im Feld „Prozessbevollmächtigter des Antragsgegners“.

Abschließend müssen ein Kreuz im Auswahlkästchen „Ich widerspreche dem Anspruch insgesamt“ und Ihre Unterschrift gesetzt werden.

 

Auch bei nur teilweise unberechtigten Forderungen sollten Sie dem gesamten Mahnbescheid widersprechen. Andernfalls wird die Forderung anteilig für rechtskräftig eingestuft, wodurch eine negative Schufa-Eintragung und die Zwangspfändung für den Gläubiger möglich sind.

 

Sie dürfen einem Mahnbescheid ohne Begründung widersprechen. Senden Sie dennoch eine Begründung an das Gericht, wird diese schlichtweg ignoriert. Weitaus sinnvoller ist eine Begründung des Einspruchs gegen den Mahnbescheid direkt beim Gläubiger – hier können Sie auch einen Vorschlag für z. B. eine Ratenzahlung unterbreiten.

 

4. Schriftliche Begründung beim Gläubiger einreichen

Einhergehend mit dem Widerspruch gegen den gerichtlichen Mahnbescheid sollte dieser auch gegenüber dem Gläubiger geäußert werden. Das Schreiben muss folgende Informationen enthalten:

  • Der Widerspruch gegen den Mahnbescheid liegt dem Gericht vor.
  • Die Gründe, weshalb Sie dem Mahnbescheid widersprechen.
  • Dass Sie eine außergerichtliche Einigung wünschen und wie diese aussehen könnte.

Der schriftliche Widerspruch soll bewirken, dass der Gläubiger die bestehende Forderung erneut prüft und von einer zivilrechtlichen Klage absieht. Zudem verdeutlicht es Ihre Kooperationsbereitschaft.

 

Mahnbescheid Widerspruch

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5. Mahnbescheid widersprochen – und dann?

Wenn Sie fristgerecht dem Mahnbescheid widersprechen, erhält der Gläubiger eine Mitteilung über den Eingang des Widerspruchs beim Mahngericht und eine Kostenrechnung für ein streitiges Verfahren.

Daraufhin eröffnen sich folgende Optionen:

 

Rücknahme des Widerspruchs

Gelegentlich bieten Gläubiger den Verzicht auf ein Gerichtsverfahren sowie eine verlängerte Frist zur Begleichung der Forderung an – und fordern im Gegenzug die Rücknahme des Widerspruchs im streitigen Verfahren. Ist das Angebot in Ihrem Sinne, genügt ein formloses Schreiben an das Mahngericht.

Eine mögliche Formulierung kann lauten:

„Hiermit ziehe ich meinen Widerspruch gegen den Mahnbescheid in der Angelegenheit [...] (Geschäftszeichen einfügen) zurück.“

 

Außergerichtliche Einigung

Bei einer außergerichtlichen Einigung verzichtet der Gläubiger auf ein weiterführendes Gerichtsverfahren. Abhängig von Ihrem Verhandlungsgeschick bieten sich mehrere Möglichkeiten:

  • Die Forderung ist unberechtigt und wird fallengelassen.
  • Die Forderung wird durch den Gläubiger fallengelassen, da der Verwaltungsaufwand den Forderungswert übersteigt.
  • Sie erfüllen die offene und berechtigte Forderung, doch der Gläubiger kommt Ihnen durch z. B. Ratenzahlung oder Vergünstigungen entgegen.

 

Klageverfahren

Entscheidet sich der Gläubiger für die Fortsetzung des Mahnverfahrens trotz Ihres Widerspruchs, kommt es zum Prozess vor dem Zivilgericht. Hierfür erhebt der Gläubiger Klage, um Sie zur Zahlung der offenen Forderung gerichtlich verpflichten zu lassen.

Im Rahmen der schriftlichen Klageerwiderung können Sie daraufhin dem Gericht beweisen, dass der Gläubiger im Unrecht ist. Ein Richter entscheidet im Anschluss, welche Partei im Recht ist und wer die Verfahrenskosten trägt.

 

Wird im richterlichen Urteil kein Zahlungsanspruch des Gläubigers festgestellt, muss dieser alle entstandenen Kosten tragen.

 

6. Brauche ich einen Anwalt?

Sie können einem Mahnbescheid selbstständig widersprechen und sich gegen ungerechtfertigte Forderungen wehren.

Damit verhindern Sie u. a.

  • Eine Zwangspfändung der offenen Forderungen durch den Gläubiger
  • Eine negative Schufa-Eintragung
  • Die Übernahmepflicht für entstandene Kosten

 

Scheitert der Widerspruch, unterstützt Sie ein Anwalt umfassend in den nächsten Schritten und bewahrt Sie vor finanziellen Schäden.

  1. Erreicht Ihr Widerspruch nicht innerhalb der zweiwöchigen Frist das Mahngericht, kann ein Anwalt zunächst eine Zwangspfändung verhindern. Dafür kontaktiert er den Gläubiger durch ein anwaltliches Schreiben.
  2. Ziel der Kontaktaufnahme ist eine außergerichtliche Einigung zu Ihren Gunsten, um langwierige und kostenintensive Gerichtsverfahren zu vermeiden. Ein Anwalt unterstützt Sie hierbei mit seiner Erfahrung in zahlreichen ähnlichen Fällen und übernimmt die Verhandlungen.
  3. Sollte keine Einigung außergerichtlich möglich sein, vertritt ein Anwalt im Zivilprozessverfahren Ihre Rechte. Dazu gehört u. a. das Verfassen der Klageerwiderung und die Prozessführung vor Gericht.

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