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Betriebsbedingte Kündigung - Abfindung möglich?

 

Betriebsbedingte Kündigung - Abfindung möglich?

 

 

Sie haben eine Kündigung aufgrund dringlicher betrieblicher Erfordernisse vom Arbeitgeber erhalten? Nun wird Ihre Arbeitsstelle gestrichen, Ihr Arbeitsverhältnis endet und Sie müssen sich etwas Neues suchen? Im schlimmsten Fall sind Sie erst einmal arbeitslos. Können Sie dafür wenigstens eine Abfindung vom Arbeitgeber verlangen, die Ihnen die erste Zeit ohne ein Arbeitsverhältnis und Einkommen erleichtert? Meistens ja – auch wenn kein grundsätzlicher Anspruch auf Abfindungen besteht. Wie die Chancen unter welchen Umständen stehen, welche Höhe Abfindungen haben, wann eine Klage Sinn macht und was das Kündigungsschutzgesetz (KschG) sagt, wird im Folgenden erläutert

Betriebsbedingte Kündigung - Abfindung möglich?
Betriebsbedingte Kündigung & Abfindung: Das sind die Voraussetzungen

Lesezeit: ca. 3 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Arbeitnehmer alles Wichtige zum Thema betriebsbedingte Kündigung und Abfindung. Sie erfahren, welche Voraussetzungen aus dem KschG für eine Abfindung nach einer Kündigung gegenüber dem Arbeitgeber erfüllt sein müssen, ob überhaupt ein Anspruch auf Abfindung aus dem KschG besteht und wie hoch eine Abfindung nach der Kündigung für Arbeitnehmer ausfallen kann.

Dazu haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, Ihren Anspruch auf Abfindung gegenüber dem Arbeitgeber bei einer kostenlosen Ersteinschätzung mit unserem Anwalt für Arbeitsrecht zu besprechen.

Einfach die Kündigung und Ihre Vorstellungen zur Abfindung kurz schildern, absenden und noch am selben Tag eine kostenlose telefonische Ersteinschätzung von unserem Rechtsanwalt zur Abfindung nach Erhalt einer Kündigung erhalten. advocado übernimmt für Sie als gekündigten Arbeitnehmer dabei die Garantie für ausgezeichnete Beratung.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Voraussetzungen für eine Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung?
2. Habe ich bei einer betriebsbedingten Kündigung einen Anspruch auf Abfindung?
3. Wie hoch wird meine Abfindung ausfallen?
4. PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung

 

1. Voraussetzungen für eine Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung

Wenn Sie als Arbeitnehmer eine betriebsbedingte Kündigung erhalten haben, sollten Sie im Hinblick auf einen Abfindungsanspruch, also auf Ihren Anspruch auf Abfindung als Arbeitnehmer gegenüber Ihrem Arbeitgeber folgendes beachten: Es muss eindeutig hervorgehen, dass es sich um eine Entlassung aus dringlichen betrieblichen Gründen handelt. Die Kündigung eines Arbeitsverhältnis muss für ihre Gültigkeit vom Arbeitgeber zwingend in Schriftform, also nicht mündlich (!), erfolgen. In seltenen Fällen kann auch eine Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis per E-Mail rechtskräftig sein. Arbeitnehmer sollten die Kündigung aber unbedingt von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen. Dieser berät Sie als Arbeitnehmer auch hinsichtlich Ihrer Ansprüche auf Abfindung gegenüber ihrem Arbeitgeber. Damit das Kündigungsschutzgesetz (KschG) im Fall Ihrer Kündigung gilt, muss das Unternehmen mehr als zehn Vollzeitstellen anbieten und Sie müssen dort länger als sechs Monate beschäftigt gewesen sein.

 

2. Unterschiedliche Ansprüche auf Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung aus dem KschG

Grundsätzlich haben Sie als Arbeitnehmer keinen festgelegten Anspruch auf Zahlung einer Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung. Allerdings bekommen Sie einen gesetzlichen Anspruch aus dem KschG in drei Fällen.

Fall 1: Ihr Arbeitgeber bietet Ihnen im Kündigungsschreiben die Zahlung einer Abfindung an, wenn Sie nicht gegen die Entlassung klagen und sich mit der Kündigung abfinden. Damit schließen Sie als Arbeitnehmer und Ihr Chef als Arbeitgeber einen Klageverzichtsvertrag und Sie erhalten einen Anspruch auf Abfindung. Wenn die Klagefrist von drei Wochen verstrichen ist und Arbeitnehmer nicht gegen die Entlassung vorgegangen sind, haben Arbeitnehmer das Angebot Ihres Arbeitgebers nicht gegen die Kündigung vorzugehen stillschweigend angenommen. Nun haben Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung nach § 1 a KSchG! Dies gilt nach den Bestimmungen des KSchG aber nur, wenn der Arbeitgeber die Abfindungszahlung unter der Voraussetzung, gegen die Kündigung nicht vorzugehen (Klageverzicht) ausdrücklich angeboten hat.

Handeln Sie als Arbeitnehmer immer mit Bedacht und stimmen Sie sich mit einem Anwalt über Ihr Vorgehen zur Abfindung nach Erhalt der Kündigung ab, denn eine unüberlegte Handlung kann zum Erlöschen des Abfindungsanspruches gegenüber dem Arbeitgeber führen. Das Bundesarbeitsgericht legt nämlich in seinem Urteil vom 13.12.2007 (Aktenzeichen: 2 AZR 971/06 über einen Fall zum Anspruch auf Abfindung) fest, dass die Rücknahme einer Kündigungsschutzklage nicht zur nachträglichen Erfüllung der Voraussetzungen für § 1a KSchG führe und der Arbeitnehmer somit keinen gesetzlichen Abfindungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber nach der Kündigung hätte.

Fall 2: In einigen Tarifverträgen ist bestimmt, dass eine betriebsbedingte Kündigung die Zahlung einer Abfindung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer nach sich zieht. Dies nennt man Rationalisierungs-Tarifvertrag. Ob in Ihrem Fall ein solcher Anspruch auf Abfindung aus dem Arbeitsverhältnis vorhanden ist, können Sie entweder beim Betriebsrat erfragen oder im Tarifvertrag, der im Unternehmen einsehbar sein muss, nachlesen. Weigert sich Ihr Arbeitgeber, Ihnen Auskunft zu Ihrem Anspruch auf Abfindung zu geben, können Sie Ihren Arbeitgeber im schlimmsten Fall auf Einsicht verklagen (§ 8 Tarifvertragsgesetz).

Fall 3: Arbeitnehmer können eine Klage gegen die Kündigung einreichen um zu ihrem Anspruch auf Abfindung zu gelangen. Wenn das Gericht feststellt, dass das aufgekündigte Arbeitsverhältnis nicht gerechtfertigt, aber eine Weiterbeschäftigung durch den Arbeitgeber oder durch den Arbeitnehmer nicht zumutbar ist, kann es den Arbeitgeber nach den Bestimmungen des KschG zur Zahlung einer angemessenen Abfindung an den Arbeitnehmer verpflichten (§ 9 KSchG). 

Sobald Arbeitnehmer eine betriebsbedingte Kündigung vom Arbeitgeber erhalten haben, sollten sie einen Rechtsanwalt aufsuchen und im Zuge der Beratung herausfinden, welche Vorgehensweise für ihren Anspruch auf Abfindung infrage kommt. Ein Anwalt könnte Ihnen als Arbeitnehmer zudem bei der Aushandlung der Abfindung zur Seite stehen und die bestmögliche Summe für Sie erzielen.

 

Anwalt betriebsbedingte Kündigung Abfindung

 

3. Wie hoch ist die Abfindung nach betriebsbedingter Kündigung gem. KschG?

Die Höhe der Abfindung bei betriebsbedingter Kündigung nach § 1a KSchG beträgt 0,5 Monatsverdienste für jedes volle Jahr, das der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber im Unternehmen gearbeitet haben. Ein angebrochenes Jahr wird, wenn der Arbeitnehmer in diesem Jahr länger als sechs Monate beschäftigt war, nach dem KschG als ganzes zur Abfindung berechnet. Insgesamt stehen Arbeitnehmer nach dem KschG im besten Fall ein Anspruch auf Abfindung in Höhe von bis zu zwölf Monatsverdiensten gegenüber dem Arbeitgeber zu. Dies kann sich mit steigendem Alter und Betriebszugehörigkeit auf bis zu 18 Monatsverdienste erhöhen.

Beim Monatsverdienst handelt es sich laut KschG allerdings nicht nur um das Gehalt. Auch Sachleistungen wie beispielsweise eine Dienstwohnung oder ein Firmenwagen werden einbezogen und für den Arbeitnehmer zum monatlichen Anspruch auf Abfindung addiert.

Arbeitnehmer sollten sich ihr Vorgehen zum Erhalt einer Abfindung nach Erhalt einer betriebsbedingten Kündigung also mit Bedacht überlegen. Eine Rechtsberatung durch einen kompetenten Anwalt könnte von Vorteil sein, um eventuelle Fristen einhalten zu können und den Arbeitsplatz am Ende mit dem höchstmöglichen Anspruch auf Abfindung zu verlassen.

 

4. PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung

Hier haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, Ihren Anspruch auf Abfindung kostenlos mit unserem Anwalt für Arbeitsrecht zu besprechen.

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Bildquellen Copyright (c): kaththea, fuzzbones - 123rf.com

 





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