Die Bauzeitverlängerung und ihre Folgen

 

 

Die Erfüllung des Traums vom Eigenheim steht kurz bevor, doch dann verzögert sich das Ende der Bauphase. Wenn eine Bauzeitverlängerung selbstverschuldet ist, können größere Kosten entstehen, als für den Bau eingeplant wurden. Welche Gründe zu einer Bauzeitverlängerung führen, wann Sie diese selbst verschulden und wie Sie sich vor den anfallenden Kosten schützen können, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Die Bauzeitverlängerung und ihre Folgen

 

Lesezeit: ca. 3 Min.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie u. a., welche Rechte und Pflichten Sie bei einer Bauzeitverlängerung haben, welche Rolle die Verschuldensfrage dabei spielt und wie Sie sich vor den Folgen einer Bauzeitverlängerung schützen.

 Hier haben Sie außerdem die Möglichkeit, Ihr Rechtsproblem oder Ihre Fragen zur Bauzeitverlängerung kostenlos mit unserem Anwalt für Baurecht zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Gründe für eine Bauzeitverlängerung
2. Bauleiter verursacht eine Bauzeitverlängerung
3. Selbstverschuldete Bauzeitverlängerung
4. Folgen der selbstverschuldeten Bauzeitverlängerung
5. Wie kann ich mich vor einer Klage nach einer Bauzeitverlängerung schützen?
6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Baurecht

 

1. Gründe für eine Bauzeitverlängerung

Es ist leider nicht selten, dass es während der Bauphase zu Unterbrechungen oder Verzögerungen und damit zu einer Bauzeitverlängerung kommen kann. Gründe dafür können unter anderem höhere Gewalt oder Unterbrechungen durch behördliche Baustopps sein. Welche Gründe zu Letzteren führen können, erfahren Sie im Beitrag „Der Baustopp“. Die Bauzeitverlängerung kann aber auch durch Entscheidungen und Handlungen der Bauleiter und des Hausbauers zustande kommen.

Abhängig vom Verursacher einer Bauzeitverlängerung kann diese unterschiedliche Folgen für den Eigentümer haben. Grundlage dafür sind die Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen (VOB/B).

 

2. Bauleiter verursacht eine Bauzeitverlängerung

Der Bauleiter kann eine Bauzeitverlängerung durch falsche Kalkulationen, fehlerhafte Arbeitsvorbereitung, mangelhafte Bauablaufplanung und die Beschäftigung von unqualifizierten Mitarbeitern verursachen.

Wenn der Bauleiter eine Bauzeitverlängerung bzw. einen Bauverzug verursacht, können Sie als Auftraggeber sogar Anspruch auf Schadensersatz oder die Zahlung von Vertragsstrafen erheben.

Ausführlichere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag „Wegen Bauverzug Schadensersatz beanspruchen“.

 

3. Selbstverschuldete Bauzeitverlängerung

Die Wünsche und Vorstellungen für das eigene Heim können sich während der Bauphase auch ändern. Nachträgliche Veränderungen am Grundriss können dann die Folge sein, die für den Bauleiter bzw. Architekten mehr Planungsaufwand bedeuten. Eine Bauzeitverlängerung in diesem Fall ist unausweichlich. Da diese auf die Änderungswünsche des Immobilienbesitzers zurückzuführen ist, handelt es sich hierbei um eine selbstverschuldete Bauzeitverlängerung. Somit können Bauleiter oder Architekt für die Verzögerung der Fertigstellung der Immobilie nicht belangt werden.

Eine vom Hausbesitzer selbstverschuldete Bauzeitverlängerung liegt außerdem vor, wenn der Auftraggeber dem Bauleiter keinen Zugang zur Immobilie gewährt. Dieser kann dann nicht planmäßig seinen Arbeitsaufgaben nachkommen. Auch die zu späte Auftragserteilung oder kurzfristig geänderte Bemusterungsentscheidungen können zu Bauzeitverlängerungen führen. Da solche Entscheidungen dem Immobilienbesitzer zufallen, liegt auch hier eine selbstverschuldete Bauzeitverlängerung vor, für die Architekt und Bauleiter nicht haftbar gemacht werden können.

Stattdessen kann der Immobilienbesitzer haftbar gemacht werden. Hat der Hausherr die Bauzeitverlängerungen selbst zu verschulden, so verursacht dies in der Regel weitere Kosten. In der Folge ist es zulässig, dass Architekt und Bauleiter die so zusätzlich entstandenen Kosten als weitere Forderungen auf den Auftraggeber umlegen. Der Hauseigentümer hat dann die entstandenen Mehrkosten zu tragen.

 

Achtung: Bei Änderungswünschen sollten Sie darauf achten, dass die zusätzlich anfallenden Kosten schriftlich dokumentiert werden (§ 2 Nr. 5 VOB/B). Nur so ist es möglich, während einer Bauzeitverlängerung den Überblick über die steigenden Kosten zu wahren. Lassen Sie sich außerdem vom Architekten oder Bauleiter stets darüber informieren, ob Anordnungen oder zusätzliche Leistungen zu einer Bauzeitverlängerung führen könnten.

 

Bauzeitverlängerung Folgen

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4. Folgen der selbstverschuldeten Bauzeitverlängerung

Wenn Sie als Auftraggeber eine Bauzeitverlängerung verschulden, müssen Sie mit weiteren Kosten für Ihr Bauvorhaben rechnen. So haben Architekten einen Anspruch auf weitere Honorarzahlungen bei einer Bauzeitverlängerung (§ 4 Abs. 3 HOAI, § 642 BGB). Um diese Forderungen geltend zu machen, muss der Architekt oder Bauleiter die Bauzeitverzögerung immer genau dokumentieren (§ 2 Nr. 5 VOB/B, § 6 Nr. 6 VOB/B) und schon während der Bauphase ein Behinderungsmanagement durchführen.

Die gewünschten Änderungen am Bauplan müssen immer vom Eigentümer bezahlt werden. Auch wenn der Eigentümer die Bauphase stört und behindert, müssen die verursachten Kosten durch ihn beglichen werden. Die Höhe der Entschädigung ist übrigens abhängig von der Dauer des Verzugs und der Höhe der vereinbarten Vergütung.

Die Kosten, die dabei auf den Auftraggeber während einer Bauzeitverlängerung zukommen können, sind:

  • Anstieg der Löhne und Gehälter,
  • Stoffpreiserhöhung,
  • höhere Transportkosten,
  • längere Zahlung der Gerätemieten.

 

5. Wie kann ich mich vor einer Klage nach einer Bauzeitverlängerung schützen?

Um sich als Auftraggeber beim Hausbau vor möglichen Klagen der Auftragnehmer bei der Bauzeitverlängerung zu schützen, ist es wichtig, die Bauverträge so detailliert wie möglich zu gestalten. Die Zahlung des zusätzlichen Honorars im Falle einer Bauzeitverlängerung sollte dabei mit genauen Berechnungen in einer Klausel des Bauvertrages festgelegt werden.

Wie auch bei einem Bauverzug liegt die Beweispflicht beim Bauunternehmer, der einen Anspruch auf Honorarzahlung erhebt. Dieser muss nachweisen, dass Sie als Auftraggeber die Bauzeitverlängerung verursacht haben. Die Kommunikation während der Bauphase sollte daher auch immer schriftlich erfolgen und Baubesprechungsprotokolle angefertigt werden.

Nach Ende der Bauzeit und nach der Erstellung der Abnahmebescheinigung nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen können keine Ansprüche auf ein zusätzliches Honorar mehr geltend gemacht werden.

 

6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Baurecht

Falls Sie aufgrund einer Bauzeitverlängerung verklagt wurden, sollten Sie sobald wie möglich prüfen, ob der Bauleiter Ansprüche gegen Sie erheben kann. Diesbezüglich beantwortet Ihnen unser Anwalt für Baurecht in einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Baurecht alle wichtigen Fragen.

 

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