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Enterbung – Gründe, Folgen, Ablauf & Möglichkeiten

 

Enterbung – Gründe, Folgen, Ablauf & Möglichkeiten

 

 

Jedem Menschen ist es selbst überlassen, wen er als Erben für seinen Nachlass einsetzt – und wen nicht. Möchte ein Erblasser einen Angehörigen von der Erbfolge ausschließen, so kann er ihn enterben. Was genau eine Enterbung ist, wie diese abläuft und welche Schritte gegen eine Enterbung unternommen werden können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Enterbung – Gründe, Folgen, Ablauf & Möglichkeiten

 

Lesezeit: ca. 8 Min.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie alles zur Enterbung. Lesen Sie unter anderem, wie man jemanden enterbt, welche Folgen dies hat und wie man gegen eine Enterbung vorgehen kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist eine Enterbung?
2. Wer kann per Enterbung ausgeschlossen werden?
3. Welche Folgen hat eine Enterbung?
4. Wie vollziehe ich eine Enterbung?
  4.1 Enterbung per Testament
  4.2 Enterbung per Negativtestament
  4.3 Wichtige Besonderheiten bei Enterbung
  4.4 Nach der Enterbung: Pflichtteil kann trotzdem gefordert werden
  4.5 Vollständige Enterbung ohne Pflichtteil
  4.6 Pflichtteil umgehen durch Pflichtteilsverzicht
  4.7 Pflichtteil mindern
5. Rechtliche Möglichkeiten nach Enterbung
  5.1 Anfechtung der Enterbung
  5.2 Pflichtteil einfordern nach Enterbung
6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung bei Enterbung

 

1. Was ist eine Enterbung?

Es kann verschiedene Gründe geben, warum ein Erblasser einem oder mehreren Angehörigen nichts von seinem Nachlass hinterlassen will. Schließt dieser einen gesetzlichen Erben in seinem Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge aus, so spricht man von einer Enterbung. Welche Familienangehörige grundsätzlich als Erben infrage kommen und wer alles von der Erbfolge ausgeschlossen werden kann, erfahren Sie im nächsten Absatz. 

 

2. Wer kann per Enterbung ausgeschlossen werden?

Ein Erblasser kann grundsätzlich jeden gesetzlichen Erben von der Erbfolge ausschließen. Die gesetzlichen Erben sind zunächst die Ehepartner und Kinder – aber auch die Eltern, Geschwister, Onkel und Tanten können einen Anspruch auf das Erbe haben und auf Wunsch des Erblassers enterbt werden. Dabei haben die gesetzlichen Erben unterschiedliche Ansprüche auf das Vermögen eines Erblassers.

Geregelt wird das durch die sogenannte gesetzlichen Erbfolge. Diese unterteilt die Erben in unterschiedliche „Ordnungen“, die ihre Rangfolge in Bezug auf das Erbe bestimmen:

Gesetzliche Erbfolge, Erbquote

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Kommt es zu einer Enterbung, so kann der Erblasser einen neuen Erben an dessen Stelle einsetzen. Benennt der Erblasser jedoch keinen Ersatzerben, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft – der Nachlass geht somit an die Erben aus der nächsten Ordnung über. Eine Sonderstellung innerhalb dieser Erbfolge hat dabei der Ehepartner – ihm steht immer ein Erbanteil zu.

Enterbt beispielsweise ein Vater seinen Sohn, so sind damit automatisch auch dessen Nachkommen von der Enterbung betroffen. Hat der Vater keinen Ehepartner und auch keinen anderen Erben eingesetzt, geht das Erbe des Sohnes dementsprechend zu gleichen Teilen an die Eltern und Geschwister des Erblassers. Schließt der Vater jedoch zudem seine Geschwister von der Erbfolge aus, geht deren Anteil ebenfalls an die Eltern. Sollte der Erblasser seine Kinder enterben und keine Eltern oder Geschwister haben (also keine Erben der 2. Ordnung), haben die Großeltern sowie seine Onkel und Tanten einen Anspruch auf das Erbe.

 

3. Welche Folgen hat eine Enterbung?

Wenn eine Person von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, ändern sich Ihre Rechte in Bezug auf den Nachlass. Außerdem kann sich die Enterbung auch auf andere gesetzliche Erben auswirken. So zieht eine Enterbung einige Folgen nach sich:

  1. Der gesetzliche Erbe wird durch die Enterbung von der Vermögensnachfolge ausgeschlossen.
  2. Dadurch hat die von der Erbfolge ausgeschlossene Person keine Besitz- und Nutzungsrechte an Nachlassgegenständen des Erblassers.
  3. Sofern nicht anders im Testament bestimmt, greift die Enterbung auch auf Nachkommen der enterbten Person über. Schließt ein Vater seine Kinder von der Erbfolge aus, werden folglich automatisch seine Enkel und deren Nachkommen vom Erbe ausgeschlossen.
  4. Wird kein Wunscherbe genannt, greift die gesetzliche Erbfolge und ersetzt die enterbte Person (siehe Abschnitt 2: „Wer kann per Enterbung ausgeschlossen werden?“).
  5. Einigen Verwandten steht trotz einer Enterbung eine Mindestbeteiligung am Erbe zu – der sogenannte Pflichtteil. Wer einen Pflichtteil einfordern kann und welche Auswirkungen das auf die Enterbung hat, lesen Sie im Abschnitt 4.4. „Nach der Enterbung: Pflichtteil kann trotzdem eingefordert werden.“.

Entscheidet sich ein Erblasser dennoch für eine Enterbung, so hat er verschiedene Optionen, diese rechtskräftig durchzusetzen. Welche das im Detail sind, erfahren Sie im Folgenden.

 

4. Wie vollziehe ich eine Enterbung?

Für eine rechtsverbindliche Enterbung muss der betreffende Angehörige explizit im Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen sein. Gründe müssen aufgrund der Testierfreiheit nicht angegebene werden – eine Ausnahme ist jedoch die vollständige Enterbung ohne Pflichtteil. Dabei hat der Erblasser unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, um einen gesetzlichen Erben von der Vermögensnachfolge auszuschließen. Diese sind in den folgenden Abschnitten erläutert.

 

4.1 Enterbung per Testament

Für die rechtskräftige Enterbung per Testament hat ein Erblasser zwei Optionen. Zum einen kann er seinen Wunsch der Enterbung ausdrücklich anordnen. Dafür sind beispielsweise folgende Formulierungen üblich:

  • Ich enterbe meine Tochter Lisa Müller.
  • Mein Sohn Stefan Müller soll von der Erbfolge ausgeschlossen sein.

Als weitere Möglichkeit kann der Erblasser Familienangehörige durch Nicht-Nennung vom Erbe ausschließen. Möchte ein Vater beispielsweise seine Tochter enterben, könnte die Enterbung im Testament folgendermaßen aussehen:

  • Als meine Erben setze ich je zur Hälfte meine Ehefrau Susanne Müller und meinen Sohn Stefan Müller ein.
  • Ich ordne an, dass meine Frau Susanne Müller und mein Sohn Stefan Müller zu gleichen Teilen meine Erben sein sollen.

Hierbei zählt der Erblasser im Testament alle Personen auf, die er als seine Erben einsetzen möchte. Verwandte, die in Bezug auf das Erbe nicht genannt werden, sind dadurch automatisch vom Erbe ausgeschlossen. Möchte ein Erblasser jedoch keine Erben benennen, so kann er ein Negativtestament verfassen.

 

4.2 Enterbung per Negativtestament

Ein weiterer Weg, um einen Verwandten von der Erbfolge auszuschließen, ist das Negativtestament. In diesem nennt der Erblasser alle Familienangehörigen, die nicht als Erben eingesetzt werden sollen. Dabei muss der Erblasser keine positive Anordnung über die Erbfolge treffen – er muss also keinen expliziten Erben benennen. Mögliche Formulierungen hierfür wären:

  • Hiermit enterbe ich mein Frau Susanne Müller. Ebenfalls enterbe ich meine Kinder Lisa und Stefan Müller und ihre ganzen Nachkommen.
  • Ich ordne an, dass meine Kinder Lisa und Stefan Müller sowie deren Abkömmlinge von der Erbschaft ausgeschlossen werden. Zudem enterbe ich meine Frau Susanne Müller.

Im Fall eines Negativtestaments tritt die gesetzliche Erbfolge ein und der Nachlass geht an die Verwandten über, die nicht von der Enterbung betroffen sind. Sind also in dem Negativtestament alle Erben 1. Ordnung genannt, geht der Nachlass an die Erben 2. Ordnung über.

 

4.3 Wichtige Besonderheiten bei Enterbung

Bei einer Enterbung per Testament gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Wie zuvor erwähnt, hat eine Enterbung auch Auswirkungen auf die Nachkommen der enterbten Person. Schließt beispielsweise ein Vater seinen Sohn von der Erbfolge aus, so werden seine Enkel ebenfalls von der Erbfolge ausgeschlossen. Dies kann durch ausdrückliche Formulierungen im Testament verhindert werden. Das entsprechende Testament könnte folgende Formulierungen beinhalten:

  • Ich enterbe meinen Sohn Stefan Müller. Auf seinen Erbteil setze ich meinen Enkel Lukas Müller ein.
  • Ich enterbe meinen Sohn Stefan Müller. Diese Enterbung gilt allerdings nicht für die Kinder meines Sohnes.

Ebenfalls ist es vielen Erblasser nicht klar, dass die gesetzliche Erbfolge eintritt, sobald sie keine Wunscherben benennen. Möchte der Erblasser folglich von dieser Erbfolge abweichen, muss er andere Erben in seinem Testament benennen.

Um rechtskräftig zu sein, muss ein Testament bestimmte formale und inhaltliche Anforderungen erfüllen. Welche das im Detail sind und was ein Testament alles regelt, erfahren Sie in unserem Beitrag „Testament schreiben“.

Auch wenn ein Erblasser in seinem Testament alle Richtlinien für eine rechtmäßige Enterbung erfüllt, können enge Verwandte unter Umständen dennoch einen Anteil am Erbe einfordern. Wann das möglich ist und was dagegen getan werden kann, lesen Sie im nächsten Absatz.

 

4.4 Nach der Enterbung: Pflichtteil kann trotzdem gefordert werden

Nahestehenden Verwandten kann auch nach einer Enterbung eine Mindestbeteiligung am Erbe zustehen – der sogenannte Pflichtteil. Dieser ist gesetzlich geregelt und schützt enge Familienmitglieder und direkte Nachkommen vor einer vollständigen Enterbung. Den Pflichtteil einfordern können jedoch nur diejenigen, die zum Kreise der Pflichtteilsberechtigten gehören und einen gültigen Anspruch auf das Erbe haben. Zu den Berechtigten zählen dabei nach § 2303 BGB folgende Verwandte:

  • alle Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, Enkel und Urenkel) – ehelich, außerehelich, mit Legitimierung und adoptiert,
  • der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner des Erblassers nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz,
  • die Eltern des Erblassers.

Neben der Pflichtteilsberechtigung muss zudem auch ein Anspruch auf den Pflichtteil vorliegen. Hierbei gibt es eine Art „Rangfolge“ der Pflichtteilsberechtigten. Zudem darf der Anspruch auch nicht verjährt sein, damit der Pflichtteil eingefordert werden kann. So unterliegt der Pflichtteilsanspruch einer Verjährungspflicht von drei Jahren (§ 195, 199 BGB). Ausführliche Informationen finden Sie in unseren Beiträgen „Wer ist pflichtteilsberechtigt?“ und „Pflichtteil-Verjährung“.

Die Höhe des Pflichtteils beläuft sich dabei auf 50 % des gesetzlichen Erbteils. Dieser hängt wiederum von der jeweiligen Familienkonstellation ab – Einfluss auf die Höhe des gesetzlichen Erbteils haben sowohl der Güterstand des Erblassers als auch die vorhandenen Verwandten. Hat der Erblasser beispielsweise keine Frau und drei Kinder, steht den Kindern je 1/3tel des Nachlasses zu. Sind alle Kinder von der Erbfolge ausgeschlossen und sind die Geschwister als Erben eingesetzt, geht das Erbe zunächst an die Geschwister des Erblassers über. Die Kinder haben dann einen Pflichtteilsanspruch gegen die Geschwister, der sich je auf 1/6tel der Erbmasse beläuft.

Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zum Pflichtteil.

 

Enterbung Pflichtteil

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4.5 Vollständige Enterbung ohne Pflichtteil

In seltenen Fällen ist es dem Erblasser möglich, den Pflichtteilsberechtigten vollständig vom Erbe auszuschließen. Für einen sogenannten Pflichtteilsentzug muss es triftige Gründe geben, die nach §2333 BGB festgelegt sind und im Testament genannt werden müssen. Darunter zählen ein schuldhaftes Vergehen oder ein Tötungsversuch gegenüber den Erblasser. Außerdem gilt eine Gefängnisstrafe oder ein Aufenthalt des Erben in einer psychiatrischen Klinik oder Entzugsanstalt als Berechtigung für den Entzug des Pflichtteilanspruchs und somit eine vollständige Enterbung. Der Pflichtteilsentzug muss dabei im Testament individuell begründet werden, beispielsweise unter Nennung von gerichtlichen Urteilen oder Anzeigen.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Fällen, die einen kompletten Pflichtteilsentzug oder die Minderung des Pflichtteils zur Folge haben, erfahren Sie in unserem Artikel Enterben & Pflichtteil.

 

4.6 Pflichtteil umgehen durch Pflichtteilsverzicht

Eine weitere Möglichkeit für eine Enterbung ohne Pflichtteil stellt der Pflichtteilsverzicht dar. Dies ist ein notarieller Vertrag, bei dem ein Erbe sein Einverständnis gibt, im Erbfall keinen Anspruch auf den Pflichtteil zu erheben. Ein entscheidender Vorteil eines Pflichtteilsverzichts ist, dass ein Erblasser seine Wunscherben deutlich entlasten kann. Dies ist beispielsweise häufig der Fall, wenn eine Immobilie zum Nachlass gehört.

Sollte der Erbe nicht genügen Geldmittel haben, um die Pflichtteile auszuzahlen, müsste er folglich das Haus oder die Wohnung verkaufen, damit er den Pflichtteilsansprüchen gerecht wird. Um das zu verhindern, kann der Erblasser einen Pflichtteilsverzicht mit dem gesetzlichen Erben aushandeln. Üblicherweise wird dabei der Erbe mit der Auszahlung einer Abfindung entschädigt – der Pflichtteilsverzicht kann also für beide Seiten eine gute Option sein.

Ausführlichere Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag zum „Pflichtteilsverzicht“.

 

4.7 Pflichtteil mindern

Wenn eine vollständige Enterbung ohne Pflichtteil nicht möglich ist, kann der Erblasser immer noch den Pflichtteil indirekt beeinflussen. So kann er sein Vermögen und seinen Nachlass verringern und folglich auch den Pflichtteil mindern. Dafür hat der Erblasser verschiedene Optionen:

  • Schenkung zu Lebzeiten, wodurch der Nachlass verringert wird.
  • Der Verkauf gegen Leibrente – beispielsweise der Verkauf einer Immobilie zu Lebzeiten gegen eine vom neuen Eigentümer gezahlte Leibrente.
  • Das Vermögen ins Ausland verlagern, um somit das deutsche Erbrecht zu umgehen.

Weitere Möglichkeiten sowie Beispiele finden Sie in unserem Beitrag „Pflichtteil umgehen“.

 

5. Rechtliche Möglichkeiten nach Enterbung

Sollten Sie selbst von einer Enterbung betroffen sein, haben Sie als Enterbter trotzdem rechtliche Optionen. Welche das sind, wie Sie sich zur Wehr setzen und wie Sie einen Anspruch auf das Erbe erheben können, erfahren sie im Folgenden.

Wenn Sie von einer Enterbung betroffen sind, finden Sie hilfreiche Informationen in unserem Artikel "Enterbt" (Rechte & Möglichkeiten nach Enterbung).

 

5.1 Anfechten der Enterbung

Wenn ein Familienangehöriger von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, so kann er die Enterbung zunächst hinterfragen – denn unter Umständen ist diese unrechtmäßig und er kann das Testament anfechten. Hohe Chancen auf einen Erfolg beim Anfechten der Enterbung bestehen, wenn:

  • das Testament rechtlich nicht wirksam ist,
  • in dem Testament gegen geltendes Recht verstoßen wurde,
  • der Verfasser des Testaments nicht testierfähig war oder
  • das Testament wegen Irrtum oder Drohungen angefochten werden kann.

Ausführliche Informationen diesbezüglich finden Sie in unseren Beiträgen Testierfähigkeit und Testament anfechten.

Ist die Enterbung rechtmäßig, können Sie eventuell dennoch durch den Pflichtteil einen Anspruch auf das Erbe erheben. Wie sie den Pflichtteil einfordern können, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

 

5.2 Pflichtteil einfordern nach Enterbung

Das Erbrecht schützt die gesetzlichen Erben durch den Pflichtteil vor einer vollständigen Enterbung. Sollten Sie also enterbt worden sein, können Sie dennoch eine Mindestbeteiligung am Erbe fordern – sofern Sie zu dem Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehören und einen gültigen Anspruch haben. Ob Sie überhaupt von einer Enterbung betroffen sind, erfahren Sie bei der Testamentseröffnung nach Ableben des Erblassers. Von diesem Zeitpunkt an haben sie bis zu der Verjährung des Pflichtteils drei Jahre lang Zeit, diesen einzufordern.

Dabei sind die folgenden Schritte üblich:

  1. Zunächst können Sie als Pflichtteilsberechtigter nach §2314 BGB beim Erben Auskunft über den Umfang des Nachlasses verlangen.
  2. Sobald Sie die Höhe der Erbmasse kennen, können Sie sich Ihren Pflichtteilsanspruch ausrechnen.
  3. Den Pflichtteil können Sie anschließend mündlich oder schriftlich einfordern: Sollte ein Gespräch scheitern, können Sie Ihren Pflichtteil schriftlich geltend machen und rechtliche Schritte bei Nichtbeachtung ankündigen.
  4. Weigern sich die Erben Ihnen Auskunft zu geben oder den Pflichtteil auszuzahlen, können Sie diesen beim Gericht einklagen.

Falls Sie noch mehr Informationen zum Einfordern des Pflichtteils benötigen, finden Sie diese auf unseren Artikeln „Pflichtteil einfordern“ (inklusive Musterschreiben) und „Pflichtteil einklagen“.

 

6. Tipp: kostenlose Einschätzung bei Enterbung

Wollen Sie einen Verwandten von der Erbfolge ausschließen und dabei den Pflichtteil entziehen? Sehen Sie sich mit einer Enterbung konfrontiert und wissen nicht, was Sie tun sollen? Unser Anwalt für Erbrecht beantwortet Ihnen in einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Erbrecht gern alle wichtigen Fragen zur Enterbung.

 

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen zum Thema Enterbung kostenlos mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

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