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In diesem Artikel erfahren Sie, wann die gesetzliche Erbfolge gilt, wer was nach dem Prinzip der gesetzlichen Erbfolge ohne Testament erbt und welche Irrtümer bestehen könnten.

Dazu haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen zu Testament und Erbfolge mit einem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was bedeutet „Erbfolge ohne Testament“?
2. Wann gilt die gesetzliche Erbfolge?
3. Wer erbt was nach dem Prinzip der Erbfolge ohne Testament?
4. Der Ehepartner und die gesetzliche Erbfolge
5. Erbfolge ohne Testament: Was ist mit adoptierten Kindern?
6. Wann erbt der Staat?
7. Erbfolge ohne Testament: die größten Irrtümer auf einen Blick
8. PRAXISTIPP: kostenlose Ersteinschätzung vom Anwalt

 

1. Was bedeutet „Erbfolge ohne Testament“?

Mit dem Tod eines Angehörigen gehen nicht nur Trauerbewältigung und Kummer einher. Auch der Nachlass des Verstorbenen muss geregelt werden. Ein Testament oder ein Erbvertrag klärt alle mit dem Nachlass einhergehenden Angelegenheiten. In diesen Dokumenten steht deutlich und ohne Raum für Interpretationen, welchen Personen welcher Teil der Erbmasse zugesprochen wird. Eine Erbfolge ohne Testament oder Erbvertag kann gänzlich den emotionalen Beziehungen widersprechen, die ein Erblasser zu den potentiellen Erben hatte. Denn an dieser Stelle regelt die gesetzliche Erbfolge die Vermögensaufteilung unter den Verwandten. Denken Sie über die Erstellung eines Testaments nach, lesen Sie unseren Beitrag "Testament erstellen lassen". 

 

2. Wann gilt die gesetzliche Erbfolge?

Sobald ein Angehöriger verstirbt und dieser weder Testament noch Erbvertrag hat aufsetzen lassen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Sie regelt, welches Familienmitglied wie viel erbt. Dabei erben die Verwandten ausschließlich nach ihrem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser. Festgehalten sind diese Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1924 BGB ff.). Kritisiert wird die gesetzliche Erbfolge immer wieder. Denn beispielsweise erbt der Ehepartner nicht automatisch das gemeinsame Haus, zum Teil können sogar entfernte Verwandte Ansprüche geltend machen.

Doch selbst bei einem vorhandenen Testament kann die gesetzliche Erbfolge eintreten: Ist nicht das gesamte Vermögen im Testament geregelt oder wird das Testament für ungültig erklärt, erfolgt die Regelung der Erbfolge nach gesetzlichen Vorgaben.

 

3. Wer erbt was nach dem Prinzip der Erbfolge ohne Testament?

Die Erbfolge ohne Testament wird nach dem sogenannten Parentelsystem geregelt – schlicht auch als Ordnungssystem bekannt. Dieses Cluster unterteilt die Angehörigen des Erblassers in drei Ordnungen. Ausschlaggebend ist dafür das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser.

Erben und ihr Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen:

Schaubild: Gesetzliche Erbfolge im Überblick

 

Wird ein Angehöriger als Erbe erster Ordnung ausgemacht, so bedeutet dies: Diese Person erbt zuerst. Erben zweiter Ordnung haben nur dann einen Anspruch auf den Nachlass, sofern keine Erben erster Ordnung ausfindig gemacht werden konnten. Das gleiche Prinzip betrifft auch die Erben dritter Ordnung.

Ein Beispiel: Sind keine Kinder, Enkel und Urenkel eines Erblassers vorhanden, geht das Erbe auf die Eltern des Erblassers zurück. Die Eltern erben zu gleichen Teilen. Ist ein Elternteil bereits verstorben, so wird das Erbe weiter übertragen auf die Geschwister des Erblassers.

Auch für das „Was“ und „Wie viel“ gibt es gesetzliche Quoten. Die Aufteilung erfolgt hierbei genauso nach dem Ordnungssystem. Hat ein Erblasser drei Kinder, so erben diese zu jeweils einem Drittel. Ist dies nicht der Fall und beide Elternteile des Elternteils leben noch, so erben Vater und Mutter jeweils die Hälfte.

 

4. Der Ehepartner und die gesetzliche Erbfolge

Was zwar auf der Hand liegt, jedoch oft außer Acht gelassen wird: Der Ehepartner ist mit dem Erblasser nicht blutsverwandt. Daher wird er generell auch nicht in das juristische Cluster der Güterverteilung der Erbfolge ohne Testament eingeteilt. Das Erbe des Ehepartners wird daher separat im § 1931 BGB festgehalten. Um die Erbquote des Ehepartners zu regeln, müssen viele Fragen geklärt werden: In welchem Güterstand lebten die Eheleute miteinander? Wie viele Kinder hatte der Erblasser noch neben dem Ehepartner?

Es ist noch immer ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Ehepartner automatisch alles erbt. In den meisten Fällen entsteht mit den Kindern eine Erbengemeinschaft. Doch selbst, wenn keine Kinder vorhanden sind, steht dem Verwitweten noch immer nicht der gesamte Nachlass zu. An dieser Stelle werden zunächst die Eltern des Erblassers kontaktiert. Auch diese haben einen Anspruch auf einen Anteil des Nachlasses.

 

5. Erbfolge ohne Testament: Was ist mit adoptierten Kindern?

Das Ordnungssystem regelt zwar den Pflichtteilsanspruch für alle direkten Verwandten, jedoch sind adoptierte Kinder nicht in dieser Verteilung inbegriffen. Adoptionen sind demnach in der Erbfolge ohne Testament komplizierter zu regeln. Vorab bedarf es dabei der grundlegenden Frage, ob das Kind bereits adoptiert wurde, als es noch minderjährig war. Ist dies der Fall, so werden damit generell die Verwandtschaftsverbindungen zur leiblichen Mutter und den Blutsverwandten gekappt. Das Kind ist dadurch offiziell mit der Adoptionsfamilie verwandt, welche letztlich die blutsverwandte Familie ersetzt. Damit einhergehend besteht auch kein Erbanspruch mehr in Bezug auf die „alte“ Familie.

War das Adoptivkind allerdings volljährig, als die offizielle Adoption erfolgte, so bleibt das Kind mit seiner Blutsfamilie auch weiterhin verwandt. Das Adoptivkind hat demnach Erbansprüche bei beiden Elternpaaren. Diese Ansprüche beziehen sich jedoch ausschließlich auf die Adoptiveltern. Das Adoptivkind hat in diesem Falle keinen Anspruch auf ein Erbe bei den Verwandten der „neuen“ Eltern.

Ausnahmen gibt es jedoch auch hier: Kann nachgewiesen werden, dass das Kind bereits als Pflegekind bei den Adoptiveltern gelebt hat und keine Verbindungen mehr zur leiblichen Familie bestehen, so kann das Familiengericht in einzelnen Fällen entscheiden, ob nach dem Prinzip einer Minderjährigenadoption verfahren wird.

 

gesetzliche Erbfolge

 

6. Wann erbt der Staat?

Die Erbfolge ohne Testament kann in manchen Fällen auch darin münden, dass der Staat das Erbe des Verstorbenen erhält. Dies ist von mehreren Faktoren abhängig: Möglich ist, dass kein Erbe eines Nachlassers bekannt ist oder ausfindig gemacht werden konnte. Das Nachlassgericht ist dafür zuständig, nach Erben zu suchen. Sind jedoch Erben des Verstorbenen vorhanden, haben die Angehörigen als Erben Vorrang vor dem Staat. Ist jedoch kein Erbvertrag oder Testament vorhanden und haben alle potentiellen Erben die Erbschaft ausgeschlagen, dann erbt das jeweilige Bundesland, in dem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz gemeldet hatte. Andernfalls erbt nach $ 1936 BGB der Bund.

 

7. Erbfolge ohne Testament: die größten Irrtümer auf einen Blick

Die Beziehungen der Verwandten zum Erblasser spielen eine Rolle.

  • Bei der gesetzlichen Erbfolge geht es ausschließlich um das Verwandtschaftsverhältnis der Angehörigen zum Erblasser. Emotionale Bindungen, die sich über den Verwandtschaftsgrad hinwegsetzen, werden generell nicht berücksichtigt.

Der Ehepartner erbt automatisch das gesamte Vermögen.

  • Die Erbfolge ohne Testament berücksichtigt den Ehepartner separat. In den meisten Fällen endet die Erbschaft mit einer Aufteilung an eine Erbengemeinschaft, bestehend aus Ehepartner und Kinder oder Eltern.

Ein Testament oder Erbvertrag ist aufgrund der gesetzlichen Erbfolge nicht notwendig.

  • Obwohl die Erbfolge auch ohne Testament geregelt werden kann, erfolgt die Aufteilung nur in den seltensten Fällen im Sinne der Angehörigen. Oftmals bringt die Situation der Erbaufteilung hohes Konfliktpotential mit sich. Die gesetzliche Erbfolge ist allgemein gehalten und berücksichtigt daher nicht den Einzelfall. Dafür ist das Testament oder ein Erbvertrag unabkömmlich.

Das allgemeine Erbrecht sorgt für eine konfliktfreie Aufteilung des Vermögens.

  • Wenn eine Erbengemeinschaft besteht, gibt es letztlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder sind die Erben in der Lage, das Vermögen und die Erbmasse im Einvernehmen aller aufzuteilen. Oder der Nachlass wird zerschlagen, also verkauft oder versteigert. Der Erlös wird unter den Erben aufgeteilt.

 

 

8. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung vom Rechtsanwalt

Wenn Sie sich derzeit mit der Erbfolge ohne Testament auseinandersetzen müssen und Fragen haben, dann kann ein Anwalt helfen.

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Beitrag von
Jennifer Cordes
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Jennifer Cordes stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.

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