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Erbschaftssteuer
So können Sie die Erbschaftssteuer umgehen

 

So können Sie die Erbschaftssteuer umgehen

 

 

Wer in Deutschland Vermögen erbt, muss Erbschaftssteuer entrichten. Zahlreiche Gestaltungsspielräume können dabei helfen, diese zum Teil erheblich zu minimieren. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche gesetzlichen Regelungen es gibt, wie hoch die Steuern auf ein Erbe konkret sind und wie Sie Erbschaftssteuer umgehen können.

So können Sie die Erbschaftssteuer umgehen
Es gibt sieben Möglichkeiten, die Erbschaftssteuer zu umgehen.

 

Lesezeit: ca. 7 Min.

 

Dieser Beitrag informiert Sie umfassend über Ihre Möglichkeiten, die Erbschaftssteuer zu umgehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist die Erbschaftssteuer?
2. Wann fällt die Erbschaftssteuer an?
3. Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?
4. Wie Sie Erbschaftsschaftssteuer umgehen
  4.1 Freibeträge ausnutzen
  4.2 Freibeträge vervielfachen
  4.3 Auf Umwegen erben
  4.4 Änderung von Familienverhältnissen
  4.5 Schenkungen
  4.6 Immobilien
  4.7 Die Korrektur ungünstiger Testamente
5. Berliner Testament als Negativbeispiel
6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

 

1. Was ist die Erbschaftssteuer?

In Deutschland wird die Erbschaftssteuer durch das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz geregelt (ErbStG). Die Steuer fällt sowohl auf Erbschaften als auch auf Schenkungen an. Wenn Sie bereits zu Lebzeiten eines Erblassers eine Schenkung erhalten haben oder Erbe eines Verstobenen werden, so müssen Sie dies nach § 30 ErbStG dem Finanzamt innerhalb einer dreimonatigen Frist mitteilen. Hierfür ist ein formloses Schreiben ausreichend, welches Sie der entsprechenden Behörde beim Wohnsitz des Erblassers oder Schenkenden zukommen lassen.

Achtung: Das Finanzamt erfährt auf jeden Fall von Ihrer Erbschaft, da Banken, Versicherungen und Notare alle Informationen bezüglich eines Erbfalls an das Finanzamt weiterleiten müssen.

 

2. Wann fällt die Erbschaftssteuer an?

Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer müssen Sie zahlen, wenn

  • Sie aufgrund eines Todesfalls geerbt haben,
  • Sie eine Schenkung erhalten haben,
  • Sie eine Zweckzuwendung erhalten haben oder
  • es um das Vermögen eines Vereins oder einer Stiftung geht.

Bei einer Zweckzuwendung handelt es sich übrigens um eine finanzielle Zuwendung, die mit einer Auflage verbunden ist und sowohl zu Lebzeiten als auch von Todes wegen eine Person begünstigen kann. Die Besonderheit hierbei: Die Zuwendung ist ausdrücklich für die Verwirklichung eines bestimmten Zwecks gedacht. Wenn eine Erblasserin testamentarisch verfügt, dass eine Person für die Pflege Ihrer Katze nach Ihrem Tode 10.000 € bekommt, so handelt es sich beispielsweise um eine Zweckzuwendung.

 

3. Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?

Die Berechnung der Erbschaftssteuer richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad, den der Erbe zum Verstorbenen hat, und der Höhe der Erbmasse. Dabei werden drei Steuerklassen unterschieden.

Zur ersten Steuerklasse gehören die Eltern, der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, direkte Abkömmlinge sowie deren Kinder. Als nächste Verwandte wird diese Gruppe am meisten begünstigt. Der niedrigste Steuersatz der Steuerklasse I liegt bei sieben Prozent für ein Erbe in Höhe von maximal 75.000 € und steigert sich bis zu einem Prozentsatz von bis zu 30 Prozent bei einer Erbmasse in Höhe von über 26 Millionen €.

Zur zweiten Steuerklassen zählen die Geschwister des Erblassers, deren Kinder und Schwiegerkinder sowie die Schwiegereltern und die ehemaligen Ehepartner. Hier beginnt der niedrigste Steuersatz bei 15 Prozent für ein Erbe in Höhe von maximal 75.000 € und steigert sich schrittweise auf bis zu 43 Prozent bei einer Summe von 26 Millionen €.

Steuerklasse III beinhaltet alle übrigen Personen wie den langjährigen Lebensgefährten, Freunde oder Nachbarn. Bei dieser Steuerklasse beginnt der Steuersatz bei 30 Prozent für ein Erbe in Höhe von maximal 75.000 € und steigt bis zu 50 Prozent bei einer Nachlasssumme von 26 Millionen € an.

 

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließl. Steuersatz nach Steuerklasse I Steuersatz nach Steuerklasse II Steuersatz nach Steuerklasse III
75.000 € 7% 15% 30%
300.000 € 11% 20% 30%
600.000 € 15% 25% 30%
6.000.000 € 19% 30% 30%
13.000.000 € 23% 35% 50%
26.000.000 € 27% 40% 50%
über 26.000.000 € 30% 43% 50%

Achtung: Für Betriebsnachfolger gelten unabhängig des Verwandtschaftsgrades immer die Steuersätze nach der Steuerklasse I.

Für jede Steuerklasse sind Freibeträge vorgesehen, die Sie ausnutzen sollten, um Erbschaftssteuer umgehen zu können.

 

Erbschaftssteuer berechnen & umgehen

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4. Wie Sie Erbschaftssteuer umgehen

Mit verschiedenen Gestaltungsspielräumen können Sie Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren. Neben Freibeträgen sollten Sie Schenkungen zu Lebzeiten in Betracht ziehen. Dabei können sowohl Immobilien als auch Geldsummen verschenkt werden. Auch durch die Kombination Erbschaft und Vermächtnis lässt sich Erbschaftssteuer umgehen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen diese und viele weitere Gestaltungsspielräume detaillierter vor, mit deren Hilfe Sie Erbschaftssteuer umgehen können.

 

4.1 Freibetrag ausnutzen

Zum einen können Sie Erbschaftssteuer umgehen, indem Sie den sogenannten Freibetrag ausnutzen. Dieser mindert die Steuerbemessungsgrundlage. Nur wenn dieser überschritten wird, müssen die ihn übersteigenden Einnahmen versteuert werden. Wird der Freibetrag also geschickt ausgenutzt, kann die Steuerlast erheblich reduziert werden.

Kindern steht beispielsweise ein Freibetrag von 400.000 € zu, ehe Erbschaftssteuer überhaupt anfällt. Der Ehepartner kann sogar einen Freibetrag in Höhe von 500.000 € geltend machen. Anders sieht es jedoch bei unverheirateten Paaren aus. Hier liegt der Steuerfreibetrag lediglich bei 20.000 €. Damit werden unverheiratete Lebensgemeinschaften vom Staat gleichgesetzt mit entfernten Verwandten wie Geschwister, Neffen oder Nichten des Erblassers. Auch ihnen steht nur ein Freibetrag in Höhe von 20.000 € zur Verfügung.

Der nachfolgenden Tabelle können Sie die genauen Freibeträge entnehmen:

 

 

Freibetrag gem. § 16 ErbStG

Steuerklasse gem. § 15 ErbStG

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner

500.000 €

I

Kinder, einschließlich adoptierter Kinder und Stiefkinder, sowie Enkelkinder, deren Eltern bereits verstorben sind

400.000 €

I

Enkelkinder

200.000 €

I

Eltern und Großeltern des Erblassers bei Erbschaft

100.000 €

I

Eltern und Großeltern bei Schenkung sowie Geschwister und deren Kinder, geschiedene Ehepartner, Schwiegerkinder und -eltern

20.000 €

II

Alle anderen, die ein Erbe oder eine Schenkung erhalten

20.000 €

III

 Daneben gibt es aber noch andere Freibeträge, durch die Sie Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren können.

 

4.2 Freibeträge vervielfachen

Unter Umständen können Sie weitere Freibeträge miteinander kombinieren. So verdoppeln oder vervielfachen Sie die Obergrenze des zu besteuernden Erbes und können Erbschaftssteuer umgehen bzw. noch weiter reduzieren.

Als Erstes wäre der sogenannte Versorgungsfreibetrag zu nennen. Dieser steht Ehegatten und Kindern eines Erblassers zu. Mit dem Versorgungsfreibetrag soll sichergestellt werden, dass die Versorgung von Kindern und dem Partner des Verstorbenen auch nach dessen Tod gewährleistet ist.

Der hinterbliebene Ehegatte hat einen Anspruch auf einen Versorgungsfreibetrag in Höhe von 256.000 €. Bei den Kindern des Erblassers erfolgt eine altersmäßige Staffelung des Versorgungsfreibetrags – so steht Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren ein Betrag in Höhe von 52.000 € zu; Kinder zwischen 20 und 27 Jahre haben hingegen lediglich einen Anspruch auf 10.300 €. Die detaillierte Staffelung können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen:

 

Altersspanne

Versorgungsfreibetrag

Kinder im Alter von 0–5 Jahren

52.000 €

Kinder im Alter von 5–10 Jahren

41.000 €

Kinder im Alter von 10–15 Jahren

30.700 €

Kinder im Alter von 15–20 Jahren

20.500 €

Kinder im Alter von 20–27 Jahren

10.300 €

Geschickt ausgenutzt, können Ehepartner eines Erblassers durch die Kombination des regulären Freibetrags und dem Versorgungsfreibetrag einen Freibetrag von bis zu 756.000 € geltend machen – anstatt lediglich der gesetzlich vorgegebenen 500.000 €.

Daneben lässt sich mit dem Freibetrag für Hausrat – der durch § 13 ErbStG geregelt ist – zusätzlich Erbschaftssteuer umgehen bzw. weiter reduzieren. Neben Haushaltsgeräten fallen hierunter auch Kleidung und Wäsche. Da der Hausratfreibetrag bei fast jeder Erbschaft anfällt, können Sie sich über einen zusätzlichen Freibetrag von 41.000 € freuen, sofern Sie als Angehöriger zur Steuerklasse I zählen.

Außerdem lässt sich ein Freibetrag in Höhe von 12.000 € (Steuerklasse I) für weitere bewegliche körperliche Gegenstände nutzen, um Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren zu können. Zu diesen Gegenständen zählen Kunstgegenstände, Sammlungen und sogar Autos. Angehörige der anderen Steuerklassen haben hierbei lediglich die Möglichkeit, einen zusammengefassten Beitrag für den Hausrat und weitere körperlich bewegliche Gegenstände in Höhe von 12.000 € geltend zu machen.

Zusätzlich sieht der Gesetzgeber einen Pflegefreibetrag vor, um Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren zu können. Sollten Sie also zu Lebzeiten die Pflege eines Erblassers unentgeltlich übernommen haben, so erhalten Sie auch hier einen zusätzlichen Freibetrag in Höhe von 20.000 €.

 

4.3 Auf Umwegen erben

Damit Sie Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren können, kann es mitunter auch sinnvoll sein, sich bereits zu Lebzeiten darüber Gedanken zu machen, wie die späteren Erben möglichst wenig steuerlich belastet werden.

Eine Möglichkeit, Erbschaftssteuer umgehen zu können, wäre hier beispielsweise, dass Sie als zukünftiger Erblasser Ihren Nachlass den eigentlichen Erben durch die testamentarische Bestimmung eines Vorerben nur indirekt zukommen lassen. Will also eine 50-jährige, kinderlose Frau ihre Eigentumswohnung im Wert von 100.000 € ihrer Nichte vererben, sollte sie diese testamentarisch nicht als Haupterbin einsetzen, da für die Nichte lediglich ein Freibetrag von 20.000 € vorgesehen ist. Abzüglich des Freibetrages ergäbe sich nämlich für die Nichte eine zu zahlende Steuerlast von 16.000 € (20 % von 80.000 €).

Erbschaftssteuer umgehen ließe sich, wenn die künftige Erblasserin die Wohnung zunächst an ihre eigenen Eltern vererbt, die einen Steuerfreibetrag von je 100.000 € geltend machen können. Zusätzlich sollte die Erblasserin testamentarisch bestimmen, dass die Nichte nach dem Tod der Eltern Nacherbin der Immobilie wird. Auf diesem Wege erhöht sich der Freibetrag der Nichte auf 200.000 € – anstelle der anfänglichen 20.000 €. Durch diese und ähnliche Umwege können Sie also Erbschaftssteuer umgehen bzw. erheblich reduzieren.

 

4.4 Änderung von Familienverhältnissen

Auch mithilfe der Änderung der Familienkonstellation lässt sich der Freibetrag erhöhen und damit schlussendlich Erbschaftssteuer umgehen. So kann eine Hochzeit oder die Eintragung einer Lebenspartnerschaft dazu führen, dass Ihr Partner im Erbfall einen Freibetrag von 500.000 € anstelle von lediglich 20.000 € hat. Genauso verhält es sich bei einer Adoption. Entscheiden Sie sich dazu, das Kind Ihres Partners zu adoptieren, so erhöht sich auch hier der Freibetrag auf bis zu 400.000 €.

Durch die Änderung von Familienverhältnissen verändert sich auch die Steuerklasse der zukünftigen Erben. Der damit verbundene Freibetrag kann dabei helfen, Erbschaftssteuer umgehen bzw. reduzieren zu können.

 

4.5 Schenkungen

Die Erbschaftsteuer umgehen Sie ebenfalls durch Schenkungen zu Lebzeiten. Zwar fallen auch bei diesen Steuern an, doch durch die geschickte Nutzung der Freibeträge lassen sich Steuern zum Teil erheblich reduzieren. Der wohl größte Vorteil im Vergleich zur Erbschaft liegt darin, dass der Freibetrag bei einer Schenkung nicht nur einmalig genutzt, sondern alle zehn Jahre neu ausgeschöpft werden kann. Schenken Sie beispielsweise Ihrem Kind einen Geldbetrag, so gilt hier ein Freibetrag von 400.000 €. Sofern diese Summe nicht überschritten wird, muss Ihr Kind auch keine Steuern entrichten. Darüber hinaus können Sie Ihrem Kind nach zehn Jahren erneut eine Summe in Höhe von 400.000 € steuerfrei zukommen lassen. Damit lässt sich die Erbschaftssteuer umgehen.

Ein weiterer Vorteil von Schenkungen ist, dass Sie bereits zu Lebzeiten bestimmen können, was mit Ihrem Besitz oder Vermögen passiert und sich nicht darum sorgen müssen, ob Ihr letzter Wille tatsächlich befolgt wird.

Um die Zehn-Jahres-Frist sinnvoll nutzen zu können, bietet sich eine langfristige Steuerplanung an. Außerdem sollten Sie unbedingt rechtzeitig damit beginnen, eine größere Vermögenssumme an Ihre späteren Erben schon vor Ihrem Tod steuerfrei zu übertragen. Im besten Fall vererben Sie bei Eintritt des Erbfalls dann lediglich nur noch eine Summe in Höhe der geltenden Freibeträge, womit Sie Erbschaftssteuer umgehen können.

Möchten Sie noch mehr über Schenkungen zu Lebzeiten erfahren, dann hilft Ihnen unser Beitrag „Vorweggenommene Erbfolge – so vererbt man schon zu Lebzeiten“.

 

4.6 Immobilien

Werden Immobilien vererbt, so gelten für diese Sonderregelungen. Vererbt der Erblasser seinem verbliebenen Ehegatten oder seinen Kindern ein Haus und wohnen diese wenigstens zehn Jahre dort, so können diese Erbschaftssteuer umgehen, weil sie dann von dieser befreit sind. Die Erben müssen jedoch innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt der Erbschaft in die Immobilie eingezogen sein. Wird das Wohnobjekt jedoch in den folgenden zehn Jahren veräußert oder vermietet, so können Sie die Erbschaftssteuer nicht mehr umgehen.

Doch auch hier gibt es eine Einschränkung: Kann der Erbe eindeutig nachweisen, dass er aus zwingenden Gründen die Immobilie veräußern muss, weil er es sich nicht leisten kann, dort weiter zu wohnen, muss er ebenfalls keine Steuern zahlen. Ein solcher Grund liegt beispielsweise vor, wenn der Erbe einen Umzug in ein Altenheim geplant hat.

Achtung: Wollen Sie Erbschaftssteuer umgehen, sollten Sie die vererbte Immobilie als Ihren ständigen Wohnsitz ausweisen.

Im Übrigen können Sie auch durch das Verschenken einer Immobilie die Erbschaftssteuer umgehen, ohne dabei auf Ihr Nutzungsrecht verzichten zu müssen. Das Stichwort hierbei lautet Nießbrauch. Damit können Sie ein Haus oder eine Eigentumswohnung bereits vor Ihrem Tod Ihren Verwandten vermachen und trotzdem bis zu Ihrem Lebensende darin wohnen.

Sollten Sie noch mehr über das Thema Immobilien und Erbschaftssteuer erfahren wollen, dann hilft Ihnen unser Beitrag „Grundstücke und Immobilien vererben“.

 

4.7 Die Korrektur ungünstiger Testamentsgestaltungen durch Erbausschlagung

Ungünstig gestaltete Testamente oder Erbschaften, die mit einer für Sie zu hohen Erbschaftssteuer verbunden sind, können durch Erbausschlagung nach dem Tod des Erblassers korrigiert werden. An Ihre Stelle als Erbe würde dann ein naher Verwandter treten, wodurch Sie Erbschaftssteuer umgehen können.

 

5. Berliner Testament als Negativbeispiel

Wer Erbschaftssteuer umgehen will, sollte von einer Nachlassregelung mithilfe des Berliner Testaments Abstand nehmen. Bei dieser von Ehepartnern häufig genutzte Form setzen sich diese gegenseitig als Alleinerben ein. Andere Erben wie die eigenen Kinder werden erst begünstigt, wenn beide verstorben sind. Das Berliner Testament führt aber zu einer doppelten Versteuerung, da das Vermögen des Erstverstorbenen zweimal versteuert werden muss. Die Freibeträge für die Kinder werden in diesem Fall einfach regelrecht verschenkt.

Gerade bei größerem Familienvermögen ist es daher sinnvoll, den Nachlass bereits mit dem Tod des erstverstorbenen Elternteils auf mehrere Erben aufzuteilen, um Erbschaftssteuer umgehen zu können. Besonders sinnvoll ist hier die Kombination aus Erbschaft und Vermächtnis. Im Erbfall kann so der verbliebene Ehepartner seinen Freibetrag geltend machen. Gleichzeitig werden aber auch die Kinder bedacht und können ihren Freibetrag ausnutzen. Insgesamt mindert sich dadurch die Steuerlast erheblich.

Sollten Sie sich für den Unterschied zwischen einem Vermächtnis und einer Erbschaft interessieren, so finden Sie alle relevanten Informationen im Beitrag „Vermächtnisnehmer – Rechte, Pflichten & Unterschiede im Überblick“.

 

6. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

Gerade im Erbschaftssteuerrecht gibt es eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten und Optionen, um Erbschaftssteuer umgehen zu können. Es ist aber nicht wirklich leicht, herauszufinden, welche Möglichkeit(en) für den betreffenden Zusammenhang die optimalen sind. Damit Sie die größtmögliche Steuerersparnis bei einer Erbschaft herausholen können, berät Sie gern einer unserer Rechtsexperten. Unser Anwalt für Erbrecht beantwortet Ihnen in einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Erbrecht alle wichtigen Fragen rund um das Thema „Erbschaftssteuer umgehen“.

 

► Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen zum Thema Erbschaftssteuer kostenlos mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

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