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Scheidung online einreichen: So funktioniert eine Internetscheidung

Scheidung online einreichen: So funktioniert eine Internetscheidung
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Zusammenfassung

Der wesentliche Vorteil einer Online-Scheidung zur herkömmlichen Scheidung ist die Zeitersparnis: Da Sie digital mit Ihrem Anwalt kommunizieren, entfallen lange Wartezeiten auf einen persönlichen Termin. Kostengünstiger ist die Internetscheidung meist nicht – denn sie unterscheidet sich nicht vom normalen Scheidungsverfahren.

Auf einen Blick

  • Bei einer Online-Scheidung beauftragen Sie über das Internet einen Anwalt mit der Einreichung Ihrer Scheidung.
  • Das eigentliche Verfahren unterscheidet sich nicht von einer normalen Scheidung.
  • Nicht jede Scheidung ist für ein Scheidungsverfahren online geeignet.
  • Sie kommt in Frage, wenn Sie und Ihr Partner sich einvernehmlich scheiden lassen wollen.
  • Die Vorteile: schnellerer Kontakt mit dem Anwalt, Zeitersparnis und Ortsungebundenheit.
  • Auch bei der Online-Scheidung müssen Sie sich juristisch vertreten lassen.

1. Online scheiden lassen: Geht das überhaupt?

Ja und nein. Sie können sich nicht online scheiden lassen. Die Entscheidung, ob eine Ehe geschieden wird, fällt in Deutschland immer das Familiengericht. Dazu setzt es einen Scheidungstermin an, zu dem beide Ehepartner in der Regel persönlich erscheinen müssen.

Es ist jedoch möglich, eine Ehescheidung online zu beantragen. Wie bei jeder Scheidung herrscht auch bei einer Online-Scheidung Anwaltszwang. Das bedeutet, dass Sie sich im Verfahren juristisch vertreten lassen müssen.

Bei einer Internetscheidung beauftragen Sie einen Anwalt über das Internet. Die gesamte Kommunikation findet dann ebenfalls online bzw. per Telefon oder Post statt. Persönliche Termine sind ebenfalls möglich, sie sind jedoch in der Regel nicht notwendig.

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2. Welche Vorteile hat eine Scheidung online?

Die Online-Scheidung eignet sich besonders, wenn Sie und Ihr Ex-Partner eine einvernehmliche Scheidung anstreben. Das bedeutet:

  • Sie beide haben den Wunsch, sich scheiden zu lassen.
  • Sie haben die Rahmenbedingungen (z. B. Unterhaltszahlungen, Versorgungsausgleich, Kontenklärung) miteinander verhandelt und sind sich darüber und über die Scheidungsfolgen einig.

Eine Online-Scheidung hat gegenüber einer normalen Scheidung folgende Vorteile:

Zeitersparnis

Bei einem online eingeleiteten Scheidungsverfahren läuft die gesamte Kommunikation mit Ihrem Anwalt über E-Mail, Telefon, Videochat oder Fax ab. Eine solche digitale Kommunikation spart Ihnen Zeit:

  • Sie müssen nicht auf einen persönlichen Termin bei Ihrem Anwalt warten.
  • Die benötigten Dokumente lassen sich online schneller versenden als auf dem postalischen Weg.
  • Weder Sie noch Ihr Anwalt sind an gemeinsame Termine gebunden, weshalb die Bearbeitung der Scheidung zu jeder Tageszeit erfolgen kann.

Insbesondere wenn Sie oder Ihr Ehepartner in verschiedenen Städten wohnen, lohnt sich eine Online-Scheidung, da Sie sich so lange Anfahrten sparen.

Transparentere Kommunikation

Streben Sie und Ihr Ehepartner eine einvernehmliche Scheidung an, benötigt nur einer von Ihnen eine anwaltliche Vertretung – und zwar derjenige, der die Scheidung per Scheidungsantrag einreicht. Der andere Ehepartner muss dem Antrag lediglich zustimmen.

Eine Online-Scheidung hat den Vorteil, dass Sie regelmäßig über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert werden – z. B. durch einen passwortgeschützten Zugang zum betreffenden Internetportal oder per E-Mail. So können Sie jederzeit neue Informationen oder Entscheidungen abrufen und müssen nicht erst auf einen persönlichen Termin warten.

Ortsunabhängigkeit

Haben Sie und Ihr Ehepartner sich nach der Trennung auch räumlich voneinander entfernt, lässt sich durch eine Internetscheidung die gesamte Kommunikation mit dem Anwalt ortsunabhängig abwickeln. Weite Anreisen für einen kurzen Termin bleiben Ihnen erspart.

Unter Umständen kann Ihr Rechtsbeistand zudem erreichen, dass Sie für den Termin beim Familiengericht durch einen Richter in Ihrer Nähe befragt werden. Er kann Sie beraten, unter welchen Voraussetzungen dies möglich ist.

3. Welche Nachteile hat eine Online-Scheidung?

Eine Online-Scheidung kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen. Da ein Scheidungsprozess eine herausfordernde und belastende Erfahrung sein kann, kann es hilfreich sein, wenn Sie die folgenden Punkte berücksichtigen.

Fehlender persönlicher Kontakt

Den richtigen Rechtsbeistand zu finden, kann herausfordernd sein. Er soll Sie in einer wichtigen Angelegenheit vertreten und beraten. Zwischen Ihnen sollte daher eine Vertrauensbasis bestehen.

Da bei einer Online-Scheidung weniger persönlicher Kontakt zum Anwalt stattfindet, kann es schwieriger sein herauszufinden, ob dies der richtige Rechtsbeistand für Sie ist. Sie können sich allerdings an folgenden Punkten orientieren, um einen zuverlässigen und kompetenten Anwalt zu finden:

  • Wieviel berufliche Erfahrung hat der Anwalt mit Scheidungen?
  • Hat er eine Fachkompetenz und besondere Qualifikationen im Familienrecht?
  • Hält sich der Anwalt an vereinbarte Termine und Absprachen?
  • Erhalten Sie neue Informationen unverzüglich?
  • Wie reagiert er auf Nachfragen Ihrerseits?
  • Fühlen Sie sich gut beraten?

Wenn Sie diese Fragen mit gutem Gefühl beantworten können, haben Sie einen passenden Rechtsbeistand gefunden.

 

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Komplizierte Ausgangslage

Ist das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Ehepartner angespannt, sind Streitigkeiten während des Verfahrens zu erwarten oder steht sogar eine Härtefallscheidung im Raum, ist ein Online-Scheidungsverfahren nicht die richtige Entscheidung. Schwierige Situationen lassen sich durch eine persönliche Kommunikation häufig schneller ausräumen.

Komplizierter kann die Ausgangslage sein, wenn Sie sich über Scheidungsfolgen und Rahmenbedingungen nicht einig sind. Das betrifft z. B.:

In diesem Fall kann es ratsam sein, eine herkömmliche Scheidung anzustreben, bei der beide Eheleute anwaltliche Unterstützung haben.

Persönliche Einschränkungen

Da es sich bei der Scheidung um eine Entscheidung von hoher Tragweite handelt, ist es wichtig, dass beide Partner den gesamten Scheidungsprozess verstehen und nachvollziehen können.

Dies kann z. B. eingeschränkt sein, wenn einer der beiden Ehegatten

  • Schwierigkeiten mit der deutschen (Rechts-)Sprache hat,
  • im Gegensatz zum anderen weitaus geringere wirtschaftliche Kenntnisse hat.

Damit keiner der Ehepartner während des Scheidungsverfahrens benachteiligt wird, kann es ratsam sein, dass beide einen eigenen Anwalt beauftragen. So lässt sich sicherstellen, dass die Scheidung gerecht abgewickelt werden kann.

4. Wie läuft ein Scheidungsverfahren online ab?

Um ein Scheidungsverfahren online zu beginnen, müssen Sie sich zunächst entscheiden, welcher Anwalt Ihre Interessen im Verfahren vertreten soll. Entscheiden Sie sich für eine Vermittlungsseite, sucht diese Ihnen einen Rechtsbeistand – in den meisten Fällen ist das dann ein Anwalt für Familienrecht.

In 7 Schritten zur Online-Scheidung

Eine Online-Scheidung verläuft in 7 Schritten

  • Trennung & Trennungsjahr: Bevor Sie die Scheidung einreichen können, müssen Sie und Ihr Partner 1 Jahr getrennt voneinander leben.
  • Antragstellung: Um die Online-Scheidung in Gang zu setzen, sammelt der Anwalt alle notwendigen Dokumente und Informationen. Sobald er diese von Ihnen erhalten hat, reicht er den Scheidungsantrag beim Familiengericht ein.
  • Zahlung der Gerichtskosten: Ist der Antrag eingegangen, erhalten Sie eine Rechnung über die Gerichtskosten. Haben Sie diese beglichen, beginnt das Gericht mit der Bearbeitung Ihrer Scheidung.
  • Zustellung des Scheidungsantrags: Das Gericht leitet den Antrag auf Scheidung an den anderen Ehepartner weiter, der diesem zustimmen muss.
  • Berechnung Versorgungsausgleich: Haben Sie keinen Ehevertrag aufsetzen lassen, führt das Gericht einen Versorgungsausgleich mit den Rentenversicherungsträgern durch. Sie und Ihr Partner erhalten einen Fragebogen, den Sie ausfüllen und zurückschicken müssen.
  • Scheidungstermin: Sobald dem Gericht die Angaben der Rentenversicherungsträger vorliegen, bestimmt es den Scheidungstermin, zu dem Sie beide persönlich erscheinen müssen.
  • Scheidungsurteil: Das Familiengericht entscheidet über die Scheidung.

Wie lange eine Online-Scheidung dauert, hängt vom Verfahren ab: Bei unkomplizierten Scheidungen ist dieses in der Regel 6–12 Monate nach Einreichung des Scheidungsantrags beendet. Sind jedoch Scheidungsfolgen nicht geklärt, kann auch eine Online-Scheidung erheblich länger dauern. Um dem vorzubeugen, können Scheidungswillige eine Scheidungsfolgenvereinbarung treffen.

5. Was kostet eine Online-Scheidung?

Welche Kosten bei einer Online-Scheidung entstehen, hängt vom Verfahrenswert ab. Dieser berechnet sich anhand der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beteiligten und wird am Ende des Verfahrens durch das Familiengericht festgesetzt. Je höher der Verfahrenswert ist, desto höher sind die Scheidungskosten.

Eine Online-Scheidung ist also unter Umständen nicht preiswerter als ein herkömmliches Scheidungsverfahren. Da sich beide in den wesentlichen Dingen nicht voneinander unterscheiden, sind die Kosten in etwa die gleichen.

Seien Sie daher wachsam, wenn ein Anbieter Ihnen eine günstigere Scheidung anbietet – denn:

  • Anwälte müssen sich an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) halten und dürfen ihre Kosten nicht beliebig tief ansetzen.
  • Die Gerichtskosten unterscheiden sich nicht, wenn Sie eine Internetscheidung durchführen.

Jedoch können Sie bei der Online-Scheidung Geld sparen, da die Kommunikation nicht in persönlichen Gesprächen erfolgt und Sie somit keine Kosten für Anfahrtswege haben. Einigen Sie und Ihr Ehepartner sich auf eine einvernehmliche Scheidung, müssen Sie nur einen Rechtsbeistand engagieren und können die Anwaltskosten bei Scheidung teilen.

6. Ist die Scheidung online ohne Anwalt möglich?

Der Begriff der Online-Scheidung kann den Eindruck erwecken, dass der Prozess ohne anwaltliche Beratung durchgeführt werden kann. Allerdings ist die Scheidung online nur eine vereinfachte Methode, einen Anwalt zu beauftragen. Der Prozess unterscheidet sich nicht vom herkömmlichen Scheidungsverfahren.

Bei jeder Scheidung gilt ein Anwaltszwang gemäß § 114 FamFG. Das bedeutet:

  • Nur ein zugelassener Anwalt darf den Scheidungsantrag beim Familiengericht einreichen.
  • Wenn Sie und Ihr Ehepartner sich einvernehmlich scheiden lassen wollen, reicht die Beauftragung einer juristischen Vertretung.
  • Eine Online-Scheidung ohne Rechtsbeistand ist nicht möglich.

 

Beachten Sie, dass ein Anwalt in jedem Fall nur die Interessen der Partei vertreten darf, die ihn beauftragt hat. Sollte es Unklarheiten oder Differenzen zwischen Ihnen und Ihrem Ehepartner geben, kann es hilfreich sein, wenn beide Parteien die Unterstützung eines eigenen Rechtsbeistands haben.

 

Alternativ können Sie zunächst beide einen eigenen Anwalt beauftragen, um sich über die Scheidungsfolgen zu einigen. Wenn die Differenzen ausgeräumt sind, reicht ein Anwalt für die weitere Bearbeitung des Verfahrens.

Wie kann mir ein Anwalt helfen?

Ein Anwalt für Scheidungrecht kann Sie zu Unterhaltsvereinbarungen, Sorgerechtsbestimmungen und Vermögensaufteilung beraten und ein faires Verfahren sicherstellen.

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Dank der digitalen Kommunikation können Sie mit Ihrem Anwalt jederzeit in Kontakt treten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

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Ratgeber Mockup

7. FAQ: Das Wichtigste zur Scheidung online

Bei einer Scheidung online verläuft die gesamte Kommunikation mit dem Anwalt per E-Mail, Telefon, Fax oder Post. Persönliche Termine sind möglich, in der Regel jedoch nicht notwendig.

Eine Online-Scheidung lohnt sich vor allem für Eheleute, die sich einvernehmlich scheiden lassen wollen und bereits alle Folgen und Ansprüche geklärt haben.

Ja, denn die Eheleute können viel Zeit sparen. Zum einen erübrigt sich die persönliche Suche nach einem Rechtsbeistand. Zum anderen sind die Eheleute durch den Verzicht auf persönliche Termine ortsungebunden und sparen Zeit durch die entfallenden Anfahrten.

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Beitrag von
Erik Münnich
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Erik Münnich stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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