Kostenlose Anfrage

Besuchsrecht: Gleiches Recht für Mutter & Vater | Zum Wohl des Kindes

Besuchsrecht: Gleiches Recht für Mutter & Vater | Zum Wohl des Kindes
Focus Money - Höchste Weiterempfehlung - Online-Rechtsberatung

Sie suchen
einen Anwalt?

So funktioniert advocado

Keine aufwendige Suche oder langes Warten auf Kanzleitermine. Sie schildern Ihr Anliegen einfach online und der passende advocado Partner-Anwalt meldet sich innerhalb von zwei Stunden bei Ihnen (Mo.-Fr. 9-18 Uhr).

In einer kostenlosen Ersteinschätzung bespricht der Anwalt Ihr Anliegen mit Ihnen und erläutert Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

Sie können jederzeit und von überall auf Ihren Online-Kundenbereich zugreifen. Hier verwalten Sie mit wenigen Mausklicks alle Dokumente, kommunizieren per Nachricht oder Videochat mit Ihrem Anwalt und sehen den Status Ihres Falls.

  1. Einfach Rechtsfrage eingeben
  2. Rechtsanwalt finden lassen
  3. Ersteinschätzung per Telefon – kostenlos!
Rechtsfrage eingeben

In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, ob es gesetzliche Regelungen zum Besuchsrecht gibt, wie das Besuchsrecht an Feiertagen und in den Ferien gestaltet ist und was Sie tun können, wenn sich ein Elternteil querstellt.

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Was ist das Besuchsrecht?

2. Gibt es gesetzliche Regelungen zum Besuchsrecht?

3. Orientierungspunkt: Alter des Kindes

4. Wie ist das Besuchsrecht an Feiertagen und in den Ferien geregelt?

5. Kann das Besuchsrecht ausgeschlossen werden?

6. Was, wenn sich ein Elternteil querstellt?

7. Was sonst noch zu beachten ist

 

1. Besuchsrecht – was ist das eigentlich?

Das Besuchsrecht, oder auch Umgangsrecht, unterstützt die Bindung des Kindes zu beiden Elternteilen nach einer Trennung. Laut § 1684 BGB haben sowohl beide Elternteile ein Recht auf den Umgang mit dem Kind, wie auch das Kind ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen hat. Ob die Elternteile verheiratet waren oder nicht, spielt beim Besuchsrecht keine Rolle.

Das Besuchsrecht kann zu Streit zwischen den Elternteilen führen – entweder weil der getrennte Partner es nicht regelmäßig und zuverlässig (oder gar nicht) wahrnimmt oder seine Kinder gerne öfter sehen möchte. Ein solcher Konflikt kann auch beim Anwalt und vor Gericht enden. Das Besuchs- bzw. Umgangsrecht ist gleichzeitig auch eine Pflicht für die Eltern!

 

2. Regelungen zum Besuchsrecht

Das Besuchsrecht wird zwar im BGB ausdrücklich genannt, aber eine gesetzliche Regelung zur Ausübung gibt es nicht. Wann, wie und wo das Besuchsrecht ausgeführt wird, wird also von Fall zu Fall individuell entschieden. Allerdings bleibt die Umgangszeit immer hinter den Betreuungszeiten des Elternteils zurück, bei dem das Kind lebt (OLG Brandenburg, Beschluss v. 07.06.2012, Az.: 15 UF 314/11). Auch wenn kein Sorgerecht vorliegt, besteht ein Besuchsrecht – ausgenommen sind natürlich Fälle, bei denen das Kindeswohl dadurch gefährdet werden würde.

Im Sinne des Kindeswohls müssen Eltern zunächst versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Als erste Hilfestellung kann eine Beratung beim Jugendamt sinnvoll sein. Wenn eine Einigung jedoch nicht möglich ist, kann ein Anwalt zu Rate gezogen und das Familiengericht eingeschaltet werden. Dies muss allerdings das letzte Mittel sein.

 

3. Besuchsrecht am Alter des Kindes orientieren

Da es keine gesetzlich festgelegten Regelungen für das Besuchsrecht gibt, werden die Zeiten individuell vereinbart und angepasst. Zur Orientierung kann dabei das Alter des Kindes dienen:

  • Babys brauchen Kontinuität. Es kann sinnvoll sein, wenn Besuche häufig stattfinden, allerdings nicht sehr lang sind und sich in der vertrauten Umgebung des Kindes abspielen.
  • Auch für Kleinkinder sind geregelte Abläufe wichtig, um die Bindung zum anderen Elternteil zu wahren oder aufzubauen. Auch hier können Besuche häufig stattfinden, auch Übernachtungen sind durchaus denkbar, sofern eine enge Bindung zwischen Elternteil und Kind besteht.
  • Schulkinder können z. B. hauptsächlich an den Wochenenden besucht werden. Dabei gilt meist die Standardregel, dass das Kind jedes zweite Wochenende bei dem oder mit dem besuchsberechtigten Elternteil verbringt. In diesem Alter können jedoch durchaus schon die Wünsche und Pläne des Kindes bedacht werden, falls es anderweitige Freizeitaktivitäten geplant hat.
  • Jugendliche haben meist eigene Interessen, denen sie vor allem an den Wochenenden nachgehen möchten. Es kann ratsam sein, auf diese trotz Besuchsrecht Rücksicht zu nehmen, um das Verhältnis nicht zu gefährden.

Diese Regelungen können individuell und nach bestem Wissen und Gewissen zwischen den Eltern getroffen werden. Ist allerdings keine friedliche Einigung in Aussicht, kann eine Beratung durch einen Anwalt für Familienrecht sinnvoll sein, um ein möglichst schnelles Konfliktende herbeizuführen.

 

4. Besuchsrecht: Feiertage und Ferien

Getrennte Eltern stellen sich natürlich oft die Frage, wie zu besonderen Zeiten wie Ferien und Feiertagen mit dem Besuchsrecht umgegangen werden kann. Es können beispielsweise die Ferien geteilt werden und jedes Elternteil nach Belieben den Urlaub mit dem Kind verbringen. Die Bestimmung des Urlaubsortes dürfen dabei nicht nur der Sorgeberechtigte, sondern durchaus auch der Besuchsberechtigte vornehmen. Feiertage wie Weihnachten und Ostern können ebenfalls nach Absprache aufgeteilt werden.

 

Anwalt Besuchsrecht Rechtsanwalt Rechtsberatung

 

5. Ausschluss des Besuchsrechts

Bei einer Gefährdung des Kindeswohls kann das Besuchsrecht natürlich durchaus ausgeschlossen werden. Das Familiengericht entscheidet dann nach § 1684 III BGB. Auslöser für einen solchen richterlichen Beschluss können zum Beispiel eine drohende Kindesentführung oder Gewalt sein. Anhaltender Streit der Eltern ist kein Grund dafür, ebenso wenig ein Kind, was schlicht und ergreifend keine Lust hat, ein Elternteil zu sehen. Dieser Wunsch müsste fundiert sein und lange bestehen, um das Besuchsrecht auszuschließen.

 

6. Was, wenn sich ein Elternteil querstellt?

Der Umgang des Kindes mit beiden Elternteilen muss nicht nur ermöglicht, sondern sogar gefördert werden. Versucht ein Elternteil dauerhaft und bewusst, den Kontakt zu boykottieren, verstößt derjenige damit gegen § 1684 II BGB. Ein solches Vorgehen schadet nicht nur dem Kind, sondern kann diverse Folgen mit sich bringen.

Der betreuungsberechtigte Elternteil kann sich so schadensersatzpflichtig machen. Zum Beispiel muss der Reisepreis ersetzt werden, falls eine geplante Reise mit dem gemeinsamen Kind aktiv verhindert wird. Außerdem kann durch das Familiengericht ein Ordnungsgeld verhängt werden, wenn gegen gerichtlich festgelegte Umgangsregelungen verstoßen wird.

Eine sogenannte Umgangspflegschaft kann dem betreuungsberechtigten Elternteil ebenfalls auferlegt werden. Ein Umgangspfleger kann dann die Herausgabe des Kindes verlangen. Diese Art von Pflegschaft ist allerdings befristet.

Außerdem kann der betreuungsberechtigte Elternteil seinen nachehelichen Unterhalt aufs Spiel setzen, indem er den Kontakt boykottiert. Das ist allerdings nur in schwerwiegenden Fällen möglich, zum Beispiel bei einem absichtlichen Umzug mit dem Ziel, den Kontakt zu unterbinden.

Ein Sorgerechtsentzug kommt nur bei Fällen zum Einsatz, die mit anderen Mitteln nicht zu klären sind.

Stellt sich Ihr ehemaliger Partner also quer, können Sie sich bei einer Rechtsberatung über die Möglichkeiten in Ihrer Situation aufklären lassen.

 

7. Besuchsrecht: Was sonst zu beachten ist

Das Besuchsrecht muss immer zum Wohl des Kindes ausgeübt werden. Um dieses nicht zu gefährden und dem Kind eine zusätzliche Belastung zu ersparen, sind einige Punkte zu beachten. Eine große Rolle spielt natürlich der Grad der Vertrautheit zwischen dem Kind und dem besuchsberechtigten Elternteil. Dabei ist zu unterscheiden werden, ob sich beide erst kennenlernen müssen oder vorher bereits ein längeres Zusammenleben stattgefunden hat. Muss sich die Beziehung erst festigen, können die Besuche vorerst kurz gehalten werden, um das Kind nicht zu überfordern.

Um den Lebensalltag des Kindes so wenig wie möglich zu beeinflussen, können Rituale beibehalten werden. Dazu zählen zum Beispiel das Schlafengehen, Essen und die Kontakte zu Freunden und Familie. All das muss dann bei den Besuchszeiten eingeplant werden.

Bildquellen Copyright (c): yiorgosgr, berlinimpressions – 123rf.com

Hat Ihnen der Beitrag
weitergeholfen?
4.028 Leser finden diesen Beitrag hilfreich.
Beitrag von
Beatrice Schiller
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Beatrice Schiller stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
Das tut uns leid!
Bitte teilen Sie uns mit, warum Ihnen der Beitrag nicht geholfen hat.
Ihr Feedback
Bitte addieren Sie 8 und 9.
 
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Bleiben Sie immer up-to-date: Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Rechtsthemen und bietet Ihnen hilfreiche Tipps.
Hiermit bestätige ich, dass ich Newsletter der advocado GmbH erhalten möchte und willige dazu ein, dass meine abgefragten Daten hierzu verwendet werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Informationen finde ich hier: Datenschutzerklärung einsehen
Redaktionsrichtlinien
Die juristische Redaktion von advocado verfasst jeden Ratgeber-Beitrag nach strengen Qualitätsrichtlinien. In engem Austausch mit unseren Partner-Anwälten sorgen wir für die Richtigkeit der Inhalte. Der Ratgeber soll Ihnen erste Informationen zu Rechtsthemen bieten, kann jedoch keine anwaltliche Beratung leisten. Schildern Sie uns Ihr Anliegen für die kostenlose Ersteinschätzung von einem spezialisierten Anwalt.