Wohnrecht auf Lebenszeit

 

 

Ein Wohnrecht auf Lebenszeit – für fast jeden Mieter ein großes Glück, kann er doch nicht mehr so einfach seine Wohnung oder sein Haus verlieren. Sein gewohntes Umfeld bis zum Tode behalten zu können, wird von vielen als großer Luxus empfunden. Für den Vermieter kann aber genau dieser Umstand zu großen Schwierigkeiten führen. Was das Wohnrecht genau umfasst, wie es auszustellen ist und ob es Möglichkeiten gibt, den Vertrag aufzuheben, werden im Folgenden erläutert.

Wohnrecht auf Lebenszeit
Wohnrecht auf Lebenszeit - wie wird das Wohnrecht rechtlich wirksam?

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie, was ein Wohnrecht auf Lebenszeit ist, wie das Wohnrecht rechtlich wirksam wird und welche Kosten das Wohnrecht auf Lebenszeit verursacht. 

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein Wohnrecht auf Lebenszeit?
2. Wie wird das Wohnrecht rechtlich wirksam?
3. Kosten, die die Beantragung des Wohnrechts verursacht
4. Wie erlischt das Wohnrecht?
5. Kann man das Wohnrecht in Geldansprüche umwandeln?
6. PRAXISTIPP: Rechtsberatung 

 

1. Was ist ein Wohnrecht auf Lebenszeit?

Wer ein Wohnrecht auf Lebenszeit zugesprochen bekommt, ist berechtigt, bis zu seinem Tod in einem Gebäude oder einer Wohnung zu leben, die nicht sein Eigentum ist. Laut § 1093 BGB ist der Wohnrechtinhaber sogar berechtigt, den Eigentümer des Wohnraums von eben diesem ausschließen. Weniger umfangreich ist das in § 1090 BGB geregelte Wohn- und Mitbenutzungsrecht. Ein Dauerwohnrecht, wie es in den Paragraphen 31 ff. WEG (Wohnungseigentumsgesetz) beschrieben wird, kann anders als das Wohnrecht veräußert und vererbt werden. Das Wohnrecht ist weiterhin von der Benutzungsdienstbarkeit zu unterscheiden. Letztere umfasst laut § 1018 BGB nur die Benutzung eines Grundstückes in einzelnen Beziehungen wie zum Beispiel ein Wegerecht. Das Wohnrecht hingegen umfasst ein vollständiges Benutzungsrecht.

 

2. Wie wird das Wohnrecht auf Lebenszeit rechtlich wirksam?

Da das Wohnrecht, wie im Folgenden erläutert, nur unter sehr engen Voraussetzungen annulliert werden kann, sollte man die Ausfertigung eines Wohnrechtvertrages einem Rechtsanwalt überlassen. Anschließend muss das Schreiben notariell beglaubigt und die Abmachung in das Grundbuch des Gebäudes eintragen werden. Erst mit dem letzten Schritt wird das Wohnrecht endgültig gesichert.

 

3. Wohnrecht auf Lebenszeit: Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wie oben beschrieben, benötigt man für die Veranlassung eines Wohnrechts auf Lebenszeit einen Rechtsanwalt und einen Notar. Die Notar- und Gerichtsgebühren sind gesetzlich festgelegt und orientieren sich am Wert des Wohnrechts. Dieser richtet sich nach dem Alter des Begünstigten und dem Jahreswert der bewohnten Räumlichkeiten. Grundsätzlich können Sie den Vertrag, der das Wohnrecht auf Lebenszeit regelt, eigenständig und handschriftlich aufsetzen. Um Form- und Verfahrensfehler, die Sie benachteiligen könnten, auszuschließen, ist die Mithilfe eines Anwalts eine sinnvolle Investition. Haben Sie während der Rechtsberatung ein zufriedenstellendes Schreiben aufgesetzt, können Sie beim Notar sparen. Muss dieser nämlich nur Ihre Unterschriften (sowohl die des Vermieters als auch die der Person, die das Wohnrecht erhält) für ca. 20 bis 70 € beglaubigen.

 

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4. Wohnrecht auf Lebenszeit: Wann erlöscht es?

… im Normalfall

Im Normalfall erlischt das Wohnrecht auf Lebenszeit erst mit dem Tod. Zu einem früheren Zeitpunkt kann dieses Recht lediglich im beiderseitigem Einverständnis aufgehoben werden. Die Aufhebung erfolgt allerdings ebenso wie die Beantragung nur durch einen notariellen Vertrag.

… durch Entzug

Aus Vermietersicht wünscht man sich gelegentlich die Möglichkeit des Entzugs des Wohnrechts. Unter anderem dann, wenn der Mieter, der ein Wohnrecht auf Lebenszeit hat, die Mietvertragsvereinbarungen verletzt, indem er zum Beispiel die Wohnung verkommen lässt. Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen können Sie in so einem Fall das Wohnrecht zurückerlangen:

- Sie haben vom Gericht Schadensersatz oder einen Unterlassungsanspruch zugesprochen bekommen,

- das lebenslange Wohnrecht ist von Beginn an nicht auf den jetzigen Mieter/in beschränkt, sondern auf Dritte übertragbar,

- es kommt zu einer Zwangsvollstreckung z. B. des Schadensersatzes gegen den oder die Mieter/in, in dessen Rahmen eine Pfändung des Wohnrechts stattfindet und an Sie zurückübertragen wird.

Haben Sie Ärger mit Ihrem Mieter? Dann nehmen Sie zu einem unserer qualifizierten Anwälte Kontakt auf.

… durch Kündigung des Wohnrechtinhabers

Selbst als Mieter können Sie das Wohnrecht nicht kündigen. Das Wohnrecht erlischt nur durch Aufhebung (s. o.) oder kraft Gesetzes, wenn die Ausübung des Rechts aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen dauernd ausgeschlossen ist. Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, um abzuwägen, ob ein solcher Grund bei Ihnen vorliegt. Ebenso liegt kein Kündigungsgrund vor, wenn der Mieter den Wohnraum nicht nutzt, obwohl er ein Wohnrecht hat.

 

5. Kann man das Wohnrecht auf Lebenszeit in Geldansprüche umwandeln?

Wenn man das Wohnrecht nun weder von der Seite des Vermieters noch seitens des Mieters kündigen kann, ist vielleicht eine Ausgleichszahlung möglich? Nur in den seltensten Fällen. Es kommt vor, dass die Geschäftsgrundlage wegfällt, eine Anpassung (beispielsweise eine Umwandlung in einen Geldanspruch) des Grundgeschäfts ist aber nur dann möglich, wenn die Änderungen nicht vorhersehbar waren (BGH 2009, Az. 1348). Kann der Berechtigte sein lebenslanges Wohnrecht wegen eines Umzuges in ein Pflegeheim nicht ausüben, handelt es sich nur dann um eine Störung der Geschäftsgrundlage, wenn der Heimaufenthalt dauerhaft erforderlich ist und die Vertragsparteien nicht mit dem Eintritt dieses Umstands gerechnet haben. Bei Senioren muss man allerdings damit rechnen, dass sie zu gegebener Zeit pflegebedürftig werden. Ob in Ihrem Fall eventuell eine ergänzende Vertragsauslegung einen Geldanspruch begründen könnte, sollten Sie mit einem Anwalt besprechen.

Eine weitere Möglichkeit, das Wohnrecht in Geld umzuwandeln, besteht darin, sich einen Untermieter zu suchen. Die Mietzahlung können so gesehen als Ausgleichszahlung dienen. Für die Weitervermietung benötigen Sie allerdings die Genehmigung des Eigentümers. Es ist also schwierig, aus dem Wohnrecht einen Geldanspruch geltend zu machen. Wer dies dennoch unbedingt durchsetzen möchte, sollte eine Rechtsberatung aufsuchen und sich mögliche Vorgehensweisen erläutern lassen.

 

6. Tipp: Rechtsberatung

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