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Wohnrecht auf Lebenszeit

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In diesem Artikel erfahren Sie, was ein Wohnrecht auf Lebenszeit ist, wie das Wohnrecht rechtlich wirksam wird und welche Kosten das Wohnrecht auf Lebenszeit verursacht. 

 

1. Was ist ein Wohnrecht auf Lebenszeit?

Wer ein Wohnrecht auf Lebenszeit zugesprochen bekommt, ist berechtigt, bis zu seinem Tod in einem Gebäude oder einer Wohnung zu leben, die nicht sein Eigentum ist. Laut § 1093 BGB ist der Wohnrechtinhaber sogar berechtigt, den Eigentümer des Wohnraums von eben diesem ausschließen. Weniger umfangreich ist das in § 1090 BGB geregelte Wohn- und Mitbenutzungsrecht. Ein Dauerwohnrecht, wie es in den Paragraphen 31 ff. WEG (Wohnungseigentumsgesetz) beschrieben wird, kann anders als das Wohnrecht veräußert und vererbt werden. Das Wohnrecht ist weiterhin von der Benutzungsdienstbarkeit zu unterscheiden. Letztere umfasst laut § 1018 BGB nur die Benutzung eines Grundstückes in einzelnen Beziehungen wie zum Beispiel ein Wegerecht. Das Wohnrecht hingegen umfasst ein vollständiges Benutzungsrecht.

 

2. Wie wird das Wohnrecht auf Lebenszeit rechtlich wirksam?

Da das Wohnrecht, wie im Folgenden erläutert, nur unter sehr engen Voraussetzungen annulliert werden kann, sollte man die Ausfertigung eines Wohnrechtvertrages einem Rechtsanwalt überlassen. Anschließend muss das Schreiben notariell beglaubigt und die Abmachung in das Grundbuch des Gebäudes eintragen werden. Erst mit dem letzten Schritt wird das Wohnrecht endgültig gesichert.

 

3. Wohnrecht auf Lebenszeit: Welche Kosten entstehen?

Wie oben beschrieben, benötigt man für die Veranlassung eines Wohnrechts auf Lebenszeit einen Rechtsanwalt und einen Notar. Die Notar- und Gerichtsgebühren sind gesetzlich festgelegt und orientieren sich am Wert des Wohnrechts. Dieser richtet sich nach dem Alter des Begünstigten und dem Jahreswert der bewohnten Räumlichkeiten. Grundsätzlich können Sie den Vertrag, der das Wohnrecht auf Lebenszeit regelt, eigenständig und handschriftlich aufsetzen. Um Form- und Verfahrensfehler, die Sie benachteiligen könnten, auszuschließen, ist die Mithilfe eines Anwalts eine sinnvolle Investition. Haben Sie während der Rechtsberatung ein zufriedenstellendes Schreiben aufgesetzt, können Sie beim Notar sparen. Muss dieser nämlich nur Ihre Unterschriften (sowohl die des Vermieters als auch die der Person, die das Wohnrecht erhält) für ca. 20 bis 70 € beglaubigen.

 

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4. Wohnrecht auf Lebenszeit: Wann erlöscht es?

Im Normalfall erlischt das Wohnrecht auf Lebenszeit erst mit dem Tod. Zu einem früheren Zeitpunkt kann dieses Recht lediglich im beiderseitigem Einverständnis aufgehoben werden. Die Aufhebung erfolgt allerdings ebenso wie die Beantragung nur durch einen notariellen Vertrag.

 

Entzug des Wohnrechts

Aus Vermietersicht wünscht man sich gelegentlich die Möglichkeit des Entzugs des Wohnrechts. Unter anderem dann, wenn der Mieter, der ein Wohnrecht auf Lebenszeit hat, die Mietvertragsvereinbarungen verletzt, indem er zum Beispiel die Wohnung verkommen lässt. Nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen können Sie in so einem Fall das Wohnrecht zurückerlangen:

- Sie haben vom Gericht Schadensersatz oder einen Unterlassungsanspruch zugesprochen bekommen,

- das lebenslange Wohnrecht ist von Beginn an nicht auf den jetzigen Mieter/in beschränkt, sondern auf Dritte übertragbar,

- es kommt zu einer Zwangsvollstreckung z. B. des Schadensersatzes gegen den oder die Mieter/in, in dessen Rahmen eine Pfändung des Wohnrechts stattfindet und an Sie zurückübertragen wird.

Haben Sie Ärger mit Ihrem Mieter? Dann nehmen Sie zu einem unserer qualifizierten Anwälte Kontakt auf.

 

Kündigung des Wohnrechtinhabers

Selbst als Mieter können Sie das Wohnrecht nicht kündigen. Das Wohnrecht erlischt nur durch Aufhebung (s. o.) oder kraft Gesetzes, wenn die Ausübung des Rechts aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen dauernd ausgeschlossen ist. Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, um abzuwägen, ob ein solcher Grund bei Ihnen vorliegt. Ebenso liegt kein Kündigungsgrund vor, wenn der Mieter den Wohnraum nicht nutzt, obwohl er ein Wohnrecht hat.

 

5. Kann man das Wohnrecht auf Lebenszeit in Geldansprüche umwandeln?

Wenn man das Wohnrecht nun weder von der Seite des Vermieters noch seitens des Mieters kündigen kann, ist vielleicht eine Ausgleichszahlung möglich? Nur in den seltensten Fällen. Es kommt vor, dass die Geschäftsgrundlage wegfällt, eine Anpassung (beispielsweise eine Umwandlung in einen Geldanspruch) des Grundgeschäfts ist aber nur dann möglich, wenn die Änderungen nicht vorhersehbar waren (BGH 2009, Az. 1348). Kann der Berechtigte sein lebenslanges Wohnrecht wegen eines Umzuges in ein Pflegeheim nicht ausüben, handelt es sich nur dann um eine Störung der Geschäftsgrundlage, wenn der Heimaufenthalt dauerhaft erforderlich ist und die Vertragsparteien nicht mit dem Eintritt dieses Umstands gerechnet haben. Bei Senioren muss man allerdings damit rechnen, dass sie zu gegebener Zeit pflegebedürftig werden. Ob in Ihrem Fall eventuell eine ergänzende Vertragsauslegung einen Geldanspruch begründen könnte, sollten Sie mit einem auf Wohnrecht spezialisierten Anwalt besprechen.

Eine weitere Möglichkeit, das Wohnrecht in Geld umzuwandeln, besteht darin, sich einen Untermieter zu suchen. Die Mietzahlung können so gesehen als Ausgleichszahlung dienen. Für die Weitervermietung benötigen Sie allerdings die Genehmigung des Eigentümers. Es ist also schwierig, aus dem Wohnrecht einen Geldanspruch geltend zu machen. Wer dies dennoch unbedingt durchsetzen möchte, sollte eine Rechtsberatung aufsuchen und sich mögliche Vorgehensweisen erläutern lassen.

Bildquellen Copyright (c): Brian Jackson, Vasilii Shestakov – 123rf.com

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Beitrag von
Kerstin Brouwer
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Kerstin Brouwer stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.

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