Pflegegradrechner 2020: Pflegegrad berechnen & Leistungsanspruch ermitteln

Jasmin Leßmöllmann

Juristische Redaktion

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Jasmin Leßmöllmann (jur. Redaktion)  |   Stand:

Pflegegradrechner 2020: Pflegegrad berechnen & Leistungsanspruch ermitteln

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Der Pflegegradrechner für Kinder & Erwachsene
  2. Wie wird der Pflegegrad berechnet?
  3. Wie viel Pflegegeld steht mir zu?
  4. So erhalten Sie den Pflegegrad, der Ihnen zusteht
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Pflegegrad erhalten

Zusammenfassung

Mit dem kostenfreien Pflegegradrechner für Kinder und Erwachsene überprüfen Sie, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt, berechnen den voraussichtlichen Pflegegrad und ermitteln, ob eine Höherstufung angemessen ist. Der Rechner unterstützt Sie zudem in der Vorbereitung auf den Begutachtungstermin mit dem Medizinischen Dienst.

 

1. Der Pflegegrad­rechner für Kinder & Erwachsene

Mit dem kostenfreien Pflegegradrechner für Kinder und Erwachsene ermitteln Sie, ob Pflegebedürftigkeit vorliegt, berechnen den voraussichtlichen Pflegegrad und können überprüfen, ob eine Höherstufung und zusätzliche Pflegeleistungen wegen der Verschlechterung des Gesundheitszustandes angemessen ist:

 

 

Mit dem Pflegegeldrechner ermitteln Sie, wie viel Pflegegeld Ihnen je nach Pflegegrad zusteht:

 

 

Mit Pflegegeld- und Pflegegradrechner bereiten Sie sich oder Ihre Angehörigen bestmöglich auf den Besuchstermin mit einem Gutachter des MDK (= Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) vor. Der Pflegegradrechner liefert schnell und unkompliziert Antworten auf alle relevanten Fragen zu Pflegebedarf und Pflegegrad:

  • Besteht ein Bedarf an Pflegeleistungen?
  • Welcher Pflegegrad entspricht meinem Bedarf?
  • Hat sich mein Pflegebedarf erhöht?
  • Sollte ich eine Anpassung bzw. Höherstufung beantragen?
  • Wie viel Pflegegeld steht mir zu?

 

2. Wie wird der Pflegegrad berechnet?

In Deutschland haben Pflegebedürftige unter folgenden Voraussetzungen einen staatlich gesicherten Leistungsanspruch gegenüber der Pflegeversicherung:

  • Es besteht für mindestens 6 Monate ein Bedarf an Pflegeleistungen, der durch einen MDK-Gutachter bestätigt wird.
  • Die Situation des Pflegebedürftigen bessert sich nicht durch Rehabilitationsleistungen.

Wenn Pflegebedürftige Leistungen der Pflegeversicherung beantragen, kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (MDK) zum Hausbesuch.

Der Gutachter berechnet den Pflegegrad des Antragstellers mithilfe von 6 Modulen:

 

Infografik: Pflegegradrechner: Wie wird der Pflegegrad berechnet?

 

Modul

Gewich- tung

Beispiele für Einzelkriterien

1. Mobilität

10 %

Körperhygiene, Treppensteigen, Halten einer Sitzposition & Positionswechsel

2 Kognitive & kommunikative Fähigkeiten

7,5 %

Orientierung, Erinnerungsvermögen, Entscheidungsfindung, Interaktion mit anderen Personen

3 Verhaltensweisen & psychische Problemlagen

7,5 %

Verhaltensauffälligkeiten: Unruhe, Aggressionen, Ängste, Wahnvorstellungen, Apathie, Depressionen

4 Selbstversorgung

40 %

Körperhygiene, Ernährung, An- & Ausziehen, Umgang mit Schonkost u. a.

5 Umgang mit Anforderungen & Belastungen

 

20 %

Medikation: Injektionen, Verbandswechsel;,

Arztbesuche, Frühförderung bei Kindern, Einhalten krankheitsbedingter Vorschriften

6 Alltagsleben & soziale Kontakte

15 %

Beschäftigung & Alltagsgestaltung, Interaktion mit anderen Personen, Ruhen & Schlafen

 

Die einzelnen Modulpunkte haben eine unterschiedliche Bedeutung für das alltägliche Leben (= Gewichtung).

Durch Addition der Modulpunkte ergibt sich der Pflegegrad:

  • Pflegegrad 1 (12,5–26,5 Punkte): geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit bzw. der Fähigkeiten
  • Pflegegrad 2 (27–47,5 Punkte): erhebliche Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 3 (48–69,5 Punkte): schwere Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 4 (70–89,5 Punkte): schwerste Beeinträchtigung
  • Pflegegrad 5 (90–100 Punkte): schwerste Beeinträchtigung & besondere Anforderungen an pflegerische Versorgung

 

3. Wie viel Pflegegeld steht mir zu?

Die Pflegekasse zahlt nur bei häuslicher Pflege durch Angehörige oder Bekannte 100 % des Pflegegelds. Übernimmt ein professioneller Dienstleister die Pflege, gewährt die Pflegekasse Sachleistungen und kürzt das Pflegegeld entsprechend.

Wie viel Pflegegeld die Pflegekasse zahlt hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Berechneter Pflegegrad
  • Art der Versorgung des Pflegebedürftigen

 

 

Ambulant

Stationär

Pflege-
grad

Pflegegeld

Pflegesach- leistungen

Teilstationäre Pflege

Vollstationäre Pflege

1

0

0

0

125 €

2

316 €

689 €

689 €

770 €

3

545 €

1.298 €

1.298 €

1.262 €

4

728 €

1.612 €

1.612 €

1.775 €

5

901 €

1.995 €

1.995 €

2.005 €

 

Sonderfall Bayern: Unabhängig vom Pflegegeld der Pflegeversicherung können Pflegebedürftige in Bayern das sogenannte Landespflegegeld in Höhe von 1.000 € jährlich beantragen, wenn sie einen Pflegegrad von mindestens 2 und ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben.

 

Welche Besonderheiten gelten für Kinder?

Durch das neue Begutachtungssystem sind Kinder Erwachsenen gleichgestellt. Da Kinder jedoch generell mehr Unterstützung brauchen als Erwachsene, stellt der Gesetzgeber hohe Anforderungen an die Begutachtung von Kindern:

  • Der MDK setzt erfahrene Gutachter mit spezifischen Qualifikationen ein.
  • Der Gutachter bewertet, inwiefern Selbstständigkeit und Fähigkeiten des Kindes von denen gleichaltriger Kinder abweichen.
  • Besteht Pflegebedarf, erhält das Kind die gleichen Leistungen wie ein erwachsener Pflegebedürftiger.
  • Bei Kindern unter 18 Monaten prüft der Gutachter nicht alle Lebensbereiche, weshalb Kleinkinder grundsätzlich einen höheren Pflegegrad erhalten.

Mit rund 75 % ist die Ablehnungsquote bei einem Pflegegrad für Kinder deutlich höher als bei Erwachsenen. Säuglinge & Kleinkinder erhalten oft keinen oder nur einen zu geringen Pflegegrad.

 

► Sie vermuten, dass die Begutachtung Ihres Kindes nicht korrekt erfolgt ist und möchten gegen den Bescheid der Pflegeversicherung vorgehen?

► Mit dem Pflegegradrechner lässt sich auch der Anspruch Ihres Kindes überprüfen.

► Mit der Online-Rechtsberatung über advocado erhalten Sie innerhalb von 2 Stunden nach Ihrer Anfrage Hilfe vom Anwalt für Pflegerecht. Er informiert wie Sie eine angemessene Pflegegrad-Einstufung für Ihr Kind erhalten.

Jetzt Anliegen schildern & Pflegegrad-Einstufung prüfen lassen.

 

4. So erhalten Sie den Pflegegrad, der Ihnen zusteht

Für die Einschätzung des Pflegegrades steht dem Gutachter nur begrenzt Zeit zur Verfügung – man spricht auch vom Problem der Momentaufnahme. Wenn der Pflegebedürftige am Tag der Begutachtung überdurchschnittlich fit war und aus Scham z. B. seine Inkontinenz verschwiegen hat, kommt es zur Fehleinschätzung.

Die Folge: Die Pflegeversicherung lehnt den Pflegegrad-Antrag ab oder Sie erhalten einen Pflegegrad, der nicht Ihrem Bedarf entspricht.

Wenn Sie vermuten, dass der Bescheid der Pflegekasse nicht dem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht, müssen Sie zeitnah handeln und binnen 4 Wochen nach Zugang des Bescheid Widerspruch gegen den Pflegegrad einlegen.

 

Da nach Expertenschätzung jeder 3. Widerspruch wegen Form- & Fristverstößen, fehlenden Dokumenten oder am Fassadenverhalten des Antragstellers scheitert, empfiehlt es sich, das Schreiben von einem Anwalt für Pflegeversicherungen absichern zu lassen.

 

Zur Ermittlung und Durchsetzung eines angemessenen Pflegegrades geht der Anwalt wie folgt vor:

  • Anspruch prüfen: Der Jurist sichtet MDK-Gutachten, Krankenunterlagen, den Bescheid der Pflegekasse, Pflegetagebuch (falls vorhanden) und die Berechnung des Pflegegrades. Sollten die Dokumente nicht für einen rechtssicheren Beweis ausreichen, beantragt er ein unabhängiges Gutachten, holt Zweitmeinungen ein oder sucht Zeugen, um den richtigen Pflegegrad zu bestimmen.
  • Schreiben an die Pflegekasse: Der Anwalt gewährleistet, dass Sie fristgerecht Widerspruch einlegen, alle wichtigen Inhalte im Schreiben enthalten sind und Sie einen Zugangsnachweis erhalten. Mit seiner fachlichen Begründung beweist er der Pflegekasse ausführlich Ihren Leistungsanspruch, indem er beispielsweise die Fehler im Gutachten herausstellt.
  • Anwaltlich absichern: Sollte die Pflegekasse Ihren Fall an einen Ausschuss übergeben, holt dieser erneut Stellungnahmen ein. Ein Anwalt stellt sicher, dass Sie dem Ausschuss bestmöglich gegenübertreten und schützt Sie vor taktischen Manövern.
  • Optionen abwägen: Wollen Sie den Ablehnungsbescheid nicht akzeptieren, können Sie beim Sozialgericht Klage einreichen oder nach 6 Monaten erneut einen Pflegegrad beantragen. Um einen aussichtslosen Rechtsstreit zu vermeiden, wägt er Chancen, Risiken und Kosten Ihrer möglichen Handlungsoptionen sorgfältig ab.
  • Anspruch verteidigen: Sollte eine Klage notwendig sein, um einen rechtmäßigen Anspruch durchzusetzen, übernimmt der Anwalt die Vertretung vor Gericht und maximiert die Erfolgschancen.

Mit dem Pflegegradrechner für Kinder und Erwachsene lässt sich der Pflegebedarf überprüfen. Hat die Pflegekasse einen zu geringen Pflegegrad bewilligt, erhalten Sie über advocado innerhalb von 2 Stunden nach Anfrage die Unterstützung eines auf Ihren Fall spezialisierten Anwalts.

In einem kostenfreien Erstgespräch prüft er Ihren Anspruch auf Pflegeleistungen und erläutert Ihnen das weitere Vorgehen zur Durchsetzung eines angemessenen Pflegegrades.

Sie möchten einen angemessenen
Pflegegrad erwirken?

Ein Anwalt erläutert Ihnen im kostenfreien Erstgespräch das mögliche Vorgehen gegen die Pflegeversicherung.

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Als Mitglied der juristischen Redaktion von advocado widmet sich Jasmin Leßmöllmann komplexen Fragestellungen aus dem Arbeits-, Medizin- und Erbrecht. Dabei ist sie bestrebt, dem Leser schwierige juristische Sachverhalte verständlich aufzubereiten und die beste Lösung anzubieten.

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