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Anzeige wegen Beleidigung - So erhalten Sie Schmerzensgeld

 

Anzeige wegen Beleidigung - So erhalten Sie Schmerzensgeld

 

 

Sie haben eine Anzeige wegen Beleidigung erhalten oder möchten eine Anzeige wegen Beleidigung schalten? Im Folgenden erfahren Sie hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Beleidigung.

Anzeige wegen Beleidigung - So erhalten Sie Schmerzensgeld
Anzeige wegen Beleidigung - man muss sich nicht alles gefallen lassen!

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, wie Sie sich gegen eine Beleidigung wehren können, ob Ihnen Schmerzensgeld zusteht und warum Ihnen hier ein Anwalt gut weiterhelfen kann. 

Dazu bieten wir Ihnen eine Erstberatung bei übler Nachrede, Beleidigung und Verleumdung an: Ein spezialisierter Rechtsanwalt bespricht mit Ihnen Möglichkeiten zu nachhaltigen Problemlösung. Zusätzlich klärt er Sie über potentielle Schmerzensgeldansprüche auf.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Was genau ist eine Beleidigung?
2. Wann keine Anzeige wegen Beleidigung in Frage kommt
3. Wann kommt eine Anzeige wegen Beleidigung in Betracht?
4. Wie wird eine Beleidigung bestraft?
5. Wie viel Geld muss für welche Beleidigung gezahlt werden?
6. Wie viel Schmerzensgeld kann ich nach einer Beleidigung bekommen?
7. Gibt es eine Beamtenbeleidigung?
8. Was kann ich tun, wenn eine Anzeige wegen Beleidigung gegen mich vorliegt?
9. PRAXISTIPP: So kann Ihnen ein Anwalt helfen

 

1. Was ist eine Beleidigung im juristischen Sinne gemäß § 185 StGB?

Beleidigung im Sinne des § 185 StGB bedeutet ein „Angriff auf die Ehre einer anderen Person durch die Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung.“ Abzugrenzen ist hierbei bloße Schmähkritik von Werturteilen. Bloße Schmähkritik umfasst insbesondere Schimpfworte wie „Arschloch“, „Nichtsnutz“ „Idiot“ etc. Hier kommt es dem Beleidiger gerade darauf an, dem Anderen in seiner Ehre zu verletzen, die Diffamierung steht im Vordergrund, die Kritik im Hintergrund. Dabei nutzt es auch nichts, wenn der Gegenüber faktisch wirklich ein Idiot ist. Dies ist keine sachgerecht artikulierte Kritik. Anders sieht es bei Werturteilen aus, diese sind durch das deutsche Grundgesetz von der Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG geschützt! Kritische Meinungsäußerungen dürfen daher nicht nach § 185 StGB bestraft werden. Ein geäußerter Vergleich polizeilicher Handlungen mit „SS-Methoden“, ist z. B. noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, so dass eine Anzeige wegen Beleidigung hier scheiterte.

► Sind Sie sicher, dass Sie nicht doch eher verleumdet worden Sind? Hier erfahren Sie, wann Sie eine Anzeige wegen Verleumdung schalten sollten.

 

2. Wann eine Anzeige wegen Beleidigung nicht in Frage kommt

Den Chef als Deppen zu beleidigen, wenn man mit der Familie zu Hause am Abendbrottisch sitzt, ist keine Beleidigung nach § 185 StGB, da es hier an der Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung nach außen fehlt! Daher können Sie dann auch nicht gekündigt werden, sollte doch noch etwas zum Chef durchdringen. Selbstgespräche, die ein anderer nur zufällig mithört, sind auch nicht nach außen kundgetan. Das nächste Mal, wenn Ihnen etwas nicht passt, erzählen Sie es sich also am besten selbst. Richten sich die Worte an eine gesamte, nicht abgegrenzte Gruppe (Kollektivbeleidigung), so ist auch diese straflos! Eine Anzeige wegen Beleidigung wird zum Beispiel scheitern, wenn Sie sich als Polizist durch den Schriftzug „A.C.A.B“ („all cops are bastards“) beleidigt fühlen.

 

3. Wann kommt eine Anzeige wegen Beleidigung in Betracht?

Es müssen nicht immer Worte sein! Auch das Antippen der Stirn, den sog. "Vogel" zeigen, oder das Herausstrecken des Mittelfingers stellen eine Beleidigung i. S. v. § 185 StGB dar. Auch das Äußern einer ehrenrührigen Tatsachenbehauptung gegenüber einer anderen Person ist eine Beleidigung, wenn gewusst wurde, dass die Behauptung nicht stimmt. Bspw. wenn man behauptet, jemand habe etwas gestohlen, obwohl man wusste, dass dies nicht stimmt. Das Duzen einer anderen Person ist auch eine Beleidigung und zwar dann, wenn damit eine Herabwürdigung der anderen Person zum Ausdruck gebracht werden soll. Ob dies der Fall war, entscheidet der Richter! Also lieber nicht den nächsten Polizisten duzen. Auch, wenn man jemanden anspuckt, liegt eine Beleidigung vor, da hierin eine Abwertung der anderen Person zu sehen ist. Eine Anzeige wegen Beleidigung macht dann auf jeden Fall Sinn.

 

4. Wie wird eine Beleidigung gem. § 185 StGB bestraft

Eine Beleidigung wird mit Freiheitsentzug bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe gesetzlich geahndet. Bei einer Beleidigung durch eine Tätlichkeit wird mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder mit Geldstrafe geahndet.

 

5. Was Sie nach einer Anzeige wegen Beleidigung zahlen dürfen

  • „Scheißbulle“ gegenüber Polizisten: 500 Euro
  • „Dumme Kuh“ gegenüber Kassiererin: 300 Euro
  • „Leck mich doch“ einem Falschparker zurufen: 300 Euro
  • Wohnungssuchenden  „Neger“ nennen: 2500 Euro
  • Mitarbeiter als „faulsten Mitarbeiter Deutschlands“ bloßstellen: 2500 Euro

 

Anwalt Anzeige wegen beleidigung

► Sie wurden beleidigt und möchten sich wehren? Im Rahmen einer Erstberatung bei übler Nachrede, Beleidigung und Verleumdung bespricht ein spezialisierter Anwalt Möglichkeiten zu nachhaltigen Problemlösung mit Ihnen. Zusätzlich klärt er Sie über potentielle Schmerzensgeldansprüche auf.

 

6. Schmerzensgeld einfordern

Wenn Sie Opfer einer Beleidigung geworden sind, sollten Sie sich diese nicht gefallen lassen. Neben einer strafrechtlichen Anzeige wegen Beleidigung können Sie auch auf Schmerzensgeld klagen. Wie viel Sie dabei bekommen, ist nicht gesetzlich festgelegt und liegt im Ermessen des Amtsrichters. Stefan Raab musste der Schülerin Lisa Loch einmal ein Schmerzensgeld von 70.000 Euro zahlen. Ein Anwalt hilft Ihnen dabei herauszufinden, ob für Sie die Voraussetzungen für eine Klage auf Schmerzensgeld vorliegen.

 

7. Gibt es die Beamtenbeleidigung?

Nein, die Beamtenbeleidigung gibt es nicht. Eine Beleidigung Beamten gegenüber ist nichts anderes als eine gewöhnliche Beleidigung im Sinne von § 185 StGB. Es handelt sich hierbei also um eine bloße Redewendung. Wahrscheinlich ist der Ausdruck zur Redewendung geworden, weil Beamte besonders häufig beleidigt werden.

 

8. Was kann ich tun, wenn eine Anzeige wegen Beleidigung gegen mich vorliegt?

Ruhe bewahren. Die Gerichte sind chronisch überlastet und stellen Verfahren bei kompetenter anwaltlicher Vertretung gern einfach so ein und wohlmöglich kommen Sie ohne Geldstrafe davon. Sie sollten Ihren Fall also in jedem Fall einen Anwalt schildern und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.

 

9. Tipp: So kann Ihnen ein Anwalt helfen

Ihr Anwalt setzt Ihre Forderungen durch oder verteidigt Sie so, dass Sie maximale Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens haben. Damit verbunden sind auch die Durchsetzung, bzw. das Abwenden von Schmerzensgeldforderungen.

 

► Sie wurden verleumdet und möchten sich wehren? Ein spezialisierter Rechtsanwalt bespricht mit Ihnen Möglichkeiten zu nachhaltigen Problemlösung. Zusätzlich klärt er Sie über potentielle Schmerzensgeldansprüche auf.

Die Beratung umfasst dabei folgende Punkte:

  • 30-minütiges Beratungsgespräch mit einem Anwalt 
  • Aufzeigen von Möglichkeiten zur nachhaltigen Problemlösung (z. B. Unterlassungsklage)
  • Beratung über potentielle Schmerzensgeldansprüche

Weitere Informationen zur Erstberatung bei übler Nachrede, Beleidigung und Verleumdung finden Sie hier.

 

 

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Bildquellen: ©  federicofoto,  gajus - 123rf.com





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