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Anzeige wegen Diebstahls – darauf ist jetzt zu achten

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Zusammenfassung

Wer vorsätzlich eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie für sich oder andere zu behalten, begeht einen Diebstahl. Ob versucht oder vollendet – Diebstahl ist eine Straftat und kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren bestraft werden.

 

Auf einen Blick

  • Einen Diebstahl begeht, wer für sich oder einen Dritten einem anderen eine bewegliche Sache wegnimmt.
  • Diebstahl ist eine Straftat und kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren bestraft werden.
  • Auch ein versuchter Diebstahl kann dieselbe Strafe zur Folge haben.
  • Handelt es sich um geringwertige Sachen oder ist der Täter ein Ersttäter, wird das Verfahren oft eingestellt.

1. Anzeige wegen Diebstahls – was muss ich wissen?

Ein Diebstahl liegt laut § 242 StGB vor, wenn jemand einem anderen eine bewegliche Sache wegnimmt, um sie für sich zu behalten oder einem anderen zu überlassen.  

Zwischen welchen Arten von Diebstahl unterscheidet man?

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Diebstahl. Während in § 242 StGB der einfache Diebstahl normiert ist, stellt z. B. § 243 StGB besonders schwere Fälle des Diebstahls unter Strafe.

Das sind die verschiedenen Arten von Diebstahl:

  • Der sog. „Mundraub“: Darunter fällt z. B. das Ernten von fremden Obstbäumen oder das Essen von einzelnen, losen Früchten im Supermarkt
  • Der Wohnungseinbruchsdiebstahl
  • Der „klassische“ Ladendiebstahl
  • Das Tragen einer Waffe während des Diebstahls
  • Der Bandendiebstahl

Der zu erwartende Strafrahmen ist je nach Art des begangenen Diebstahls unterschiedlich hoch. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass der Strafrahmen steigt, je wertvoller die gestohlene Sache ist oder je stärker die Tat in das Leben eines anderen einschneidet.

Strafanzeige oder Strafantrag?

Der Diebstahl von geringwertigen Sachen wird gemäß § 248a StGB nur aufgrund eines Strafantrages verfolgt. Laut § 77b StGB muss das Opfer des Diebstahls innerhalb von 3 Monaten nach der Tat bzw. nach Kenntnis der Tat einen Strafantrag bei den Strafverfolgungsbehörden stellen. Als geringwertig gilt eine Sache, die nicht mehr als 50 € wert ist.

Wenn die gestohlene Sache hingegen einen höheren Wert als 50 € hat, reicht bereits eine Strafanzeige zur Verfolgung der Tat aus. Eine Strafanzeige kann im Gegensatz zum Strafantrag jeder stellen, ohne selbst Opfer sein zu müssen. Hier sind dann auch keine Form- oder Fristerfordernisse einzuhalten.

2. Was passiert nach einer Anzeige wegen Diebstahls?

Kommt es zu einer Anzeige wegen Diebstahls, leitet die Staatsanwaltschaft zunächst ein Ermittlungsverfahren ein. Erhärtet sich der Verdacht, kann es zum Strafverfahren kommen.

Der Ablauf des Ermittlungsverfahrens

Das Ermittlungsverfahren beginnt nach einer Anzeige. Es handelt sich dabei auch um den wichtigsten Abschnitt des Strafverfahrens, da hier der Sachverhalt möglichst umfänglich aufgeklärt werden soll.

Das Ermittlungsverfahren wird zwar von der Staatsanwaltschaft geleitet, diese lässt jedoch die Polizei für sie ermitteln. Die Polizei kann hierbei Zeugen vernehmen, die Wohnung des Beschuldigten durchsuchen, Observationen durchführen usw.

Im Zentrum der Ermittlungen steht das Sammeln aller relevanten Indizien und Beweise – also auch solcher, die den Beschuldigten entlasten.

Wann kommt es zu einem Strafverfahren?

Damit die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren einleiten kann, muss ein Anfangsverdacht vorliegen. Das ist der Fall, wenn es genügend Anhaltspunkte gibt (wie z. B. eine Strafanzeige), die es wahrscheinlich machen, dass eine Straftat begangen wurde. Aufgrund des Legalitätsprinzips nach § 152 StPO sind die Strafverfolgungsbehörden verpflichtet, ein Strafverfahren einzuleiten, wenn ein Anfangsverdacht vorliegt.

Wie lange dauert es bis zum Verfahren?

Nach einer Strafanzeige wegen Diebstahls vergehen bis zur Hauptverhandlung gerne mal mehrere Monate. Da die zuständigen Behörden erst einmal Beweise sammeln oder Zeugen befragen müssen, um den Tatvorwurf nachzuweisen oder zu widerlegen, ist die Dauer bis zur Hauptverhandlung nicht pauschal festzusetzen.

Je klarer die Sachlage ist, desto schneller können die Ermittlungen abgeschlossen werden und andersrum.

Wann wird das Verfahren eingestellt, wann kommt es zur Verhandlung?

Ist das Ermittlungsverfahren abgeschlossen, legt die Polizei ihre gesammelten Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft vor. Lässt sich ein hinreichender Tatverdacht aufgrund der gesammelten Fakten nachweisen, kommt es zur Gerichtsverhandlung. Ansonsten stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach § 170 StPO ein.

Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren jedoch auch noch dann einstellen, wenn die Hauptverhandlung bereits begonnen hat. Möglich ist ebenso, dass ein Verfahren aus rechtlichen Gründen eingestellt werden muss – wenn sich beispielsweise herausstellt, dass die Tat bereits verjährt ist oder kein wirksamer Strafantrag vorliegt.

Der Ablauf der Hauptverhandlung

Wurde das Verfahren nicht eingestellt, kommt es zur Hauptverhandlung. Diese kann sich entweder auf einen Termin beschränken oder sich auf mehrere aufteilen. Im Hauptverfahren werden die gesammelten Fakten vorgetragen und der Beschuldigte hat Gelegenheit, sich selbst zur Sache zu äußern. Das Hauptverfahren endet mit der Urteilsverkündung.

Wie ist die Lage, wenn Aussage gegen Aussage steht?

Wenn sich die gesamte Beweislast der Verhandlung auf nur eine Zeugenaussage stützt und der Beschuldigte dieser widerspricht, steht Aussage gegen Aussage. In einer solchen Situation sind laut Urteil vom 25.04.2018 des Bundesgerichtshofs (BGH) sehr hohe Anforderungen an die Glaubwürdigkeit des Zeugen zu stellen.

Der Beschuldigte besitzt in einer Anklage, in der die Beweislast durch nur einen Zeugen besteht, wenige Verteidigungsmöglichkeiten. Daher ist es erforderlich, dass alle relevanten Hinweise und Zusammenhänge betrachtet werden. Zwar gilt im Allgemeinen der Grundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten), dieser verhindert jedoch nicht zwangsläufig eine Verurteilung, wenn Aussage gegen Aussage steht.

Bei der Glaubhaftigkeitsprüfung des Zeugen kommen verschiedene Faktoren zum Tragen. So überprüft das Gericht die Aussage des Belastungszeugen sehr genau auf Details sowie auf eine konstante Handlung. Fallen dem Richter in der Aussage des Zeugen Widersprüche auf oder sind die Details sehr verschwommen, so kann das der Glaubhaftigkeit der Aussage schaden – und von Vorteil für den Beschuldigen sein.

3. Welche Strafe droht mir bei einer Anzeige wegen Diebstahl?

Das Strafmaß bei einer Verurteilung wegen Diebstahls ist vom individuellen Einzelfall abhängig. Neben den Umständen und der Schwere der Tat spielen auch Faktoren wie die kriminelle Vorgeschichte des Täters und der Wert der gestohlenen Sache eine Rolle.

Während Sie bei einem schweren Diebstahl mit einer Freiheitsstrafe rechnen müssen, wird ein einfacher Diebstahl oftmals nur mit einer Geldstrafe geahndet. Dabei kann das Gericht zwischen 10 und 30 Tagessätzen verordnen, wenn Sie als Ersttäter verurteilt werden. Der Tagessatz bemisst sich dabei nach Ihrem Monatsgehalt – üblicherweise beträgt er 30 % des Monatsgehalts.

Anhand der folgenden Tabelle können Sie grob entnehmen, welche Strafe Ihnen wann droht:

 

Tatbestand

Mögliche Strafe Beispiel
Einfacher Diebstahl nach § 242 StGB Bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe Stehlen von Kopfhörern im Elektromarkt
Schwerer Diebstahl nach § 243 StGB Freiheitsstrafe von min. 3 Monaten bis zu 10 Jahren Bestehlen einer bewusstlosen Person; Stehlen als „Einkommen“, also gewerbsmäßig
Diebstahl mit Waffen; Bandendiebstahl; Wohnungseinbruchdiebstahl nach § 244 StGB Freiheitsstrafe von min. 6 Monaten bis zu 10 Jahren Führen einer Waffe während dem Diebstahl; Einbrechen in eine Wohnung, um etwas zu stehlen

4. Wie gehe ich als Beschuldigter vor?

Wenn Sie wegen Diebstahls beschuldigt werden, ist es ratsam, die Aussage zu den Vorwürfen zu verweigern. So vermeiden Sie, dass Sie sich in der stressigen Vernehmungssituation ungewollt in Widersprüche verstricken, die eine spätere Verteidigung sehr erschweren können.

Bevor Sie sich in irgendeiner Art äußern, ist es sinnvoll, einen Rechtsanwalt für Strafrecht einzuschalten. Ein Anwalt ist im Umgang mit den Strafverfolgungsbehörden erfahren – indem er die Kommunikation mit den Behörden übernimmt, schützt er Sie vor unüberlegten Aussagen.

Zusätzlich kann ein Anwalt Akteneinsicht beantragen und in Erfahrung bringen, welche konkreten Vorwürfe und Beweise gegen Sie vorliegen. Mit dieser Kenntnis entwickelt er eine passgenaue Verteidigungsstrategie, die darauf abzielt, frühzeitig eine Einstellung des Verfahrens zu bewirken.

Kommt es dennoch zu einer Verhandlung vor Gericht, arbeitet ein Anwalt mit stichhaltigen Argumenten darauf hin, einen Freispruch oder ein möglichst mildes Strafmaß für Sie zu erreichen.

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Ratgeber Mockup

5. FAQ zur Anzeige wegen Diebstahls

Handelt es sich um einen Diebstahl einer geringwertigen Sache, kann nur das Opfer des Diebstahls einen Strafantrag stellen. Übersteigt die Sache einen Wert von 50 € kann jeder eine Anzeige wegen Diebstahls stellen.

Handelt es sich um eine geringwertige Sache und ist somit ein Strafantrag nötig, müssen Sie den Strafantrag innerhalb von 3 Monaten nach Kenntnis der Tat stellen. Für eine Anzeige wegen Diebstahls wertvollerer Gegenstände gibt es keine Frist.

Ist bei den Strafverfolgungsbehörden eine Anzeige wegen Diebstahls eingegangen, müssen diese in der Regel den Hinweisen nachgehen und ein Ermittlungsverfahren einleiten. Verhärten sich dabei die Beweise, kommt es zur Hauptverhandlung.

Diebstahl nach § 242 StGB wird mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren geahndet. Handelt es sich um schweren Diebstahl nach § 243 StGB, kann die Strafe zwischen mindestens 3 Monaten und 10 Jahren betragen.

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Erik Münnich
Erik Münnich
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Erik Münnich

Als Leiter der juristischen Redaktion von advocado ist Erik Münnich für die sprachliche Qualität und die inhaltliche Richtigkeit der Ratgeber-Beiträge zuständig. Der langjährige Lektor und Verleger garantiert, dass komplexe juristische Inhalte verständlich aufbereitet werden und der Leser praktikable Lösungen erhält.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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