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Private Wetten – legal oder nicht?

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In diesem Artikel erfahren Sie, ob Sie Gewinne aus privaten Wetten einfordern können, ob private Wetten legal sind und ob Sie die Gewinne aus privaten Wetten versteuern müssen.

 

1. Private Wetten – wie sind sie definiert?

Eine Wette ist im eigentlichen Sinne ein Vertrag, der zwischen zwei oder mehreren Personen abgeschlossen wird, meist in mündlicher Form. Dabei werden sich widersprechende Behauptungen aufgestellt und derjenige, dessen Behauptung eintritt, gewinnt die Wette. Meist ist ein festgelegter Zeitraum notwendig, um zu einem Ergebnis zu kommen. Wodurch sich der Wetteinsatz, also der eventuelle Gewinn, auszeichnet, legen die Beteiligten vorher fest.

Private Wetten werden nicht öffentlich publiziert und beworben, sondern finden im kleinen Rahmen statt. Der Zweck dahinter sollte eher spaßiger statt finanzieller Natur sein. Ob private Wetten legal sind, wird im Folgenden geklärt.

 

2. „Wettschulden sind Ehrenschulden“

Dieser bekannte Satz stimmt tatsächlich. Ein Gewinn, der durch eine Wette entstanden ist, kann rechtlich nicht durchgesetzt werden, zumindest im privaten Bereich. Daher sollten solche privaten Wetten nur in vertrauten Kreisen eingegangen werden. Vor allem online werden inzwischen unzählige vermeintlich private Wettrunden angeboten, die nicht selten ausschließlich zur Abzocke existieren. Und auch im vertrauten Kreis sollten vorher klare Regelungen getroffen werden und ein Wettleiter festgelegt werden, der sowohl Geld als auch Ergebnisse verwaltet.

Der Spielleiter kann allerdings strafrechtlich belangt werden, wenn er das verwaltete Geld veruntreut. Zivilrechtlich bleibt er allerdings straffrei. Bei einer Anzeige wegen Veruntreuung ist eine Rechtsberatung durch einen spezialisierten Anwalt sinnvoll.

Ein bereits ausgezahlter Gewinn kann nicht zurückgezogen werden. Das bedeutet, dass wenn ein Mitstreiter vermeintlich zu Unrecht den Wettgewinn erhalten hat, dieser ihm dennoch zusteht. Doch sind private Wetten eigentlich legal?

 

Private Wetten

 

In vielen Unternehmen oder Freundeskreisen bilden sich besonders zu Fußballereignissen wie der anstehenden Fußball-EM Wettgemeinschaften, die mit meist kleinen Einsätzen ihr Fußballwissen unter Beweis stellen wollen. Doch gerade Unternehmen stellen sich häufig die Frage: Sind eigentlich private Wetten legal?

So lange die Wetten tatsächlich im privaten Rahmen ablaufen und sie nicht öffentlich angepriesen und verkündet werden, sind sie nicht untersagt. Somit sind private Wetten legal. Der Teilnehmerkreis muss allerdings beschränkt bleiben. Sobald solche Wetten öffentlich ablaufen, fallen sie unter § 284 StGB und sind somit eine unerlaubte Veranstaltung eines Glücksspiels.

Weiterhin darf eine solche private Wette nicht gewinnbringend für den Organisator sein, das heißt, alle Wetteinsätze müssen am Ende der Wette ausgeschüttet werden. Um rechtlich abgesichert zu sein, sollte der Wett- bzw. Spielleiter ein Kassenbuch führen, das diese Ausschüttung im Zweifelsfall nachweisen kann.

Damit private Wetten legal sind und nicht unter § 284 StGB fallen, sollten solche außerdem zeitlich begrenzt und nicht gewohnheitsgemäß durchgeführt werden.

Sollten Wetten gewerblich oder gewohnheitsgemäß durchgeführt werden oder diese öffentlich beworben werden, droht eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren oder eine hohe Geldstrafe.

Als Beteiligter am unerlaubten Glücksspiel drohen bis zu 6 Monate Haft oder 180 Tagessätze.

Falls Sie vorhaben, eine Wettrunde zu organisieren, kann es sinnvoll sein, sich zuvor mit einem Rechtsanwalt in Verbindung zu setzen und bei einer Beratung zu erfragen, ob diese unter den gegebenen Umständen zulässig ist.

 

4. Private Wetten legal – wnd was ist mit Steuern?

Einkommensteuerlich gehören Spiel- und Wettgewinne in keine der folgenden sieben Einkommensarten:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13–14a EStG),
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§§ 15–17 EStG),
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 18 EStG),
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§§ 19–19a EStG),
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG),
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG),
  • Sonstige Einkünfte (§§ 22–23 EStG).

Da die Gewinne so nicht zuzuordnen sind, unterliegen sie grundsätzlich keiner Versteuerung. Bei Wetten, die bei Wettanbietern abgeschlossen werden, werden 5 % Wettsteuer auf jede abgegebene Wette fällig. Diese legen die Anbieter entweder auf den Kunden um oder zahlen sie aus eigener Tasche.

Die privaten Wetten bleiben dahingehend eine rechtliche Grauzone. Kann ein an der Wette Beteiligter die Entstehung des Gewinns durch eine private Wette bestätigen, bleibt der Wettgewinn unversteuert. Da private Wetten legal sind, sollte dies kein Problem darstellen.

 

5. Vorsicht bei Hartz IV – Wettgewinne werden abgezogen

Auch wenn Wettgewinne nicht versteuert werden, müssen Hartz-IV-Empfänger diese melden. Der Gewinn wird dann vom Hartz-IV-Regelsatz abgezogen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Wettgewinne, sondern für jegliche Einkünfte aus Gewinnspielen, Glücksspielen etc. (Az. L 19 AS 77/09).

Somit sind auch für Hartz-IV-Empfänger private Wetten legal, aber der Gewinn muss angegeben werden, um keine schwerwiegenden Folgen zu verursachen. Zum Beispiel können Bußgelder zwischen 35,00 und 2.500 Euro verhängt werden – im schlimmsten Fall drohen eine Anzeige wegen Betrugs und somit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, in schweren Fällen sogar bis zu zehn Jahren. Um sich gegen eine Anzeige wegen Betrugs zu wehren, muss zwingend ein Anwalt hinzugezogen werden.

Weiterhin werden natürlich überzahlte Leistungen zurückgefordert.

 

6. Private Wetten legal – trotzdem Fallstricke beachten

Auch wenn private Wetten legal sind, zumindest unter den genannten Umständen, sollten diese immer mit Bedacht durchgeführt werden. Der Weg in die Illegalität ist nicht weit und kann schwerwiegende Folgen vor allem in Unternehmen haben. Lassen Sie also Wettereignisse nicht zu regelmäßigen Events werden und hängen Sie diese nicht an die große Glocke, dann steht Ihrem Fußball-Tippspiel nichts im Wege.

Bevor Ihnen hohe Strafen drohen, sollten Sie eine kurze Rechtsberatung in Anspruch nehmen, um offene Fragen zu klären.

Bildquellen Copyright (c): yiorgosgr, berlinimpressions – 123rf.com

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Beitrag von
Beatrice Schiller
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Beatrice Schiller stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.
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