Familienrecht

Das Familienrecht ist eine komplexe Materie, gekennzeichnet durch Besonderheiten eines jeden Einzelfalles. Nicht selten bleiben Beteiligte emotional aufgewühlt zurück, denn Entscheidungen des Familiengerichts beeinflussen häufig deren gegenwärtiges und zukünftiges Leben in gravierender Weise. Das Familienrecht setzt hauptsächlich dort an, wo sich ehemals Verliebte eingestehen, dass ihre Ehe keine Zukunft mehr hat oder Sorgerechtsfragen zum Wohle des gemeinsamen Kindes zu klären sind. Die im deutschen Recht verankerten Regelungen und Vorschriften helfen, klare Verhältnisse zu schaffen, denn leider geschieht nur ein geringer Anteil von Trennungen, Scheidungen und Unterhaltsfragen im Einvernehmen beider Parteien. Das Familienrecht beschäftigt sich aber auch mit positiven Seiten der zwischenmenschlichen Beziehungen – dem Zusammenschluss zweier Partner. Das reicht von der Erstellung oder Prüfung eines Ehevertrages bis hin zum Antrag auf gemeinsames Sorgerecht.



Unterhalt im Familienrecht

Unterhaltsfragen beinhalten viel Konfliktpotential für alle Betroffenen und können im Falle einer Trennung oder Scheidung schnell zu einem lästigen Streitthema ausarten. Dabei berücksichtigt das Familienrecht nicht nur Ehegattenansprüche, sondern vor allem Unterhaltsansprüche leiblicher Kinder. Erst wenn der Kindesunterhalt gesichert ist, bleibt Raum für den ehemaligen Ehepartner und dessen Ansprüche. Aber auch für Eltern muss im Ernstfall Unterhalt gezahlt werden. Betroffene stehen auf einmal vor vielen Fragen. „Wie viel Geld bleibt mir zum Leben?“ steht der Frage „Wie viel Unterhalt steht mir oder meinen Kindern zu?“ gegenüber. Egal, auf welcher Seite Sie sich befinden, Ihnen kann zumindest aus rechtlicher Sicht geholfen werden.

Standbild aus dem Video »So funktioniert advocado«

 

Der Kindesunterhalt im Familienrecht

Für Eltern steht das Wohl ihres Kindes stets im Vordergrund. Ebenso ist es auch beim Familiengericht. Nach einer Trennung der Eltern muss es über viele wichtige Dinge wie zum Beispiel das Sorgerecht entscheiden. Im Familienrecht ist daher ebenfalls der Kindesunterhalt geregelt, der zumindest eine monetäre Gleichberechtigung beider Elternteile anstrebt, denn lebt das Kind bei A, hat dieser mit den Lebenshaltungskosten einen gewissen Mehraufwand. Aufgrund der fehlenden gemeinsamen wirtschaftlichen Grundlage, die ein zusammenlebendes Paar hätte, muss B daher einen Teil seines Einkommens an seinen Ex-Partner abtreten, um dieses Ungleichgewicht auszugleichen. Wie viel das ist, hängt vom Beschäftigungsverhältnis und dem Einkommen von B ab. Die Düsseldorfer Tabelle hilft bei der Orientierung und gibt auch an, wie hoch der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen ist. Das ist der Betrag, der nicht mit in die Berechnung des Kindesunterhalts einbezogen wird.

Der Trennungsunterhalt im Familienrecht

Im Jahr 2015 betrug die durchschnittliche Dauer einer Ehe laut Statistischem Bundesamt 14,9 Jahre. Insgesamt wurden in diesem Jahr über 163.000 Ehen geschieden (Immerhin 1,7 % weniger als noch 2014). Daraus ergeben sich zahlreiche Fälle von Trennungsunterhalt. Diese Unterhaltsart beschreibt den Geldbetrag, den der besserverdienende Teil seinem zukünftigen Ex-Partner im Zeitraum zwischen Trennung und rechtskräftiger Scheidung zahlen muss. Hauptsächlich soll er dem Empfänger des Unterhalts den Übergang vom Eheleben zu einem Selbstversorger-Haushalt erleichtern. Die Höhe des Unterhalts wird wie so oft individuell festgelegt. Voraussetzung ist lediglich, dass einer der beiden Ehepartner weniger als der andere verdient. Grundsätzlich will es das Gesetz allerdings, dass jeder für sich selbst sorgt. Daher legt das Familienrecht eine Pflicht zur Erwerbstätigkeit fest. Nur in seltenen Ausnahmen ist es dem Unterhaltsberechtigten demnach nicht vorgeschrieben, sich eine Arbeitsstelle zu suchen, um seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Mit Vollzug der Scheidung verfällt der Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Der Elternunterhalt im Familienrecht

Im Jahr 2013 gab es über 2,6 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland. Die monatlichen Kosten für die Pflege betrugen je nach Pflegestufe zwischen 2.300 € und 3.200 € (Quelle: Statista 2016). Viel Geld – besonders, wenn man bedenkt, dass die Durchschnittsrente bei gerade einmal knapp 1.400 € liegt. Wer da nicht gut vorgesorgt hat, kommt schnell in die Bredouille. Hier tritt ein weiterer Teil des Generationenvertrages in Erscheinung: Kinder kommen für die Pflegekosten ihrer Eltern auf. Damit gleichen sie gewissermaßen ihre Kindheit aus, in der die Eltern für ihre Kinder gesorgt haben. Der Elternunterhalt muss dabei nur von Nachkommen aus der geraden Linie bestritten werden. Bei der Berechnung spielen Dinge wie die Höhe des Einkommens, die Höhe des Bedarfs der Eltern und die Familienverhältnisse eine Rolle. Mit dem Schonvermögen wird sichergestellt, dass sich der Unterhaltspflichtige durch seine Zahlungspflicht nicht wirtschaftlich ruiniert. Dennoch muss, falls nötig, theoretisch alles, was nicht zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhalts dient, an die Eltern abgetreten werden.

 

-> Alles zum Thema Unterhalt im Familienrecht

Wir haben die Lösung für Ihr Rechtsproblem Über 325 Anwälte helfen bei Problemen


Sorgerecht im Familienrecht

Nicht selten sind auch Kinder die Leittragenden bei Trennungen, müssen sie doch zusehen, wie ihr intaktes Familienleben von einen Tag auf den anderen zerfällt. Damit Sorgerechtsfragen nicht zur Belastungsprobe oder gar auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, beinhaltet das Familienrecht einschlägige Regularien. Auch wenn dem Wunsch der Eltern bezüglich eines gemeinsamen Sorgerechts nicht immer Rechnung getragen werden kann, sollte doch das Wohl des Kindes bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen. Nach dieser Ansicht agiert auch das Familiengericht und sieht daher das Kindeswohl in Sorgerechtsfragen als oberste Maxime an.

Das alleinige Sorgerecht im Familienrecht

Das Familienrecht setzt bei seinen Entscheidungen den Fokus ganz klar auf das Wohl des Kindes. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in 96 % der Ehescheidungen im Jahr 2013 ein gemeinsames Sorgerecht ausgesprochen wurde. Lediglich bei 4 % (2.808 Verfahren) entschied das Familiengericht also, dass es das Beste für das Kind ist, nur einen Sorgeberechtigten zu haben. In drei von vier Fällen ist diese Person die Mutter. Während jemand automatisch das alleinige Sorgerecht erhält, wenn der zweite Sorgeberechtigte stirbt, muss man im Normalfall ein Antrag auf alleiniges Sorgerecht beim Familiengericht stellen. Je nachdem, ob der Andere zustimmt oder nicht, ist eine kurze oder umfassende Begründung nötig. Da in der Regel ein gemeinsames Sorgerecht angestrebt wird, ist der Sorgerechtsentzug das letzte Mittel. Zuvor werden mildere Umstellungen wie z. B. das Übertragen einzelner Rechte (u. a. Aufenthaltsbestimmungsrecht) versucht. Wenn es allerdings wirklich unzumutbar ist, das gemeinsame Sorgerecht mit dem Ex-Partner aufrechtzuerhalten, wird das Familiengericht zu Ihren und vor allem zu Gunsten Ihres Kindes entscheiden.

Das Geteilte Sorgerecht im Familienrecht

Das Sorgerecht wird in drei Bereiche unterteilt: zum einen die Personensorge (z. B. Aufenthalt, Gesundheit) und zum anderen die Vermögenssorge. Die Sorgeberechtigten sind zudem die gesetzlichen Vertreter des Kindes. In fast allen Fällen (96 % in 2013) entscheidet sich das Familiengericht im Scheidungsverfahren von Paaren mit minderjährigen Kindern für das geteilte Sorgerecht. Dieses kommt dem Familienleben am nächsten, da beide Elternteile gleichberechtigt bleiben. Sie müssen sich also in allen grundlegenden Dingen einig sein und gemeinsam entscheiden. Sollte es zu Meinungsverschiedenheiten kommen, schreibt § 1627 BGB vor, möglichst eine Einigung zu finden. Ist das nicht umsetzbar, kann das Familiengericht damit beauftragt werden, festzulegen, wer in dieser bestimmten Angelegenheit bestimmen darf. Trotz gemeinsamen Sorgerechts ist es ratsam, ein Besuchs- und Umgangsrecht auszuhandeln. Dieses ist in keiner Weise beschränkt und wird so ausgelegt, wie es dem Kindeswohl am dienlichsten ist.

Sorgerecht erhalten im Familienrecht

Grundsätzlich befasst sich das Gericht im Scheidungsverfahren gar nicht mit dem Sorgerecht. Es bleibt einfach bei dem gemeinsamen Sorgerecht – so, wie es in der Ehe auch der Fall war. Gibt es allerdings Anlass zur Sorge um das Kindeswohl oder einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht, so wird das Sorgerecht zum Teil der Verhandlungen beim Familiengericht. Damit Sie das geteilte Sorgerecht erhalten, müssen Sie in der Regel nichts tun. Für die Erteilung des alleinigen Sorgerechts hingegen ist ein Antrag bei Gericht notwendig. Darin sollte enthalten sein, warum Sie das Sorgerecht erhalten wollen. Das könnte zum Beispiel sein, wenn der Ex-Partner zur Erziehung ungeeignet ist oder das Leben des Kindes bei alleinigem Sorgerecht durch Sie beständiger und sicherer wäre. Kann die Gegenseite allerdings beweisen, dass sie einen positiven Einfluss auf das Kind ausübt, wird es höchstwahrscheinlich auf ein gemeinsames Sorgerecht hinauslaufen. Da aber jeder Fall individuell und speziell ist, gilt Vorsicht bei Verallgemeinerungen.

 

-> Alles zum Thema Sorgerecht im Familienrecht

Wir haben die Lösung für Ihr Rechtsproblem Über 325 Anwälte helfen bei Problemen


Scheidung & Ehe im Familienrecht

Der Hochzeitstag ist der schönste Tag im Leben eines verliebten Paares, krönen sie doch ihr Liebe mit dem ewigen Treueschwur in einer intimen Zeremonie oder in Form einer ausschweifenden Feier mit Freunden und Familienangehörigen. Dennoch zeichnet sich der Trend ab, dass mehr und mehr Menschen die Ehe für eine antiquierte Institution halten, welche mit der heutigen Lebensauffassung nur noch selten vereinbar ist. Unterstützt wird diese Ansicht durch eine in Deutschland vorherrschende traurige Prognose. Danach wird 2016 beinahe jede zweite Ehe geschieden, Tendenz steigend. Ist das lodernde Feuer der Liebe zwischen zwei Menschen erloschen, folgt mit der Scheidung nicht selten die Ernüchterung. Damit das tragische Ende einer gescheiterten Ehe nicht noch mit schlimmen Streitereien einhergeht, sollten sich Scheidungskandidaten mit der rechtlichen Situation auskennen. Erfahren Sie mehr über die gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Scheidung.

Scheidung einreichen im Familienrecht

Die Ehe ist heutzutage nicht mehr so bindend, wie sie es vor einigen Jahrzehnten noch war. Das ist zwar einerseits bedauerlich, andererseits birgt es aber für unglückliche Paare die Chance auf ein freieres Leben. Eine Scheidung muss immer von einem Anwalt betreut werden, weil es ein höchstpersönliches Rechtsgeschäft ist. Bei kinderlosen Paaren ist in der Regel das Amtsgericht des gemeinsamen Wohnorts zuständig, bei Eheleuten mit Nachwuchs das Familiengericht. Eine Scheidung kann durch einen vor der Eheschließung aufgesetzten Ehevertrag erleichtert und somit beschleunigt werden. Gab es keine Regelungen für den Fall der Scheidung, können die Eheleute laut BGB einen Zugewinnausgleich beantragen. Grundlegend ist also vieles bereits im Vorfeld bestimmt. Für eine Ehescheidung in Ihrem Sinne bzw. zu Ihrem Vorteil ist ein Rechtsanwalt mit Verhandlungsgeschick nichtsdestotrotz sicherlich hilfreich.

Der Zugewinnausgleich im Familienrecht

Wer heiratet, macht sich nicht gerne bereits vor der Trauung Gedanken über eine Scheidung. Wurde daher kein Ehevertrag geschlossen, sind die Beteiligten im Fall einer Auflösung der Ehe aber nicht völlig aufgeschmissen. Das Ehepaar lebt, sofern es kein Ehevertrag anders vorschreibt, als sogenannte Zugewinngemeinschaft, was bedeutet, dass grundsätzlich alle Güter getrennt behandelt werden. Erst, wenn die Zugewinngemeinschaft aufgelöst wird (durch Tod oder Scheidung) findet ein Ausgleich des während der Ehe erwirtschafteten Gewinns statt. Dieser Zugewinnausgleich wird errechnet, indem für jede Person jeweils das Anfangsvermögen (am Tag der Hochzeit) vom Endvermögen (am Tag der Einreichung der Scheidung) subtrahiert wird. Derjenige, der insgesamt weniger Vermögen angesammelt hat, ist der Begünstigte des Zugewinnausgleichs. Eine Konsultation bei einem Rechtsanwalt könnte hier von großer Bedeutung sein, damit Ihr Anfangs- und Endvermögen korrekt berechnet wird.

Der Ehevertrag im Familienrecht

Auch wenn es kurz vor der Hochzeit erfreulichere Themen gibt, ist es ratsam, die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung in Betracht zu ziehen. Sicher gehen all diejenigen, die einen Ehevertrag aufsetzen lassen. Dieser ist durch die allgemeine Vertragsfreiheit in seinem Inhalt generell ungebunden, regelt aber unter anderem Erbrechts- und Unterhaltsfragen sowie den Umgang mit dem Zugewinn und der Güterverwaltung. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft oder eine Ehe zwischen Mann und Frau ist. Für seine rechtliche Wirksamkeit muss der Ehevertrag von einem Notar beglaubigt werden. Ein Ehevertrag ist gerade dann sinnvoll, wenn Sie Ihr Vermögen schützen wollen. Andernfalls findet in der Regel ein Zugewinnausgleich statt. Das bedeutet, dass der, der mehr Gewinn während der Ehezeit erwirtschaftet hat, die Hälfte davon an seinen zukünftigen Ex-Partner abgeben muss.

 

-> Alles zum Thema Scheidung im Familienrecht

Wir haben die Lösung für Ihr Rechtsproblem Über 325 Anwälte helfen bei Problemen
Wenn Sie weiterhin auf dieser Seite bleiben, erklären Sie sich mit der Nutzung von Cookies einverstanden.
Weiterlesen …