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Creditreform-Eintrag löschen lassen in 2 Schritten

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Zusammenfassung

Möchten Sie bei der Creditreform Ihre Bonität verbessern, dann können Sie falsche oder veraltete Einträge löschen lassen. Verwehrt Ihnen Creditreform die Löschung, kann ein Anwalt Ihren Anspruch eindeutig nachweisen und Ihrer Forderung Nachdruck verleihen.

 

Auf einen Blick

  • Ist ein Eintrag falsch oder veraltet, können Sie Ihn löschen lassen und bei Creditreform Ihre Bonität verbessern.
  • Durch eine verbesserte Bonität erhalten Sie leichter neue Verträge und Kredite.
  • Um zu erfahren, welche Daten Creditreform über Sie führt, können Sie eine Selbstauskunft beantragen.
  • Überprüfen Sie diese auf Fehler oder Unstimmigkeiten.
  • Wenden Sie sich bei Auffälligkeiten an Creditreform oder an das Unternehmen, von dem die Auskunftei Ihre Daten hat.
  • Begründen Sie, weshalb der Eintrag unberechtigt ist.
  • Wird Ihnen die Löschung trotz Anspruch verweigert, kann Sie ein Anwalt unterstützen, Ihren Anspruch durchzusetzen.

1. Kann ich einen Creditreform-Eintrag löschen?

Ja, denn nicht jeder Eintrag bei der Auskunftei ist berechtigt. Sind die Daten veraltet oder falsch – z. B. weil Sie verwechselt wurden –, ist eine Löschung oder Korrektur des Eintrags möglich. Um dies zu erreichen, wenden Sie sich direkt an Creditreform oder an das Unternehmen, von dem die Daten stammen.

 

Wer ist Creditreform Boniversum?

Als Wirtschaftsauskunftei sammelt Creditreform Daten über das Wirtschaftsverhalten von Privatpersonen und Unternehmen. Auf dieser Basis berechnet sie den sogenannten Bonitätsscore (bzw. Bonitätsindex). Dieser Wahrscheinlichkeitswert gibt an, wie zuverlässig Unternehmen oder Privatpersonen Kredite oder Rechnungen bezahlen.

Die Vertragspartner der Creditreform – dazu zählen u. a. Banken, Kreditinstitute oder Wohnungsgesellschaften – können Auskunft über Ihren Bonitätsscore einholen. Anhand dessen entscheiden sie, ob sie Sie als Geschäftspartner akzeptieren.

Haben Sie einen falschen Eintrag, kann es ratsam sein, diesen löschen zu lassen, denn: Ein Negativeintrag senkt Ihren Bonitätsscore und kann Vertragsabschlüsse erschweren. Potentielle Vertragspartner fürchten dann vielleicht einen Zahlungsausfall und sehen davon ab, mit Ihnen Geschäfte zu machen – Kredit-, Miet- oder Handyverträge sowie Aufträge bleiben verwehrt.

Infografik: Creditreform-Eintrag löschen – Wann ist eine Löschung möglich?

Welche Creditreform-Einträge kann ich löschen?

Enthält ein Eintrag Fehler oder veraltete Daten über Ihre wirtschaftliche Situation, ist die Auskunftei zur umgehenden Korrektur oder Löschung verpflichtet.

U. a. folgende Einträge können Sie löschen oder korrigieren lassen:

  • Unrechtmäßige Forderungen: Ein Unternehmen hat fälschlicherweise gemeldet, dass Sie eine Rechnung nicht bezahlt haben.
  • Veraltete Kontodaten: Sie haben ein Konto vor einiger Zeit gelöscht, welches bei der Creditreform aber noch gelistet ist.
  • Falsche Zuordnung von Krediten: Durch z. B. eine Namensverwechslung wurde Ihnen ein Kredit zugeordnet, den Sie nicht aufgenommen haben.
  • Fehlerhafte Beteiligungsverhältnisse: Die Beteiligungsanteile Ihres Unternehmens sind nicht richtig angegeben.
  • Falsches Unternehmensalter: Führt die Auskunftei Ihr Unternehmen jünger auf als es ist, senkt das den Bonitätswert.
  • Falsche Gesellschaftsform: Sind Sie z. B. eine GmbH, bei der Creditreform aber als UG mit weniger Kapital gelistet, senkt das Ihren Bonitätsscore.
  • Veraltete Einträge: Ein Eintrag ist trotz Überschreiten der Löschfrist noch vorhanden.
Es zeigt sich immer wieder, dass eine frühzeitige Löschung auch dann möglich ist, wenn formelle Einwände, wie z. B. nicht erhaltene Mahnungen der Gläubigerin oder eines Inkasso-Unternehmens vorgetragen werden. Gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz muss vor Meldung eines Negativmerkmals eine vorgegebene Mahnfolge eingehalten werden.
Ulrike Schmidt-Fleischer
Ulrike Schmidt-Fleischer
Anwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht

Ab wann ist ein Eintrag veraltet?

Eine gesetzliche Vorgabe, ab wann Creditreform Einträge löschen muss, gibt es nicht. Creditreform, die Schufa und weitere Wirtschaftsauskunfteien haben sich aber in einem Code of Conduct geeinigt, wie lange sie Daten speichern.

Demnach gelten folgende Fristen für die Löschung von Einträgen:

  • Sofort löschbar: Nachweislich falsche oder veraltete Einträge sowie Informationen zu gekündigten Bankkonten können Sie sofort löschen lassen.
  • Löschung nach 12 Monaten: Informationen darüber, dass Unternehmen Daten über Sie angefragt haben, löscht die Creditreform nach 12 Monaten. Das gleiche gilt für Ihre eigens gestellten Anfragen zu Krediten und Kreditkonditionen.
  • Löschung nach 3 Jahren: Daten zu getilgten Krediten sowie beendeten Mahn- oder Inkassoverfahren löscht Creditreform nach 3 Jahren. Dasselbe betrifft auch gerichtlich angeordnete Negativeinträge – z. B. eine eidesstattliche Versicherung oder verweigerte Vermögensauskunft – sowie Daten aus Schuldnerverzeichnissen.
  • Löschung nach 10 Jahren: Eine beendetes Privatinsolvenzverfahren wird erst nach 10 Jahren vollständig gelöscht.

Hat ein Eintrag die 12-Monats- oder 3-Jahres-Frist überschritten oder ist schlicht falsch, können Sie Creditrefom zur Löschung auffordern.

 

2. Welche Creditreform-Einträge kann ich vorzeitig löschen lassen?

Stammen Ihre Daten bei der Creditreform aus dem Schuldnerverzeichnis eines zentralen Vollstreckungsgerichts, können Sie die Einträge unter Umständen vorzeitig vor Ablauf der 3 Jahre löschen lassen.

Dazu müssen Sie der Creditreform eine Löschurkunde vorzeigen. Diese beantragen Sie beim Amtsgericht. Die Beantragung ist allerdings nur möglich, wenn Sie die Schulden Ihres Gläubigers komplett abbezahlt haben und dieser mit der vorzeitigen Löschung einverstanden ist.

Um die Löschurkunde zu beantragen, müssen Sie dem Amtsgericht zahlreiche Dokumente vorlegen: die Bestätigung Ihres Gläubigers über die Schuldentilgung, dessen Einwilligung, die Eintragungsanordnung des Gerichtsvollziehers sowie Ihre Verfahrensnummer.

 

Welche Einträge kann ich nicht oder nur schlecht entfernen?

Sind Ihre Daten korrekt, können Sie sie nicht löschen lassen. Berechtigte Einträge zu Gerichtsdaten, titulierten Forderungen sowie zu einer Privatinsolvenz lassen sich vor Ablauf der 3 Jahres-Frist nur sehr schwierig vorzeitig löschen.

Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Schulden abbezahlt haben. Zusätzlich muss Ihr Gläubiger damit einverstanden sein, den Creditreform-Eintrag vorzeitig zu löschen.

 

Eine Restschuldbefreiung vorzeitig löschen zu lassen, ist laut Landgericht Frankfurt am Main (Az.: 2-05 0 151/18) nur möglich, wenn triftige Gründe vorliegen – z. B. eine längere Krankheit oder die Pflege von Angehörigen.

 

3. Wie kann ich bei Creditreform meine Bonität verbessern?

Um bei der Creditreform Ihren Score und Ihre Bonität zu verbessern, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Schritt 1: Selbstauskunft anfordern & überprüfen

Gemäß Artikel 15 Absatz 3 DSGVO haben Sie mindestens 1x jährlich das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft zu beantragen. Diese enthält alle über Sie gespeicherten Daten sowie Ihren Bonitätsscore. Überprüfen Sie Ihre Selbstauskunft auf Fehler oder veraltete Daten, die Sie löschen lassen können.

Die Selbstauskunft können Sie auf der Internetseite der Auskunftei anfordern:

In der Regel erhalten Sie die Daten nach 1 bis 2 Wochen per Post.

 

Schritt 2. Löschung beantragen

Entdecken Sie Unstimmigkeiten in Ihren Daten? Dann wenden Sie sich an das Unternehmen, das die falschen Daten über Sie übermittelt hat oder an direkt die Creditreform, um den Eintrag löschen zu lassen.

Legen Sie Beweise vor, weshalb der Eintrag unbegründet oder veraltet ist – nur dann lässt sich eine Löschung von Einträgen bei der Creditreform realisieren. Haben Sie z. B. einen Negativeintrag über eine längst bezahlte Rechnung, können Sie per Zahlungsbeleg nachweisen, dass die Schulden erledigt sind.

Um zeitnah eine Verbesserung Ihrer Bonität zu erreichen, empfiehlt es sich, Creditreform eine Frist von 3 oder 4 Wochen für die Korrektur zu setzen.

 

4. Creditreform verweigert Löschung – was kann ich tun?

Sie haben der Auskunftei bewiesen, dass Sie alle Rechnungen pünktlich bezahlt haben, aber die Auskunftei weigert sich, die Daten zu korrigieren? Oder Creditreform erkennt entgegen einer Löschurkunde des Amtsgerichts Ihr Gesuch auf Löschung nicht an?

Verwehrt Ihnen trotz berechtigten Anspruchs Creditreform Boniversum den Eintrag zu löschen, kann die Unterstützung eines erfahrenen Anwalts für Bankrecht und Kapitalmarktrecht sinnvoll sein.

Ein Anwalt kann Ihren Anspruch auf Löschung juristisch fundiert begründen und den Widerspruch der Gegenseite mit stichhaltigen Argumenten entkräften. Er verhandelt mit der Auskunftei und Ihren Gläubigern auf Augenhöhe und arbeitet auf eine schnelle außergerichtliche Einigung hin.

Der Anwalt

  • weist Ihren Löschungsanspruch eindeutig nach.
  • entwickelt eine juristische Strategie, um eine schnelle Einigung zu erzielen.
  • verfasst ein anwaltliches Schreiben, um Ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.
  • steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Seite.

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

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Ratgeber Mockup
5. FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Creditreform

Die Creditreform erhält Ihre Daten von

  • ihren Vertrags- und Geschäftspartnern (z. B. Banken und Versicherungen),
  • aus öffentlichen Verzeichnissen (z. B. dem Handelsregister) und
  • amtlichen Bekanntmachungen.

Ein Negativeintrag führt zu einer schlechteren Bonität – dadurch erhalten Sie als Unternehmen und Verbraucher unter Umständen keinen Kredit, keine Aufträge sowie keinen Miet- oder Handyvertrag.

Sind Einträge veraltet oder entsprechen nicht der Wahrheit, können Sie den Creditreform-Eintrag löschen lassen. Überprüfen Sie dazu zuerst Ihre Selbstauskunft auf Fehler. Haben Sie einen Fehler entdeckt, wenden Sie sich an die Creditreform oder an das Unternehmen, das die falschen Daten übermittelt hat. Beweisen Sie, weshalb der Eintrag unbegründet ist – z. B. durch Zahlungsbelege.

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Fiona Schmidt
Fiona Schmidt
Beitrag von
Fiona Schmidt

Damit Ratsuchende nachhaltige Lösungen für ihr Anliegen finden, legt Fiona Schmidt als Teil der juristischen Redaktion von advocado größten Wert auf die Verständlichkeit komplexer Sachverhalte. In ihren Beiträgen informiert sie u. a. zu passenden Handlungsoptionen im Marken- oder Internetrecht.

Ulrike Schmidt-Fleischer
Rechtsanwältin Ulrike Schmidt-Fleischer
Anwältin mit speziellen Kenntnissen im Bank- & Kapitalmarktrecht.
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