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Nach der Privat­insolvenz die Schufa löschen – so geht’s

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Zusammenfassung

Eine Privatinsolvenz verschlechtert die Schufa. Zahlungsunfähige Verbraucher erhalten negative Einträge und dadurch eine niedrige Bonitätsbewertung. Auch die Restschuldbefreiung steht in der Schufa. Aber: Dank der Schuldenfreiheit sind Informationen zu alten offenen Forderungen eventuell löschbar. Das verbessert den Schufa-Score.

 

Auf einen Blick

  • Eine Privatinsolvenz wirkt sich negativ auf Ihre Schufa aus.
  • Das Insolvenzverfahren führt zu negativen Schufa-Einträgen.
  • Auch eine Restschuldbefreiung steht 3 Jahre in der Schufa.
  • Aber: Sind Sie nach der Verbraucherinsolvenz schuldenfrei, können Sie Informationen zu alten offenen Forderungen eventuell vorzeitig entfernen lassen.

 

1. Was bedeutet eine Privatinsolvenz für meine Schufa?

Die Schufa speichert Finanzinformationen von Verbrauchern (z. B. Bankkonten, Kreditverträge, nicht bezahlte Forderungen, Mahnbescheide), um ihre Zahlungsfähigkeit zu bewerten. Unternehmen greifen auf die Einschätzung der Auskunftei zurück, um Verluste durch zahlungsunfähige Kunden zu vermeiden.

Wenn Sie Privatinsolvenz anmelden müssen, sind Sie zahlungsunfähig. Das wirkt sich negativ auf Ihre Schufa-Bewertung aus. Genauso wie nicht rechtzeitig bezahlte Forderungen führt auch ein Insolvenzantrag zu einem negativen Schufa-Eintrag. Damit wird Ihre Zahlungsunfähigkeit für Unternehmen sichtbar.

Die Eröffnung jedes Insolvenzverfahrens wird vom zuständigen Amtsgericht öffentlich im Bundesanzeiger bekannt gegeben. Auf diesem Weg erfährt die Schufa von zahlungsunfähigen Verbrauchern und senkt deren Kreditwürdigkeit.

Das Ziel der Insolvenz ist die Schuldenfreiheit. Erreichen Sie die Restschuldbefreiung, sind Sie nicht automatisch wieder zahlungsfähig. Auch nach der Privatinsolvenz ist Ihre Schufa mit Negativeinträgen belastet – schließlich konnten Sie Ihre Schulden jahrelang nicht vollständig begleichen.

Auch wenn Sie Ihre Schulden los sind, können Sie mit der negativen Schufa-Bewertung nur schwer Kauf- und Mietverträge oder einen Kredit abschließen.

 

2. Welche Daten speichert die Schufa bei einer Privatinsolvenz?

Über die Privatinsolvenz sind folgende Informationen gespeichert:

  • Eröffnung des Verfahrens
  • Ankündigung der Restschuldbefreiung
  • Ende des Verfahrens
  • Erteilung bzw. Ablehnung der Restschuldbefreiung
  • Abweisung des Insolvenzantrags

Zu jedem Verfahrensschritt erfolgt ein negativer Eintrag. Jede Information bleibt für mehrere Jahre Teil Ihrer Schufa. Ändern können Sie daran nichts. Sie können aber überwachen, ob die Negativeinträge rechtzeitig entfernt wurden.

 

3. Verbessert die Restschuldbefreiung die Schufa?

Nein, nicht direkt. Durch die Restschuldbefreiung erlässt das Insolvenzgericht Ihnen die Schulden, die Sie mit in die Insolvenz gebracht haben – der Schuldenerlass gilt aber nicht für die negativen Schufa-Einträge. Diese werden lediglich als “erledigt” deklariert und erst nach 3 Jahren gelöscht.

Trotz Schuldenfreiheit haben Sie bis 3 Jahre nach der Insolvenz ebenso einen negativen Eintrag wegen der Restschuldbefreiung. Der Grund: Nach einer Insolvenz vermutet die Schufa auch für die Zukunft das Risiko einer erneuten Zahlungsunfähigkeit.

 

4. Wie lange steht man nach einer Privatinsolvenz noch in der Schufa?

Nach der Privatinsolvenz können Sie Ihre Schufa nicht einfach so löschen. Die negativen Einträge zum Insolvenzverfahren bleiben jeweils 3 Jahre lang in der Schufa.

Löschungsfristen für die Verbraucherinsolvenz:

3 Jahre jeweils: Eröffnung des Verfahrens, Ende des Verfahrens, Informationen zur Restschuldbefreiung & Ablehnung des Insolvenzantrags

Nach Ablauf der Löschfrist werden die Informationen taggenau entfernt.

Auch die Informationen über Forderungen, die durch die Restschuldbefreiung gegenstandslos sind, werden nicht sofort gelöscht. Sie werden nur als erledigt markiert. Für eine sofortige Löschung müssen Sie selbst aktiv werden und die Schufa-Daten entfernen lassen.

 

Warum werden Einträge nicht sofort gelöscht?

Die Schufa löscht die durch den Schuldenerlass unberechtigten Einträge nicht sofort, weil das Unternehmen eine Ungleichbehandlung der Verbraucher verhindern möchte.

Wer nicht in die Insolvenz geht, sondern seine Schulden nach und nach abzahlt, benötigt dafür eine gewisse Zeit. Insolvente Schuldner sollen durch das Restschuldbefreiungsverfahren keinen Vorteil erlangen.

 

Das LG Frankfurt a. M. hat mit einem Urteil 2018 (Az.: 2-05 0 151/18) aber einen Anspruch auf sofortige Löschung der Restschuldbefreiung bestätigt. Ausschlaggebend dafür sind die für die Schufa geltenden Bestimmungen der DSGVO. Ein genereller Löschungsanspruch besteht durch das Urteil zwar nicht, es kann aber die Erfolgsaussichten für das Vorgehen gegen die Schufa erhöhen.

 

5. In 2 Schritten nach der Privatinsolvenz die Schufa löschen lassen

Alle Einträge zur Insolvenz samt Restschuldbefreiung können widerrufen werden, wenn besondere Umstände eine vorzeitige Lösung rechtfertigen könnten. Daneben können Sie Ihren Schufa-Score verbessern. Denn die Informationen über offene Gläubigerforderungen vor der Privatinsolvenz sind mit Ende des Verfahrens durch den gerichtlichen Schuldenerlass hinfällig.

Sie können die unberechtigten Schufa-Einträge löschen lassen. Dadurch verbessert sich Ihre Bonität. Das erreichen Sie wie folgt:

 

1. Selbstauskunft anfordern

Laut Art. 15 DSGVO haben Sie das Recht zu wissen, welche Daten die Schufa über Sie speichert und an Unternehmen weitergibt. Einmal jährlich können Sie kostenlos Ihre Schufa-Selbstauskunft anfordern.

 

2. Schufa prüfen & Einträge löschen lassen

Anhand Ihrer Selbstauskunft können Sie herausfinden, welche Einträge nach der Privatinsolvenz unberechtigt und damit löschbar sind.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie auch von einem Anwalt Ihre Schufa prüfen lassen. Er kennt die Bestimmungen der DSGVO genau und weiß, für welche Information welche Löschfrist gilt und unter welchen besonderen Umständen Sie diese vorzeitig löschen lassen könnten.

Der Anwalt kann das Unternehmen für Sie zur Löschung der veralteten Einträge auffordern. Ein anwaltliches Schreiben kann den notwendigen Nachdruck für eine schnelle Verbesserung Ihrer Schufa vermitteln.

advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 500 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

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Ratgeber Mockup
6. FAQ zur Schufa bei Privatinsolvenz

Ja. Die Schufa erfährt durch die öffentliche Mitteilung des Amtsgerichts vom Insolvenzantrag. Wenn Sie Insolvenz anmelden, sind Sie zahlungsunfähig. Entsprechend wird Ihre Kreditwürdigkeit durch einen negativen Eintrag gesenkt.

Nein, nicht direkt. Die Informationen über die offenen Forderungen vor der Insolvenz sind durch die Restschuldbefreiung zwar gegenstandslos, stehen aber weiterhin in der Schufa. Sie werden nur als erledigt markiert, nicht gelöscht.

Nein. Auch die Restschuldbefreiung führt zu einem negativen Schufa-Eintrag. Der Schufa-Score lässt sich nur verbessern, wenn Sie das Unternehmen direkt kontaktieren. Sie müssen das Unternehmen nach der Insolvenz selbst zur sofortigen Löschung der Einträge auffordern, die durch die Restschuldbefreiung unberechtigt sind.

Nach der Insolvenz bleibt die Information über die Restschuldbefreiung noch 3 Jahre in der Schufa. Insgesamt kann es mit Beginn der Insolvenz etwa 10 Jahre dauern, bis alle Negativeinträge gelöscht sind.

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Julia Pillokat
Julia Pillokat
Beitrag von
Julia Pillokat

Komplexe Rechtsthemen für Rechtsuchende verständlich aufzubereiten, braucht sprachliches Feingefühl. Als Teil der juristischen Redaktion von advocado gelingt es Julia Pillokat dank Germanistikstudium und ihrer Arbeit als Lektorin, für jedes Anliegen klare Lösungen zu formulieren, die dem Leser weiterhelfen.

Martin Jedwillat
Rechtsanwalt Martin Jedwillat
Anwalt mit speziellen Kenntnissen im Bank- und Kapitalmarktrecht.
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