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Erbschein beantragen: der Erbscheinsantrag im Detail

 

Erbschein beantragen: der Erbscheinsantrag im Detail

 

 

Wenn ein Angehöriger verstirbt, hinterlässt er meist ein Erbe. Damit verbunden sind zahlreiche Formalitäten, um die sich die Erben möglichst schnell kümmern sollten. Damit die Regelung dieser Angelegenheiten erleichtert wird, können Erben einen Erbschein beantragen. Wie Sie dies machen, was Sie beachten müssen und mit welchen Kosten Sie rechnen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Erbschein beantragen: der Erbscheinsantrag im Detail

 

Lesezeit: ca. 5 Min.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie einen Erbschein beantragen können und was Sie beim Erbscheinsantrag beachten müssen.

 Darüber hinaus können Sie Ihr Rechtsproblem oder Ihre Fragen zum Erbscheinsantrag kostenlos mit unserem Anwalt für Erbrecht besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Erbschein beantragen - So erhalten Sie den Erbschein
2. Wann muss ich einen Erbschein beantragen?
3. Wer kann einen Erbschein beantragen?
4. Wo kann ich einen Erbschein beantragen?
5. Welche Unterlagen benötigt ein Erbscheinsantrag?
6. Kosten eines Erbscheinsantrags
7. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

 

1. Erbschein beantragen - So erhalten Sie den Erbschein

  • Wer? Ein Erbschein kann nur von Erben beantragt werden (enterbte Personen sind ausgeschlossen).
  • Wo? Nachlassgericht am letzten Wohnort des Erblassers (Ausnahme: Baden-Württemberg – staatliche Notariate).
  • Wozu? Der Erbschein beweist, dass Sie Erbe sind. Vor allem für Banken, Versicherungen und Behörden ist ein Erbschein nötig.
  • Wie teuer? Die Kosten sind abhängig vom Nachlasswert.

 

2. Wann muss ich einen Erbschein beantragen?

Wenn ein verstorbener Verwandter kein Testament oder Erbvertrag aufgesetzt hat, können Sie einen Erbschein beantragen. Dieser gilt als Beweis, dass Sie rechtmäßiger Erbe sind. Sie sollten jedoch beachten, dass Sie mit einem Erbscheinsantrag das Erbe automatisch annehmen und von diesem nicht mehr zurücktreten können. Mehr zur Erbausschlagung erfahren Sie in unseren Beiträgen Erbe ausschlagen (5 Gründe die Erbschaft abzulehnen) und Erbschaft ausschlagen (die wichtigsten Fragen im Überblick). Eine Frist für den Erbscheinsantrag gibt es nicht. Er kann jederzeit eingereicht werden.

Ein Erbschein wird vor allem gegenüber Banken, Behörden oder Versicherungen benötigt, denn der Erbe darf damit im Namen des Verstorbenen beispielsweise Konten auflösen oder Verträge kündigen. Außerdem kann ein Erbschein bei der Verteilung des Erbes helfen, wenn trotz Testaments nicht sofort ersichtlich ist, wer Erbe sein soll.

Ein Erbschein wird überflüssig, wenn der Erblasser zu Lebzeiten eine über den Tod hinaus gültige Vorsorgevollmacht verfasst hat – denn diese bestimmt bei entsprechender Formulierung, wer nach dem Tod im Namen des Erblassers handeln darf.   

 

3. Wer kann einen Erbschein beantragen?

Sie können einen Erbschein nur beantragen, wenn Sie Erbe eines verstorbenen Familienmitglieds sind – Sie müssen also entweder gesetzlicher Erbe oder Erbe per letztwilliger Verfügung sein.

Möchte ein minderjähriger Erbe einen Erbschein beantragen, muss er sich von einem Elternteil oder sonstigen Sorgeberechtigten vertreten lassen. Falls ein Nachlassverwalter oder Testamentsvollstrecker beauftragt wurde, können diese den Erbscheinsantrag übernehmen.

Wurden Sie vom Erblasser laut letztwilliger Verfügung enterbt und sind pflichtteilsberechtigt, dürfen Sie keinen Erbschein beantragen.

 

4. Wo kann ich den Erbschein beantragen?

Ein Erbschein kann jederzeit von einem rechtmäßigen Erben beim zuständigen Nachlassgericht – am letzten Wohnort des Verstorbenen – beantragt werden. Nur in Baden-Württemberg sind staatliche Notariate zuständig.

Sie müssen den Erbscheinsantrag nicht unbedingt selbst beim Gericht stellen, sondern können einen Notar beauftragen, der sich dann mit dem Gericht in Verbindung setzt. Dieser Antrag kann entweder schriftlich eingereicht oder mündlich erklärt und vom Gericht protokolliert werden. Nachdem Sie den Erbschein beantragen, bekommen Sie den Erbschein generell innerhalb weniger Wochen per Post zugesandt – es kann je nach Auftragslage des Gerichts allerdings auch länger dauern.

 

Erbschein beantragen, Erbscheinsantrag

Sie möchten einen Erbschein beantragen und haben Probleme oder Fragen? Hier bieten wir Ihnen die Möglichkeit einer kostenlosen Ersteinschätzung durch unseren Anwalt für Erbrecht.

 

5. Welche Unterlagen benötigt ein Erbscheinsantrag?

Um erfolgreich einen Erbschein beantragen zu können, müssen wesentliche Angaben gemacht und mehrere Dokumente beim Nachlassgericht zur Überprüfung eingereicht werden. Im Erbscheinsantrag müssen zum Beispiel die Daten des Erblassers und der Erben, der Wert des Nachlasses und damit verbundene Schulden offengelegt werden. Die einzureichenden Dokumente richten sich nach der Art des Erbes:

Ein Erbscheinsantrag muss immer folgende Dokumente beinhalten:

  • Personalausweis des Antragstellers,
  • Sterbeurkunde des verstorbenen Erblassers,
  • Anschriften aller Erben,
  • eidesstattliche Erklärung zur Richtigkeit der Angaben.

Wenn ein Testament oder Erbvertrag vorliegt, dann sind darüber hinaus folgende Unterlagen einzureichen:

  • Testament oder Erbvertrag,
  • Auskunft über alle bekannten Verfügungen von Todes wegen,
  • Auskunft, ob Rechtsstreit über das Erbe vorliegt.

Bei der gesetzlichen Erbfolge sind zusätzlich folgende Unterlagen einzureichen:

  • Familienstammbuch, Geburtsurkunden, Heiratsurkunde usw.,
  • eidesstattliche Versicherung, dass kein Testament oder Erbvertrag bekannt ist,
  • Falls vorhanden eine eidesstattliche Versicherung über den Güterstand, in welchem der Erblasser verheiratet war.

 

6. Kosten eines Erbscheinsantrag

Die oben genannte eidesstattliche Versicherung über die Richtigkeit der Angaben muss entweder von einem Gericht oder einem Notar beglaubigt werden. Dafür wird nach GNotKG Nr. 23300 eine einfache Gebühr fällig.

Auch für die Erteilung des Erbscheins muss eine Gebühr entrichtet werden. Die Höhe der Antrags- und Notarkosten berechnet sich im Allgemeinen nach dem Nachlasswert – je höher das Erbe, desto höher die Gebühr für den Erbscheinsantrag.

Beim Notar fällt die Gebühr aufgrund der Mehrwertsteuer zudem höher aus als beim Nachlassgericht.

Beispiel:

Nachlasswert

Eidesstattliche Versicherung

Erteilung des Erbscheins

Gesamt

5.000 €

45 €

45 €

90 €

10.000 €

75 €

75 €

150 €

50.000 €

165 €

165 €

330 €

100.000 €

273 €

273 €

546 €

200.000 €

435 €

435 €

870 €

 

7. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

Sind Sie rechtmäßiger Erbe und wollen im Namen des Erblassers Konten auflösen, Verträge kündigen oder andere Geschäfte regeln, können Sie einen Erbschein beantragen. Mit einem Erbscheinsantrag sind Kosten verbunden, zudem müssen verschiedene Dokumente zur Überprüfung des Sachverhalts vorliegen. Einer unserer erfahrenen Fachanwälte für Erbrecht hilft Ihnen gern bei allen Ihren Fragen zum Erbschein und erläutert Ihnen, wie dieser zu beantragen ist und welche Dokumente einzureichen sind.

 

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