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Digitales Erbe: Internet-Nutzer müssen Verantwortung übernehmen

 

Digitales Erbe: Internet-Nutzer müssen Verantwortung übernehmen

 

 

Durch Automatismen spielt einem das Internet immer wieder vor, ein Verstorbener würde noch leben und Geburtstag feiern oder etwas liken. Die Ausmaße des digitalen Fußabdrucks, den jeder hinterlässt, können zu großen emotionalen und finanziellen Problemen führen. Nur wenige machen sich Gedanken um ihr digitales Erbe. Die Vorsorge ist dabei ebenso einfach wie sinnvoll.

Digitales Erbe: Internet-Nutzer müssen Verantwortung übernehmen
Im digitalen Zeitalter muss auch ans digitale Erbe gedacht werden

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie welche Bedeutung Ihr digitales Erbe hat, warum eine Aufnahme des digitalen Erbes in Ihr Testament wichtig ist und welche Dienstleister ihren digitalen Nachlass regeln.

Dazu haben Sie die Möglichkeit, die Aufnahme Ihres digitalen Erbes in ein Testament mit unserem Anwalt für Erbrecht  zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Digitales Erbe in jedem Alter
2. Persönliche Daten bis über den Tod hinaus sichern
3. Dienstleister regeln den digitalen Nachlass
4. PRAXISTIPP: Kostenlose Ersteinschätzung von einem Rechtsanwalt

 

1.Digitales Erbe in jedem Alter

In Deutschland gibt es 28 Millionen aktive Facebook-Nutzer im Monat – weltweit sogar 1,7 Milliarden. Daneben ziehen zahlreiche weitere soziale Netzwerke ähnlich viele Nutzer an. Wer aber denkt, nur die sogenannten digital natives – also Personen, die mit dem Internet aufgewachsen sind – sollten sich mit dem digitalen Erben auseinandersetzen, liegt leider falsch. Laut einer ARD/ZDF-Studie nutzen 44,5 Mio. Deutsche täglich das Internet. Davon ist zwar wie erwartet der Großteil – nämlich 59 % – zwischen 14 und 29 Jahre alt. Aber mehr als ein Viertel der täglichen Nutzer sind sogar älter als 60 Jahre. Fast jeder also hinterlässt Spuren im Internet. Problematisch wird dies erst, wenn man sich nicht mehr persönlich um seine Angelegenheiten im Netz kümmern kann – sei es wegen Krankheit oder Tod. „Daher ist gerade in heutiger Zeit mit gebotener Ernsthaftigkeit zu empfehlen, Angaben und Weisungen zum Verhalten zum Beispiel gegenüber Facebook, Ebay, Twitter und Yahoo usw. vorsorglich in eine Vorsorgevollmacht aufzunehmen“, erklärt der auf Erbrecht spezialisierte Rechtsanwalt Uwe Block. Damit werde dem Betreuer die Möglichkeit gegeben, auch digital im Sinne des Betreuten handeln zu können.

Viele Menschen haben E-Mail-Konten, Online-Abos und Social-Network-Accounts. Doch selbst die engsten Vertrauten wissen nur selten, wo man überall angemeldet ist und welche Passwörter verwendet werden. Die Vererbung solcher im Internet gespeicherter Daten nennt man im Erbrecht „digitales Erbe“. Im Netz begegnen zahlreiche fiktive und wahre Anekdoten um dieses Weiterleben Verstorbener: Tote, die weiterhin Facebook-Nachrichten verschicken oder Freundschaftsanfragen und Rechnungen vom Handyanbieter erhalten. Bestehende Accounts zu löschen oder Verträge zu beenden, ist nun Angelegenheit der Erben. Aufgrund des Datenschutzes, auf den sich Anbieter gerne berufen, ist dies aber gar nicht so einfach.

Die größte Bedeutung bei der Nutzung sozialer Medien hat YouTube. Über 35 Mio. Nutzer verzeichnet das Videoportal in Deutschland, dicht gefolgt vom Instant-Messaging-Dienst WhatsApp mit 32 Mio. deutschen Nutzern.

 

Digitales Erbe und soziale Medien

 

2. Persönliche Daten bis über den Tod hinaus sichern

„Um die eigenen Daten zu schützen und den Hinterbliebenen Aufwand, Kosten und Ärger zu ersparen, bietet sich die Regelung des digitalen Nachlasses in einem Testament an“, rät der Rechtsexperte. In diesem kann der Erblasser seine Zugangsdaten hinterlegen und verfügen, ob Accounts gelöscht oder in einen Gedenkzustand versetzt werden sollen – und wer sich darum kümmern soll. „Wer dies nicht möchte, sollte zumindest im Testament einen Hinweis aufnehmen, wo diese Daten hinterlegt sind“, so Block weiter. Damit können die Erben später ohne große Schwierigkeiten Angaben im Internet editieren und den digitalen Nachlass auflösen.

 

3. Dienstleister regeln den digitalen Nachlass

Auch immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf den digitalen Nachlass. Diese übernehmen die im Testament geregelten Aufgaben, werten Computerdaten aus und übergeben alle Informationen an den bzw. die Erben. Darüber hinaus kann man in den meisten Fällen auch einfach die jeweiligen Internetservices kontaktieren und über die eingetretenen Umstände aufklären. Je nach Kulanz ist entweder eine Sterbeurkunde (teilweise abhängig vom Sitz des Unternehmens auch als beglaubigte englische Übersetzung) oder ein Erbschein nötig, um Zugang zu bekommen bzw. die Löschung zu erreichen. Nicht selten resultiert daraus allerdings ein teurer Rechtsstreit (wie beispielsweise zwischen der Mutter einer minderjährigen Tochter und Facebook: LG Berlin, 17.12.2015 Az. 20 O 172/15). Die Vererbung von Passwörtern kann dem übrigens vorbeugen.

 

4. Tipp: Kostenlose Ersteinschätzung von einem Rechtsanwalt

Ersparen Sie Ihren Hinterbliebenen zeit- und kostenaufwändige Anstrengungen und berücksichtigen Sie Ihr digitales Erbe im Testament. In unserer kostenlosen Ersteinschätzung beantwortet Ihnen ein erfahrener Rechtsanwalt alle Fragen zum Erbrecht und zeigt Ihnen Ihre Handlungsoptionen auf.

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