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Pflichtteilsberechtigte: Wer ist pflichtteilsberechtigt?

 

Pflichtteilsberechtigte: Wer ist pflichtteilsberechtigt?

 

 

Familiäre Probleme und Streitereien führen manchmal zur Enterbung der eigenen Kinder. Dennoch haben vor allem direkte Abkömmlinge ein Anrecht auf einen Teil des Erbes – den sogenannten Pflichtteil. Wer außerdem einen Anspruch auf den Pflichtteil hat, wie dieser geltend gemacht werden kann und wie hoch der Pflichtteil ausfällt, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Pflichtteilsberechtigte: Wer ist pflichtteilsberechtigt?

 

Lesezeit: ca. 3 Min.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie unter anderem, welche Personen pflichtteilsberechtigt sind, wie Sie die Höhe des Pflichtteils berechnen.

 Hier haben Sie außerdem die Möglichkeit, Ihr Rechtsproblem oder Ihre Fragen zum Pflichtteil kostenlos mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist der Pflichtteil?
2. Wer ist pflichtteilsberechtigt?
3. Die Höhe des Pflichtteils
4. Den Pflichtteil geltend machen
5. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

 

1. Was ist der Pflichtteil?

Dem Erblasser steht es weitestgehend frei, wem er seinen Nachlass vermacht und wen er enterbt. Bestimmte Angehörige jedoch können nicht so einfach aus der Erbfolge gestrichen werden. Bei diesen handelt es sich um sogenannte Pflichtteilsberechtigte, die einen Anspruch auf einen Pflichtteil des Erbes haben. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch, der sich stets gegen den testamentarisch festgelegten Erben richtet.

 

2. Wer ist pflichtteilsberechtigt?

Einen Anspruch auf den Pflichtteil eines Erbes haben lediglich die engsten Verwandten des Erblassers. Im Erbfall pflichtteilsberechtigt sind gemäß § 2303 BGB

  • alle Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, Enkel und Urenkel) – ehelich, außerehelich, mit Legitimierung und adoptiert,
  • der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner des Erblassers nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz sowie
  • die Eltern des Verstorbenen.

Nicht alle der aufgelisteten Angehörigen haben zugleich einen Anspruch. Direkte Abkömmlinge sowie der Ehe- bzw. Lebenspartner haben gegenüber den weiterentfernten Abkömmlingen ein Vorrecht.

Zu den direkten Abkömmlingen zählen die eigenen Kinder – sowohl eheliche als auch außereheliche. Einen Anspruch auf den Pflichtteil am Erbe haben auch adoptierte Kinder. Enkelkinder haben lediglich einen eingeschränkten Anspruch auf den Pflichtteil. Dieser greift nur, wenn sie testamentarisch vom Erbe ausgeschlossen wurden und die Eltern – und damit die direkten Abkömmlinge des Verstorbenen – ebenfalls nicht mehr leben. Auch die Eltern des Erblassers werden nur dann einen Anspruch auf einen Pflichtteil geltend machen können, wenn der Verstorbene selbst keine Kinder oder keinen Ehe- bzw. Lebenspartner hatte.

Nicht pflichtteilsberechtigt sind die Großeltern oder Geschwister des Verstorbenen. Auch entfernte Verwandte können keinen Pflichtteilanspruch geltend machen.

Wer bei welchen Familienkonstellationen Anspruch auf einen Pflichtteil hat und wie hoch dieser ist, können Sie im nächsten Absatz mit unserem Pflichtteilsrechner herausfinden.

 

3. Die Höhe des Pflichtteils

Grundsätzlich steht einem Pflichtteilsberechtigten die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils zu. Zur Ermittlung des genauen Anteils finden zusätzlich alle weiteren pflichtteilsberechtigten enterbten Verwandten Berücksichtigung – unabhängig davon, ob sie das Erbe ausgeschlagen haben, als erbunwürdig erachtet oder lediglich enterbt wurden.

Stirbt beispielsweise ein Witwer und hinterlässt drei Kinder, stünde jedem der Kinder gemäß der gesetzlichen Erbfolge 1/3 des Erbes zu. Gehen wir nun davon aus, dass der Witwer ein Testament hinterlassen hat, das regelt, dass Kind 1 enterbt werden soll. Von Gesetzeswegen her hat es aber dennoch einen Pflichtteilsanspruch. Kind 2 entscheidet sich dazu, das Erbe abzulehnen. Danach ergibt sich für den Pflichtteilsanspruch von Kind 1, dass lediglich Kind 1 und Kind 3 berücksichtigt werden müssen und sich ein gesetzlicher Anspruch von ½ des Erbes ergibt. Da dem Pflichtteilsberechtigten grundsätzlich die Hälfte seines gesetzlichen Erbteils zusteht, hat Kind 1 einen Pflichtteilsanspruch von 1/4.

 

Damit der Pflichtteil genau beziffert werden kann, muss der Pflichtteilsberechtigte um die Höhe des Erbes wissen. Doch nicht immer sind die testamentarischen Erben zur Auskunft bereit. Daher stehen dem Pflichtteilsberechtigten laut dem Gesetzgeber folgende Rechte zu, die er bei Bedarf vom Erben verlangen kann:

  • Auskunft über den Nachlassbestand,
  • ein Verzeichnis der Nachlassgegenstände und
  • ein Gutachten über den Wert des Nachlasses.

Auf diese Weise können Umfang und Höhe des Nachlasses ermittelt werden, was als Berechnungsgrundlage für den Pflichtteil herangezogen wird.

Pflichtteilsrechner – Berechnung des Pflichtteils

Auführlichere Informationen zur Berechnung des Pflichtteils erhalten Sie in unserem Beitrag "Pflichtteil berechnen - wie hoch ist der Pflichtteil?".

 

4. Den Pflichtteil geltend machen

Der im Testament eines Erblassers festgelegte Erbe ist nicht verpflichtet, einem Angehörigen Auskunft darüber zu geben, dass er einen Pflichtteilsanspruch hat. Daher erfahren Pflichtteilsberechtigte meistens vom Nachlassgericht, dass sie einen Anspruch auf das Erbe eines Verstorbenen haben und geltend machen können. Demzufolge muss der Pflichtteilsberechtigte selbst aktiv werden und vom Erben seinen Pflichtteil einfordern und notfalls sogar den Pflichtteil einklagen können.

 

5. Tipp: kostenlose Ersteinschätzung im Erbrecht

Sie wurden enterbt und sind sich nicht sicher, ob Sie einen Anspruch auf den Pflichtteil am Erbe eines verstorbenen Verwandten haben? Gehen Sie auf Nummer sicher und wenden Sie sich an einen unserer Rechtsexperten. Unser Anwalt für Erbrecht beantwortet Ihnen in einer kostenfreien Ersteinschätzung zum Erbrecht alle wichtigen Fragen rund um das Thema „Pflichtteil“.

 

► Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen zum Thema Pflichtteil einklagen kostenlos mit unserem Anwalt für Erbrecht zu besprechen.

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