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Umgangsrecht 2017: Wer entscheidet über den Umgang mit dem Kind?

 

Umgangsrecht 2017: Wer entscheidet über den Umgang mit dem Kind?

 

 

Sie haben Nachwuchs, aber sind nicht (mehr) mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zusammen? Was Sie wissen sollten: Ihnen steht es auch trotz Trennung und ohne Sorgerecht zu, Ihr Kind zu sehen und mit ihm Zeit zu verbringen. Was beinhaltet das Umgangsrecht und wie sollten Sie sich verhalten?

Umgangsrecht 2017: Wer entscheidet über den Umgang mit dem Kind?

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

Hier bieten wir Ihnen Informationen rund um das Thema Umgangsrecht 2017. Sie erfahren in diesem Artikel unter anderem, wer über das Umgangsrecht entscheidet, wie Sie sich bezüglich des Umgangsrechts verhalten sollten und warum auch eine Umgangspflicht besteht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist das Umgangsrecht?
2. Wer entscheidet über das Umgangsrecht?
3. Was legt das Umgangsrecht fest?
4. Wie Sie sich bezüglich des Umgangsrechts verhalten sollten
5. Umgangsrecht Vs. Umgangspflicht
6. PRAXISTIPP: Rechtsberatung

 

1. Was ist das Umgangsrecht?

Umgangsrecht ist ein Synonym für Besuchsrecht und beinhaltet sowohl die Rechte des Kindes als auch die Rechte beider Eltern, ihr Familienmitglied sehen zu dürfen. Auch wenn das Kind beim allein-sorgeberechtigten Elternteil lebt, ist die Bestimmung des Umgangsrechts völlig unabhängig vom Sorgerecht. Außerdem spielt es keine Rolle, ob die Eltern verheiratet waren, da es ausschließlich um das Wohl des Kindes geht, das den Kontakt zu beiden Elternteilen für seine Entwicklung braucht.

Wie oft das Gericht dem Teil, der nicht beim Kind wohnt, Besuche einräumt, ist in jedem Fall individuell zu entscheiden. Ein Anwalt könnte Ihre Interessen bei den Verhandlungen womöglich am besten vertreten, da er weiß, auf welche Details es dem Gericht ankommt.

 

2. Wer entscheidet über das Umgangsrecht?

Für derartige Angelegenheiten sind Familiengerichte zuständig. Der Richter muss herausfinden, welcher Umfang und welche Ausübung des Umgangsrechts zum Wohle des Kindes (§ 1697a BGB) beiträgt.

Das Gesetz legt zudem fest, dass die Eltern alles zu unterlassen haben, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil in Mitleidenschaft zieht. Weiterhin räumt § 1684 BGB ein, dass das Gericht bei dauerhafter oder wiederholter Nicht-Einhaltung der richterlichen Beschlüsse für eine bestimmte Frist eine Pflegschaft für die Durchführung des Umgangs anordnen darf (Umgangspflegschaft). Diese kann die Herausgabe des Kindes verlangen und legt für die Dauer des Umgangs auch seinen Aufenthaltsort fest.

Das Familiengericht kann des Weiteren anordnen, den Umgang nur im Beisein eines mitwirkungsbereiten Dritten zu vollziehen. Das kann beispielsweise ein Träger der Jugendhilfe oder ein Verein sein.

 

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3. Was legt das Umgangsrecht fest?

Damit das Familiengericht ein angemessenes Umgangsrecht einräumen kann, müssen alle relevanten Umstände wie beispielsweise die Wohnorte der beteiligten Personen vorgetragen werden. Einen großen Einfluss auf den Umfang des Besuchsrechts hat das Alter des Kindes. Während Kleinkinder am besten mehrmals die Woche, dafür aber nur für ein paar Stunden besucht werden, dürfen größere Kinder oftmals gesamte Wochenenden beim zweiten Elternteil verbringen.

Wie oben erwähnt ist dies aber in jedem Fall individuell zu prüfen und bedarf eines kompetenten Anwalts, der mit dem Gericht verhandelt. Einen pauschalen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Alter und der Dauer des Umgangs gibt es aber natürlich nicht. Demnach dürfen auch Kleinkinder unter drei Jahren regelmäßig bei ihrem Vater übernachten (BVerfG, 23.05.2007 – Az. 1 BvR 156/07).

 

4. Wie Sie sich bzgl. des Umgangsrechts verhalten sollten

Das Umgangsrecht sollte alle richterlichen Vorschriften genauestens klären, um Klarheit für die Beteiligten zu schaffen und das Kind nicht unnötig zu belasten. Daher legen Sie beispielsweise die Tage, Dauer und den Abholungsort fest, damit ein geregelter Tagesablauf stattfinden kann. Hier kann es helfen, eine Besuchsvereinbarung aufzusetzen, die alle stattgefundenen Treffen und eventuelle Ausfälle dokumentiert und von beiden Elternteilen unterschrieben wird.

Da die Förderung des Kindes stets im Vordergrund steht, ist es nicht vorteilhaft, wenn dem Kind beispielsweise am Wochenende beim Vater ein besonderes Programm geboten wird, von dem es am Montag erschöpft, krank oder gegen die Mutter aufgebracht zurückkehrt.

Des Weiteren darf das Umgangsrecht nicht an die Zahlung des Unterhalts gebunden sein, da die Unterhaltskosten gerichtlich geltend gemacht werden können und somit nicht als Bedingung für einen Besuch dienen dürfen. Ein Umgang darf nur untersagt werden, wenn das Kindeswohl gefährdet wäre. Lediglich bei Krankheit wird der angesetzte Termin verschoben, andere Gründe sind in den seltensten Fällen gültig – befragen Sie hierzu am besten einen Anwalt.

 

5. Nicht nur Umgangsrecht, sondern auch Umgangspflicht

Wurde gerichtlich festgelegt, dass der alleinlebende Vater an bestimmten Tagen ein Umgangsrecht mit seinem Kind hat, ist dies auch durchzuführen. Wehrt sich die Mutter dagegen und lässt das Kind nicht mit dem Vater gehen, kann ein Zwangsgeld verhängt werden.

Es ist nicht nur ein Recht, sondern auch die Pflicht eines jeden Elternteils, mit seinem Kind Zeit zu verbringen. Daher kann gegen den alleinlebenden Vater ebenso ein Zwangsgeld erhoben werden, wenn er nicht zu den vereinbarten Terminen erscheint. Dieses muss in beiden Fällen zunächst angedroht werden, bevor das Gericht tatsächlich einen Betrag festsetzen kann. Ist dies geschehen und wird sich im Folgenden den Anordnungen zum Umgangsrecht dennoch widersetzt (dies gilt sowohl für die Mutter, die das Kind nicht herausgibt, als auch für den Vater, der sein Kind nicht sehen möchte), muss ein Ordnungsgeld von bis zu 25.000 € gezahlt werden. Sind Sie allerdings nicht schuld an der Zuwiderhandlung des richterlichen Beschlusses zum Umgang, können Sie dies kundtun und Ihnen wird die Strafe erlassen. Sie sollten dann einen Rechtsanwalt hinzuziehen, der mit Ihnen eine solche Rechtfertigung zur Erlassung des Ordnungsgeldes erarbeitet.

Ein regelrechter Zwang zum Umgang mit seinem Kind ist allerdings nicht durchsetzbar, da dies mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr zum Wohle des Kindes beitragen würde.

 

6. Tipp: Rechtsberatung

Es stellt sich Ihnen ein Problem mit dem Umgangsrecht? Eine Rechtsberatung ist dann von Vorteil, wenn Sie Sorge haben, Ihr Kind nicht oft genug sehen zu dürfen oder wenn Ihr ehemaliger Partner in jeglicher Form Probleme bereitet. Ein Rechtsanwalt ist Ihnen dann bei den Verhandlungen behilflich und vertritt Ihre Interessen vor Gericht mit dem Überblick über die aktuelle Rechtsprechung.

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