Bauvertrag prüfen lassen: Sichergehen und Risiken vermeiden

Olga Karrasch

Juristische Redaktion

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Bauvertrag prüfen lassen

9 von 10 Bauverträgen sind fehlerhaft – sichern Sie sich jetzt rechtlich ab

90 % aller Bauverträge weisen teils gravierende Fehler und nachteilige Klauseln auf. Das führt oft zu erheblichen Mehrkosten, verzögerter Bauzeit und Rechtsstreitigkeiten. Ein spezialisierter Anwalt für Baurecht sorgt für einen rechtskonformen, ausgeglichenen Bauvertrag und minimiert wirtschaftliche Risiken.

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Manuela Reibold-Rolinger

Wer einen unausgewogenen und verbraucherfeindlichen Vertrag unterschreibt, hat den Rechtsstreit vorprogrammiert.

Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht
Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht

Wer einen unausgewogenen und verbraucherfeindlichen Vertrag unterschreibt, hat den Rechtsstreit vorprogrammiert.

Ratgeberartikel: Mit einem geprüften Bauvertrag Mehrkosten und Bauverzug vermeiden

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Das neue Bauvertragsrecht
  2. Warum fast jeder Bauvertrag Mängel aufweist
  3. Typische Fehler im Bauvertrag
  4. Fehlerhafter Vertrag: Folgen für Bauherren
  5. Wo kann man einen Bauvertrag prüfen lassen?
  6. Kosten, um einen Bauvertrag prüfen zu lassen

Zusammenfassung

Rund 90 % aller Bauverträge sind fehlerhaft. Das neue Bauvertragsrecht von 2018 soll die Lage privater Bauherren verbessern. Dennoch erhalten Häuslebauer immer noch gänzlich oder teilweise nicht rechtskonforme, veraltete Bauverträge, welche den neuen Regelungen nicht entsprechen. Daraus können sich gravierende Probleme in Bezug auf Kosten, Dauer oder Gewährleistung ergeben. Um keine Risiken einzugehen, können Bauherren ihren Bauvertrag prüfen lassen.

 

Auf einen Blick

  • 90 % der Bauverträge sind fehlerhaft oder nicht rechtskonform und stellen für den Bauherren ein großes Risiko dar.
  • Die Einführung des Bauvertragsrechts im Jahr 2018 sollte die Lage privater Bauherren verbessern. In der Realität hat sich die Situation für Bauherren in einigen Bereichen verschlechtert.
  • Zahlreiche Bauunternehmen nutzen veraltete Vertragsmuster, welche Bauherren benachteiligen.
  • Eine voreilige Unterschrift kann zu hohen Mehrkosten, Bauzeitüberschreitung und Rechtsstreitigkeiten führen.
  • Bauherren sollten vor Unterzeichnung Ihren Bauvertrag prüfen lassen.
  • Ein in Verbraucherbaurecht spezialisierter Fachanwalt für Baurecht stellt die Rechtskonformität des Bauvertrags sicher und schließt Ihre Benachteiligung und wirtschaftliche Risiken aus.

 

► Sie möchten Ihren Bauvertrag prüfen lassen? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches und kostenfreies Erstgespräch mit einem Anwalt für Baurecht und Architektenrecht.

► In diesem Gespräch informiert Sie der spezialisierte Anwalt über notwendige und verbraucherfreundliche Regelungen. Nach der Ersteinschätzung erhalten Sie ein unverbindliches Festpreis-Angebot. Bis dahin besteht somit für Sie kein Kostenrisiko. Schildern Sie hier bitte Ihren Fall.

 

1. Das neue Bauvertragsrecht

Vor 2018 gab es keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen für Bauverträge. Das neue Bauvertragsrecht regelt seit 2018 die Bestimmungen zum Bauvertrag, Verbraucherbauvertrag, Bauträgervertrag sowie Architekten- und Ingenieurvertrag im BGB. Insbesondere die Einführung des Verbraucherbauvertrags sollte die Lage privater Bauherren verbessern.

Private Verbraucher sollten mehr Rechte und einen besseren Verbraucherschutz erhalten. Die Praxis sieht anders aus. Experten warnen vor Bauverträgen, die lediglich als Verbraucherbauverträge getarnt sind. Entsprechende Verträge bieten dem Verbraucher keine Sicherheiten oder Vorteile.

 

Aus dem neuen Bauvertragsrecht ergeben sich folgende Anforderungen an einen Bauvertrag:

  • Baubeschreibung: Enthält detaillierte Angaben zu Ausführung, Umfang, Preis, eventuellen Problemen und der geplanten Bauzeit
  • 14-tägiges Widerrufsrecht:
  • Kündigungsrecht
  • Erstellungs- und Herausgabepflicht bezüglich Bau- und Planungsunterlagen seitens der Baufirma
  • Verbindliche Angaben zu Terminen & Fristen (v. a.  Beginn der Bauausführungen, Fertigstellung sowie ggf. Zwischentermine des Bauvorhabens)
  • Begrenzung der Abschlagszahlungen auf maximal 90 % des Werklohns
  • Das einseitige Anordnungsrecht: Der Besteller kann bei Uneinigkeit mit dem Bauunternehmer auch einseitig Änderungen am Vertrag vornehmen und ihre Umsetzung am Bau bewirken.

 

2. Warum fast jeder Bauvertrag Mängel aufweist

90 % aller Bauverträge sind nicht gesetzeskonform oder zumindest fehlerhaft.

Gründe hierfür sind:

  • Zahlreiche Bauunternehmer kennen das neue Bauvertragsrecht (siehe Kapitel 1) schlichtweg nicht. Die Folge: Unwissentliche Nutzung alter Vertragsmuster.
  • Bauunternehmen nutzen vorsätzlich alte Vordrucke und geschickte Formulierungen, um auf Kosten des Bauherren mehr Profit erwirtschaften zu können.

 

Infografik: Aus diesen Gründen sollten Sie Ihren Bauvertrag prüfen lassen.

 

3. Typische Fehler im Bauvertrag

Seit der Einführung des Bauvertragsrechts im Jahr 2018 werden die Neuerungen oftmals nicht umgesetzt. Bauverträge enthalten gravierende Fehler, die zu einer Benachteiligung privater Bauherren führen. Werden die entscheidenden Kleinigkeiten übersehen, kann es besonders knifflig werden.

Eine der häufigsten Fehlerquellen in Bauverträgen: Keine detaillierte Baubeschreibung.

Eine Baubeschreibung (oder auch Leistungsbeschreibung) ist das Kernstück jedes Bauvertrags. Nach dem neuen Bauvertragsrecht muss die ausführende Baufirma sie noch vor Vertragsschluss aushändigen.

Die Baubeschreibung muss detaillierte Angaben zu allen Bauleistungen und Materialien rund um Ihr Eigenheim enthalten – von der Bauplatz-Absicherung über das Mauerwerk bis hin zu den verwendeten Fliesen im Sanitärbereich.

Experten raten Bauherren dazu, diese vor Vertragsunterzeichnung separat von einem technischen Berater überprüfen zu lassen (mehr dazu in Kapitel 5).

 

Enthalten die Detailangaben in der Baubeschreibung zum Hersteller, Modell oder Farbe den Ausdruck oder gleichwertig, können sich hieraus rechtliche Probleme ergeben. Das Gleiche gilt für Formulierungen, wie handelsübliche Fabrikate oder deutsches Markenprodukt.

► Sie deuten darauf hin, dass billige Produkte verwendet werden. Diese können der angenommenen Qualität nicht entsprechen.

 

Weitere Fehler in Bauverträgen:

  • Baubeschreibung wird vertraglich aus dem Vertragsinhalt ausgeschlossen.
  • Keine Nennung von Fertigstellungsfristen
  • Kein Festlegen von Vertragsstrafen für das Nichteinhalten der Fristen
  • Veraltete Zahlungspläne, wodurch Sie in Vorleistung gehen müssen
  • Keine Vereinbarung einer Vertragserfüllungssicherheit vor der ersten Abschlagszahlung
  • Keine verbindliche Nennung des Preises
  • Aufnahme der VOB/B-Regelungen (kein Fehler per se, stellt aber eine Schwierigkeit dar, wenn es um Beanstandung von Mängeln geht)

 

Wenn Sie vor der Unterzeichnung den Bauvertrag juristisch prüfen lassen, bedeutet das einen zusätzlichen zeitlichen und finanziellen Aufwand für Sie.

Im Vergleich zu möglichen Folgen einer Nichtprüfung ist der Aufwand eine wichtige Investition für einen reibungslosen und risikoarmen Bauverlauf Ihres neuen Eigenheims.

 

4. Fehlerhafter Vertrag: Folgen für Bauherren

Ein fehlerhafter Bauvertrag kann den Bauherren vor ernste Probleme stellen. Deswegen gilt bei Bauverträgen: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Manuela Reibold-Rolinger

Verträge sind zum Vertragen da! Wer einen unausgewogenen, verbraucherfeindlichen und ungeprüften Vertrag unterschreibt, hat den Streit bereits vorprogrammiert. Die Folgen sind Nachträge, Mehrkosten, Bauverzug und teure Rechtsstreitigkeiten.

Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Baurecht und Architektenrecht
Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Baurecht und Architektenrecht

Verträge sind zum Vertragen da! Wer einen unausgewogenen, verbraucherfeindlichen und ungeprüften Vertrag unterschreibt, hat den Streit bereits vorprogrammiert. Die Folgen sind Nachträge, Mehrkosten, Bauverzug und teure Rechtsstreitigkeiten.

Mehrkosten

Bei der Mehrheit der in den letzten Jahren errichteten Eigenheime überstiegen die Kosten am Ende das geplante Budget. Bei jedem zehnten sogar um bis zu 30 %.

Gründe hierfür: Die Leistungsbeschreibung war nicht detailliert genug bzw. der Bauvertrag enthielt nicht den konkreten Gesamtpreis inklusive Zahlungsplan.

Fehlen bestimmte Details in der Baubeschreibung, erhalten Häuslebauer im schlimmsten Fall letztlich gar nicht das Haus, das ursprünglich geplant war – und für das sie bezahlt haben. Veranlassen Sie nachträglich Änderungen am Bau, führt das immer zu Mehrkosten und kann womöglich den Finanzierungsplan hinfällig machen.

 

Bauverzug

Wurden die Fertigstellungsfristen vertraglich nicht festgehalten, kann es schnell zu Bauzeitverlängerungen kommen. Eine Bauzeitüberschreitung bedeutet unnötige Doppelbelastungen in Form von Miet- und Kreditzahlungen.

 

Unzureichende Gewährleistung

Den Baumangel entdecken die Bauherren häufig erst einige Jahre später. Es ist wichtig, von vorneherein über Gewährleistungsansprüche informiert zu sein.

Haben Sie einen reinen Bauvertrag abgeschlossen, beträgt die Gewährleistungsfrist fünf Jahre. Enthält der Vertrag dagegen zusätzlich VOB/B-Regelungen, können Sie – je nach Mangelart – nur mit zwei bis vier Jahren rechnen.

 

VOB/B-Regelungen:

Es handelt sich hierbei um Teil B der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Sie stellt keine gesetzliche Grundlage dar, sondern lässt sich mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Bauleistungen vergleichen.

Im Gegensatz zu reinen BGB-Bauverträgen sind diese Regelungen an einigen Stellen (z. B. wenn es um Gewährleistungsrechte geht) ungünstiger für Verbraucher.

 

Bauvertrag prüfen lassen

Sie möchten Ihren Bauvertrag prüfen lassen? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie bitte hier Ihr Anliegen.

 

5. Wo kann man einen Bauvertrag überprüfen lassen?

Wer einen Bauvertrag prüfen lassen möchte, kann sich an folgende Stellen wenden:

  • Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht mit Spezialisierung auf Verbraucherbaurecht
  • Bundesweite Vereine (z. B. Bauherren-Schutzbund)
  • Verbraucherzentralen der Bundesländer
  • Technische Überwachungsvereine (TÜV)
  • DEKRA

 

Technische Prüfung

Die technische Seite eines Bauvertrags, insbesondere die Leistungsbeschreibung, kann ein Architekt oder ein Bauingenieur überprüfen. Der Sachverständige erkennt Lücken und Fehler bei der bautechnischen Planung des Objektes und schafft Klarheit über das tatsächlich geplante Eigenheim.

So wird beispielsweise festgestellt, ob die Angaben zu allen Gewerken so beschrieben sind, dass eine bestimmte Qualität garantiert wird. Das betrifft insbesondere Angaben zu Qualität, Form, Abmessung, technischen Daten und Hersteller.

 

Juristische Prüfung

Unabhängig von der technischen Prüfung ist eine juristische Prüfung des Bauvertrags vorzunehmen. Unterschiedliche gesetzliche Grundlagen der jeweiligen Vertragstypen (Bauvertrag, Verbraucherbauvertrag, Bauträgervertrag oder Architekten- und Ingenieurvertrag) erschweren dessen Beurteilung.

Nur ein spezialisierter Rechtsanwalt kann den vorliegenden Vertragstyp identifizieren und rechtssicher prüfen. Ein Anwalt für Baurecht und Architektenrecht ist der richtige Ansprechpartner. Ideal wäre zusätzlich die Spezialisierung des Anwalts im Verbraucherbaurecht.

Er ermöglicht Ihnen eine zügige, unabhängige und qualifizierte Beratung ohne große Verwaltungshürden (wie z. B. Mitgliedschaft in einer Organisation). Ein Anwalt schaut mit der Verbraucherbrille auf den Vertrag und vertritt die Rechte und Interessen seines Mandanten – handelt also in Ihrem Interesse.

 

Sie möchten einen Bauvertrag prüfen lassen? Stellen Sie eine Anfrage über advocado, um schnellstmöglich mit einem spezialisierten Anwalt zu sprechen. Nach einer kostenfreien, unverbindlichen Ersteinschätzung können Sie unkompliziert Ihren Bauvertrag prüfen lassen.

 

Das funktioniert folgendermaßen:

  1. Bequemes Hochladen des Bauvertrags in unser verschlüsseltes System
  2. Schnelle Antwort von einem spezialisierten Rechtsanwalt für Baurecht
  3. Ersteinschätzung sowie ein transparentes Festpreis-Angebot
  4. Bei Angebotsannahme: Umfassende rechtliche Prüfung des Bauvertrags durch den Rechtsanwalt
  5. Erläuterungen zu den problematischen Klauseln sowie Änderungs- und Handlungsempfehlungen
Manuela Reibold-Rolinger

Wir haben uns darauf spezialisiert, Bauverträge präventiv zu prüfen, diese ausgeglichen zu gestalten und dafür zu sorgen, dass Rechtstreitigkeiten im Bauvertragsverhältnis vermieden werden.

Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Baurecht und Architektenrecht
Manuela Reibold-Rolinger
Fachanwältin für Baurecht und Architektenrecht

Wir haben uns darauf spezialisiert, Bauverträge präventiv zu prüfen, diese ausgeglichen zu gestalten und dafür zu sorgen, dass Rechtstreitigkeiten im Bauvertragsverhältnis vermieden werden.

6. Kosten, um einen Bauvertrag prüfen zu lassen

Der Wert eines guten Bauvertrags lässt sich schwer pauschal beziffern. Die Prüfung eines Bauvertrags kostet meist weniger als 1 000 €, so die renommierte Rechtsanwältin Manuela Reibold-Rolinger. Wenn es jedoch schon zu spät ist und ein Rechtsstreit droht, müssten Betroffene mit Kosten von bis zu 30 000 € und mehr rechnen.

Der Bau des Eigenheims ist ein besonderes, meist einmaliges Unterfangen. Sparen Häuslebauer an der falschen Stelle und verzichten auf die Prüfung des Bauvertrages, kann der Hausbau zur Existenzbedrohung werden.

 

Kostensicherheit bei advocado:

Nutzen Sie die kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung von einem unserer juristischen Experten. Sie erhalten im Anschluss ein individuelles Festpreis-Angebot und entscheiden dann, ob Sie den spezialisierten Anwalt mit der Vertragsprüfung beauftragen. Bis dahin besteht für Sie kein Kostenrisiko.

Sie möchten einen Bauvertrag prüfen lassen?

Unser Anwalt erläutert Ihnen im kostenfreien Erstgespräch das mögliche Vorgehen.

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Beitrag von
Olga Karrasch

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Olga Karrasch stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.

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