Falschberatung Bank – so fordern Sie Schadensersatz

Falschberatung Bank – so fordern Sie Schadensersatz

 von Carolin Stadler (jur. Redaktion)
Falschberatung Bank – so fordern Sie Schadensersatz

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Schadensersatz bei Falschberatung einer Bank: Was Sie wissen müssen
  2. Falschberatung Bank – So wehren Sie sich
  3. Kosten & Kostenübernahme
  4. Das können Sie jetzt tun: In 3 Schritten Schadensersatz fordern

Auf einen Blick

  • Egal ob Baufinanzierung, Kredit oder Darlehen: Banken müssen wahrheitsgemäß, vollständig und eindeutig beraten.
  • Nicht jede erfolglose Geldanlage gilt als Falschberatung.
  • Eine Aufklärungspflicht der Bank entsteht nur, wenn ein Beratungsvertrag vorliegt.
  • Der Beratungsvertrag liegt automatisch bei einem Beratungsgespräch vor – Sie müssen keinen schriftlichen Vertrag dafür unterschreiben.
  • Der Kunde muss die Falschberatung beweisen, um Schadensersatz verlangen zu können.
  • Folgende Schritte sind möglich: Beschwerde einlegen, Ombudsmann kontaktieren, Schadensersatzklage.
  • Ein Anwalt setzt Ansprüche durch und vertritt den Geschädigten vor Gericht.
  • Die Anwalts- und Gerichtskosten muss nach erfolgreicher Klage die Bank tragen.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

► Sie wurden von einer Bank falsch beraten oder diese hat wichtige Informationen zurückgehalten? Dann haben Sie möglicherweise Anspruch auf Schadensersatz. Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch mit unserem Anwalt für Banken- und Kapitalmarktrecht.

► Im Rahmen dieses Erstgesprächs prüft der Anwalt Ihre rechtlichen Möglichkeiten. Außerdem klärt er Sie über die Schadensersatzklage auf und schlägt weitere Schritte vor. Sie entscheiden anschließend, ob Sie uns beauftragen.

Schildern Sie bitte hier Ihren Fall.

 

1. Schadensersatz bei Falschberatung einer Bank: Was Sie wissen müssen

Bei einem Beratungsgespräch hat die Bank automatisch eine Aufklärungspflicht. Verletzt die Bank diese und berät Sie falsch, können Sie gegebenenfalls Schadensersatz fordern. Wir erklären Ihnen, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und wie Sie entschädigt werden.

 

Infografik: Für Schadensersatz nach einer Falschberatung der Bank müssen Sie diese Bedingungen und Pflichten erfüllen.

 

Drei Bedingungen

Sie können Schadensersatz wegen einer Falschberatung Ihrer Bank fordern, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Es liegt ein Beratungsvertrag vor.
  • Die Bank hat Verpflichtungen aus dem Beratungsvertrag verletzt.
  • Sie können die Falschberatung beweisen.

Ein Beratungsvertrag entsteht, sobald eine Beratung bei der Bank stattfindet – ein schriftlicher Vertrag ist nicht nötig.

Durch den Beratungsvertrag hat die Bank folgende Verpflichtungen:

  • Die Bank muss das Finanzprodukt wählen, welches zum Vorhaben des Kunden, dessen Risikobereitschaft und Wissensstand passt. Z. B. darf die Bank kein Fachwissen über Geldanlagen voraussetzen.
  • Der Berater muss dem Kunden sämtliche Informationen über das Finanzprodukt geben, die für ihn wichtig sind. Das gilt auch für Risiken, aufgrund derer der Kunde das Angebot ablehnen könnte.
  • Erhält die Bank Provisionen für den Verkauf von Geldanlagen, muss sie den Kunden darüber informieren.

 

Beweispflicht: Das ist wichtig

Grundsätzlich muss der Kunde die Falschberatung der Bank beweisen. Die Bank könnte nämlich angeben, den Kunden nicht falsch beraten zu haben.

Für den Beweis einer Falschberatung der Bank genügt ein Gesprächsprotokoll der Beratung. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

  • Das Gesprächsprotokoll muss sämtliche Inhalte der Beratung enthalten.
  • Geben Sie das Datum der Beratung an.
  • Der Berater muss das Protokoll mit seiner Unterschrift bestätigen.

Aber: Können Sie die Falschberatung nicht beweisen, erhalten Sie keinen Schadensersatz. Ein Anwalt kann Beweise erkennen und diese rechtssicher darlegen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie falsch beraten wurden, schildern Sie bitte hier Ihren Fall.

 

Verjährung

Nach § 195 BGB verjährt der Anspruch auf Schadensersatz nach drei Jahren.

Das ist dabei wichtig:

  • Die Verjährungsfrist beginnt in dem Jahr, in dem der Anspruch entstanden ist.
  • Der Anspruch entsteht sobald der Kunde den Schaden bemerkt und weiß, welcher Berater seine Pflicht verletzt hat.

Beispiel:

Der Kunde wird im März 2018 über eine Geldanlage falsch beraten. Im Januar 2019 erfährt er durch einen Pressebericht, dass die Geldanlage mit erheblichen Kosten für den Anleger verbunden ist. Die Verjährungsfrist beginnt nicht 2018, sondern erst am 31. Dezember 2019 – sie endet am 31. Dezember 2022.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen über die Verjährung finden Sie in unserem Beitrag Verjährung von Schadensersatz.

 

Beispiele

Wie viel Schadensersatz Sie bekommen können, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In der folgenden Tabelle haben wir einige Beispiele für Sie aufgelistet.

 

Schadensersatz

Urteil

12.000 €

Landgericht Hamburg AZ 318 O 4/08: Bank verletzt Aufklärungspflicht

12.660 €

Landgericht Verden AZ 4 O 421/05: Bank tätigt falsche Aussage über eine Geldanlage

214.700 €

OLG Bamberg AZ U 140/14: Bank verschweigt Provision für der Verkauf einer Geldanlage

540.000 €

BGH AZ XI ZR 33/10: Bank klärt nicht über erhebliche Risiken einer Geldanlage auf

 

2. Falschberatung Bank – so wehren Sie sich

Infografik: Was Sie bei einer Falschberatung der Bank tun können.

 

Beschwerde einlegen

Wurden Sie von einer Bank falsch beraten, sollten Sie den Fall bei dieser melden.

Dazu genügt eine schriftliche Beschwerde mit folgenden Inhalten:

  • Beschreibung Ihrer Situation.
  • Erklärung der Falschberatung.
  • Aufforderung zur Lösung des Problems mit Setzung einer Frist.

Wichtig: In der Regel sind sich Banken keiner Schuld bewusst und geben an, den Kunden über alles aufgeklärt zu haben. Die schriftliche Beschwerde sollte bei einer Falschberatung daher nicht der einzige Schritt sein.

 

Ombudsmann kontaktieren

Zusätzlich zur schriftlichen Beschwerde können Sie einen Ombudsmann kontaktieren. Das sind pensionierte Richter, die Ihnen bei Streitigkeiten mit Ihrer Bank helfen.

Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

  • Die Bank muss Mitglied im Bundesverband deutscher Banken sein, damit Sie sich an einen Ombudsmann wenden können.
  • Banken müssen sich nur bis zu einem Streitwert von 5.000 € an die Entscheidung des Ombudsmannes halten (der Streitwert ist der geforderte Schadensersatz).
  • Der Ombudsmann führt keine Rechtsberatung durch.
  • Der Ombudsmann berücksichtigt keine Zeugen – diese sind aber für den Beweis der Falschberatung wichtig.

Weil der Kunde die Falschberatung zwingend beweisen muss und es bei Bankgeschäften häufig um mehr als 5.000 € geht, ist der Gang zum Anwalt meist wirksamer. Dieser kann Sie bei Streitigkeiten mit Ihrer Bank vertreten und die Rückabwicklung der Falschberatung durchsetzen.

 

Rechtliche Schritte einleiten

Sieht die Bank ihre Falschberatung nicht ein, können Sie nur mit einer Schadensersatzklage Ihr Recht durchsetzen. Das klingt abschreckend, aber ein erfahrener Anwalt übernimmt den Prozess für Sie. Mit seiner Hilfe können Sie Ihren Anspruch durchsetzen und finanzielle Verluste ausgleichen.  

Wenn Sie über advocado eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern, kontaktiert Sie ein spezialisierter Anwalt innerhalb von 2 Stunden und hilft Ihnen weiter. Nach der Ersteinschätzung erhalten Sie ein unverbindliches Festpreis-Angebot. Es besteht bis dahin kein Kostenrisiko für Sie. Schildern Sie Ihr Anliegen.

Um Ihren Anspruch durchzusetzen, geht der Anwalt mit Ihnen zusammen folgende Schritte:

  • Klage einreichen: Die Schadensersatzklage reicht der Anwalt beim zuständigen Gericht ein. Das ist bei einem Streitwert bis 5.000 € das örtliche Amtsgericht – bei einem höheren Wert das Landgericht.

Achtung: Anwaltszwang besteht zwar vor Amtsgerichten nicht, dennoch kann nur ein Spezialist Ihren Anspruch wirksam durchsetzen – ein Laie hat gegen die professionelle Rechtsabteilung einer Bank kaum eine Chance.

  • Gerichtskostenvorschuss bezahlen: Der Kläger muss den Vorschuss bezahlen, damit das Gericht das Verfahren aufnimmt. Die Höhe ist abhängig vom geforderten Schadensersatz und deswegen sehr individuell. Ausführlichere Informationen zu den Kosten finden Sie in Kapitel 3 – Kosten & Kostenübernahme.
  • Verhandlung über den Schadensersatz: Das Gericht beschäftigt sich detailliert mit dem Sachverhalt und hört Zeugen an. Außerdem ermittelt es die Höhe des Schadensersatzes.
  • Entscheidung: Nach der Beweisaufnahme fällt der Richter ein Urteil und bestimmt, wie viel Schadensersatz Sie bekommen.
  • Auszahlung: Die Bank muss die Summe innerhalb einer Frist an Sie auszahlen.

 

Falschberatung Bank

► Sie wurden von einer Bank falsch beraten und dadurch ist Ihnen ein Schaden entstanden? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

3. Kosten & Kostenübernahme

Für die Schadensersatzklage entstehen Anwalts- und Gerichtskosten. Diese sind von Ihrem individuellen Fall und der geforderten Schadensersatzsumme abhängig. Pauschale Angaben zu den Kosten sind daher nicht möglich.

Kostenübernahme

Unabhängig von der Höhe der Kosten gibt es verschiedene Möglichkeiten, damit Sie diese nicht selbst tragen müssen:

  • Gegenseite trägt die Kosten: Gewinnen Sie die Klage, muss die Bank sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen.
  • Prozesskostenhilfe: Bei nachgewiesener Bedürftigkeit können Sie ggf. Prozesskostenhilfe beantragen. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Anwalts- und Gerichtskosten nicht aufbringen können. Dazu genügt ein formloser Antrag mit der Erklärung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse beim zuständigen Amtsgericht.
  • Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung: Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, übernimmt diese in der Regel die Kosten. Das ist allerdings abhängig von der jeweiligen Police.

 

Wir kontaktieren Ihre Rechtsschutzversicherung:

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten für Ihre Schadensersatzklage abdeckt, stellen wir gerne für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage. Schildern Sie dafür einfach hier Ihren Fall.

 

4. Das können Sie jetzt tun: In 3 Schritten Schadensersatz fordern

Eine Falschberatung der Bank kann mit starken finanziellen Verlusten einhergehen. Den Anspruch auf Entschädigung haben Sie nur, wenn Sie die Falschberatung beweisen können.

Um mit einer Schadensersatzforderung finanzielle Verluste auszugleichen, können Sie wie folgt vorgehen:

  1. Sammeln Sie Beweise für die Falschberatung – fertigen Sie z. B. ein Gesprächsprotokoll über die Beratung an.
  2. Erstellen Sie eine Übersicht über finanzielle Verluste, die Sie wegen der Falschberatung erlitten haben.
  3. Lassen Sie sich von einem unserer spezialisierten Anwälte beraten. Dieser schätzt schon vor einer Beauftragung die Chancen und Risiken einer Klage gegen Ihre Bank ein. Bei advocado erhalten Sie ein Festpreisangebot und entscheiden, ob der Anwalt Ihren Anspruch auf Schadensersatz gegen die Bank durchsetzen soll. Schildern Sie dazu bitte hier Ihren Fall.

 

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