Kostenfreie Anfrage

Führerscheinentzug: Wann er droht & wie Sie ihn verhindern

Sophie Suske

Juristische Redaktion

Stand:

318 Leser finden diesen
Beitrag hilfreich

9 Minuten Lesezeit

Sophie Suske (jur. Redaktion)  |   Stand:

Führerscheinentzug: Wann er droht & wie Sie ihn verhindern

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Das Wichtigste zum Führerscheinentzug
  2. Ab wann ist der Führerschein weg?
  3. Wann droht kein Führerscheinentzug?
  4. Wie läuft der Führerscheinentzug ab?
  5. Was kostet ein Entzug der Fahrerlaubnis?
  6. Wie Sie die Sperrfrist beim Führerscheinentzug verkürzen
Focus Money - Höchste Weiterempfehlung - Online-Rechtsberatung

Sie suchen
einen Anwalt?

So funktioniert advocado

Keine aufwendige Anwaltssuche oder langes Warten auf Kanzleitermine. Sie schildern Ihr Anliegen einfach online und der passende advocado Anwalt meldet sich innerhalb von zwei Stunden bei Ihnen (Mo.-Fr. 9-18 Uhr).

Im kostenfreien Erstgespräch bespricht der Anwalt Ihr Anliegen mit Ihnen und erläutert Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

Sie können jederzeit und überall auf Ihren Online-Mandantenbereich zugreifen. Hier verwalten Sie mit wenigen Mausklicks alle Dokumente, kommunizieren per Nachricht oder Videochat mit Ihrem Anwalt und sehen den Status Ihres Falls.

  1. Kostenfreies Erstgespräch mit einem Anwalt
  2. Unverbindliches Festpreis-Angebot
  3. Online-Rechtsberatung über advocado
Sperrfrist verkürzen

Zusammenfassung

Wem der Führerschein entzogen wird, der erhält ihn nach einer Sperrfrist nicht zurück, sondern muss ihn neu beantragen. Die Neuerteilung kann an bestimmte Auflagen wie die Teilnahme an einem Aufbauseminar geknüpft sein. Umgehen lässt sich ein Führerscheinentzug nicht – jedoch verkürzen.

 

Auf einen Blick

  • Ein Führerscheinentzug droht bei Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, einer Verkehrsstraftat sowie 8 Punkten im Fahreignungsregister.
  • Einen entzogenen Führerschein können Sie erst nach Ablauf der verhängten Sperrfrist bei der Führerscheinstelle neu beantragen.
  • Die Behörde kann die Neuerteilung an Auflagen wie die Teilnahme an einer MPU oder einem Aufbauseminar knüpfen.
  • Nach 15 Jahren erhalten Sie Ihren Führerschein ohne Auflagen zurück.
  • Auch durch einen Härtefall lässt sich ein Entzug des Führerscheins nicht umgehen.
  • Ein spezialisierter Anwalt beantragt eine Verkürzung der Sperrfrist und überzeugt das zuständige Gericht bzw. die Führerscheinstelle von einer schnellen Neuerteilung Ihres Führerscheins.

 

1. Das Wichtigste zum Führerscheinentzug

Wer sich eines schweren Fehlverhaltens oder einer Straftat im Straßenverkehr schuldig macht, muss mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Ein Führerscheinentzug droht in diesen Fällen:

  • Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Unfallflucht
  • Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer
  • 8 Punkte im Fahreignungsregister

Beim Führerscheinentzug wird nicht nur das amtliche Dokument des Führerscheins entzogen, sondern die Fahrerlaubnis für eine bestimmte Kraftfahrzeugklasse.

Ordnet ein Gericht bzw. die Führerscheinstelle den Führerscheinentzug an, ist dieser von Dauer. Sobald das Verfahren rechtskräftig ist, ist die Fahrerlaubnis ungültig. Wer sich dennoch hinters Steuer setzt, begeht eine Straftat: Fahren ohne Fahrerlaubnis.

 

Welche Fahrzeuge darf man fahren trotz entzogener Fahrerlaubnis?

Nach einem Führerscheinentzug dürfen Sie keinerlei Fahrzeuge fahren, für die Sie eine Fahrerlaubnis benötigen – abgesehen von Fahrrädern, mobilen Krankenstühlen, Gabelstaplern oder Mofas.

Mofafahren ist nach einem Führerscheinentzug jedoch nur uneingeschränkt erlaubt, wenn Sie vor dem 01.04.1965 geboren sind bzw. eine gesonderte Bescheinigung besitzen und die Verwaltungsbehörde Ihnen Mofafahren nicht untersagt hat.

 

Vorläufiger Führerscheinentzug

Geht vom Verhalten eines Fahrers eine besondere Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer aus, darf die Polizei den Führerschein vorläufig einziehen und beschlagnahmen.

Ein vorläufiger Führerscheinentzug ist wahrscheinlich bei:

  • Fahrerflucht
  • Gefährdung des Straßenverkehrs
  • Illegalen Straßenrennen
  • Trunkenheit am Steuer

Für einen vorläufigen Führerscheinentzug muss ein richterlicher Beschluss vorliegen – die Polizeibeamten dürfen nicht eigenmächtig handeln. Dieser Beschluss ergeht in den Fällen schnell, in denen Verkehrsteilnehmern Gefahr droht.

Die endgültige Entscheidung, ob der Führerschein auf Dauer entzogen wird, trifft hingegen ein Gericht bzw. die Fahrerlaubnisbehörde.

 

Führerscheinentzug und Fahrverbot

Häufig wird der Begriff des Führerscheinentzugs auch gebraucht, wenn Behörden ein Fahrverbot angeordnet haben.

Zwischen Entzug und Verbot besteht jedoch ein Unterschied: Zu einem Fahrverbot führen nur leichtere Vergehen – z. B. eine rote Ampel zu überfahren.

  • Bei einem Fahrverbot müssen Sie Ihren Führerschein lediglich zeitlich begrenzt abgeben – er behält jedoch seine Gültigkeit.
  • Das Fahrverbot dauert mindestens 1 Monat und maximal 3 Monate – danach erhalten Sie die Fahrerlaubnis automatisch zurück.
  • Ein Fahrverbot geht häufig mit einem Bußgeld einher – eine dauerhafte Entziehung droht hingegen bei schweren Vergehen im Straßenverkehr.

 

 

2. Ab wann ist der Führerschein weg?

Einen dauerhaften Führerscheinentzug verhängen Behörden nur bei schweren Vergehen im Straßenverkehr:

  • Alkohol am Steuer
  • Fahren unter Drogeneinfluss
  • Verkehrsstraftaten
  • 8 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg
  • Vergehen in der Probezeit

 

Alkohol am Steuer

Nehmen Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teil, droht bei folgenden Promille-Werten ein Entzug der Fahrerlaubnis:

  • Ab 0,3 Promille: Ein Führerscheinentzug droht, wenn der Fahrer andere Personen durch sein Verhalten gefährdet.
  • Ab 0,5 Promille: Es droht ein Fahrverbot von maximal 3 Monaten, in der Regel wird der Führerschein jedoch nicht entzogen.
  • Ab 1,1 Promille: Es liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor – die Polizei entzieht den Führerschein mit sofortiger Wirkung.

Während Ersttäter beim Fahren unter Alkoholeinfluss jenseits der erlaubten Promillegrenze meist noch mit einem Bußgeld und Fahrverbot davonkommen, drohen Wiederholungstätern höhere Strafen. Sie müssen z. B. mit der sofortigen Anordnung einer MPU rechnen – auch wenn der erlaubte Promillewert nur minimal überschritten wurde.

 

Fahren unter Drogeneinfluss

Wen die Polizei nach dem Konsum von Cannabis oder anderen Drogen beim Führen eines Fahrzeugs erwischt, der muss mit dem Entzug seiner Fahrerlaubnis rechnen.

Welche Strafe z. B. für das Fahren unter Cannabiseinfluss droht, lässt sich nicht pauschal angeben. Gestaffelte Grenzwerte im Blut gibt es bei Cannabis anders als bei Alkohol nicht.

Ob es zum Führerscheinentzug kommt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Der konkrete Einzelfall: Einen einmaligen oder gelegentlichen Cannabiskonsum bestrafen Behörden milder als einen regelmäßigen.
  • Das Bundesland, in dem der Fahrer erwischt wurde: In Bayern ahnden die Behörden Fahren unter Drogeneinfluss härter als in Berlin.
  • Die Art des Konsums: Beim Mischkonsum mit anderen Drogen ist der Entzug der Fahrerlaubnis eher wahrscheinlich als bei einem gelegentlichen Konsum von Cannabis.

 

Anders verhält es sich beim Konsum harter Drogen wie Kokain oder Speed. Hier wird der Führerschein entzogen – auch wenn sich nur noch geringe Mengen feststellen lassen und der Konsum bereits mehrere Tage zurückliegt.

Das Verwaltungsgericht Neustadt urteilte in diesem Zusammenhang, dass bereits die einmalige Einnahme einer harten Droge einen dauerhaften Führerscheinentzug begründe (Az.: 1 L 269/16.NW).

Beim Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ist die Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) verpflichtend. Ein Führerschein lässt sich nur beim erfolgreichen Bestehen der Untersuchung nach der Sperrfrist neu beantragen.

 

Verkehrsstraftaten

Wer im Straßenverkehr andere Personen oder Dinge erheblich gefährdet, dem droht ein dauerhafter Entzug der Fahrerlaubnis.

Folgende Verkehrsstraftaten können einen Führerscheinentzug nach sich ziehen:

  • Fahrerflucht: Wer sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, muss nach dem Unfall mit einem dauerhaften Führerscheinentzug rechnen. Das gilt insbesondere bei Fahrerflucht mit Personen- bzw. erheblichem Sachschaden.
  • Nötigung im Straßenverkehr: Kommt es zu einer schweren Form von Nötigung – etwa weil der Fahrer gewalttätig ist –, kann ihm der Führerschein entzogen werden.
  • Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr: Nutzt der Täter sein Fahrzeug als Waffe, um andere Personen zu verletzen, muss er mit einem dauerhaften Führerscheinentzug rechnen.

 

8 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg

Die Fahrerlaubnis wird zudem entzogen, wenn durch mehrere Vergehen im Straßenverkehr die maximale Punktzahl von 8 Punkten im Fahreignungsregister erreicht ist.

  • Ab wie vielen Punkten tatsächlich der Führerscheinentzug droht, hängt davon ab, ob das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg zuvor eine Ermahnung (bei 5 Punkten) bzw. eine Verwarnung (bei 7 Punkten) ausgesprochen hat.
  • Erhalten Sie keine Ermahnung bzw. Verwarnung, muss die Behörde Ihren Punktestand um jeweils 1 Punkt reduzieren. In diesem Fall darf Ihnen der Führerschein nicht entzogen werden.

 

Vergehen in der Probezeit

Wer seinen Führerschein auf Probe hat und die Regeln der Straßenverkehrsordnung missachtet, muss mit einem dauerhaften Entzug seiner Fahrerlaubnis rechnen. Der Führerschein kann entzogen werden, wenn der Fahrer 3 A-Verstöße bzw. 6 B-Verstöße begeht.

  • A-Verstoß: Straftaten wie Unfallflucht, Nötigung im Straßenverkehr oder Alkohol am Steuer
  • B-Verstoß: Vergehen wie Handy am Steuer, Parkverstöße oder abgefahrene Reifen

Bevor ein Vergehen in der Probezeit einen endgültigen Führerscheinentzug nach sich zieht, verhängt die Behörde zumeist eine Verlängerung der Probezeit beim ersten A-Verstoß bzw. dem zweiten B-Verstoß.

Wer als Fahranfänger seinen Führerschein verliert, muss mit einer Sperrfrist von bis zu 5 Jahren rechnen – erst danach ist eine Neuerteilung möglich. Nach der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beginnt die Probezeit von Neuem.

 

3. Wann droht kein Führerscheinentzug?

Nicht immer entzieht die Strafverfolgungsbehörde den Führerschein dauerhaft. Wer zu schnell fährt oder eine rote Ampel missachtet, kommt in der Regel mit einem temporären Fahrverbot davon.

 

Geschwindigkeits­überschreitung

Wer innerhalb eines Jahres zweimal die zulässige Geschwindigkeit um mindestens 26 km/h überschreitet, muss seinen Führerschein für 1 Monat abgeben.

Auch wenn kein dauerhafter Führerscheinentzug droht, ist ein solches Fahrverbot dennoch ärgerlich – besonders wenn Sie privat oder beruflich auf Ihr Fahrzeug angewiesen sind.

Können Sie plausible Gründe vorlegen, weshalb ein Verzicht auf Ihren Führerschein unzumutbar ist, können Sie möglicherweise ein solches Fahrverbot umgehen.

Zudem kann die Teilnahme an einem Aufbauseminar dazu beitragen, dass das Fahrverbot entfällt und Sie stattdessen ein Bußgeld bezahlen.

 

Ein dauerhafter Führerscheinentzug droht bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung dann, wenn Sie andere Verkehrsteilnehmer mutwillig gefährden. In diesem Fall ahndet die Behörde nicht die Geschwindigkeitsüberschreitung, sondern sieht Sie grundsätzlich als ungeeignet an, ein Fahrzeug zu führen.

 

Rotlichtverstoß

Wer über eine rote Ampel fährt, dem droht ein Fahrverbot von 1 Monat – jedoch kein Führerscheinentzug. Die Behörde kann ein Fahrverbot verhängen, wenn

  • die Ampel bereits länger als 1 Sekunde auf Rot geschaltet war.
  • die Ampel kürzer als 1 Sekunde rot war und andere Verkehrsteilnehmer beim Überqueren gefährdet wurden.

Während ein Fahrverbot wegen eines Rotlichtverstoßes sich unter Umständen anfechten und in ein Bußgeld umwandeln lässt, wiegt ein dauerhafter Führerscheinentzug hingegen schwerer – insbesondere wenn er die Folge einer Straftat im Straßenverkehr oder Alkohol am Steuer ist.

 

Führerscheinentzug: Wann er droht & wie Sie ihn verhindern

Ihnen droht ein Führerscheinentzug? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer spezialisierten Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

4. Wie läuft der Führerscheinentzug ab?

Ein Führerscheinentzug kann mit weiteren Konsequenzen und Kosten verbunden sein – abhängig vom Vergehen und der Behörde, die den Fahrerlaubnisentzug anordnet.

 

Wer entscheidet über einen Führerscheinentzug?

Welche Konsequenzen mit einem Führerscheinentzug einhergehen, hängt davon ab, welche Behörde ihn anordnet.

  • Führerscheinstelle: Verfügt diese über den Entzug der Fahrerlaubnis, ist eine Wiedererteilung zumeist an bestimmte Auflagen wie z. B. die Teilnahme an einem Aufbauseminar gebunden.
  • Gericht: Ein Gericht ordnet den Führerscheinentzug an, wenn der Fahrer sich eines schweren Fehlverhaltens bzw. einer Straftat im Straßenverkehr schuldig gemacht hat.

 

Wann & wo muss ich den Führerschein abgeben?

Sobald die Verfügung rechtswirksam ist, verliert Ihr Führerschein seine Gültigkeit. Sie müssen ihn in der zuständigen Polizeidienststelle abgeben. In dem Bescheid nennt die zuständige Behörde Ihnen dafür eine Frist.

Die Abgabe des Führerscheins zu verschieben, ist nicht möglich – denn einen Führerscheinentzug ordnet die zuständige Behörde zumeist wegen schweren Vergehen bzw. Straftaten im Straßenverkehr an.

 

Wie lange dauert die Sperrfrist?

In dem Bescheid teilt Ihnen die Behörde die Sperrfrist des Führerscheinentzugs mit. Innerhalb dieser können Sie keinen neuen Führerschein beantragen.

  • Die Sperrfrist beträgt mindestens 6 Monate und maximal 5 Jahre – im Durchschnitt dauert sie zwischen 9 und 11 Monaten.
  • Nach Ablauf der Sperrfrist erhalten Sie Ihren Führerschein nicht automatisch zurück, sondern müssen ihn bei der Führerscheinstelle neu beantragen.
  • Aufgrund der langen Bearbeitungsfristen dürfen Sie bereits 3 Monate vor Ablauf der Sperrfrist den Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins stellen.

Das Gericht kann die Sperrfrist aufheben, wenn sie mindestens 3 Monate betrug. Um eine Aufhebung zu erreichen, müssen Sie die Teilnahme an Schulungsangeboten wie z. B. einem Aufbauseminar und die Besserung Ihres Verhaltens im Straßenverkehr nachweisen.

 

Mithilfe eines erfahrenen Anwalts für Verkehrsrecht lässt sich vor Gericht mit nachvollziehbaren Argumenten eine Aufhebung bzw. Verkürzung der Sperrzeit erreichen. Haben Sie sich während der Sperrzeit nichts zu schulden kommen lassen, stehen die Erfolgsaussichten gut, dass das Gericht eine Sperrzeitverkürzung bewilligt.

In einem unverbindlichen Erstgespräch innerhalb von 2 Stunden nach Ihrer Anfrage schätzt ein spezialisierter Anwalt die Erfolgsaussichten für einen Einspruch ein und informiert Sie über Ihre Handlungsoptionen. Hier Anliegen schildern & Erstgespräch vereinbaren.

 

Eine lebenslange Sperrfrist verhängt die Behörde übrigens nur in äußersten Ausnahmefällen – etwa wenn der Fahrer

  • das Auto als Tatwaffe benutzt – z. B. für einen Raubüberfall.
  • regelmäßig betrunken Auto fährt.
  • trotz Sperrfrist fährt.
  • weitere Straftaten wie Rasen begeht.

 

Wie bekomme ich meinen Führerschein wieder?

Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde kann die Neuerteilung mit Auflagen einhergehen.

Die Behörde kann z. B. den Nachweis einer erfolgreich absolvierten MPU von Ihnen fordern, wenn Sie unter Alkoholeinfluss Auto gefahren sind oder der Führerscheinentzug die Folge von Drogen war. Auch eine Nachschulung in der jeweiligen Fahrzeugklasse ist denkbar.

Ob Sie Auflagen erfüllen müssen, hängt davon ab, wer den Führerscheinentzug verhängt hat:

  • Hat ein Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis angeordnet, endet die Sperrfrist ohne Auflagen und Sie können 3 Monate vor deren Ablauf einen neuen Führerschein beantragen.
  • Hat die Führerscheinstelle den Führerscheinentzug verhängt, erhalten Sie ihn nur unter bestimmten Bedingungen zurück.

 

Sie erhalten Ihren Führerschein nur auf Antrag zurück. Dafür müssen Sie bei der zuständigen Führerscheinstelle bestimmte Unterlagen einreichen:

  • Aktuellen Sehtest
  • Biometrisches Passfoto
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Strafbefehl oder das Gerichtsurteil mit Rechtskraftvermerk
  • Ärztliche Untersuchungsbescheinigung oder Bestätigung der MPU-Teilnahme

Nach Erhalt prüft die Behörde Ihren Fall. Kommt sie zu dem Schluss, dass Ihnen erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen, um ein Fahrzeug zu führen, kann sie eine erneute Führerscheinprüfung anordnen.

Bei Drogen- oder Alkoholkonsum kann sie neben der Teilnahme an einer MPU einen Abstinenznachweis fordern. Damit weisen Sie nach, dass Sie keinerlei Drogen innerhalb eines festgelegten Zeitraums konsumiert haben.

 

Wie bekomme ich meinen Führerschein ohne Auflagen zurück?

Wem die Kosten für MPU und Co. zu teuer sind, kann auf Verjährung setzen – denn auch ein Führerscheinentzug verjährt.

 

Begehen Sie in den 5 folgenden Jahren nach dem Entzug der Fahrerlaubnis keinen weiteren Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, beginnt 10-jährige Verjährungsfrist. 15 Jahre nach dem Führerscheinentzug löscht die zuständige Behörde das Vergehen aus der Akte – und Sie können Ihre Fahrerlaubnis neu beantragen.

 

Wer innerhalb der Tilgungsfrist hingegen erneut negativ im Straßenverkehr auffällt, muss mit einer Verlängerung des Führerscheinentzugs rechnen.

 

5. Was kostet ein Entzug der Fahrerlaubnis?

Die Neuerteilung eines Führerscheins kostet zwischen 35 und 40 Euro. Ob weitere Kosten bei einem Führerscheinentzug auf Sie zukommen, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Wurde im Zusammenhang mit dem Führerscheinentzug eine Geldstrafe verhängt?
  • Wurde die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet?
  • Müssen Sie eine MPU für die Neuerteilung absolvieren?

Eine Geldstrafe ist abhängig vom Vergehen und der Schwere der Tat. Wer sich unter Alkoholeinfluss hinters Steuer setzt, muss je nach Promillepegel mit 300 bis 5.900 Euro rechnen.

Die Kosten für ein Aufbauseminar belaufen sich auf ca. 150 bis 400 Euro. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) mit einer verkehrspsychologischen Beratung sowie einer Alkohol- und Drogenberatung inklusive Abstinenznachweisen kann hingegen bis zu 1.800 Euro kosten.

Wer zusätzlich nochmals eine Fahrprüfung absolvieren muss, um den Führerschein zurückzuerhalten, muss mit weiteren Ausgaben rechnen.

 

6. Wie Sie die Sperrfrist beim Führerscheinentzug verkürzen

Einen einmal verhängten Führerscheinentzug zu umgehen, ist nicht möglich, denn die Behörde erkennt keine Härtefälle an. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich jedoch eine Verkürzung der verhängten Sperrfrist erreichen.

Um eine kürzere Frist zu erreichen, ist aus folgenden Gründen die Unterstützung durch einen erfahrenen Anwalt für Verkehrsrecht zu empfehlen:

  • Ein Anwalt informiert Sie zunächst darüber, wie Sie selbst eine verhängte Sperrfrist verkürzen können. Neben einer Teilnahme an verkehrspsychologischen Aufbauseminaren kommt auch der freiwillige Verzicht auf Alkohol oder Drogen infrage.
  • Ein Anwalt prüft, mit welchen Handlungsoptionen sich die Sperrfrist verkürzen lässt und welche Erfolgsaussichten damit verbunden sind.
  • Bei guten Erfolgsaussichten stellt er für Sie einen Antrag auf Verkürzung beim zuständigen Gericht bzw. der Führerscheinstelle und legt fundierte Nachweise vor, um die Behörde zu überzeugen.

Mit der Online-Rechtsberatung über advocado finden Sie in kürzester Zeit einen passenden Anwalt. Dieser meldet sich bereits innerhalb von 2 Stunden nach Ihrer Anfrage bei Ihnen und berät Sie in einem unverbindlichen Erstgespräch über Ihre Handlungsoptionen und den Erfolgsaussichten.

Ihnen droht ein Führerscheinentzug?

Unser Anwalt erläutert Ihnen im kostenfreien Erstgespräch das mögliche Vorgehen.

Ratgeber Mockup

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
318 Leser finden den Beitrag hilfreich.

Schließen

Vielen Dank für das Feedback!

Jetzt Newsletter abonnieren

Schließen

Warum gefällt Ihnen der Beitrag nicht?

Bitte geben Sie uns Feedback.

 
Sophie Suske
Sophie Suske

Beitrag von
Sophie Suske

Als Redakteurin bei advocado strebt Sophie Suske jeden Tag danach, komplexe Rechtsprobleme des Marken- und Versicherungsrechts für jeden Leser verständlich aufzubereiten. Grundlage ihrer lösungsorientierten Arbeit ist ihr Masterstudium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft.

Aktuelle Beiträge im advocado-Ratgeber