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Versicherung zahlt nicht – was tun bei Problemen mit Leistungsübernahmen?

 

Versicherung zahlt nicht – was tun bei Problemen mit Leistungsübernahmen?

 

 

Ärger mit der Versicherung ist nicht gerade selten. Ob Kranken-, Kfz- oder Pflegeversicherung – manchmal lehnen Versicherungen schon die Übernahme kleinerer Schadenssummen ab. Je größer der Schaden jedoch ist, desto schwieriger gestalten sich die Verhandlungen zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer. Häufig wird jahrelang um die nicht erbrachte Leistung gestritten. Auch Ihre Versicherung zahlt nicht? Was Sie selbst dagegen tun können, lesen Sie in diesem Artikel.

Versicherung zahlt nicht – was tun bei Problemen mit Leistungsübernahmen?

 

Lesezeit: ca. 4 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten, um Problemen vorzubeugen, welche Gründe die Ablehnung einer Zahlung haben kann und wie Sie vorgehen können, wenn Ihre Versicherung nicht zahlt.

 Dazu haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen oder Ihr Rechtsproblem zur Versicherung kostenlos mit unserem Anwalt für Versicherungsrecht zu besprechen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Was im Vorhinein zu beachten ist
2. Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden
3. Versicherung zahlt nicht - Gründe
4. Versicherung zahlt nicht - was kann ich tun?
5. Anspruch auf Verzugszinsen geltend machen
6. Tipp: Die Versicherung zahlt nicht - kostenlose Ersteinschätzung

 

1. Was im Vorhinein zu beachten ist

Ihre Versicherung zahlt nicht? Die häufigste Ursache dafür liegt in der Gestaltung des Versicherungsvertrags. Hier entstehen die meisten Fehler oder Ungenauigkeiten, die für den Versicherungsnehmer am Ende teure Konsequenzen bedeuten können. Vorab gilt es also, sich von der Versicherung unbedingt erklären zu lassen, was unter welcher Bedingung im Vertrag zu verstehen ist. Bei komplexen Versicherungen – wie z. B. bei Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung – ist es außerdem sinnvoll, sich juristisch beraten zu lassen. Worauf Sie besonders achten sollten:

  • Jede Krankheit der Versicherung melden: Für eine spätere Kostenübernahme ist es – besonders für die Berufsunfähigkeitsversicherung – wichtig, dass alle Vorerkrankungen der Versicherung gemeldet und alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Für Sie als Verbraucher geht es im Streitfall mit der Berufsunfähigkeitsversicherung häufig um die Existenz und darum, ob Sie Ihren Job weiterhin wie gewohnt ausüben können. In diesem Fall lohnt es sich deshalb meistens, sich von einem Versicherungsberater helfen zu lassen.
  • Nicht alles versichern: Viele Versicherungsanbieter locken mit tollen Verträgen, jedoch ist nicht alles Gold, was glänzt: Bei Handyversicherungen ist es z. B. so, dass der Vertragsabschluss gut überlegt werden sollte. Eine häufige Ursache für den Schaden am eigenen Mobiltelefon ist der Verlust durch Diebstahl – diese Leistung enthalten viele Verträge jedoch gar nicht erst.

 

2. Diese Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden

Ob die abgeschlossene Versicherung tatsächlich das hält, was sie verspricht, zeigt sich erst im Schadensfall. Damit sich Verbraucher bei Nicht-Zahlung wehren können, sollten folgende Fehler unbedingt vermieden werden:

  • Den Schaden nicht unverzüglich zu melden: Wer es versäumt, den entstandenen Schaden unverzüglich der Versicherung zu melden, erhält häufig ein Schreiben, in dem steht: „Ihre Versicherung zahlt nicht.“ Nicht selten bleiben Verbraucher also auf ihren Kosten sitzen. Bei einer Reiserücktrittversicherung ist es z. B. oft so, dass der Schaden – also möglicherweise ein Todesfall in der Familie – sofort gemeldet werden muss, damit die Versicherung die damit zusammenhängenden Kosten übernimmt.
  • Ablehnung der Versicherung einfach akzeptieren: Ob Zahnersatz oder die Beantragung einer Kur – wer krankenversichert ist, wurde möglicherweise schon einmal mit den Worten „Ihre Versicherung zahlt nicht“ konfrontiert. Eine Ablehnung seines Antrags sollte man jedoch nicht einfach so hinnehmen. Wenden Sie sich an den Widerspruchsausschuss Ihrer Kasse und bestehen Sie auf die geforderte Leistung. Spricht sich dieser ebenfalls gegen Sie aus, bleibt nur noch der Weg zum Sozialgericht. Dieses entscheidet dann, wie es mit Ihrem Antrag weitergeht.

 

3. Versicherung zahlt nicht – Gründe

Es gibt mehrere Gründe, warum Versicherungen Leistungen nicht übernehmen. Verbraucher haben häufig mit nicht zahlenden Versicherungen zu tun, sobald ein Schaden im Straßenverkehr durch z. B. einen Autounfall, entsteht. Haftpflicht-, Vollkasko- oder Teilkaskoversicherungen sind keine Garantie dafür, dass alle Kosten im Schadensfall übernommen werden.

Im Folgenden werden Gründe am Beispiel der Kfz-Versicherung erläutert:

Die Versicherung zahlt nicht, sobald es sich um grobe Fahrlässigkeit handelt. Dazu zählt z. B.

  • die Suche nach Zigaretten im Auto während der Fahrt, das ein Bücken in den Fußraum oder den Blick zum Aschenbecher erfordert,
  • das Tragen ungeeigneter Schuhe wie Flip-Flops oder Highheels,
  • das Überfahren einer roten Ampel,
  • das Wühlen im Handschuhfach nach CDs (das Bedienen von Radio und CD-Player fällt jedoch nicht unter grobe Fahrlässigkeit),
  • die Bedienung und Beschäftigung mit dem Handy,
  • die Benutzung der Freisprecheinrichtung für eine zu lange Dauer bei hohem Tempo,
  • der nicht-sorgfältige Umgang mit dem Autoschlüssel, indem dieser z. B. offen an öffentlichen Plätzen herumliegt. Wenn der Schlüssel dann verschwindet, könnten Sie als Verbraucher leer ausgehen.
  • Das Liegenlassen von Wertgegenständen auf dem Beifahrersitz lässt den Versicherungsschutz ebenfalls erlischen. Wird das Auto aufgebrochen und der Laptop entwendet, der auf dem Beifahrersitz lag, müssen Verbraucher selber für den Schaden aufkommen.
  • Werden Autoreifen bis zur letzten Rille abgefahren und es kommt dann zu einem Autounfall, tragen Verbraucher ihre Kosten alleine.
  • Sind Sie als Verbraucher auf winterlich verschneiten Straßen mit Sommerreifen unterwegs, können Sie bei einem Unfall Probleme mit der Kostenübernahme bekommen.
  • Für Verbraucher, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss an einem Unfall beteiligt sind, kann es teuer werden.
  • Das Tuning von Autos ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen: Erlischt durch den Einbau verbotener Teile die Betriebserlaubnis des Autos, zahlt keine Versicherung.
  • Damit Sie von der Versicherung am Ende eine Leistung erhalten, ist die regelmäßige Zahlung der Beiträge essenziell. Wer bereits mit einer Prämie in Verzug ist, kann nicht auf eine Absicherung hoffen.

Damit die meisten dieser Punkte keine Probleme bei der Schadensbewertung darstellen, sollten Verbraucher bei Vertragsabschluss darauf achten, dass auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird. Davon ausgenommen sind Alkohol, Drogen und weitere berauschende Mittel. Ihre Versicherung zahlt nicht, sobald ein Schadensfall damit in Verbindung gerät – auch wenn dies keine explizite Klausel im Vertrag besagt.

 

Versicherung zahlt nicht - Verzugszinsen

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4. Versicherung zahlt nicht – was kann ich tun?

Damit eine Schadensumme bei der Versicherung geltend gemacht werden kann, müssen Versicherungsnehmer die Höhe des Schadens nachweisen. Das Versicherungssystem in Deutschland stellt in der Regel keine hohen Anforderungen an die Beweiserbringung. Sie haben einen Schaden und Ihre Versicherung zahlt nicht? Im Folgenden finden Sie einige Schritte, denen Sie als Verbraucher zum Erhalt der Leistung nachgehen können:

  • Haben Sie noch kein definitives Schreiben der Versicherung mit Begründung für die Nichtzahlung erhalten, sollten Sie an die baldige Erledigung erinnern. In diesem Schreiben können Sie bereits deutlich machen, dass Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wenn die Leistung der Versicherung nicht zügig erfolgt. Eine Frist für die Erledigung kann ebenfalls gesetzt werden.
  • Wenn Sie nun das Schreiben erhalten, indem deutlich steht „Die Versicherung zahlt nicht“, können Sie den Versicherer nochmals anschreiben und ihn höflich dazu auffordern, Ihren Fall ein zweites Mal zu prüfen. Unternehmen sind häufig leistungsbereiter, wenn der Kunde nicht sofort klein beigibt.
  • Entscheidet sich die Versicherung auch im weiteren Verlauf gegen Sie, können Sie sich an Verbraucherzentralen zur Beratung wenden. Für außergerichtliche Streitbeteiligung ist der Versicherungs-Ombudsmann interessant, den Sie um unabhängige und kostenfreie Hilfe bitten können. Dieser ist eine anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle, die Streitigkeiten in Versicherungsangelegenheiten beilegen soll.
  • Bringt Sie auch dieser Schritt nicht weiter, hilft in den meisten Fällen nur noch der Weg zum Anwalt. Anhand der Schadenssumme sollten Sie abwägen, ob sich für Sie der Anwalt und ggf. ein Prozess vor Gericht finanziell lohnt. Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Ein Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist hier besonders sinnvoll, damit aus hohen Prozesskosten nicht der Ruin der eigenen Existenz folgt.

Allgemein lässt sich sagen, dass Ehrlichkeit in Versicherungsfällen am längsten wehrt. Solange Sie den Schadensfall wahrheitsgemäß darstellen, können Ihnen detaillierte Fragen vor Gericht nichts anhaben.

 

5. Anspruch auf Verzugszinsen geltend machen

Wenn Versicherungen verspätet zahlen, erwirtschaften diese mit der Verzögerungstaktik Zinsgewinne – und das auf Kosten ihrer Versicherungsnehmer. Dies sollten Sie jedoch nicht hinnehmen. Gem. § 301 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gelten bei Verzug besondere Regelungen. Der Versicherer kommt – auch ohne Ihre Mahnung – 30 Tage nach Fälligkeit der Leistung in Verzug. In diesem Fall können Sie Verzugszinsen geltend machen. Der Zinssatz während des Verzugs beträgt gem. § 288 BGB fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Zinseszinsen dürfen darüber hinaus nicht verlangt werden.  

 

6. Tipp: Die Versicherung zahlt nicht – kostenlose Ersteinschätzung

Die Einforderung von Versicherungsleistungen ist häufig ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. Nicht selten stehen Versicherungsnehmer vor großen Problemen, wenn die Leistungen ihrer Versicherung im Schadensfall nicht anerkannt oder zügig bearbeitet werden. Auch Ihre Versicherung zahlt nicht? In unserer kostenlosen Ersteinschätzung beantwortet Ihnen unser Anwalt für Versicherungsrecht alle relevanten Fragen und zeigt Ihnen sämtliche Handlungsoptionen auf.

 

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