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Skiunfall: Schadensersatz und Anwalt

 

Skiunfall: Schadensersatz und Anwalt

 

 

Skiunfall: Rund 8 Millionen Deutsche fahren Ski. Viele werden nach der Saison einen Anwalt brauchen. Denn leider birgt die eisige Abfahrt auf der Piste auch Gefahren: Statistiken zufolge mussten sich im letzten Jahr rund 40.000 Deutsche nach einem Skiunfall behandeln lassen. 

Skiunfall: Schadensersatz und Anwalt
Skiunfall? Das sind die Rechte der Opfer

 

Lesezeit: ca. 3 Min.

 

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche rechtlichen Möglichkeiten das Opfer eines Skiunfalls hat.

 

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Inhaltsverzeichnis

1. Skiunfall und Schadensersatz: Das kann teuer werden!
2. Die Versicherung zahlt den Schadensersatz bei meinem Skiunfall, oder nicht?
3. Skiunfall mit mehreren Personen: Fahrlässige Tötung oder Körperverletzung
4. Gutachten, wie es ein Jurist formulieren würde
  I Tatbestand
  a) Taterfolg
  b) Objektive Sorgfaltspflichtverletzung
  c) Kausalität
  d) Objektive Zurechnung
  II Rechtswidrigkeit
  III Schuld
  IV Ergebnis
5. Fazit: kostenfreie Ersteinschätzung zu Ihrem Fall

 

Vielerorts wurde bereits die Skisaison eingeläutet. Pisten in ganz Europa eröffnen und laden auch viele Deutsche zum weihnachtlichen Skiurlaub ein. Auffällig ist dabei die relativ hohe Verletzungsrate: Statistiken zufolge mussten sich im letzten Jahr rund 40.000 Deutsche nach einem Skiunfall behandeln lassen.

Das bekannteste sowie gleichzeitig erschütterndste Beispiel ist der Skiunfall von Michael Schumacher am 29.12.2013. Nachdem dieser schwere Kopfverletzungen auf der Skipiste erlitten hatte und 189 Tage im Koma lag, ist er immer noch nicht vollständig genesen.

 

1. Skiunfall und Schadensersatz: Das kann teuer werden!

Nicht nur das Strafrecht bietet Reaktionen auf Skiunfälle. Der Verursacher haftet auch zivilrechtlich nach Schadensersatzrecht. Dies dient dem finanziellen Ausgleich zwischen Verursacher und Geschädigtem bzw. Angehörigen. Ohne Anwalt kann der Fall für Sie sehr schlecht ausgehen.

Bei einem Skiunfall mit fahrlässiger Körperverletzung einer Person kann der Geschädigte selbst Ansprüche geltend machen. Dabei richtet sich der Anspruch nach § 823 BGB. Der Umfang der Schadensersatzpflicht wird in § 842 BGB statuiert.

Dort heißt es: „Die Verpflichtung zum Schadensersatz wegen einer gegen die Person gerichteten unerlaubten Handlung erstreckt sich auf die Nachteile, welche die Handlung für den Erwerb oder das Fortkommen des Verletzten herbeiführt.“

Im schlimmsten Fall wird der Verletzte durch den Skiunfall erwerbsunfähig. Dann hat der Unfallverursacher eine Geldrente zu zahlen – das kann eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, die sich ein durchschnittlicher Bürger schwer leisten kann.

Auch bei fahrlässiger Tötung kommen Ersatzpflichten auf den Verursacher zu. Diese können in diesem Fall von den Angehörigen geltend gemacht werden. Die konkreten Ansprüche sind extra in den §§ 844, 845 BGB geregelt. Der Verursacher des Skiunfalls hat unter anderem die Kosten für die Beerdigung und gegebenenfalls anfallende Unterhaltskosten zu zahlen. Auch diese Verpflichtungen können eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.

Zur konkreten Ermittlung der Ansprüche fragen Sie am besten bei einem Anwalt nach.

 

2. Die Versicherung zahlt den Schadensersatz bei meinem Skiunfall, oder nicht?

Für Schadensersatzansprüche von anderen Verunglückten gegen den Versicherten kommt in der Regel eine private Haftpflichtversicherung auf. Etwas anderes gilt nur, wenn durch den Skiunfall Ausschlusstatbestände verwirklicht werden, etwa wenn der Zusammenstoß vorsätzlich verursacht wurde oder gegebenenfalls auch dann, wenn der Verursacher unter starkem Einfluss von Betäubungsmitteln oder Alkohol stand.

Nicht zu unterschätzen sind aber auch die Kosten, die der Verunglückte selbst aufbringen muss. Zwar zahlt die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten bei Skiunfällen, aber Bergungskosten müssen selbst getragen werden.

Muss mit dem Hubschrauber geborgen werden, kann dies eine hohe Rechnung nach sich ziehen. Außerdem kann dem Risiko der Erwerbsunfähigkeit durch Skiunfall in der Regel nur mit einer separaten Unfallversicherung entgegen getreten werden.

 

3. Skiunfall mit mehreren Personen: Fahrlässige Tötung oder Körperverletzung?

Wintersport und Skifahren ist und bleibt, trotz Schutzausrüstung, gefährlich und kann zu Unfall und Verletzung führen. Oft sind bei Skiunfällen zwei oder mehrere Personen involviert. Eine Kollision bringen ein hohes Verletzungsrisiko mit sich.

Populäres Beispiel dafür ist der Fall des ehemaligen Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus. Dieser prallte im Januar 2009 beim Skiurlaub in Österreich mit einer Frau zusammen. Er verletzte sich schwer, die Frau starb. 

Auch in Fall Althaus musste sich ein Anwalt einschalten. Althaus musste sich vor einem österreichischen Gericht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er wurde zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 33.000 Euro und zur Zahlung von Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen in Höhe von 5.000 Euro verurteilt.

Viele Fragen bleiben: Wie würde sich so ein Fall nach deutschem Recht gestalten und wie kommt es beim Skiunfall zu einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung? Wie würde ein Richter im Urteil den Sachverhalt bewerten und ein Anwalt die Tatsachen begutachten? Zur Veranschaulichung haben wir hier ein vereinfachtes Guthaben dargestellt, so wie es auch ein Jurist formulieren würde

 

4. Gutachten, wie es ein Jurist formulieren würde

Die fahrlässige Tötung ist in § 222 StGB geregelt.

 

I.Tatbestand

a)Taterfolg

Die erste Voraussetzung für die fahrlässige Tötung ist der Taterfolg, also der Tod eines Menschen. Durch den Skiunfall ist in unserem Fall ein Mensch ums Leben gekommen. Der Tod als Taterfolg ist damit also gegeben.

 

b) Objektive Sorgfaltspflichtverletzung

Dem Täter müsste Fahrlässigkeit vorgeworfen werden können. Dazu braucht es zunächst eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung. Diese liegt vor, wenn jemand die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Was für ein Maßstab ist anzuwenden? Für viele Skifahrer sind die FIS-Verhaltensregeln ein Begriff. Diese zehn Gebote, aufgestellt vom Internationalen Ski Verband, gelten auch an den nationalen Gerichten als Maßstab für die anzuwendende Sorgfalt zur Verhinderung von Skiunfällen.

Das heißt konkret: Skifahrer sind zu gegenseitiger Rücksicht verpflichtet. In Regel 5 heißt es: Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren […] will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

Im vorliegenden Fall wurde nachgewiesen, dass der Täter von seiner ursprünglichen Piste auf eine andere Piste einbiegen wollte, auf der sich die Geschädigte befand. Somit hatte er nach den FIS Grundsätzen Sorge zu tragen, dass er bei der Einfahrt niemanden behindert. In der Nichtbeachtung dessen liegt damit die objektive Sorgfaltspflichtverletzung. Althaus handelte somit fahrlässig.

 

c) Kausalität

Der Skiunfall müsste auch kausal für den Tod der Frau gewesen sein. Dies ist hier der Fall.

 

d) Objektive Zurechnung

Der Skiunfall und damit der Tod der Geschädigten kann dem Täter auch unmittelbar zugerechnet werden, da er gerade darauf begründet ist, dass Althaus sich nicht an die FIS Regeln hielt und sich nicht versichert hat, dass die Piste, auf die er einfuhr, frei war.


II.Rechtswidrigkeit

Es gibt bestimmte Umstände, die eine Verurteilung ausschließen, wie beispielsweise die bekannte Notwehr. Auf solche Umstände kann sich hier in diesem Fall jedoch nicht berufen werden.


III.Schuld

Für eine Verurteilung nach deutschem Strafrecht ist immer die Schuld des Täters Voraussetzung. Hier ist die subjektive Sorgfaltspflichtverletzung zu prüfen. Diese liegt vor, wenn der Täter auch mit dem Ergebnis der Tat rechnen konnte.

Ausgeschlossen werden damit solche Fälle, wo es außerhalb jeglicher Lebenserfahrung steht, dass das schädigende Ereignis eintritt. Ein Befahren der Piste ohne Rücksicht auf andere erhöht aber das Risiko eines Skiunfalls extrem. Dies konnte der Täter auch vorhersehen. Er ist damit auch schuldig.

 

IV.Ergebnis

Nach deutschem Recht hat der Täter hat sich einer fahrlässigen Tötung schuldig gemacht. Rechtsfolge ist Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahre. Somit werden Rechtsanwälte und Richter denjenigen in der strafrechtlichen Verantwortung sehen, der auf der Piste nicht Acht auf andere gibt und so einen Unfall verursacht. Es droht zu eine Verurteilung zu Geld- oder Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Tötung bzw. fahrlässiger Körperverletzung. Dies ist nur die strafrechtliche Seite des Falles, weiterhin ergeben sich zivilrechtliche Ansprüche für die Hinterbliebenen.

 

Fazit: kostenfreie Ersteinschätzung zu Ihrem Fall

Bei einem Skiunfall können weitreichende rechtliche Konsequenzen auf Sie zukommen. Bei Fahrlässigkeit droht sogar eine Freiheitsstrafe, privatrechtlich haften Sie für Schäden der Gegenseite. Abgesichert sind Sie nur durch umfassenden Versicherungsschutz, es gilt einen guten Anwalt einzuschalten. Doch vor allem gilt: Hoffentlich verläuft Ihr Skiurlaub unfallfrei!

 

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