DHL Transportschaden

 

 

Wer heutzutage etwas einkauft, macht dies oft im Internet und oft befindet sich das Lager weit entfernt vom Wohnort. Dann helfen Ihnen Versandunternehmen wie DHL. Jeden Tag werden somit von DHL und der Post rund eine Millionen Päckchen und Pakete versendet. Doch was passiert, wenn das Paket während des Transportes beschädigt wird? Wer haftet für den DHL Transportschaden und wie sollten Sie vorgehen, wenn Sie ein beschädigtes Paket erhalten? Diese und weitere Fragen klären wir für Sie in den nächsten Zeilen.

DHL Transportschaden
DHL Transportschaden: So können Sie jetzt vorgehen

 

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zum Thema DHL Transportschaden. Sie erfahren, wie die Rechtslage bei einem Transportschaden ist, was Sie tun können, wenn ein Transportschaden erkannt wird und ob Sie einen Anspruch auf Schadensersatz haben.

 

 

DHL Transportschaden – wie ist die Rechtslage?

Grundsätzlich findet unter Privatpersonen ein Versendungskauf nach § 447 BGB statt. Dieser besagt, dass die Gefahr eines Transportschadens mit der Übergabe der Lieferung an den Transporteur vom Verkäufer auf den Käufer übergeht und dieser folglich das Risiko des Versands trägt. Allerdings nur, wenn der Verkäufer die Ware ordnungsgemäß zum Transport abgegeben hat. Die Beweislast, dass es im Schadensfall nicht so war, liegt beim Sendungsempfänger. Durch Fotos, Zeugen oder das Aufbewahren der Verpackung muss der Käufer im Schadensfall darlegen können, dass das Paket bzw. dessen Inhalt ungenügend geschützt war.

Wenn Sie als Privatperson aber eine bewegliche Sache bei einem professionellen Online-Händler oder sonstigem Unternehmer gekauft haben, gilt § 447 BGB nicht. Denn dann findet ein Verbrauchsgüterkauf gemäß § 474 BGB statt. Das bedeutet, dass das Transportrisiko beim Unternehmer verbleibt. Ein Anwalt kann Ihnen erklären, in welchen Fällen es sich um einen Verbrauchsgüterkauf handelt, denn öffentliche Versteigerungen fallen beispielsweise nicht darunter. Des Weiteren geht die Gefahr von Transportschäden doch auf den Käufer über, wenn dieser den Spediteur mit dem Transport beauftragt hat und er nicht vom Unternehmer benannt wurde. In einer Rechtsberatung muss die Ausgangslage umfassend geprüft werden, um Ihre Ansprüche entsprechend durchsetzen zu können.

Wurde eine Ware per DHL zwischen zwei gewerblichen Kunden versendet, gelten die AGB des Absenders. Außerdem muss der Empfänger dem Verkäufer laut § 377 HGB einen Transportschaden unverzüglich melden.

 

DHL Transportschaden – Haftungsausschluss

Natürlich ist es dem Transportunternehmen nicht zuzumuten, Dinge, die zu schlecht verpackt sind, unter Garantie heil an ihren Bestimmungsort zu bringen. Daher kann DHL die Haftung aufgrund mangelhafter Verpackung durch den Versender gemäß § 427 Abs. 1 Nr. 2 HGB ausschließen. Ist dies bei Ihnen der Fall, so haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Stellen Sie einen Zeugen vor, der bestätigen kann, dass ein Post-Mitarbeiter sagte, die Verpackung sei ausreichend.
  • Im Prozess klärt ein Sachverständiger, ob die von Ihnen benutzte Verpackung ausreichend war.
  • Daraufhin können Sie versuchen zu beweisen, dass das Paket auch mit einem anderen Karton beschädigt worden wäre.

Sollte es allerdings wirklich zu einem Prozess kommen, ist ein Rechtsanwalt ohnehin unabkömmlich. Er wird mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie ausarbeiten.

 

DHL Transportschaden – so sollten Sie vorgehen

  1. Erkennen Sie den DHL Transportschaden bereits bei der Anlieferung, so sollten Sie die Annahme verweigern. Wichtig ist, dass Sie zu Protokoll geben, dass Sie das Paket wegen einer äußeren Beschädigung nicht angenommen haben.
  2. Oft ist von außen alles in Ordnung, aber der Inhalt des Pakets ist durch schlechte Handhabe kaputtgegangen. In diesem Fall sollten Sie innerhalb von sieben Tagen eine Schadensanzeige, die man auf der Website von DHL herunterladen kann, ausfüllen. Daraufhin geben Sie das Formular, sämtliche Verpackungsinhalte wie Polsterfolie sowie das beschädigte Paket in einer Postfiliale ab, das anschließend an die Verpackungsprüfungsstelle gesendet wird.
  3. Haben Sie ein Paket ins Ausland versendet, muss der Empfänger den DHL Transportschaden der nationalen Postgesellschaft melden.

 

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DHL Transportschaden – Schadensersatz möglich?

Erleidet das Paket aufgrund mangelhafter Verpackung einen DHL Transportschaden, kann der Käufer zunächst Nachbesserung, also Lieferung einer mangelfreien Kaufsache, fordern. Wenn das nicht möglich ist, dürfen Sie vom Kaufvertrag zurücktreten. Bei Problemen oder wenn sich der Verkäufer querstellt, lassen Sie sich von einem Anwalt beraten.

Gegebenenfalls können Sie Schadensersatz von DHL verlangen, wenn die gekaufte Sache durch einen DHL Transportschaden nicht wie vereinbart (z. B. beschädigt oder kaputt) geliefert wurde. Geltend machen, also einfordern, muss ihn aber der Absender. Wird tatsächlich ein Schadensersatz ausgezahlt, ist der Verkäufer verpflichtet, das Geld an den Käufer weiterzuleiten. Wenn das Transportunternehmen nicht auf die Schadensersatzforderung eingeht, hat der Verkäufer mit dem Melden des Schadens seine Pflicht erfüllt und muss nicht um die Zahlung eines Schadensersatzes kämpfen. Wenn Sie als Käufer aber darauf beharren möchten, müssen Sie einen Rechtsanwalt beauftragen.

Der Empfänger eines beschädigten Pakets hat nach § 447 Abs. 2 BGB außerdem einen Schadenersatzanspruch, wenn eine besondere Art der Versendung vereinbart wurde und der Verkäufer ohne dringenden Grund davon abgewichen ist. Dann ist der Verkäufer für den daraus entstandenen Schaden verantwortlich.

Möglicherweise haben Sie einen Regressanspruch gegen den Transporteur. Wenn Sie beweisen können, dass Sie die Ware ausreichend verpackt haben, trifft den Spediteur das Verschulden an dem Schaden. Lassen Sie dies im Zweifel von einem Anwalt überprüfen.

Beachten Sie, dass Schadensanzeigen nur für empfangene Pakete abgegeben werden können. Oft ist der Wert der Kaufsache geringer als die möglichen Prozesskosten. Daher sollten Sie gewissenhaft abwägen, ob sich ein Gerichtsverfahren rentieren würde. Sollten Sie gewinnen, trägt natürlich die verlierende Gegenseite die Kosten des Prozesses. In vielen Fällen genügt es bereits, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen, ohne dass man tatsächlich Klage erheben muss. Eine Rechtsberatung kann Sie über sämtliche Möglichkeiten aufklären und ist günstiger als Sie denken.

--> Hier erfahren Sie alles zum Thema Schadensersatz

 

 

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