Klage einreichen – so kommen Sie zu Ihrem Recht
Klage einreichen – so kommen Sie zu Ihrem Recht
Sophie Suske
Beitrag von Sophie Suske
Redakteurin für Rechtsthemen
Aktualisiert am

... Klage Klage einreichen

Um einen Streitfall verbindlich zu klären, kann man Klage einreichen. Starke Argumente und Beweise zu liefern, kann helfen, das Verfahren zu gewinnen. Denn das Gericht ermittelt nicht selbst, sondern fällt sein Urteil auf Basis der Informationen, die Kläger und Beklagter einreichen. Ein Anwalt kann das Klageverfahren für Sie übernehmen und mit stichhaltiger Beweisführung Ihre Chancen vor Gericht erhöhen.

Inhalt
  1. Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist
  2. 1. Wer kann Klage einreichen?
  3. 2. Welches Gericht ist zuständig?
  4. 3. Kann man eine Klage ohne Anwalt einreichen?
  5. 4. So reichen Sie Klage ein: mündlich, schriftlich, digital
  6. 5. Was muss in der Klage stehen?
  7. 6. Wann ist eine individuelle Prüfung meines Falles sinnvoll?
  8. 7. Besonderheiten: Klage einreichen beim Sozialgericht, Arbeitsgericht, Verwaltungsgericht
  9. 8. So läuft ein Klageverfahren typischerweise ab
  10. 9. Was kostet eine Klage?
  11. 10. Häufige Irrtümer aufgeklärt
Ersteinschätzung erhalten

Klage einreichen – so kommen Sie zu Ihrem Recht

Klage einreichen – so kommen Sie zu Ihrem Recht

Um einen Streitfall verbindlich zu klären, kann man Klage einreichen. Starke Argumente und Beweise zu liefern, kann helfen, das Verfahren zu gewinnen. Denn das Gericht ermittelt nicht selbst, sondern fällt sein Urteil auf Basis der Informationen, die Kläger und Beklagter einreichen. Ein Anwalt kann das Klageverfahren für Sie übernehmen und mit stichhaltiger Beweisführung Ihre Chancen vor Gericht erhöhen.

Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist

Eine Klage ist der förmliche Antrag an ein Gericht, einen Streit per Urteil (oder Vergleich) verbindlich zu klären.

Gilt, wenn …

  • die Gegenseite nicht (oder nicht vollständig) leistet und eine außergerichtliche Lösung scheitert,
  • Sie den Anspruch und die richtige Gegenseite benennen können (Name/Adresse, ggf. Unternehmen),
  • Sie Belege haben oder beschaffen können (Vertrag, Schriftwechsel, Zeugen, Nachweise).

Sonderfall – erst prüfen, bevor Sie die Klage einreichen:

  • Eile (z. B. drohende Nachteile, die nicht bis zum Urteil warten): Oft ist statt „normaler“ Klage einstweiliger Rechtsschutz das passende Mittel – das muss schnell und sauber vorbereitet werden.
  • Geldforderung: In vielen Fällen ist gerichtliches Mahnverfahren oder (für bestimmte Fälle) ein Online-Verfahren sinnvoller bzw. schneller als eine „klassische“ Klage.
  • Unklarheiten bei Frist, Gericht oder Anspruch: Dann lohnt sich eine kurze juristische Einordnung – ein Formfehler kann teuer werden.

Wichtigste Fristen:

  • Zivilrecht (viele Geld- und Schadensersatzansprüche): Häufig gilt die regelmäßige Verjährung von 3 Jahren; sie beginnt grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und Sie von den maßgeblichen Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis hatten (oder hätten haben müssen).
    Wichtig: Nach Eintritt der Verjährung ist ein Anspruch oft nicht mehr durchsetzbar, wenn die Gegenseite sich darauf beruft.
  • Arbeitsrecht / Sozialrecht / Verwaltungsrecht: Häufig laufen kurze Klage- oder Widerspruchsfristen ab Zustellung eines Bescheids, Schreibens oder einer Kündigung. Entscheidend ist fast immer die Rechtsbehelfsbelehrung im Dokument.

Diese Informationen/Unterlagen sollten Sie bereithalten

  • Namen und ladungsfähige Anschriften beider Seiten (bei Unternehmen: korrekte Firma/Vertretung),
  • Vertrag/Bestellung/Rechnung, Schriftwechsel, Mahnungen, Bescheide/Kündigungsschreiben,
  • Chronologie (Datum, was ist passiert, was wurde gefordert, was wurde geantwortet),
  • Beweismittel (Zeugen, Fotos, Gutachten, Kontoauszüge, Übergabeprotokolle).

Häufigster Fehler: Die Klage wird beim falschen Gericht eingereicht oder so unvollständig begründet, dass das Prozessrisiko unnötig steigt.

Wenn Sie unsicher sind, welches Gericht zuständig ist, ob Anwaltszwang gilt oder welche Frist läuft: Über advocado können Sie Ihren Fall zur kostenlosen Ersteinschätzung an eine passende Partner-Anwältin oder einen passenden Partner-Anwalt weiterleiten lassen.

So ordnen Sie Ihren Fall schnell ein

  1. Worum geht es?
    • Streit mit Privatperson/Unternehmen (z. B. Geld, Vertrag, Schaden) → meist Zivilgericht.
    • Streit aus Arbeitsverhältnis → Arbeitsgericht.
    • Streit gegen Behörde/Bescheid → Verwaltungsgericht oder Sozialgericht (je nach Thema).
  2. Wie hoch ist der Streitwert (grob)?
    Er beeinflusst Zuständigkeit, Kosten und (häufig) ob ein Anwalt zwingend ist.
  3. Welche Gegenseite ist die richtige?
    Gerade bei Firmen (Konzern, Tochter, Vermieter-GmbH, Versicherung) ist die richtige Bezeichnung wichtig.
  4. Welche Belege gibt es?
    Im Zivilprozess gilt: Das Gericht entscheidet auf Basis dessen, was Parteien vortragen und beweisen.

Fakt vs. Einzelfall: Was ist sicher – und wo kommt es wirklich darauf an?

Was in der Regel sicher ist

  • In Zivilsachen hängt viel von Streitwert und Zuständigkeit ab.
  • Vor dem Landgericht und in höheren Instanzen besteht in Zivilsachen grundsätzlich Anwaltszwang.
  • Ohne Gerichtskostenvorschuss wird eine Klage im Regelfall nicht zugestellt/weiterbetrieben.

Wo es auf den Einzelfall ankommt

  • Gerichtsstand: Häufig kommt es auf Wohnsitz/Sitz der Gegenseite und besondere Gerichtsstände an.
  • Fristen: Verjährung, Klagefristen, Ausschlussfristen – Startpunkt und Dauer hängen vom Rechtsgebiet ab.
  • Beweisbarkeit: „Recht haben“ und „Recht bekommen“ können auseinanderfallen, wenn Belege fehlen.
  • Kostenrisiko: Je nach Streitwert, Ausgang, Vergleich und Instanz können Kosten stark variieren.

1. Wer kann Klage einreichen?

In Deutschland kann grundsätzlich jede volljährige Person Klage erheben. Minderjährige werden durch ihre gesetzlichen Vertreter vertreten. Unternehmen (juristische Personen) handeln durch ihre Organe (z. B. Geschäftsführung).

2. Welches Gericht ist zuständig?

Zivilrecht: Amtsgericht oder Landgericht?

Für viele vermögensrechtliche Zivilstreitigkeiten gilt (vereinfacht):

  • Bis 10.000 € Streitwert ist in der Regel das Amtsgericht zuständig.
  • Über 10.000 € Streitwert ist in der Regel das Landgericht zuständig – dort besteht Anwaltszwang.

Daneben gibt es Sonderzuständigkeiten (bestimmte Streitarten können unabhängig vom Streitwert einem bestimmten Gericht zugewiesen sein). Bei Unsicherheit lohnt sich eine kurze Einordnung.

Örtliche Zuständigkeit: Wo müssen Sie einreichen?

Im Alltag ist der häufigste Ausgangspunkt: Klagen gegen eine Person oder ein Unternehmen sind oft am Wohnsitz/Sitz der Gegenseite zu erheben – es gibt aber zahlreiche Ausnahmen (z. B. besondere Gerichtsstände, Erfüllungsort, Unfallort, Verbrauchersachen).

Berufung, Revision: Was passiert nach dem Urteil?

Gegen Urteile kann – je nach Gericht, Streitwert und Zulassung – ein Rechtsmittel möglich sein. In Zivilsachen ist die Berufung u. a. statthaft, wenn der Wert des Beschwerdegegenstands mehr als 1.000 € beträgt oder das Erstgericht sie zugelassen hat.
Wichtig: Der Bundesgerichtshof ist in Zivilsachen in der Regel Revisionsgericht (keine „normale Berufungsinstanz“).

3. Kann man eine Klage ohne Anwalt einreichen?

Das kommt darauf an: Liegt der Streitwert über 5.000 Euro, ist das Landgericht zuständig. Hier besteht Anwaltszwang. Das heißt, ein Anwalt muss die Klage für Sie erheben und Sie in der Gerichtsverhandlung vertreten. Auch wenn Sie in der 1. Instanz unterliegen und in Berufung gehen möchten, brauchen Sie dazu zwingend einen Anwalt.

Gleiches gilt für Familienrechtsstreitigkeiten. Egal ob strittige oder einvernehmliche Scheidung: Es ist mindestens ein Anwalt notwendig. Eine Scheidung ohne Anwalt auf beiden Seiten ist nicht möglich.

Bei vermögensrechtlichen Streitsachen mit einem Streitwert bis 5.000 Euro wird das Verfahren vor dem Amtsgericht verhandelt. Hier ist ein Anwalt nicht vorgeschrieben. Sie können selbstständig Klage erheben und in der Gerichtsverhandlung argumentieren, um Ihren Anspruch durchzusetzen.

2 Grundsätze des Zivilprozessrechts machen es in bestimmten Situationen jedoch überlegenswert, sich trotzdem einen Anwalt zu nehmen:

  • Das Gericht ermittelt nicht selbst, sondern urteilt allein auf Basis der Informationen und Beweise, die Kläger und Beklagter zuliefern.
  • Der Verlierer muss alle Prozesskosten übernehmen.

Sich juristische Unterstützung zu nehmen, kann deshalb auch bei einem Streitwert von weniger als 5.000 Euro sinnvoll sein:

  • Wenn Sie sicher sind, den Prozess zu gewinnen. Denn der Verlierer muss alle Kosten übernehmen – auch die Ihres Anwalts.
  • Um Ihre Siegchancen zu erhöhen: Durch Erfahrung und Fachwissen kann ein Anwalt in der Klageschrift und in der Verhandlung besser argumentieren als ein juristischer Laie.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat, kann eine Rechtsberatung Sie vor einem teuren und aussichtslosen Prozess bewahren.
  • Ein Anwalt kann gewährleisten, dass alle Fristen und Formalien eingehalten werden.

Sie sind noch auf der Suche nach dem richtigen Anwalt? Dank advocado müssen Sie nicht mehr suchen. advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem Netzwerk mit über 550 Partner-Anwälten. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden Information für eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen.

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4. So reichen Sie Klage ein: mündlich, schriftlich, digital

Mündlich zur Niederschrift

Wenn kein Anwaltszwang besteht, können Sie an der Rechtsantragsstelle (insbesondere beim Amtsgericht) eine Klage zu Protokoll geben. Die Mitarbeitenden nehmen Ihren Antrag auf – sie dürfen aber keine Rechtsberatung ersetzen.

Schriftlich per Post oder persönliche Abgabe

Sie können eine Klage schriftlich einreichen – selbst verfasst oder durch einen Anwalt, sofern kein Anwaltszwang besteht. Achten Sie auf:

  • klare Anträge (was genau soll das Gericht entscheiden?),
  • verständliche, chronologische Darstellung,
  • Belege/Anlagen und Beweismittel.

Klage digital einreichen

Eine „normale“ E-Mail reicht für eine wirksame Einreichung in der Regel nicht. Für Bürgerinnen und Bürger gibt es sichere elektronische Übermittlungswege – insbesondere „Mein Justizpostfach“ (MJP).

Neu & besonders praktisch: Für bestimmte zivilrechtliche Zahlungsklagen bis 10.000 € gibt es offizielle Onlinedienste, mit denen Sie eine Klage aus Ihren Angaben erstellen und anschließend digital bei teilnehmenden Gerichten einreichen können. Die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens läuft seit 15.04.2026.

5. Was muss in der Klage stehen?

Eine Klageschrift sollte so aufgebaut sein, dass das Gericht sofort erkennt, wer was von wem warum verlangt. Üblich sind:

  • Parteien (Kläger/Beklagter) mit Anschriften,
  • zuständiges Gericht,
  • Anträge (z. B. Zahlung eines Betrags, Feststellung),
  • Sachverhalt (chronologisch, mit Daten),
  • rechtliche Einordnung (laienverständlich reicht oft – entscheidend ist die Schlüssigkeit),
  • Beweismittel (Zeugen, Urkunden, Fotos etc.),
  • Unterschrift bzw. formwirksame elektronische Einreichung.

6. Wann ist eine individuelle Prüfung meines Falles sinnvoll?

Eine individuelle Prüfung ist besonders sinnvoll, wenn …

  • Sie nicht sicher sind, welcher Rechtsweg (Zivil/Arbeits/Sozial/Verwaltung) einschlägig ist,
  • eine Frist kurz bevorsteht oder unklar ist,
  • unklar ist, wen Sie genau verklagen müssen (mehrere Beteiligte, Gesellschaften, Versicherungen),
  • der Fall stark von Beweisen abhängt (Aussage gegen Aussage, komplexe Dokumentenlage),
  • es um hohe Beträge, Folgeschäden oder mehrere Anspruchsgrundlagen geht,
  • bereits Schriftverkehr „juristisch“ eskaliert (Anwaltsschreiben, Vergleichsangebote, Zurückweisungen).
Achtung
Verjährung beachten:

Stellen Sie vor Klageeinreichung sicher, dass die Verjährungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Ansonsten ist die Zivilklage unzulässig. Es gelten je nach Fall unterschiedliche Fristen. Bei einer Schadensersatzklage beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist gemäß § 195 BGB z. B. 3 Jahre.

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7. Besonderheiten: Klage einreichen beim Sozialgericht, Arbeitsgericht, Verwaltungsgericht

Klage vor dem Sozialgericht

In vielen sozialrechtlichen Verfahren steht vor der Klage ein Widerspruchsverfahren gegen den Bescheid. Häufig entstehen vor dem Sozialgericht keine Gerichtskosten; trotzdem kann das Kostenrisiko (z. B. Anwaltskosten) je nach Fall eine Rolle spielen.

Klage vor dem Arbeitsgericht

Vor dem Arbeitsgericht besteht in der ersten Instanz häufig kein Anwaltszwang. Ein wichtiger Unterschied zum Zivilprozess: In vielen Konstellationen trägt in der ersten Instanz jede Seite ihre eigenen Anwaltskosten – unabhängig vom Ausgang.

Klage vor dem Verwaltungsgericht

Ob vor der Klage ein Vorverfahren (Widerspruch) nötig ist, hängt u. a. von Bundesland, Materie und Ausnahmen ab. Verlässlich ist hier fast immer die Rechtsbehelfsbelehrung im Bescheid.

Infografik: So läuft der Klageprozess ab.

8. So läuft ein Klageverfahren typischerweise ab

Schritt 1: Zustellung & schriftliches Verfahren

Nach Eingang prüft das Gericht u. a. Form und Schlüssigkeit. Anschließend wird die Klage zugestellt und das Gericht setzt Fristen (deren Länge kann je nach Gericht und Fall variieren).

Schritt 2: Güteverhandlung / Vergleich

Häufig versucht das Gericht, eine Einigung zu erreichen. Ein Vergleich beendet den Streit verbindlich und kann – wie ein Urteil – Grundlage für die Durchsetzung sein.

Schritt 3: Mündliche Verhandlung & Beweisaufnahme

Wenn Tatsachen streitig sind, kann das Gericht Beweis erheben (Zeugen, Sachverständige, Urkunden).

Schritt 4: Urteil & mögliche Rechtsmittel

Das Gericht entscheidet durch Urteil (oder das Verfahren endet vorher). Ob und wie ein Rechtsmittel möglich ist, hängt von Gericht, Zulassung und Wertgrenzen ab.

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Hinweis
Dauer des Prozesses:

Wie lange es von der Klageeinreichung bis zum Urteil dauert, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei Zivilprozessen nimmt in der Regel der Schriftverkehr zwischen den Parteien einen Großteil der Zeit ein. Sind mehrere Instanzen notwendig, kann der Rechtsstreit mehrere Jahre dauern.

Beispiel-Fälle zur Orientierung

Fall 1: Offene Rechnung (Zahlungsklage)

  • Ausgangslage: Dienstleistung erbracht, Rechnung fällig, mehrere Mahnungen ohne Zahlung.
  • Vorgehen: Anspruch und Fälligkeit belegen (Vertrag, Abnahme, Rechnung, Mahnungen); prüfen, ob Mahnverfahren oder Zahlungsklage sinnvoller ist; bei Zahlungsklage bis 10.000 € ggf. Onlinedienst nutzen.
  • Ergebnis: Kommt es zum Urteil, hängt es maßgeblich von Belegen und Einwendungen der Gegenseite ab (z. B. Mängel, Aufrechnung).

Fall 2: Kündigungsschutz (Arbeitsgericht)

  • Ausgangslage: Kündigung erhalten, Zweifel an der sozialen Rechtfertigung.
  • Vorgehen: Rechtsbehelfsbelehrung/Frist prüfen; Kündigungsschreiben, Arbeitsvertrag, Abmahnungen und relevante Kommunikation sichern; Güteverhandlung ist häufig zentral.
  • Ergebnis: Oft wird früh verglichen (z. B. Beendigung/Abfindung/Zeugnis) – Ausgang ist stark einzelfallabhängig.

Fall 3: Ablehnender Behördenbescheid (Sozial- oder Verwaltungsgericht)

  • Ausgangslage: Bescheid ist negativ, Betroffene hält ihn für falsch.
  • Vorgehen: Rechtsbehelfsbelehrung lesen; oft zunächst Widerspruch/Vorverfahren erforderlich; Bescheid, Begründung und Nachweise zusammenstellen.
  • Ergebnis: Erfolg hängt häufig an Aktenlage, medizinischen/sozialrechtlichen Voraussetzungen und Fristwahrung.

9. Was kostet eine Klage?

Welche Kostenpositionen gibt es?

Typisch sind:

  • Gerichtskosten (abhängig vom Streitwert),
  • eigene Anwaltskosten (falls Sie einen Anwalt beauftragen oder beauftragen müssen),
  • ggf. gegnerische Anwaltskosten, Zeugen-/Sachverständigenkosten und Auslagen.

Gerichtskostenvorschuss

In der Praxis wird das Verfahren regelmäßig erst „in Gang gesetzt“, wenn der Gerichtskostenvorschuss gezahlt ist.

Beispiel: Gerichtskosten nach Streitwert (typisch 1. Instanz)

Die genaue Gebühr hängt vom Verfahren ab. Als grobe Orientierung werden im Zivilprozess häufig 3 Gebühren angesetzt.

 

Streitwert in Euro

Gerichtskosten in Euro

500

120

1.000

183

5.000

511,50

10.000

849

50.000

1.904

Wer zahlt am Ende?

In Zivilverfahren gilt häufig: Die unterliegende Partei trägt die Kosten – Ausnahmen (z. B. Vergleich, Teilunterliegen) sind möglich. Vor dem Arbeitsgericht gelten in der ersten Instanz Besonderheiten bei den Anwaltskosten.

Rechtsschutzversicherung & Prozesskostenhilfe

  • Rechtsschutzversicherung: Zahlt meist nur nach Deckungszusage und nur für versicherte Bereiche.
  • Prozesskostenhilfe (PKH): Kann – je nach finanzieller Lage und Erfolgsaussicht – Gerichts- und eigene Anwaltskosten abdecken; ein Restrisiko (z. B. gegnerische Anwaltskosten) kann dennoch bleiben.

Wenn Sie das Kostenrisiko und die Erfolgsaussichten kurz einordnen lassen möchten (z. B. bevor Sie Gerichtskosten auslösen): Über advocado können Sie Ihren Fall zur kostenlosen Ersteinschätzung weiterleiten lassen.

10. Häufige Irrtümer aufgeklärt

Richtig ist: Oft ist der Wohnsitz/Sitz der Gegenseite entscheidend; daneben gibt es besondere Gerichtsstände.
Was ist zu prüfen: Wer ist die richtige Gegenseite – und welcher Gerichtsstand gilt in Ihrem Fall?

Richtig ist: Verjährung betrifft typischerweise die Durchsetzbarkeit: Die Gegenseite kann die Leistung verweigern, wenn sie sich auf Verjährung beruft.
Was ist zu prüfen: Welche Verjährungsfrist gilt, wann begann sie, und gab es Hemmung/Neubeginn (z. B. durch Klageerhebung)?

Richtig ist: Elektronische Einreichung ist grundsätzlich nur über zugelassene sichere Übermittlungswege möglich (z. B. Mein Justizpostfach).
Was ist zu prüfen: Welcher Übermittlungsweg ist für Sie nutzbar, und welches Gericht nimmt am Online-Verfahren teil?

Richtig ist: In Zivilsachen liegt die Wertgrenze heute bei mehr als 1.000 € (oder die Berufung ist zugelassen).
Was ist zu prüfen: Wurde die Berufung zugelassen? Wie hoch ist die Beschwer? Welche Fristen gelten?

Richtig ist: Kosten hängen auch von Vergleich, Teilunterliegen und besonderen Regeln (Arbeitsgericht) ab.
Was ist zu prüfen: Kostenquote, Vergleichsregelung, Besonderheiten des Rechtswegs.

Transparenz-Hinweis

Dieser Beitrag informiert über die Rechtslage in Deutschland (Stand: 03.06.2026). Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen

  • ZPO (Zivilprozessordnung): §§ 78, 130a, 253, 511
  • GVG (Gerichtsverfassungsgesetz): § 23 (Zuständigkeitsstreitwert Amtsgericht bis 10.000 €)
  • BGB: §§ 195, 199, 204, 214 (Verjährung)
  • VwGO: § 68 (Vorverfahren)
  • GKG / RVG: Gerichtskosten und Anwaltsgebühren

Letzte Aktualisierung

03.06.2026

  • Zahlen und Regeln, die sich geändert haben (z. B. welches Gericht bis 10.000 € zuständig ist), wurden auf den aktuellen Stand gebracht.
  • Es steht jetzt direkt am Anfang, was man als Erstes prüfen sollte (Frist, zuständiges Gericht, Unterlagen).
  • Der Teil zu digitalem Einreichen wurde erweitert (Mein Justizpostfach und das neue Online-Verfahren für bestimmte Geldklagen).
  • Typische Irrtümer wurden als kurze „Missverständnisse“ erklärt – damit man Fehler schneller vermeidet.
  • Es gibt jetzt kurze Beispiele, wie das in typischen Fällen abläuft, plus einen klaren Quellen- und Änderungsblock.
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