Kostenlose Anfrage

Wohnung trotz Schufa – so gelingt die Wohnungssuche

Wohnung trotz Schufa – so gelingt die Wohnungssuche
Focus Money - Höchste Weiterempfehlung - Online-Rechtsberatung

Sie suchen
einen Anwalt?

So funktioniert advocado

Keine aufwendige Suche oder langes Warten auf Kanzleitermine. Sie schildern Ihr Anliegen einfach online und der passende advocado Partner-Anwalt meldet sich innerhalb von zwei Stunden bei Ihnen (Mo.-Fr. 9-18 Uhr).

In einer kostenlosen Ersteinschätzung bespricht der Anwalt Ihr Anliegen mit Ihnen und erläutert Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.

Sie können jederzeit und von überall auf Ihren Online-Kundenbereich zugreifen. Hier verwalten Sie mit wenigen Mausklicks alle Dokumente, kommunizieren per Nachricht oder Videochat mit Ihrem Anwalt und sehen den Status Ihres Falls.

  1. Einfach Rechtsfrage eingeben
  2. Rechtsanwalt finden lassen
  3. Ersteinschätzung per Telefon – kostenlos!
Rechtsfrage eingeben

Zusammenfassung

Eine Wohnung trotz negativer Schufa zu bekommen, ist nicht einfach. Aber: Falsche, unberechtigte oder veraltete Schufa-Einträge können Sie entfernen lassen. Alternativ können ein Bürge, ein solventer Hauptmieter oder die Vereinbarung von Mietvorauszahlungen helfen.

 

Auf einen Blick

  • Eine Wohnung trotz Schufa zu bekommen, kann schwierig sein.
  • Ein negativer Eintrag bedeutet für Vermieter eine schlechte Zahlungsmoral und dient als Warnsignal.
  • Aber: Nicht jeder negative Schufa-Vermerk ist korrekt und rechtmäßig.
  • Bei Verwechslungen, veralteten, unberechtigten oder falschen Einträgen können Sie deren Löschung verlangen.
  • Ist der Eintrag rechtmäßig, helfen verschiedene Strategien, trotz Schufa eine Wohnung zu bekommen.
  • Sie können z. B. Ihrem Vermieter einen Bürgen vorschlagen, Ihren solventen Partner als Hauptmieter einsetzen oder finanzielle Sicherheiten aufzeigen.

 

Infografik: Statistik zum Datenbestand der Schufa-Einträge.

 

1. Wohnung trotz Schufa: Was muss ich wissen?

Die Schufa (kurz für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) sammelt Finanzdaten von Verbrauchern und bewertet deren Kreditwürdigkeit.

Vermieter fordern die Schufa-Auskunft, um die Zahlungsfähigkeit eines Mietinteressenten einschätzen zu können.

Eine negative Schufa-Auskunft ist für Vermieter ein klares Warnsignal. Negativeinträge bedeuten eine schlechte Zahlungsmoral des Mieters. Es besteht das Risiko unpünktlicher oder ausbleibender Mietzahlungen.

Eine Wohnung trotz negativer Schufa zu bekommen, kann deshalb schwierig sein – aber nicht unmöglich.

 

Darf der Vermieter eine Schufa-Auskunft verlangen?

Ja, ein Vermieter darf Sie um eine Schufa-Auskunft bitten – es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch auf die Schufa-Auskunft für Vermieter.

Trotzdem kommen Sie meist nicht um eine Schufa-Auskunft herum. Vermieter dürfen sich für ihre Wohnung einen Mieter mit einwandfreier Bonität aussuchen. Verweigern Sie die Bonitätsauskunft, erhält womöglich ein auskunftswilliger Interessent den Mietvertrag.

 

Welche Schufa-Auskunft ist die richtige?

Für den Vermieter ist die sogenannte Schufa-Bonitätsauskunft die richtige. Diese enthält nur die für die Vermietung relevanten Daten: Namen, Adresse, Geburtsdatum und eine Einschätzung Ihres Zahlungsverhaltens. Der Vermieter sieht nur, ob es negative Schufa-Vermerke gibt.

 

Verbraucher haben laut Art. 15 DSGVO einmal im Jahr das Recht, eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa anzufordern. Diese ist aber nicht für den Vermieter gedacht. Denn sie enthält alle über Sie gespeicherten Daten zu Krediten, Verträgen und Geschäftsbeziehungen – viel mehr, als Vermieter wissen müssen.

 

2. Wie bekomme ich die Wohnung trotz Schufa?

Um eine Wohnung trotz Schufa-Eintrag zu bekommen, können Sie zunächst Ihre Schufa-Einträge überprüfen. Denn nicht jeder Eintrag ist korrekt.

Sie können Folgendes prüfen:

  • Ist der Eintrag veraltet? Die Schufa speichert Informationen nur für eine gewisse Zeit. So müssen abbezahlte Kredite, Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis oder eingetragene Inkasso- oder Mahnverfahren nach 3 Jahren (nach Erledigung) aus der Schufa entfernt werden. Veraltete, unberechtigte Einträge können Sie löschen lassen.
  • Ist der Eintrag falsch? Hat ein Unternehmen falsche Daten über Sie weitergeleitet – z. B. über eine offene Forderung, die Sie bereits bezahlt haben –, können Sie sich an das jeweilige Unternehmen wenden. Es muss die Falschinformation korrigieren.
  • Wurden Sie verwechselt? Wenn die Schufa Sie mit einer anderen Person verwechselt hat – z. B. Name und Anschrift – und Sie deshalb einen negativen Eintrag haben, können Sie die Schufa zur Korrektur der Daten auffordern.
  • Ist die Forderung beglichen? Haben Sie die Rechnung bezahlt und Ihr Gläubiger bestätigt dies, können Sie mit seinem Einverständnis den negativen Eintrag entfernen lassen. Doch Vorsicht: Den sofortigen Löschungsanspruch bei beglichenen, nicht titulierten Forderungen unter 2.000 Euro akzeptiert die Schufa nicht mehr – auch wenn das Einverständnis des Gläubigers vorliegt.

Haben Sie einen unberechtigten Negativeintrag gefunden, der Ihnen die Wohnungssuche erschwert, können Sie die Schufa zur Löschung auffordern. Für das Schreiben an die Auskunftei können Sie unseren Musterbrief an die Schufa nutzen.

Reagiert die Schufa nicht auf Ihr Schreiben oder weigert sich, den unberechtigten Eintrag zu entfernen, können Sie einen Anwalt kontaktieren und den Schufa-Eintrag löschen lassen. Durch die Löschung wird sich Ihr Schufa-Score verbessern – das erhöht Ihre Chance, eine Wohnung zu bekommen.

 

advocado bringt Sie schnell zum passenden Anwalt: Schildern Sie uns einfach online Ihr Anliegen – wir ermitteln für Sie aus unserem deutschlandweiten Netzwerk aus über 550 Partner-Anwälten den geeigneten Anwalt mit Schwerpunkt Schufa. Er prüft Ihr Anliegen und gibt Ihnen noch am selben Tag (montags bis freitags) eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgschancen, den Eintrag zu löschen. Jetzt Anliegen schildern & Schufa prüfen lassen.

 

3. Keine Wohnung wegen negativer Schufa? Das sind Ihre Optionen

Der Eintrag ist korrekt und Sie fürchten, keine Wohnung wegen der Schufa zu bekommen? Mit folgenden Optionen können Sie Ihre Chancen auf einen Mietvertrag trotz Schufa erhöhen:

 

1. Schufafreien Hauptmieter einsetzen

Ziehen Sie mit Ihrem Partner oder einem Mitbewohner in die Wohnung, der eine positive Schufa-Bonität hat, kann dieser als hauptsächlicher Mieter den Mietvertrag unterschreiben. Meist fordert der Vermieter nur von diesem eine Bonitätsauskunft, sodass Ihr negativer Schufa-Eintrag unberücksichtigt bleibt.

 

2. Sicherheiten aufzeigen

Ein negativer Schufa-Eintrag bedeutet nicht automatisch, dass eine Person verschuldet ist. Verfügen Sie über Kapital oder sonstige Vermögensgegenstände und bieten dies als zusätzliche Sicherheit an, kann das das Vertrauen in Ihre Zahlungsfähigkeit erhöhen. Dazu können Sie bei Ihrem Vermieter z. B. einen Kontoauszug vorlegen. Hilfreich sind auch der Nachweis eines Beschäftigungsverhältnisses und regelmäßigen Einkommens.

 

3. Mietbürgschaft vorschlagen

Um eine Wohnung trotz Schufa zu bekommen, können Sie Ihrem Vermieter als Sicherheit einen Mietbürgen vorstellen. Dafür infrage kommen meist Personen aus dem engen Umfeld, wie im Familien- oder Verwandtenkreis. Der Bürge muss seit mindestens 6 Monaten in unbefristeter Anstellung sein und eine positive Schufa haben.

 

4. Mietschuldenfreiheits­bescheinigung vorlegen

Haben Sie bislang immer pünktlich Ihre Miete gezahlt, können Sie sich das von Ihrem bisherigen Vermieter per Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bestätigen lassen. Das schafft Vertrauen in Ihre Zahlungsmoral und kann die Chance steigern, eine Wohnung trotz schlechter Schufa zu bekommen.

 

5. Mietvorauszahlung anbieten

Zur Erhöhung Ihrer Erfolgsaussichten auf eine Wohnung trotz Schufa können Sie bei ausreichender Zahlungsfähigkeit einen Mietvorschuss von mehreren Monatsmieten anbieten.

Das signalisiert guten Willen und demonstriert Ihre Bonität. Der Vermieter ist sich so sicher, dass er seine Miete für längere Zeit ordnungsgemäß erhält.

 

6. Wohnung privat mieten trotz Schufa

Bei einigen privaten Vermietern ist es möglich, eine Wohnung zu mieten trotz Schufa-Eintrag, denn nicht jeder verlangt die Bonitätsauskunft. Stattdessen sind ein fester Job und ausreichende Einkommensnachweise erforderlich. Mit privaten Vermietern lässt sich auch leichter über Sicherheiten wie eine Mietbürgschaft verhandeln.

Wichtig ist für Vermieter vor allem eine schnelle Wiedervermietung mit möglichst wenig Aufwand. Indem Sie sich gut auf die Besichtigung vorbereiten und relevante Unterlagen bereits parat halten, können Sie für die Wohnung trotz Schufa einen guten Eindruck machen.

Sie können dazu schriftlich ein paar Informationen über Ihre Person vorbereiten und diese dem Wohnungsinhaber nach der Besichtigung überreichen.

Folgende Angaben sind wichtig:

  • Beschäftigungsverhältnis
  • Nachweis der Lohnbezüge
  • Familienstand
  • Zahl der Kinder
  • Haustiere

Private Wohnungsinhaber können nach Bauchgefühl über den Mieter entscheiden: Wer pünktlich, gepflegt und sympathisch zum Besichtigungstermin erscheint und vertrauenswürdig auftritt, kann einen Schufa-Eintrag unter Umständen abfedern.

 

7. In Großstädten: Unterstützung vom Amt

In Großstädten wie Hamburg, Berlin und München ist der Wohnungsmarkt aufgrund des knappen Wohnraums sehr angespannt. Wohnungsinhaber lassen sich in Großstädten daher vermutlich nur auf die Vermietung einer Wohnung trotz Schufa ein, wenn Mieter Leistungen vom Amt beziehen. Das Amt überweist die Miete automatisch, sodass für Vermieter kein Ausfallrisiko besteht.

4. FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Schufa

Laut § 31 (2) des Bundesdatenschutzgesetzes erhält ein Verbraucher in folgenden Fällen einen negativen Schufa-Eintrag:

  • Einmalige Verträge (1 Leistung gegen 1 Zahlung): Wird nach 2 Mahnungen und dem Hinweis auf einen Schufa-Eintrag nicht gezahlt, kommt es in der Regel zu einem Schufa-Eintrag. Widerspricht man der Forderung, darf ein Schufa-Eintrag ohne gerichtlichen Titel nicht erfolgen.
  • Dauerschuldverhältnisse (z. B. Strom, Telefon, Internet oder Kredit): Zu einem Schufa-Eintrag kommt es, wenn der Vertragspartner zur Kündigung berechtigt ist und darauf hinweist, dass ein Schufa-Eintrag erfolgen kann, wenn nicht gezahlt wird.
  • Gerichtliche Titel (Vollstreckungsbescheid oder Urteil): Bei diesen kann stets ein Schufa-Eintrag erfolgen, auch wenn der Forderung vorher widersprochen wurde. In dem Schufa-Eintrag steht dann „Forderung tituliert”.

Einen veralteten, unberechtigten oder falschen Eintrag können Sie bei der Schufa sofort entfernen lassen. Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis, erledigte Mahn- und Inkassoverfahren sowie Informationen über abbezahlte Kredite entfernt die Schufa nach 3 Jahren.

Die Selbstauskunft für Vermieter enthält nur die für die Geschäftsbeziehung relevanten Informationen. Das heißt Ihren Namen, Adresse, Geburtsdatum und ob es negative Einträge gibt. Welche Einträge das sind, benennt die Auskunft jedoch nicht.

Sie können überprüfen, ob Ihre Schufa-Auskunft Fehler enthält oder bereits veraltet ist. Falsche Einträge können Sie entfernen lassen. Ist Ihre Schufa korrekt, können Sie dem Wohnungsinhaber eine Mietbürgschaft oder Mietvorauszahlung vorschlagen. Wenn Sie mit einer Person gemeinsam einziehen und diese eine positive Schufa-Auskunft hat, können Sie sie als Hauptmieter eintragen lassen.

Hat Ihnen der Beitrag
weitergeholfen?
764 Leser finden diesen Beitrag hilfreich.
Fiona Schmidt
Fiona Schmidt
Beitrag von
Fiona Schmidt

Damit Ratsuchende nachhaltige Lösungen für ihr Anliegen finden, legt Fiona Schmidt als Teil der juristischen Redaktion von advocado größten Wert auf die Verständlichkeit komplexer Sachverhalte. In ihren Beiträgen informiert sie u. a. zu passenden Handlungsoptionen im Marken- oder Internetrecht.

Martin Jedwillat
Rechtsanwalt Martin Jedwillat
Anwalt mit speziellen Kenntnissen im Bank- und Kapitalmarktrecht.
Zum Anwaltsprofil
Vielen Dank für Ihr Feeback!
Jetzt Newsletter abonnieren und keine Rechtstipps mehr verpassen!
Das tut uns leid!
Bitte teilen Sie uns mit, warum Ihnen der Beitrag nicht geholfen hat.
Bitte addieren Sie 8 und 8.
 
Nein, danke.
Redaktionsrichtlinien
Die juristische Redaktion von advocado verfasst jeden Ratgeber-Beitrag nach strengen Qualitätsrichtlinien. In engem Austausch mit unseren Partner-Anwälten sorgen wir für die Richtigkeit der Inhalte. Der Ratgeber soll Ihnen erste Informationen zu Rechtsthemen bieten, kann jedoch keine anwaltliche Beratung leisten. Schildern Sie uns Ihr Anliegen für die kostenlose Ersteinschätzung von einem spezialisierten Anwalt.