Wie schreibe ich ein Testament? Der ausführlichste Leitfaden im Netz
 ![Wie schreibe ich ein Testament? Der ausführlichste Leitfaden im Netz](assets/images/3/wie-schreibe-ich-ein-testament--4yjkg3bt5e7ntc1.jpg) Beitrag von Erik Münnich
 **Redakteur für Rechtsthemen**
 Aktualisiert am 24.04.2026
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 [...](ratgeber/erbrecht.html "Ratgeber Erbrecht") [Testament](ratgeber/erbrecht/testament.html "Ratgeber Testament") Wie schreibe ich ein Testament?
Um zu regeln, welche Person welchen Teil am Nachlass erhält, können Erblasser ein Testament schreiben. Ein Testament lässt sich handschriftlich aufsetzen. Um missverständliche Formulierungen oder fehlerhafte Klauseln und damit die Unwirksamkeit des Testaments zu vermeiden, kann es ratsam sein, nicht auf Vorlagen oder Muster zurückgreifen. Ein Anwalt kann sicherstellen, dass Ihr letzter Wille rechtssicher formuliert ist.
Inhalt
1. Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist
2. 1. Das sollten Sie wissen, bevor Sie ein Testament schreiben
3. 2. So verteilen Sie Ihren Nachlass, wenn Sie ein Testament schreiben
4. 3. Enterbung & Pflichtteil
5. 4. Wie schreibe ich ein Testament? Wichtige Klauseln
6. 5. Aufbewahrung, Änderung & Widerruf
7. 6. Testament schreiben: Die Alternativen
8. 7. Ich möchte ein Testament schreiben: Kann ich ein Muster verwenden?
9. 8. Erbschaftsteuer & Kosten: womit Sie rechnen sollten
10. 9. Häufige Missverständnisse aufgeklärt
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# Wie schreibe ich ein Testament? Der ausführlichste Leitfaden im Netz
 Beitrag von Erik Münnich
 **Redakteur für Rechtsthemen**
 Aktualisiert am 24.04.2026
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Um zu regeln, welche Person welchen Teil am Nachlass erhält, können Erblasser ein Testament schreiben. Ein Testament lässt sich handschriftlich aufsetzen. Um missverständliche Formulierungen oder fehlerhafte Klauseln und damit die Unwirksamkeit des Testaments zu vermeiden, kann es ratsam sein, nicht auf Vorlagen oder Muster zurückgreifen. Ein Anwalt kann sicherstellen, dass Ihr letzter Wille rechtssicher formuliert ist.

## Schnell-Check: Was jetzt wichtig ist

### So ordnen Sie Ihren Fall schnell ein
Ein Testament ist eine einseitige, formgebundene Erklärung, mit der Sie festlegen, wer nach Ihrem Tod was aus Ihrem Nachlass erhalten soll.
**Ein Testament kann vor allem sinnvoll sein, wenn …**
- Sie selbst bestimmen möchten, wer erbt (statt gesetzlicher Erbfolge).
- Sie von der „Standard-Familie“ abweichen (z. B. unverheiratet, Patchwork, kinderlos, nichteheliche Lebensgemeinschaft, Alleinerziehend).
- Vermögen oder besondere Wünsche geregelt werden sollen (z. B. Immobilie, Unternehmensanteile, Auflagen, Testamentsvollstreckung).
**Sonderfall:** Allgemeine Infos reichen oft **nicht**, wenn mehrere Erben, Pflichtteilsrisiken, Immobilien/Unternehmen, Auslandsbezug oder minderjährige Kinder eine Rolle spielen. Dann ist eine individuelle Prüfung sinnvoll – schon um Formulierungsrisiken und Streitpotenzial zu reduzieren.
**Wichtigste Frist:** Wer ein Testament **anfechten** will, muss das grundsätzlich **innerhalb von 1 Jahr ab Kenntnis des Anfechtungsgrundes** tun.
**Diese Infos/Unterlagen helfen beim Schreiben**
- Vollständige Namen, Geburtsdaten, Anschriften der gewünschten Erben/Vermächtnisnehmer
- Überblick über Vermögen/Schulden (Konten, Immobilien, Darlehen, Versicherungen, Unternehmensbeteiligungen)
- Familienstand, Kinder, frühere Ehen/Partnerschaften (wichtig für gesetzliche Erbfolge & Pflichtteil)
- Falls relevant: gewünschte Vormundschaftspersonen, Ersatzpersonen, Testamentsvollstrecker
**Häufigster Fehler:** Das Testament wird **am Computer geschrieben und nur unterschrieben** – das ist als eigenhändiges Testament in der Regel **unwirksam**.

### Fakt vs. Einzelfall: Was ist sicher – und wo kommt es wirklich darauf an?
**Sicher ist:**
- Ein eigenhändiges Testament muss **handschriftlich** geschrieben und **unterschrieben** sein; Ort und Datum sind zwar „Soll“-Angaben, aber praktisch wichtig.
- Minderjährige können **kein** eigenhändiges Testament errichten; für sie kommt nur eine notarielle Errichtung in Betracht.
- Pflichtteilsberechtigte (v. a. Kinder, Ehegatte) können trotz Enterbung häufig **Geldansprüche** haben.
**Kommt auf den Einzelfall an:**
- Ob Enterbung „funktioniert“, ohne dass der Nachlass später durch Pflichtteilsansprüche „zerlegt“ wird.
- Ob Klauseln (z. B. Pflichtteilsstraf-, Wiederverheiratungs-, Freistellungsklausel) wirklich zu Ihren Zielen passen.
- Ob steuerliche Überlegungen (Freibeträge, Schenkungen, Gestaltung) sinnvoll sind – das hängt stark von Vermögen, Familienkonstellation und Vorplanungen ab.

## 1. Das sollten Sie wissen, bevor Sie ein Testament schreiben
Laut einer Umfrage des Deutschen Forums für Erbrecht 2019 haben nur 30 % der Deutschen ein Testament verfasst – und davon sind 80 % aufgrund missverständlicher oder fehlerhafter Klauseln **unwirksam**.
Es heißt, man kann ein Testament sogar auf einem Bierdeckel schreiben.

### Was ist ein Testament?
In einem Testament legt ein Erblasser fest, **welche Personen welchen Anteil** an seinem Nachlass **erhalten** sollen.
Wer ein Testament schreiben will, kann dort auch seine letzten Wünsche wie genaue **Vorstellungen zur Bestattung** oder **zum Sorgerecht eigener Kinder** festhalten. Aber auch Bestimmungen zur Enterbung naher Angehöriger lassen sich hier treffen.

### Was passiert, wenn ich kein Testament aufsetze?
Sobald ein [Erbfall](ratgeber/erbrecht/erbschaft/erbfall.html "Erbfall tritt ein: was nun? Wichtiges zum Erbfall mit & ohne Testament") eintritt und der Erblasser kein Testament verfasst hat, greift die [gesetzliche Erbfolge](ratgeber/erbrecht/erbfolge/gesetzliche-erbfolge-wer-erbt-was.html "Gesetzliche Erbfolge – wer erbt was?"). Nach dieser sind **ausschließlich nahe und weiter entfernte Verwandte des Erblassers erbberechtigt**.
Erbberechtigte Verwandte sind u. a.:
- Ehepartner
- Kinder
- Eltern
- Enkel

### Wer darf ein Testament verfassen?
Wer ein Testament schreiben darf, hängt von der [Testierfähigkeit](ratgeber/erbrecht/testament/testierfaehigkeit-wann-besteht-sie-und-wann-nicht.html "Testierfähigkeit – wann besteht sie & wann nicht?") ab.
Nach [§ 2229 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2229.html "Zu § 2229 BGB") sind Personen **testierfähig** und dürfen ein Testament verfassen, wenn
- sie körperlich und geistig gesund sind und das 16. Lebensjahr erreicht haben,
- sie die Tragweite und Auswirkungen ihrer Entscheidungen einschätzen können.
Eine Person ist **nicht testierfähig**, wenn
- sie an einer erheblichen psychischen Störung oder Bewusstseinsstörung leidet,
- sie nicht lesen, sprechen und schreiben kann,
- aufgrund einer Krankheit keine freie Willensbekundung möglich ist.
Bestehen **Zweifel an der Testierfähigkeit** des Erblassers, lässt sich das **Testament beim Nachlassgericht anfechten**. Dieses prüft auf Grundlage von Beweisen, Zeugenaussagen und ggf. Krankenakten, ob der Erblasser testierfähig war oder nicht.

### Das sagen Gerichte zur Testierfähigkeit
Liegt einer der genannten Umstände vor, ist die Person nicht testierfähig – kann also kein rechtsgültiges Testament schreiben. In Zweifelsfällen müssen Gerichte entscheiden, ob eine Person bei einer Krankheit testierfähig ist oder nicht.
**Nicht testierfähig ist eine Person beispielsweise, wenn** sie schwer an Demenz erkrankt ist (OLG Bamberg, Az. 4 W 16/14). Eine Person mit beginnender Demenz leichten Grades ist hingegen testierfähig (Az. I-3 Wx 40/14, 3 Wx 40/14).
Das Bundesverfassungsgericht entschied zudem, dass stumme Personen nicht grundsätzlich von der Testierfähigkeit ausgeschlossen sind. Sobald sie sich und ihren Willen mithilfe der Gebärdensprache ausdrücken können, dürfen sie ein Testament aufsetzen (1 BvR 2161/94).

### Wann ist ein Testament wirksam?
Damit ein Testament wirksam ist, sind bestimmte **formale Anforderungen** zu erfüllen, welche in § 2247 BGB geregelt sind. Beachten Sie diese nicht, ist das **Testament unwirksam** und die gesetzliche Erbfolge greift.
**Formale Anforderungen** für Testamente sind:
- Handschriftliche Aufsetzung (wenn Sie ein Testament am PC verfassen und dieses ausdrucken, ist es ungültig)
- Leserliche Schrift
- Angabe von Ort und Datum
- Geburtsdatum
- Unterschrift mit vollem Namen
- Seitennummerierung
Das Testament von Ehepartnern sowie Partnern einer eingetragenen Lebensgemeinschaft ist nur gültig, wenn es **beide Partner** unterschrieben haben.
Bei den verschiedenen Testamentsarten sind unterschiedliche Voraussetzungen zu beachten. Alle wichtigen Informationen, wie sie solche Testamente schreiben, finden Sie in den folgenden Beiträgen:
- [Handschriftliches Testament](ratgeber/erbrecht/testament/handschriftliches-testament.html "Handschriftliches Testament erstellen: Regelungen, Gültigkeit & Hinterlegung – mit Muster-Vorlage")
- [Berliner Testament](ratgeber/erbrecht/testament/berliner-testament-vor-und-nachteile.html "Berliner Testament schreiben: So regeln Ehepaare ihren Nachlass")
- [Gemeinschaftliches Testament](ratgeber/erbrecht/testament/gemeinschaftliches-testament.html "Gemeinschaftliches Testament: das Testament für Ehe- & Lebenspartner")
- [Geliebtentestament](ratgeber/erbrecht/testament/geliebtentestament.html "Geliebtentestament: Erklärung, Sittenwidrigkeit & Auswirkungen auf den Pflichtteil")
- [Behindertentestament](ratgeber/erbrecht/testament/behindertentestament.html "Behindertentestament – so sichern Sie Ihr behindertes Kind ab")
- [Bedürftigentestament](ratgeber/erbrecht/testament/beduerftigentestament.html "Bedürftigentestament: So kommt Ihr Erbe bei Ihren bedürftigen Erben an")
- [Nottestament](ratgeber/erbrecht/testament/nottestament.html "Nottestament – das Bürgermeistertestament, Drei-Zeugen-Testament & Seetestament")

### Anfechtbarkeit eines Testaments vermeiden
Es ist möglich, ein [Testament anzufechten](ratgeber/erbrecht/testament/testament-anfechten.html "Testament anfechten – 15 Gründe & der rechtssichere Weg zur erfolgreichen Anfechtung").
Anfechtungsgründe sind z. B. **Erklärungs-, Inhalts- oder Motivirrtümer, Formfehler, rechtswidrige oder sittenwidrige Handlungen** wie Drohungen oder Täuschung.
Der **Anfechtung eines Testaments** können Sie wie folgt **vorbeugen,** wenn Sie ein Testament schreiben:
- Vermeiden Sie Fehler oder missverständliche Formulierungen
- Vermeiden Sie Verstöße gegen geltendes Recht wie sittenwidrige Bedingungen, an die Sie die Erbschaft knüpfen.
- Lassen Sie sich nicht von Dritten unter Druck setzen, wenn Sie ein Testament verfassen.
Verben nach Ihren eigenen Wünschen:
Damit Sie Ihren letzten Willen genauso regeln können, wie Sie sich das wünschen, können Sie von einem Anwalt Ihr [Testament erstellen lassen](ratgeber/erbrecht/testament/testament-erstellen-lassen.html "Testament erstellen lassen - das sollten Sie wissen"). Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Testament rechtssicher ist, können Sie Ihr [Testament prüfen lassen](ratgeber/erbrecht/testament/testament-pruefen-lassen.html "Testament prüfen lassen: 5 goldene Regeln").

## 2. So verteilen Sie Ihren Nachlass, wenn Sie ein Testament schreiben
Beim Schreiben des Testaments können Sie verschiedene **Personen oder Einrichtungen als Erben** bedenken. Sie haben die Möglichkeit, Ihr Vermögen an ausschließlich **eine Person**, aber auch an **mehrere Personen** zu vererben.
Es steht Ihnen ebenfalls offen, ob Sie die Erben mit demselben Anteil bedenken oder jeder Erbe einen unterschiedlich hohen Anteil am Nachlass erhält.
Folgende Personen und Einrichtungen können Sie beerben:
- Angehörige, Freunde und Bekannte
- Vereine, Kirchen und karitative Einrichtungen
**Mitarbeiter von Seniorenheimen** können Sie **nicht als Erben** einsetzen, wenn Sie ein Testament aufsetzen. Das liegt daran, dass ihnen das Heimgesetz verbietet, etwas von Patienten zu erben.
Auch **Tiere** kommen **nicht als Erben** infrage. Sie können jedoch eine Person bestimmen, die sich um das Tier kümmert, oder ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation als Erbe einsetzen.

### Alleinerbe und Ersatzerbe
Setzen Sie eine Person als [Alleinerben](ratgeber/erbrecht/alleinerbe/alleinerbe.html "Alleinerbe – Rechte & Pflichten von Alleinerben") für Ihr Erbe ein, erhält diese den **gesamten Nachlass**. Andere gesetzliche Erben sind damit von der Erbfolge ausgeschlossen, können jedoch einen [Pflichtteilsanspruch](ratgeber/erbrecht/pflichtteil/pflichtteilsanspruch-einfach-erklaert.html "Pflichtteilsanspruch einfach erklärt – alles zum Pflichtteilsanspruch") haben.
Ein Ersatzerbe tritt an Stelle des Alleinerben, wenn dieser verstirbt oder das [Erbe ausschlägt](ratgeber/erbrecht/erbe-ausschlagen/erbteil-ausschlagen.html "Erbe ausschlagen – Fristen, Kosten & Vorgehen"). Bestimmen Sie **keinen Ersatzerben**, tritt die **gesetzliche Erbfolge** in Kraft. Gibt es keine gesetzlichen Erben, erbt der Staat.

### Erbengemeinschaft
Bedenken Sie in Ihrem Testament **mehrere Personen**, bilden diese eine [Erbengemeinschaft](ratgeber/erbrecht/erbengemeinschaft/erbengemeinschaft-rechte-und-pflichten.html "Erbengemeinschaft – Rechte, Pflichten, Auflösung & Fortsetzung").
Für diese gelten besondere Regelungen:
- Die Miterben sind gemeinsame Eigentümer am Nachlass.
- Der Nachlass bleibt zunächst vollends bestehen.
- Bis zur Auflösung der Gemeinschaft verwalten alle Miterben den Nachlass.
Durch eine sogenannte [Erbauseinandersetzung](ratgeber/erbrecht/erbengemeinschaft/erbauseinandersetzung.html "Erbauseinandersetzung – die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft einfach erklärt") kann sich eine **Erbengemeinschaft auflösen**. Eine Auseinandersetzung kann jeder Erbe der Gemeinschaft verlangen. Im Idealfall kommt es zu einer einvernehmlichen Einigung.
Ist eine Einigung nicht möglich, entscheidet ein Gericht oder der Nachlassverwalter (sofern es diesen gibt) über die genaue Verteilung des Nachlasses unter den Miterben der Erbengemeinschaft.
Verteilung des Erbes vereinfachen:
Erblasser können die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft bei der Verfassung des Testaments durch eine Teilungsanordnung vereinfachen. So bestimmen sie, welcher Miterbe einer Erbengemeinschaft welchen Nachlassgegenstand oder Vermögen erhält. Sie können auch eine 3. Person benennen, die den Nachlass nach Ihrem Ermessen verteilt.

### Mehrere Erben zu unterschiedlichen Teilen
Wenn Sie Ihr Testament schreiben, können Sie auch mehrere Erben mit unterschiedlichen Teilen Ihres Nachlasses bedenken. Dafür müssen Sie **genau angeben, welcher Miterbe welchen Erbteil** erhalten soll.

### Vor- und Nacherbschaft
Sie können Ihren Nachlass auch **zeitlich nacheinander** und in **versetzter Reihenfolge** vererben. Dafür können Sie einen [Vorerben](ratgeber/erbrecht/vor-und-nacherbschaft/vorerbe.html "Vorerbe – Definition, Rechte & Pflichten im Überblick") und [Nacherben](ratgeber/erbrecht/vor-und-nacherbschaft/nacherbe.html "Nacherbe – so sichern Sie zwei Erbengenerationen ab") bestimmen.
Das bedeutet, dass der Nachlass zunächst auf einen Vorerben – zum Beispiel den Ehemann – übergeht. Erst nach dessen Tod erbt der Nacherbe – beispielsweise die Kinder.
Bezüglich des Vorerbes müssen Sie entscheiden, ob er entweder frei oder beschränkt über das Erbe verfügen darf:
- **Beschränkte Vorerben** dürfen u. a. **Nachlassgegenstände nicht** verschenken oder **veräußern**.
- **Befreite Vorerben** hingegen sind **frei in der Verfügung** über den Nachlass.

### Übertragung durch einen Testamentsvollstrecker
Um Ihren letzten Willen abzusichern, können Sie im Testament einen [Testamentsvollstrecker](ratgeber/erbrecht/testamentsvollstreckung/testamentsvollstreckung.html "Testamentsvollstrecker – seine Aufgaben und Pflichten") einsetzen. Er ist für die **Verwaltung des Erbes** zuständig.
Einen Testamentsvollstrecker einzusetzen, bietet **folgende Vorteile**:
- Absicherung des letzten Willens des Erblassers
- Schutz von minderjährigen oder behinderten Erben
- Unkomplizierte Verwaltung des Nachlasses bei mehreren Erben
Testamentsvollstrecker können eine oder mehrere Personen sein. Neben Angehörigen und einem der Erben kann auch eine neutrale Person das Amt ausüben.
Der vorgesehene Testamentsvollstrecker kann aber auch ablehnen. Deshalb ist es ratsam, einen Ersatz für den Testamentsvollstrecker zu benennen, wenn Sie Ihr Testament schreiben.
Vergütung beachten:
Beachten Sie, dass einem Testamentsvollstrecker nach [§ 2221 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2221.html "Zu § 2221 BGB") eine **angemessene Vergütung** zusteht, die einkommensteuerpflichtig ist. Wenn Sie Ihr Testament aufsetzen, können Sie aber auch regeln, dass die Vollstreckung nicht zu vergüten ist.

## 3. Enterbung & Pflichtteil
Wenn Sie Ihr Testament verfassen, können Sie beliebige Personen als Erben einsetzen – oder gesetzliche Erben von der Erbfolge ausschließen.
Eine solche [Enterbung](ratgeber/erbrecht/enterbung/enterbung.html "Enterbung – Gründe, Folgen, Ablauf & Möglichkeiten") ermöglicht es Ihnen, ungeliebte Angehörige von Ihrem Erbe auszuschließen – und damit den Anteil am Nachlass für Ihre Wunsch-Erben zu erhöhen.

### Wen kann ich enterben?
Grundsätzlich können Sie **jede Person enterben, die gesetzlicher Erbe ist** – z. B. Ihre Kinder oder Enkel.
Gründe für eine Enterbung können ein Streit zwischen Erblasser und Erbe sein oder [Erbunwürdigkeit](ratgeber/erbrecht/erbfolge/erbunwuerdigkeit-erbunwuerdigkeitsklage.html "Erbunwürdigkeit & Erbunwürdigkeitsklage: Gründe, Vorgehen & Folgen") eines Erbens aufgrund von Verfehlungen gegenüber dem Erblasser.
Enterbung hat Folgen für die nächste Generation:
Eine Enterbung hat auch Auswirkungen auf die Nachfahren der Enterbten. Wenn Sie beispielsweise Ihre Tochter enterben, so enterben Sie damit auch indirekt Ihre Enkelkinder. Dies können Sie allerdings verhindern, indem Sie Ihre Enkelkinder als Erben einsetzen, wenn Sie ein Testament schreiben.

### Wie kann ich jemanden enterben?
Wenn Sie eine Person enterben möchten, müssen Sie das **explizit in** Ihrem **Testament schreiben** – beispielsweise indem Sie nur die Personen nennen, die etwas erben sollen.
Sie können aber auch ein **Negativtestament** aufsetzen, in dem Sie alle Personen nennen, die Sie nicht mit einem Teil an Ihrem Nachlass bedenken möchten.

### Achtung: Pflichtteil beachten!
Gesetzliche Erben haben einen Anspruch auf den sogenannten [Pflichtteil am Erbe](ratgeber/erbrecht/pflichtteil.html "Pflichtteil am Erbe – Erklärung, Berechnung, Einforderung & Umgehung"), wenn der zugesprochene Erbteil unter der gesetzlich vorgeschriebenen Erbquote liegt oder sie enterbt wurden. Die gesetzlichen Erben machen ihren Pflichtteil bei den eingesetzten Erben geltend.
Auch wenn es sehr schwierig ist, so können Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen [Pflichtteil umgehen](ratgeber/erbrecht/pflichtteil/pflichtteil-umgehen.html "Pflichtteil umgehen – diese 5 Möglichkeiten haben Sie"). Dies ist u. a. über einen [Pflichtteilsverzicht](ratgeber/erbrecht/pflichtteil/pflichtteilsverzicht.html "Pflichtteilsverzicht – Auswirkungen des Verzichts auf den Pflichtteil") oder [Pflichtteilsentzug](ratgeber/erbrecht/pflichtteil/pflichtteilsentzug.html "Pflichtteilsentzug: Bedeutung & Gründe für eine Pflichtteilsentziehung") möglich.
Zudem lässt sich ein **Pflichtteil** auch **reduzieren**. So kann ein Erblasser z. B. durch **Zuwendungen zu Lebzeiten** oder durch einen anderen ehelichen **Güterstand** die Pflichtteilsquote der anderen Erben vermindern.

## 4. Wie schreibe ich ein Testament? Wichtige Klauseln
Neben den verschiedenen Regelungen zur Verteilung des Nachlasses gibt es zahlreiche Klauseln, die in Testamenten Verwendung finden, um die Wünsche des Erblassers oder die Erben abzusichern.

### Sozinische Klausel
Mit einer Sozinischen Klausel ([Cautela Socini](ratgeber/erbrecht/strafklauseln/cautela-sozini.html "Cautela Socini – Erklärung & Auswirkungen der sozinischen Klausel")) können Sie in Ihrem Testament festlegen, dass einer Ihrer pflichtteilsberechtigten Angehörigen einen **Betrag oder Gegenstand** erhält, der den Pflichtteil übersteigt, **wenn** das eigentliche Erbe mit **Schulden** belastet ist.
Damit verpflichtet sich die betreffende Person jedoch, die Schulden des Erblassers zu übernehmen. Die pflichtteilsberechtigte Person kann zwischen dem mit Schulden belasteten Erbe und dem unbelasteten, aber geringeren Pflichtteil wählen.

### Sorgerechtsklausel
Auch das Sorgerecht für Kinder lässt sich regeln, wenn Sie ein Testament schreiben. Allerdings ist dies nur möglich, wenn beide sorgeberechtigten Elternteile verstorben sind bzw. versterben.
Beim Ableben nur eines Elternteils, erhält der andere Ehe- oder Lebenspartner das alleinige Sorgerecht. Bei geschiedenen Eltern geht das Sorgerecht an den anderen sorgeberechtigten Elternteil.
Für den Fall des **Ablebens beider Elternteile** können Sie im Testament festhalten, wer die **Vormundschaft** für Ihr Kind erhalten soll – und wer auf keinen Fall. Wer letztendlich den Vormund erhält, entscheidet das Familiengericht.
Das Gericht prüft im Einzelfall, welche Vormundschaft im Interesse des Kindes ist.
Vormundschaft begründen:
Damit das Familiengericht Ihrem Wunsch bezüglich der Vormundschaft für Ihr Kind folgt, sollten Sie Ihre Verfügung **ausführlich begründen**, sodass das Gericht Ihre Entscheidung nachvollziehen kann.
Bevor Sie das Testament schreiben: Sprechen Sie vorher mit den Personen, die Sie für die Vormundschaft in Erwägung ziehen. Diese müssen bereit sein, die Verantwortung zu übernehmen.

### Salvatorische Klausel
Eine salvatorische Klausel legt fest, dass im Fall einer Unwirksamkeit verschiedener Regelungen nur diese Textstelle unwirksam ist, aber nicht das gesamte Testament.

### Die Pflichtteilsstrafklausel
Diese und die folgenden Klauseln gibt es ausschließlich im Berliner Testament. Die **Ehepartner** setzen sich gegenseitig **als Alleinerben** und die **Kinder als Schlusserben** ein. Somit erben die Kinder erst, wenn beide Elternteile verstorben sind.
Die [Pflichtteilsstrafklausel](ratgeber/erbrecht/pflichtteil/pflichtteilsstrafklauseln-das-sollten-sie-wissen.html "Pflichtteilsstrafklauseln – das sollten Sie wissen") regelt, dass das Kind, das seinen Pflichtteil im ersten Erbfall fordert, auch beim zweiten Erbteil nur den Pflichtteil bekommt. Es wird de facto enterbt.
Dadurch lässt sich verhindern, dass der länger lebende Ehepartner durch die Auszahlung des Pflichtteils in finanzielle Schwierigkeiten kommt und beispielsweise Teile des Nachlasses verkaufen muss.

### Die Jastrowsche Klausel
Die [Jastrowsche Klausel](ratgeber/erbrecht/strafklauseln/jastrowsche-klausel.html "Jastrowsche Klausel – Pflichtteilsstrafklauseln verschärfen") ist eine Sonderklausel, die die **Pflichtteilsstrafklausel verstärkt**. Sie ist sinnvoll, wenn Sie mehrere Kinder haben, die Sie als Nacherben einsetzen möchten.
Fordert ein Kind trotz Pflichtteilsstrafklausel den Pflichtteil bereits mit dem Tod des erstverstorbenen Ehepartners, **erhält es zwar den Pflichtteil** beim Tod des zweiten Ehepartners – **aber nicht das Erbe**. Verzichtet das andere Kind auf den Pflichtteil, bekommt es mit dem Tod des zweiten Elternteils eine Zusatzsumme – als eine Art Belohnung.
Damit Sie eine Jastrowsche Klausel in Ihrem Testament aufsetzen können, müssen Sie zunächst eine Pflichtteilsstrafklausel formulieren. In diese können Sie dann die Jastrowsche Klausel einbringen.

### Die Freistellungsklausel
Wenn Sie mit Ihrem Ehepartner ein Testament aufsetzen, können Sie das nach dem Tod Ihres Ehepartners nicht mehr verändern – es sei denn, Sie haben eine Freistellungsklausel vereinbart.
Durch die Klausel ist der **Hinterbliebene** weitestgehend **von den Bestimmungen des Testaments befreit**. Das gibt ihm die Möglichkeit, z. B. die Erbfolge nach seinem Ermessen zu verändern.
Damit Ihr Partner testamentarische Bestimmungen nach Ihrem Ableben verändern kann, müssen sie die Freistellung deutlich formulieren, wenn Sie ein Testament schreiben.

### Die Wiederverheiratungsklausel
Die [Wiederverheiratungsklausel](ratgeber/erbrecht/berliner-testament/wiederverheiratungsklausel.html "Wiederverheiratungsklausel – So schützen Sie das Erbe Ihrer Kinder") tritt ein, wenn der hinterbliebene Ehepartner erneut heiratet. Sie **verhindert**, **dass** das bereits angefallene **Erbe an die neue Familie übergeht**.
Der hinterbliebene Ehepartner muss seinen Kindern ihren Anteil am Erbe des verstorbenen Ehepartners auszahlen. Erst wenn die Kinder ihren Erbteil erhalten haben, kann der überlebende Ehepartner frei über seinen Anteil verfügen.
 ![Anwalt für Erbrecht finden lassen](assets/images/g/uwe-block-ey9gcyw2da17tmk.jpg "Anwalt für Erbrecht finden lassen")Sie möchten Ihr Testament schreiben?
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## 5. Aufbewahrung, Änderung & Widerruf
Nachdem Sie Ihr Testament geschrieben haben, sollten Sie es **so aufbewahren**, **dass** es Ihre **Angehörigen** im Todesfall **finden** und eröffnen können.
Folgende Hinweise sind für die Aufbewahrung wichtig:
- Zur Aufbewahrung eines handschriftlichen Testaments gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.
- Notarielle und gemeinsame Testamente von Ehe- oder Lebenspartnern sind vom Amtsgericht oder von einem Notar aufzubewahren.
- Der Aufbewahrungsort muss schnell und einfach zu finden sein.
- Sie können einer vertrauenswürdigen Person mitteilen, wo sich Ihr Testament befindet.
Vorsicht bei der Aufbewahrung zuhause:
Wenn Sie das handschriftliche Testament zuhause aufbewahren, besteht die Gefahr, dass es Ihre Angehörigen nicht finden – oder es vernichten oder fälschen. Daher kann es ratsam sein, das Testament gegen eine Gebühr bei einem Notar, Amts- oder Nachlassgericht zu hinterlegen.

### Änderung & Widerruf eines Testaments
Haben Sie Ihr Testament verfasst, sind Änderung oder Widerruf des Testaments abhängig von der Testamentsart:
**Handschriftliches Testament**
- Sie können ein solches Einzeltestament ändern, indem Sie ein neues Testament schreiben – das vorherige Testament ist dann automatisch ungültig.
- Sie können es widerrufen, indem Sie es mit dem Wort ungültig versehen.
- Sie können es vom Amtsgericht zurückfordern, ändern und widerrufen, sofern es dort hinterlegt wurde.
**Notarielles Testament**
- Sie können ein solches Testament nicht durch handschriftliche Änderungen abwandeln, sondern müssen es neu schreiben.
- Sie können es nur widerrufen, indem Sie es persönlich vom Amtsgericht oder Notar zurückfordern.
**Gemeinschaftliches Testament**
- Sie können ein solches Testament nur ändern oder widerrufen, wenn Ihr Partner zustimmt.
- Eine einseitige Änderung ist nur wegen triftiger Gründe und mit der Beglaubigung eines Notars möglich.
- Nach dem Tod eines Ehepartners können Sie es nur ändern, wenn das Testament eine Freistellungsklausel enthält.
Kostenlose Ersteinschätzung:
Die Kosten für ein Testament sind vom Wert des Nachlasses abhängig. Um Sie transparent über die zu erwartenden Kosten transparent informieren zu können, prüft ein advocado Partner-Anwalt Ihren Fall.
Anschließend stellt er Ihnen in einer kostenlosen Ersteinschätzung alle Kosten übersichtlich dar. Außerdem erklärt er Ihnen, wie sich diese Kosten und etwaige Steuern optimieren lassen.
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## 6. Testament schreiben: Die Alternativen
Möchten Sie Ihr Vermögen bereits zu **Lebzeiten** vererben, ist das mit einem Testament **nicht möglich**.
Hier bieten sich Ihnen aber zahlreiche Alternativen für die sogenannte [vorweggenommene Erbfolge](/ratgeber/erbrecht/erbfolge/vorweggenommene-erbfolge-so-vererbt-man-schon-zu-lebzeiten.html "Vorweggenommene Erbfolge – so vererbt man schon zu Lebzeiten"):
- **Erbvertrag:** In einem [Erbvertrag](/ratgeber/erbrecht/erbfolge/der-erbvertrag-die-sichere-alternative-zum-testament.html "Der Erbvertrag – die sichere Alternative zum Testament") legen Erblasser und Erbe **bindend** fest, wie sie den Nachlass verteilen: Der Erblasser verpflichtet sich, den Nachlass bzw. Teile des Nachlassen bereits zu Lebzeiten an den Erben zu überschreiben und erhält dafür eine **Gegenleistung** – z. B. lebenslanges Wohnrecht.
- **Schenkung:** Verschenken Sie Ihr Vermögen, können Sie z. B. Immobilien, Schmuck oder andere Wertgegenstände bereits zu Lebzeiten an Ihre Erben weitergeben.
- **Stiftung von Todes wegen gründen:** Mit der Gründung einer Stiftung lassen sich vor allem hohe Vermögenswerte (über 50.000 €) weitergeben. Dadurch bleiben die Vermögenswerte bestehen und erfüllen einen guten Zweck wie z. B. die Ausbildungsfinanzierung Angehöriger.

## 7. Ich möchte ein Testament schreiben: Kann ich ein Muster verwenden?
Manchmal greifen Erblasser, wenn sie ein Testament schreiben, auf Muster bzw. Vorlagen zurück. Wir bieten Ihnen ein solches Muster nicht, weil dieses **allgemeine Formulierungen** und **standardisierte Sätze** enthält, die Ihre Wünsche und Vorstellungen bezüglich der Verteilung Ihres Nachlasses nur schwer abbilden können.
Daneben könnenVorlagen mit **rechtlichen Risiken** verbunden sein. So können fehlerhafte Klauseln, missverständliche Formulierungen oder unvollständige Angaben zur Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen oder des gesamten Testaments führen.
Im schlimmsten Fall greift dann die gesetzliche Erbfolge und Sie bedenken beispielsweise ungewollt Angehörige, die Sie vom Erbe ausschließen wollten.
Wir möchten Ihnen das an folgendem **Beispiel** verdeutlichen: [Beispiel-Testament](/files/advocado/content/img/blog/beispiel-testament.jpg)
Drucken Sie eine Vorlage aus und unterschreiben Sie diese nur, **ist das Testament unwirksam**. Das liegt daran, dass Sie ein Testament **handschriftlich schreiben** müssen, damit Ihr letzter Wille rechtskräftig ist.
Ein am PC verfasstes Testament ist nur wirksam, wenn Sie es von einem Notar beglaubigen lassen (siehe Kapitel 6).
In unserem Beispiel-Testament setzt der Erblasser zudem seine Freundin als Alleinerbin ein. Da er damit seinen Sohn als **gesetzlichen Erben enterbt**, steht diesem ein Pflichtteil am Erbe zu.
Die Freundin muss dem Sohn den **Pflichtteil auszahlen** – auch wenn Sie Teile des Nachlasses verkaufen muss, weil sie nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt.
Dieses Risiko ist auch durch die **Erbschaftssteuern** gegeben. Im Gegensatz zu gesetzlichen Erben haben Freundin und ehemalige Frau nur einen sehr geringen Freibetrag von 20.000 Euro – ist der Nachlass werthaltiger, kommen hohe Erbschaftssteuern auf beide zu.
Es besteht also auch hier die Gefahr, dass die beiden genannten Erben den Nachlass ausschlagen oder verkaufen müssen, was ganz bestimmt nicht im Sinne des Erblassers ist.
Wenn Sie ein Testament ohne Notar schreiben und zuhause aufbewahren, besteht die Gefahr, dass es Ihre Angehörigen **nicht finden**– oder es Dritte im schlimmsten Fall **fälschen**.

### So hilft Ihnen ein Anwalt
Ein Anwalt schafft Rechtssicherheit, wenn Sie ein Testament schreiben möchten. Er berät Sie nicht nur umfassend zu den **Gestaltungsmöglichkeiten** Ihres letzten Willens, sondern hilft Ihnen dabei, sich für die für Ihre individuelle Situation **passende Testamentsart** zu entscheiden.
Außerdem stellt ein Anwalt sicher, dass sich Ihre Wünsche und Vorstellungen bezüglich der Verteilung Ihres Nachlasses in den testamentarischen Bestimmungen widerspiegeln.
Daneben garantiert er die **Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben** und eine **rechtssichere Formulierung aller Klauseln** – ohne inhaltliche Fehler oder Missverständnisse.
Durch eine strategische Nachlassregelung gewährleistet ein Anwalt, dass Sie Freibeträge ausschöpfen, Ihre Erben durch diese steuerlichen Optimierungen finanziell abgesichert sind und Ihr Nachlass erhalten bleibt.
Ein Anwalt kümmert sich auch um die **rechtliche Absicherung Ihres letzten Willens über den Tod hinaus**. So stellt er sicher, dass durch notarielle Beglaubigung, sichere Aufbewahrung beim Amtsgericht oder im Testamentsregister Ihr Testament gefunden und eröffnet wird.
Setzen Sie einen Anwalt zudem als **Testamentsvollstrecker** ein, gewährleistet er, dass alle Ihre Verfügungen auch umgesetzt werden.
advocado findet für Sie den passenden Anwalt aus einem **Netzwerk mit über** **550** **Partner-Anwälten**. Dieser kontaktiert Sie innerhalb von 2 Stunden  für eine **kostenlose Ersteinschätzung** zu Ihren Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten.
Sie möchten Ihr Testament schreiben?
Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen in einer kostenlosen Ersteinschätzung das mögliche Vorgehen.
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### Beispiel-Fälle zur Orientierung
**Fall 1: Unverheiratet, kinderlos, Partner soll alles bekommen**
**Ausgangslage:** Kein Ehe-/Lebenspartner im rechtlichen Sinn, gesetzlich würden i. d. R. Verwandte erben.
**Vorgehen:** Eigenhändiges Testament mit klarer Alleinerbeneinsetzung des Partners; Ersatzerbenregelung ergänzen.
**Ergebnis:** In der Regel wirksam, wenn Form eingehalten ist; prüfbedürftig sind Pflichtteilsrechte der Eltern (je nach Konstellation).
**Fall 2: Verheiratet, zwei Kinder, Ehepartner soll abgesichert sein**
**Ausgangslage:** Wunsch: Ehepartner soll zunächst alles erhalten; Kinder später.
**Vorgehen:** Gemeinschaftliches Testament (z. B. Berliner Testament) mit Blick auf Pflichtteilsrisiken und mögliche Klauseln.
**Ergebnis:** Häufig praktikabel, aber einzelfallabhängig (Bindungswirkung, Steuerfolgen, Pflichtteil).
**Fall 3: Patchwork, Immobilie, Kinder aus erster Ehe**
**Ausgangslage:** Immobilie und neue Partnerschaft; Kinder sollen nicht benachteiligt werden, Streit soll vermieden werden.
**Vorgehen:** Klare Quoten/Zuordnungen, ggf. Vermächtnisse statt Erbquote, Regelung zur Immobilie, eventuell Testamentsvollstreckung.
**Ergebnis:** Hohe Einzelfallabhängigkeit – hier ist eine individuelle Gestaltung meist sinnvoll.

## 8. Erbschaftsteuer & Kosten: womit Sie rechnen sollten
Als Erblasser zahlen Sie keine Erbschaftssteuer – aber Ihre Erben. Damit Ihre Erben den Nachlass deswegen nicht ausschlagen oder Teile vom Erbe veräußern müssen, können Sie die möglichen Freibeträge nutzen.
Machen Sie sich mit den steuerlichen Bestimmungen vertraut, bevor Sie das Testament schreiben:

### Erbschaftssteuer berechnen
Wenn Sie die [Erbschaftssteuer berechnen](/ratgeber/erbrecht/erbschaftssteuer/erbschaftssteuer-berechnen.html "Erbschaftssteuer berechnen, minimieren & stunden – so geht’s") möchten, sind **Steuerklasse** und **Verwandtschaftsgrad** unbedingt zu beachten.
Es werden drei Steuerklassen unterschieden:
- Steuerklasse I: Ehepartner, Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, leibliche Kinder, Stiefkinder, adoptierte Kinder sowie Enkelkinder, Eltern, Großeltern und Urgroßeltern
- Steuerklasse II: Geschwister, Neffen und Nichten ersten Grades, Schwiegerkinder sowie Schwiegereltern, Stiefeltern und geschiedene Ehepartner und Lebenspartner
- Steuerklasse III: Lebensgefährten und andere Erben wie Freunde
Innerhalb der Steuerklassen werden Freibeträge sowie gestaffelte Steuersätze je nach Höhe des Vermögens berücksichtigt. Die Freibeträge richten sich laut § 16 ErbStG nach dem Verwandtschaftsgrad.

### Erbschaftssteuer umgehen
Sie können die [Erbschaftssteuer umgehen](/ratgeber/erbrecht/erbschaftssteuer/so-koennen-sie-die-erbschaftssteuer-umgehen.html "So können Sie die Erbschaftssteuer umgehen") oder zumindest deutlich reduzieren. Sie haben dabei u. a. folgende Möglichkeiten:
- **Freibetrag:** Der Freibetrag senkt die Steuerbemessungsgrundlage. Erst wenn das Erbe diese überschreitet, müssen Erben Steuern zahlen. Kindern steht beispielsweise ein Freibetrag von 400.000 € zu, ehe eine Erbschaftssteuer überhaupt anfällt. Der Ehepartner kann sogar einen Freibetrag in Höhe von 500.000 € geltend machen.
- **Schenkungen zu Lebzeiten**: Schenkungen bieten den Vorteil, dass Sie diese alle 10 Jahre tätigen können, ohne dass die beschenkte Person eine Steuer entrichten muss.
- **Änderung der Familienverhältnisse:** Durch eine Hochzeit, die Eintragung einer Lebenspartnerschaft oder eine Adoption fallen die Freibeträge der Partner oder Kinder im Erbfall höher aus.
- **Abzug von Nachlassverbindlichkeiten:** Der Erbe sollte den Nachlasswert ermitteln und feststellen, ob abzugsfähige Nachlassverbindlichkeiten bestehen. Alle Schulden des Erblassers, Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Auflagen und Pflichtteilsforderungen sowie Bestattungskosten werden gemäß § 10 Absatz 5 ErbStG vom ererbten Vermögen abgezogen. Die Erbschaftssteuer fällt somit geringer aus.
- **Antrag auf Steuerermäßigung:** Erreicht der Erbe einen Teil seiner jährlichen Einkünfte durch die Erbschaft, fallen sowohl Erbschafts- als auch Einkommensteuer an. Gemäß § 35b ErbStG kann der Erbe bei Doppelbesteuerung ein Antrag auf Steuerermäßigung stellen. Die Einkommensteuer wird dann um den Prozentsatz der Erbschaftssteuer reduziert.

### Kosten für ein eigenhändiges Testament
- **Schreiben:** kostenlos
- **Amtliche Verwahrung beim Nachlassgericht:** 75,00 € (einmalig)
- **Registrierung im Zentralen Testamentsregister (ZTR):**
    - **12,50 € je Registrierung**, wenn die Gebühr über Notar/Verwahrstelle als durchlaufender Posten erhoben wird
    - **15,50 € je Registrierung**, wenn das ZTR direkt mit der testierenden Person abrechnet

### Kosten für ein notarielles Testament
Notarkosten richten sich nach dem **Geschäftswert** und dem gesetzlichen Kostenrecht (GNotKG). Dazu kommen ggf. Auslagen und Umsatzsteuer. Konkrete Beträge lassen sich seriös nur anhand Ihres Vermögens und der gewünschten Gestaltung beziffern.
 

## 9. Häufige Missverständnisse aufgeklärt

### Irrtum 1: „Ein Ausdruck reicht, wenn ich unterschreibe.“
**Richtig ist:** Ein eigenhändiges Testament muss handschriftlich geschrieben und unterschrieben sein.
**Was ist zu prüfen:** Wollen Sie eine notarielle Errichtung? Dann gelten andere Formregeln.

### Irrtum 2: „Enterbung heißt: Die Person bekommt gar nichts.“
**Richtig ist:** Pflichtteilsberechtigte können häufig einen Geldanspruch haben.
**Was ist zu prüfen:** Wer ist pflichtteilsberechtigt, wie hoch ist der Nachlass, wie liquide sind die Erben?

### Irrtum 3: „Ort und Datum sind unwichtig.“
**Richtig ist:** Sie sind rechtlich nicht immer zwingend, aber praktisch zentral – besonders bei mehreren Testamenten.
**Was ist zu prüfen:** Gibt es ältere Testamente? Dann sollte klar sein, welches zuletzt gilt.

### Irrtum 4: „Minderjährige können ab 16 einfach handschriftlich testieren.“
**Richtig ist:** Minderjährige können kein eigenhändiges Testament errichten; es gelten Sonderregeln.
**Was ist zu prüfen:** Ob ein notarielles Testament in Betracht kommt.
**Transparenz-Hinweis**
Dieser Beitrag informiert über die Rechtslage in Deutschland (Stand: 24.04.2026). Er ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.
**Quellen**
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), insbesondere §§ 1937, 2231, 2247, 2267, 2253, 2303, 2082.
- Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Kosten zur amtlichen Verwahrung (Nr. 12100 KV).

### Letzte Aktualisierung
**24.04.2026**
- Zahlen und Gebühren auf den aktuellen Stand gebracht (vor allem beim Testamentsregister).
- Klarer gemacht, was wirklich zwingend ist, damit ein handschriftliches Testament gültig ist.
- Deutlichere Hinweise eingebaut, wann man besser nicht „einfach so“ weitermacht (Patchwork, Immobilien, Pflichtteil).
- Drei kurze Beispiele ergänzt, damit man typische Situationen schneller wiedererkennt.
- Werbliche/zu sichere Formulierungen am Ende entschärft und neutral erklärt, wie advocado grundsätzlich helfen kann.
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 Erik Münnich
 **Redakteur für Rechtsthemen**
 Aktualisiert am 24.04.2026
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